Heidekraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Heidekraut ist die prägende Pflanze der Heidelandschaften. Es wächst in Gegenden, in denen sonst eher wenig gedeiht und wird unter anderem in der Volksheilkunde verwendet. Dort findet es bei verschiedenen Beschwerden und Erkrankungen Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Heidekrauts

Im Englischen heißt das Heidekraut Heather, während sein botanischer Name Calluna vulgaris lautet. Bekannt ist das Kraut auch unter dem Namen Erika, Hoaden, Immerschön, Kuhheide oder Zetten. Zudem finden sich auch die Begriffe Besenkraut oder Besenheide.

Das Heidekraut ist die einzige Pflanzenart der Calluna-Gattung. Sie fällt monotypisch aus. Die Pflanze gehört zur Familie der Heidekrautgewächse, die den Namen Ericaeae tragen. Der Gattungsname entstammt dem griechischen Wort „kallyno“. Ins Deutsche übersetzt meint dies so viel wie „ich reinige“. Heidekrautgewächse können bis zu vierzig Jahre alt und einen Meter hoch werden. Dies ist allerdings nur dann der Fall, wenn sie ungestört wachsen können. Ihre Durchschnittshöhe liegt zwischen dreißig Zentimetern und einem Meter.

Fachkundige empfehlen Heidekraut auch bei Stoffwechselproblemen, Gicht oder Ekzemen. Allgemein kann das Kraut sich bei Hautproblemen positiv auswirken.

Zudem ist das Kraut ein immergrüner Tiefwurzler. Blüten trägt es zwischen den Spätsommer- und Herbstmonaten, meist zwischen August und Oktober. In dieser Zeit werden Kraut und Blüten gesammelt und für heilkundliche Zwecke verarbeitet. Die Blätter des Heidekrauts sind schuppenförmig nach oben eingerollt. Sie fühlen sich ledrig an und sind nur wenige Millimeter lang. Die vielzähligen, kleinen Blüten hingegen haben in der Regel eine Farbabstufung zwischen weiß und purpurn.

Der Blütenstand des Heidekrauts ist dicht und traubenförmig, seine Blühreife beginnt mit vier Jahren. Bestäubt wird das Kraut über verschiedenste Insekten. Die vielen, kleinen Samen werden über den Wind verbreitet. Heidekraut ist in ganz Europa verbreitet – vor allem in Mittel- und Nordeuropa. Im Osten findet es sich bis Westsibirien und ist auch häufig in eiszeitlich geprägten Gebieten anzutreffen. Die Pflanze wächst in Mooren, Heiden, lichten Wäldern und ist bis in Höhenlagen von 2700 Metern zu finden.

Wirkung & Anwendung

Das Heidekraut wird in der Imkerei als wichtige Bienenweide genutzt, da es entsprechende Zuckermengen enthält. Seine Inhaltsstoffe sind Arbutin, Saponine, verschiedene Enzyme, Hydrochinon, Flavonglykoside und Kalk. Zudem enthält Heidekraut mehrere Mineral- und Gerbstoffe. Aufgrund seiner vielfältigen Wirkstoffe wird Heidekraut in der Volksmedizin gerne gegen unterschiedliche Beschwerden genutzt. So wirkt es auf den Körper vor allem blutreinigend und harntreibend. Außerdem gehört es unter dem Namen Heather zu den Bachblüten. Als Bachblüte Nr. 14 kann Heidekraut gegen bestimmte psychische Probleme und damit einhergehende körperliche Beschwerden helfen.

Das Kraut selbst ist innerlich und äußerlich anwendbar. So wird es in der Volksheilkunde besonders als Aufguss-Tee verwendet. Dieser kann entweder getrunken oder je nach Erkrankungen als Umschlag eingesetzt werden. Hierzu tränkt der Betroffene eine Kompresse in dem Aufguss und legt sie auf die erkrankte Stelle. Auch ein Bad in dem Aufguss oder gar den bloßen Blüten kann gegen unterschiedliche Beschwerden eingesetzt werden.

Zur Herstellung des Aufgusses reicht die Nutzung von einem oder zwei Teelöffeln der Blüten oder des Krautes. Diese werden mit einer Tasse kochendem Wasser übergossen. Nachdem der Tee zehn Minuten gezogen hat, kann er abgeseiht und in kleinen Schlucken getrunken oder anderweitig verwendet werden. Bei innerlicher Verwendung sollte der Betroffene nicht mehr als drei Tassen täglich zu sich nehmen.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Heidekraut hat eine nicht zu verachtende Wirkung auf die Gesundheit. Dabei finden nicht nur die Blätter, sondern auch die Blüten und Triebe ihren Einsatz. So wird ein Vollbad aus dem Aufguss des Krautes als wirksames Rheumamittel beschrieben. Es lindert die Schmerzen und hilft, den Alltag angenehmer zu gestalten. Zusätzlich kann die innerliche Einnahme helfen, den Effekt zu verstärken. Abgesehen davon hat Heidekraut nachweislich eine positive Wirkung auf den Harnapparat.

Es wird gegen Blasen- und Nierensteine eingesetzt und kann Infektionen der Harnwege und der Blase vorbeugen. Zudem wirkt es kurativ. Fachkundige empfehlen Heidekraut auch bei Stoffwechselproblemen, Gicht oder Ekzemen. Allgemein kann das Kraut sich bei Hautproblemen positiv auswirken. Hinzu kommt die schleimlösende Wirkung, die Heidekraut-Tee zugeschrieben wird. Damit eignet er sich auch zur Behandlung von Erkältungen und Husten.

Nach Dr. Bach wird die Pflanze gegen das als solches bezeichnete „Heather“-Verhalten eingesetzt. Darunter versteht er Charaktereigenschaften, welche sich in starker Egozentrik, Gefallsucht, Eigenliebe, Geltungsdrang und Eitelkeit niederschlagen. Auch die Furcht vor dem Alleinsein gehört dazu. Krankhaft psychische Störungen in diesem Bereich können mit der Bachblüte Nr. 14 behandelt werden.

Betroffene Personen neigen im Alltag zu Angst bei Nicht-Beachtung und vor Einsamkeit. Zudem kann Heidekraut auch von Personen eingenommen werden, die sehr selbstbezogen und mit sich selbst beschäftigt sind. Dazu gehören auch Menschen, die immer Publikum brauchen. In der Regel haben diese Personen eine scheinbar positive, aber unsichere Haltung sich selbst gegenüber und weisen ein starkes Kommunikationsbedürfnis auf.

Mithilfe des Heidekrautes soll diese positive Haltung auch auf andere übertragen und die eigentlichen Schwächen umgekehrt werden können. Nach Dr. Bach soll es beim Aufbau eines natürlichen Selbstwertgefühls behilflich sein und Minderwertigkeitskomplexe abbauen. Das Gleiche gilt auch für Angeberei. Außerdem kann Heather bei Krankheiten helfen, welche durch Demütigungen ausgelöst werden. Körperliche Symptome können dabei Stottern, Hautprobleme, Herzbeschwerden oder Nierenerkrankungen sein. Diese stimmen mit den Nutzungsmöglichkeiten des Heidekrauts in der Volksmedizin überein.

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