Hautverdünnung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Oktober 2017
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Hautverdünnungen sind ein mögliches Krankheitssymptom. Nicht immer sind Hautverdünnungen aber durch Grunderkrankungen bedingt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Hautverdünnung?

Liegen bei einem Betroffenen Hautverdünnungen vor, so sind diese gekennzeichnet durch stellenweise Abnahmen der Hautdicke. Häufig sind Hautverdünnungen verbunden mit Spannungsgefühlen und/oder Juckreiz.

Weiterhin kommt es an entsprechenden Hautpartien schneller zu trockener Haut. Aufgrund der reduzierten Hautdicke bei vorliegenden Hautverdünnungen sind entsprechende Hautpartien besonders anfällig für Verletzungen; so können beispielsweise bereits vergleichsweise leichte Kratzwunden zu einem Austreten von Blut führen.

Auch verschiedene Krankheitserreger können an Hautbereichen, die von Hautverdünnungen betroffen sind, leichter durch die Haut dringen und hier beispielsweise zu Entzündungen führen. Die Hautstellen, die Hautverdünnungen aufweisen, sind bei einem Betroffenen außerdem oft leicht gerötet. Dies kann individuell zu einem kosmetisch bedingten Leidensdruck führen.

Ursachen

Das Auftreten von Hautverdünnungen kann vielfältig bedingt sein. Zunächst müssen Hautverdünnungen nicht immer ein Zeichen für vorliegende Funktionsstörungen oder Erkrankungen sein; auch der natürliche Alterungsprozess kann beim Menschen Hautverdünnungen hervorrufen.

Allerdings sind Verdünnungen der Haut in vielen Fällen ein Symptom von Grunderkrankungen. Zu entsprechenden Grunderkrankungen zählen beispielsweise verschiedene Stoffwechselstörungen, Durchblutungsstörungen oder eine vorliegende Unterfunktion der Schilddrüse. Gehen Hautverdünnungen einher mit einer gelblichen Färbung der Haut, so können diese Veränderungen beispielsweise bedingt sein durch verschiedene Lebererkrankungen.

Solche Lebererkrankungen können außerdem auch zu Hautverdünnungen an der Schleimhaut der Zunge führen. Ein Beispiel für Infektionskrankheiten, die dünnere Haut hervorrufen können, ist die bakteriell bedingte Borreliose:

Treten hier Hautverdünnungen auf, so sind diese häufig flächendeckend. Im Besonderen zeigen sich Hautveränderungen aufgrund einer Borreliose an den Extremitäten wie Armen und Beinen. Nicht zuletzt kann auch die lokale Anwendung von medizinischen Wirkstoffen wie Kortison oder Insulin Hautverdünnungen herbeiführen.

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Diagnose & Verlauf

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Hautverdünnungen werden in der Regel aufgrund des vorliegenden Beschwerdebildes eines Patienten diagnostiziert. Um die individuelle Ursache von Hautveränderungen zu identifizieren, führt ein behandelnder Arzt meist zunächst ein Patientengespräch, in dessen Rahmen der Patient unter anderem zu seiner bisherigen Krankengeschichte befragt wird.

Hierbei kann es bereits zu ersten Verdachtsdiagnosen kommen. Je nach Diagnose können dann weitere Untersuchungsmethoden angewandt werden; kommt etwa eine bakterielle Infektion als Ursache der Hautverdünnungen in Betracht, so können beispielsweise Bluttests weiteren Aufschluss geben.

Der Verlauf von Verdünnungen der Haut hängt unter anderem ab von Faktoren wie entsprechenden Ursachen der Hautveränderungen und erfolgenden Behandlungsmaßnahmen. Auch ist der Symptomverlauf abhängig vom Ansprechen des Betroffenen auf eine erfolgende Therapie. Bei vorliegenden Grunderkrankungen beeinflusst der Krankheitsverlauf häufig auch den Verlauf der Hautverdünnungen.

Komplikationen

Der Begriff Hautverdünnung bezeichnet eine lokale Abnahme der Hautdicke. Schon durch geringe mechanische Einwirkungen besteht in diesem Bereich der Haut eine Anfälligkeit für Verletzungen, sodass schon Berührungen oder leichtes Kratzen zu offenen und blutenden Wunden führen. Bei Unachtsamkeit kann es schnell zu Infektionen mit Sepsis kommen.

Hautverdünnungen sind oft mit einem ständigen Juckreiz und Spannungsgefühlen verbunden, die die Lebensqualität von Betroffenen enorm einschränken. Der dauerhafte Juckreiz verursacht beispielsweise schlaflose Nächte, das Wohlbefinden leidet und die physische und psychische Leistungsfähigkeit ist eingeschränkt.

Des Weiteren ist Hautverdünnung meist ein Symptom einer bereits vorliegenden Erkrankung. Je nach Schwere und Art der Grunderkrankung und deren Zusammenhänge zeigen sich die Reaktionswirkungen über das Hautbild. Die Infektionskrankheit Borreliose kann verschiedene Systeme des Organismus befallen. So zeigt sich oft erst nach Monaten eine extreme Verdünnung der Haut an unterschiedlichen Körperteilen.

Bösartige Tumore im untersten Abschnitt des Rachens (Hypopharynx) sind meist auf starkes Rauchen oder Alkoholkonsum zurückzuführen. Diese malignen Geschwülste bedingen eine zunehmende Schleimhautverdünnung mit schmerzhaften Schluckbeschwerden, Geschmacksveränderungen sowie Verkrampfungen von Teilen der Magen- und Speiseröhrenmuskulatur nach sich ziehen.

Aber auch die Linderung der Erkrankung durch bestimmte Medikamente kann häufig zu unerwünschten Arzneimittelreaktionen führen. In seltenen Fällen lösen bestimmte Stoffe Hauterkrankungen mit gravierenden Folgen aus. Hierzu zählen Nekrose, Arzneimittelexanthem, Urtikaria und Angioödeme. Eine Dauermedikation von Kortison (Kortisol) bei Asthma und Insulin als Hormonersatz bei Diabetes mellitus wirken sich gleichfalls sehr nachteilig auf die Haut aus.

Auch die Hautalterung spielt eine Rolle. Die Dicke der Haut nimmt mit zunehmendem Alter spürbar ab, wobei Frauen durch die Umstellung des Hormonhaushalts während der Wechseljahre besonders betroffen sind.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Eine Hautverdünnung kann sowohl ein Symptom als auch eine eigenständige Hauterkrankung sein. In eher seltenen Fällen kann eine Hautverdünnung eine natürliche Ursache haben, insbesondere durch den normalen Alterungsprozess. In dem Fall ist nichts zu unternehmen, sofern keine weiteren Beschwerden hinzukommen. Häufig ist eine Hautverdünnung mit Juckreiz und oft auch einem Spannungsgefühl verbunden.

Allein deshalb ist schon ein Arztbesuch angezeigt. Zu bedenken ist, dass eine Hautverdünnung keine starke Barriere mehr gegen mögliche eindringende Krankheitserreger darstellt. Entzündungen können die Folge sein. Verdünnte Haut neigt außerdem stärker zum Austrocknen.

Bei einer Hautverdünnung sollte der erste Gang zum Hausarzt führen. Dieser überweist eventuell an einen Dermatologen oder aber an einen Internisten, Gastroenterologen, Endokrinologen, Allergologen oder anderen Facharzt. Als einer Hautverdünnung zugrunde liegende Erkrankungen kommen Durchblutungsstörungen, Stoffwechselstörungen, Lebererkrankungen oder eine Schilddrüsenunterfunktion infrage, die sämtlich einer ärztlichen Behandlung bedürfen. Auch eine weitere behandlungsbedürftige Erkrankung, die bakterielle Borreliose, führt zu einer Hautverdünnung.

Nicht zu vergessen sind ferner medikamentöse Behandlungen mit Cortison oder Insulin, bei denen es zu einer Verdünnung der Haut kommen kann. Gleichfalls die Haut verdünnende Autoimmunerkrankungen sind zwar meistens nicht heilbar. Doch lässt sich ihr Fortschreiten verlangsamen, wovon auch das Hautbild profitiert.

Behandlung & Therapie

Eine individuelle Therapie von dünner Haut orientiert sich vor allem an den Ursachen auftretender Hautveränderungen. Haben bestimmte Grunderkrankungen zu Hautverdünnungen geführt, so ist ein wichtiges Therapieziel zunächst die Behandlung entsprechender Erkrankungen - in der Regel erfolgt dann parallel zu einer Besserung der Erkrankung auch die Besserung von Hautverdünnungen.

Neben der Ursachenbehandlung kann außerdem eine symptomatische Behandlung der Hautverdünnungen erfolgen; gehen Hautveränderungen etwa einher mit Juckreiz und/oder Spannungsgefühlen, kann das Auftragen pflegender Substanzen zu einer Beschwerdelinderung beitragen und die Haut vor einem weiteren Austrocknen schützen. Eine Borreliose als Ursache von Hautverdünnungen wird häufig behandelt durch eine speziell zusammengestellte Medikamentengabe.

Autoimmunerkrankungen der Haut, die Verdünnungen der Haut hervorrufen können, sind zwar in der Regel nicht heilbar; allerdings kann durch eine entsprechende Behandlung ein Fortschreiten der Erkrankung verlangsamt werden. Da Autoimmunerkrankungen der Haut vermutlich auf ein fehlgeleitetes Immunsystem zurückzuführen sind, können Medikamente, die die Funktion des Immunsystems verändern oder einschränken, auch ein Fortschreiten von Hautverdünnungen positiv beeinflussen.

Aussicht & Prognose

Eine Hautverdünnung stellt ein sehr unangenehmes Symptom für den Patienten dar. Dabei können schon relativ geringe äußere Einwirkungen große Schäden auf der Haut hinterlassen. Ein Kratzen oder schon leichte Verletzungen führen zu Blutungen und Wunden. Bei einer schlechten Hygiene können daraus Infekte und Entzündungen entstehen, aus welchen auch Narben hervorgehen können.

Durch die Hautverdünnung wird die Lebensqualität verringert. Der Patient kann keine körperlich schweren Arbeiten mehr ausführen. Außerdem entsteht auf der Haut ein permanenter Juckreiz. Der Patient sollte es dennoch unterlassen, die Haut zu kratzen. Durch den Juckreiz kann es auch zu Schmerzen kommen, wobei ein gewöhnliches Schlafen teils nicht mehr möglich ist.

In vielen Fällen tritt die Hautverdünnung im höheren Alter auf und stellt dabei ein gewöhnliches Symptom dar. Eine direkte Behandlung ist nicht möglich. Sollte es zur Hautverdünnung nach einem Zeckenbiss kommen, so muss ein Arzt aufgesucht werden. In diesem Falle kann die Borreliose aufgetreten sein, aber auch behandelt werden.

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Vorbeugung

Einem Auftreten oder weiteren Fortschreiten von Hautverdünnungen kann am besten vorgebeugt werden, indem zugrunde liegende Erkrankungen frühzeitig medizinisch behandelt werden. Da Borreliose als mögliche Ursache von Hautverdünnungen beispielsweise von Zecken übertragen wird, kann es diesbzgl. vorbeugend wirken, sich etwa beim Aufenthalt auf gefährdeten Geländen (wie bspw. Wäldern oder Wiesen) schützend zu kleiden und/oder sich impfen zu lassen.

Das können Sie selbst tun

Bei einer bestehenden Hautverdünnung sollte die Haut geschont werden, damit sie nicht schmerzt oder gar blutet. Mechanische Belastung verschlimmert in diesem Fall die Beschwerden. Beispielsweise sollte das Kratzen an den betroffenen Hautstellen vermieden werden, damit die Haut nicht aufreißt oder gereizt wird. Juckreiz sollte in dieser Situation durch Druck oder Kühlung entgegengewirkt werden. Alternativ kann auch eine Behandlung der dünnen Stellen mit einer Salbe helfen. Apotheken bieten verschiedene Heilmittel an, die auch ohne ein ärztliches Rezept verkauft werden.

Eine Umstellung der Ernährung kann unter Umständen verhindern, dass die Hautverdünnung im Alter schlimmer wird. Da auch psychische Ursachen infrage kommen können, ist es wichtig, dass Körper und Geist ins Gleichgewicht gebracht werden. Eine stressfreie Lebensführung und gesundes Essen sind förderlich für einen guten Verlauf der Erkrankung.

Bei einer vorliegenden Diabetes-Erkrankung des Typs 2 sollten Patienten bei Hautverdünnungen nicht versuchen, selbst eine Linderung herbeizuführen. Das Symptom kann dann auf einen Insulinmangel hinweisen, der unbedingt von einem Arzt behandelt werden muss. Auch, wenn die Haut nach einer Medikamenteneinnahme oder ohne ersichtlichen Grund dünner wird, ist eine ärztliche Untersuchung unbedingt anzuraten.

Bücher über Hautstörungen

Quellen

  • Altmeyer, P., et al.: Dermatologische Differenzialdiagnose. Springer, Berlin Heidelberg 2012
  • Plewig, G., et al. (Hrsg.): Braun-Falco’s Dermatologie, Venerologie und Allergologie. Springer, Berlin Heidelberg 2012
  • Rassner, G.: Dermatologie. Urban & Fischer, München 2007

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