Herbstzeitlose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Herbstzeitlose ist eine sehr giftige Pflanze. Daher ist ihre Anwendung nur entsprechend ärztlicher Verordnung angeraten. Jedoch ist die Herbstzeitlose das einzige wirksame Heilkraut gegen Gichterkrankungen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Herbstzeitlose

Die wissenschaftliche Bezeichnung für die Herbstzeitlose lautet: Colchicum autumnale. Sie zählt zur Pflanzenfamilie der Zeitlosengewächse, auch Colchicaceae genannt. Ihre Heimat findet die Herbstzeitlose in ganz Mitteleuropa. Dabei bevorzugt sie als Standtorte Wiesen und Weiden.

Die Pflanze treibt mehrjährig aus und kann aufgrund ihrer stark ausgebildeten Zwiebel auch harte Winter sehr gut überstehen. Im Frühjahr wachsen der Pflanze elliptisch spitze Blätter, direkt aus der Zwiebel. Optisch sind sei leicht mit den Blättern von Bärlauch oder Maiglöckchen zu verwechseln. Im Herbst, wenn von den Blättern kaum noch etwas zu sehen ist, blüht die Herbstzeitlose.

Nun ist sie dem Krokus zum Verwechseln ähnlich. Die Blütezeit liegt zwischen August und November. Die Blüten selbst sind rosa bis violett in der Farbigkeit und haben eine kelchartige Form. Aus dieser Blüte entstehen bis zum folgenden Sommer zahlreiche Samen, verschlossen in einer Kapsel. Die Herbstzeitlose enthält das Zellgift Colchicin sowie weitere Alkaloide, Öle, Proteine und Gerbstoffe.

Wirkung & Anwendung

Die Herbstzeitlose ist stark giftig und sollte nicht selbst gesammelt, angebaut und angewendet werden. Da sie dem Bärlauch zum Verwechseln ähnlich sieht, kommt es im Frühjahr oft zu Vergiftungen. Nur in Fertigpräparaten oder homöopathisch sollte eine Anwendung erfolgen.

In der Volksmedizin wurden Tinkturen aus der Herbstzeitlose gemischt und bei Gichterkrankungen benutzt. Da jedoch der Wirkstoffgehalt in diesen Tinkturen starken Schwankungen unterlegen ist, sollten Teile der Herbstzeitlose so nicht angewendet werden. Es kann zu gefährlichen Vergiftungen kommen. Fertigpräparate werden in der Regel aus der Knolle der Herbstzeitlose gewonnen.

Bei der Herstellung dieser Präparate wird durch die standardisierte Produktion die Einhaltung von Grenzwerten garantiert. Der Wirkstoff ist das giftige Alkaloid Colchicin. Eine unverdünnte Lösung aus der Herbstzeitlose würde lediglich gegen Gicht und die damit verbundenen akuten Schmerzen helfen. Bei einem Gichtanfall befinden sich im betroffenen Gewebe große Mengen an weißen Blutkörperchen.

Die Pflanze treibt mehrjährig aus und kann aufgrund ihrer stark ausgebildeten Zwiebel auch harte Winter sehr gut überstehen.

Deren Vermehrung kann das Zellgift Colchicin hemmen und wirkt somit auch entzündungshemmend. Ganz konkret ist Colchicin ein Mitosegift, das heißt, es hemmt die Zellkernteilung in einem bestimmten Stadium der Zellvermehrung, der Mitose-Phase. Wenn sich die Zellen nicht mehr teilen können, stirbt die Zelle ab. Eine dauerhafte Behandlung ist jedoch mit der Herbstzeitlose nicht möglich.

Um Gicht längerfristig zu bessern, müssen die erhöhten Harnsäurewerte im Blut gesenkt werden. Kurzzeitig kann Colchicin auch verhindern, dass die Fresszellen Harnsäurekristalle aufnehmen. Denn die bei diesem Prozess ausgeschiedene Milchsäure erhöht das saure Milieu im Blut und begünstigt die Bildung weiterer Harnsäure. Das Gift der Herbstzeitlose kann diesen Kreislauf unterbrechen und damit den Entzündungsprozess stoppen.

Die Herbstzeitlose kann auch bei Neuralgien, rheumatischen Beschwerden und bestimmten Formen von Leukämie sowie Hautkrebs angewendet werden. Wichtig ist eine gezielte Dosierungsanweisung durch einen Facharzt. Bei einer eigenmächtigen Dosierung kann es schnell zu Vergiftungen kommen. Das Zellgift Colchicin lähmt in diesem Fall die Kapillargefäße und es entsteht eine Blutschwemme mit anschließenden starken Blutungen.

Weitere Symptome sind Übelkeit, Erbrechen, starke und meist blutige Durchfälle sowie Koliken in Verbindung mit starkem Durstgefühl. In der Folge erleiden Betroffene starke Angstzustände, Schwindelanfälle bis hin zum Delirium und einem Zusammenbruch der Herztätigkeit. Schwere Vergiftungen führen meist zum Tod.

Das Zellgift der Herbstzeitlose besitzt nur eine geringe therapeutische Breite, demnach ist der Grad zwischen Wirksamkeit und Vergiftung nur sehr schmal. Je höher die verordnete Dosis, desto häufiger und stärker können die Nebenwirkungen auftreten. So kann es auch sein, dass bei zu starker Dosierung der Patient lediglich die Nebenwirkungen des Giftes verspürt und die eigentliche Wirkung ausbleibt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Herbstzeitlose ist eine Giftpflanze und zugleich eine anerkannte Heilpflanze. Sie wird sowohl in der Schulmedizin als auch in der Alternativmedizin erfolgreich eingesetzt.

Die Behandlung von Gichtpatienten mit Produkten der Herbstzeitlose hat in der Medizin eine lange Tradition. Bereits in der Antike war die Wirkungsweise der Pflanze auf Gicht-Betroffene bekannt. Jedoch wurde die Herbstzeitlose eher als Mord- oder Selbstmordgift genutzt, da seine Wirkung schnell und stark einsetzte.

Für die Behandlung stehen Samen, Knollen und Blätter der im Herbst blühenden Pflanze zur Verfügung. Produkte aus dem Samen der Herbstzeitlose werden heute nicht mehr eingesetzt, da ihr Giftgehalt zu hoch war und die Gefahr einer Vergiftung des Patienten zu groß. Es werden jedoch Fertigprodukte aus den Knollen und Blättern hergestellt und verordnet.

Der Wirkstoff ist das Alkaloid Colchicin. Daraus werden Tabletten oder Tropfen hergestellt. Bei einer dauerhaften Behandlung besteht dennoch die Gefahr, dass unerwünschte Nebenwirkungen auftreten. In der Naturheilkunde wird die Herbstzeitlose homöopathisch potenziert eingesetzt. Hier kann das Gift der Herbstzeitlose jedoch sehr wirksam sein. Zudem besteht bei einer homöopathischen Gabe keine Gefahr der Vergiftung.

Das Gift wird zu stark verdünnt. Entsprechend der Ähnlichkeitsregel hilft es gegen alle Gesundheitsprobleme die auch mit einer Vergiftung einhergehen würden. Dazu zählen demnach: Erbrechen, Durchfall und Darmentzündungen, Magenentzündungen, Herzbeschwerden, Kopfneuralgien, Rheuma und Reizhusten.

Ideal lässt sich auch die Schwangerschaftsübelkeit im ersten Trimester mit dem homöopathischen Mittel behandeln, da es keine Nebenwirkungen hat. Ab der Potenz D4 ist eine Gabe möglich. Für eine Verordnung von Colchicum spricht eine starke Überempfindlichkeit gegen Speisegerüche und ein Übelkeitsgefühl beim Anblick von Speisen, der oft sogar Würgereize auslöst.

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