Hepatitis-A-Virus

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. Juni 2017
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Das Hepatitis-A-Virus ruft eine verbreitete Infektionskrankheit hervor, die vor allem in ärmeren Regionen der Welt auftritt. Laut Weltgesundheitsorganisation erkranken daran jährlich insgesamt etwa 1,4 Millionen Menschen. Zu den Folgen zählen Kopfschmerzen, Übelkeit und Fieber. Vorbeugende Impfungen sind möglich.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Hepatitis-A-Viren?

Das Hepatitis-A-Virus wird auch als Enterovirus 72 bezeichnet, da es zur Gruppe der Enteroviren zählt. Diese verfügen nicht über eine Virushülle und sind säurefest. Die Größe der Viren beträgt etwa 25 Nanometer. Hepatitis-A-Viren rufen eine Entzündung der Leber hervor. Die Ansteckung kann durch Kontakte mit bereits infizierten Personen oder verschmutzten Gegenständen und Nahrungsmitteln hervorgerufen werden. Weiterhin existieren auch Hepatitis-Viren in den Versionen B, C, D und E. Eine Impfung gegen das Hepatitis-C-Virus ist im Unterschied zum Hepatitis-A-Virus nicht möglich.

Erhöht ansteckungsgefährdet sind aufgrund der Übertragungsmöglichkeiten bestimmte Berufsgruppen. Dazu zählen Beschäftigte in Krankenhäusern, Pflegeeinrichtungen und Kindertagesstätten sowie in der Lebensmittelindustrie. Außerdem gilt ein erhöhtes Risiko für Drogenabhängige und bei Bluttransfusionen.

Bei auftretenden Symptomen werden im Rahmen der Diagnose die Blut- und Leberwerte untersucht. Die Symptome müssen nicht immer deutlich spürbar sein. In vielen Fällen werden sie mit den Anzeichen für einen grippalen Infekt verwechselt. Eine Erkrankung durch das Hepatitis-A-Virus verläuft im Gegensatz zum Krankheitsverlauf bei den Virus-Typen B, C und D nicht chronisch.

Vorkommen, Verbreitung & Eigenschaften

Die Übertragung der Viren erfolgt oral/fäkal über eine Schmier- oder Kontaktinfektion. Fäkaliengedüngtes Gemüse zählt daher zu einer der verbreitetsten Formen der Krankheitsübertragung. In vielen Fällen stellt das Trinkwasser oder die Nutzung von Eiswürfeln die Ursache für die Übertragung der Erreger dar. Der Verzehr von gewaschenen Salaten oder Speiseeis gehört ebenfalls zu den erhöhten Risiken einer möglichen Ansteckung mit dem Virus. Außerdem können rohe oder unzureichend gekochte Meeresfrüchte eine Infektion auslösen. Ähnlich liegen die Gefahren einer Erkrankung beim Verzehr von Muscheln.

Eine Vernachlässigung der Hygiene beim Umgang mit Lebensmitteln und Trinkwasser führt in vielen Formen verstärkt zum Auftreten von Hepatitis-A-Viren. Vorsicht ist beim Zähneputzen mit Leitungswasser angebracht. Von großer Bedeutung ist das regelmäßige Waschen der Hände. Dies sollte nicht nur vor dem Verzehr von Lebensmitteln stattfinden. Gründliches Händewaschen macht auch nach dem Anfassen von Türklinken, Treppengeländern und Toilettenspülungen sowie Festhaltegriffen in öffentlichen Verkehrsmitteln Sinn.

Schwerpunkbereiche häufiger Erkrankungen zeigen sich im Nahen und Mittleren Osten, Westafrika und Mexiko sowie in Algerien, Indien und Südamerika. Außerdem häufen sich die Ansteckungen mit dem Hepatitis-A-Virus in den Ländern des Mittelmeerraumes wie Türkei, Tunesien und Ägypten sowie Marokko. Ebenso treten häufiger Hepatitis-A-Viren in Osteuropa auf.

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Krankheiten & Beschwerden

Nach einer Infektion kommt es im Durchschnitt nach circa 25 bis 30 Tagen zu den ersten Beschwerden. Dabei kann es zu Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit und Übelkeit sowie Erbrechen, Fieber und Schmerzen im Bereich des rechten Rippenbogens kommen. Vereinzelt kann auch Juckreiz auftreten. Im weiteren Verlauf können sich Beeinträchtigungen wie Hellfärbung des Stuhles, Dunkelfärbung des Urins und schließlich eine Gelbfärbung der Haut einstellen.

Das Ausmaß der im Krankheitsverlauf auftretenden Symptome kann sich unterschiedlich darstellen. Dabei spielen die persönlichen Voraussetzungen wie Alter und Gesundheitszustand sowie die Virusausführung eine große Rolle. Die Symptome können über mehrere Wochen bestehen. In aller Regel bilden sie sich danach wieder eigenständig zurück.

Die Gefahr einer Übertragung der Krankheit an weitere Personen ist in der ersten Phase am stärksten ausgeprägt, bevor die ersten Symptome erkennbar sind. Die Ansteckungsgefahr nimmt danach deutlich ab und nach etwa einer Woche besteht die Gefahr einer Übertragung nicht mehr.

Nach dem Rückgang der Erkrankung besteht eine lebenslange Immunität gegenüber dem Hepatitis-A-Virus. Durch die in Deutschland geltenden Hygienevorschriften und die praktische Beachtung im Lebensmittel- und Gastronomiegewerbe ist eine Infektion mit dem Virus wenig wahrscheinlich. Dazu trägt auch die Trinkwasserkontrolle bei. Trotzdem ist eine vorbeugende Impfung sinnvoll. Hierdurch wird ein hoher Schutz gewährleistet. Viele Urlaubsreisende fliegen außerdem in fremde Länder und damit teilweise auch in besonders gefährdete Gebiete.

Bei ungefähr 10 Prozent der auftretenden Erkrankungen kann es untypischerweise bei der Rückbildung der Symptome bis zur vollständigen Ausheilung mehrere Monate dauern. In sehr seltenen Fällen kommt es bei 0,01 bis 0,1 Prozent der Erkrankten zu einem schweren Verlauf der Hepatitis bis zum Leberversagen. Dabei kann dieser Krankheitsverlauf im schlimmsten Fall bis zum Tod führen. Patienten, die bereits an einer chronischen Hepatitis B oder C leiden, sollten sich in jedem Fall auch ohne bevorstehende Auslandsreisen impfen lassen. Ansonsten laufen sie Gefahr, im Falle einer Ansteckung mit dem Hepatitis-A-Virus, einem besonders schweren Krankheitsverlauf ausgesetzt zu sein.

Das Risiko eines schweren Krankheitsverlaufes ist ab dem 50. Lebensjahr erhöht. Die effektivste Vorbeugungsmaßnahme ist die aktive Schutzimpfung. Bereits nach der 1. Impfung tritt ein wirkungsvoller Schutz ein. Nach sechs Monaten erfolgt eine Wiederholung der Schutzimpfung zur Verlängerung der Wirksamkeit auf 10 Jahre. Wie bei allen Impfungen können im Ausnahmefall Komplikationen auftreten. Bei vorliegenden neurologischen Erkrankungen oder Herz-Kreislaufproblemen ist bei der Frage der Impfung eine Abwägung der Risiken vorzunehmen.

Sollte die Durchführung einer Schutzimpfung nicht möglich oder gewollt sein, bestehen weitere Möglichkeiten zur Vorbeugung. Früchte oder Gemüse sollten bei Selbstverpflegung im Urlaub gekocht oder geschält werden. Getränkekombinationen mit Eiswürfeln sollten vermieden werden. Zum Verzehr sollten Meerestiere ausreichend gegrillt oder gegart sein.

Spezielle Behandlungsmöglichkeiten für auftretende Hepatitis-A-Infektionen sind nicht bekannt. Hilfreich ist eine Behandlung der jeweils auftretenden Symptome. Zur Stärkung des Immunsystems nützt die klassische Bettruhe.

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