Hauttransplantation

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Eine Hauttransplantation kommt bei Verbrennungen, Verätzungen oder Geschwüren zum Einsatz, um beschädigte Haut abzudecken. Die eingesetzte Haut stammt von demselben Patienten. In der Regel wird sie am Oberschenkel, Bauch oder Rücken entnommen. Ziel ist die Behandlung von Wunden, die aufgrund ihrer Größe nicht durch konservative Maßnahmen verheilen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Hauttransplantation?

Die Hauttransplantation ist das am häufigsten angewendete Verfahren in der plastischen Chirurgie. Damit die Wunde auf diese Weise therapiert werden kann, muss sie zum einen frei von sämtlichen Bakterien und anderen Erregern sein, zum anderen sollten Hautareale zur Verfügung stehen, welche sich für eine Transplantation eignen. Voraussetzung ist ein gesundes Gewebe.

Zahlreiche Operationen haben gezeigt, dass das Resultat dann am ästhetischsten wahrgenommen wird, wenn die transplantierte Haut möglichst nah an der eigentlichen Verletzung liegt. Können Operationen und andere Medikamente die Wunde nicht mehr zum abklingen bringen, muss eine Hauttransplantation innerhalb eines kurzen Zeitfensters durchgeführt werden. Auf diese Weise kann die Entstehung von Infektionen verhindert werden.

Normalerweise ist der Körper dazu in der Lage, sämtliche Beschädigungen der Haut selbstständig zu heilen. Hat die Wunde eine bestimmte Größe erreicht, handelt es sich jedoch um einen Prozess, der viel Zeit in Anspruch nimmt und anfällig für Bakterien ist. Die Haut selbst stellt einen wichtigen Bestandteil des menschlichen Körpers dar. Sie ist zum einen das größte Organ, zum anderen schützt sie den Organismus vor Wärme, Schmutz und Druck.

Funktion, Wirkung & Ziele

Es existieren unterschiedliche Methoden zur Transplantation von Hautarealen. Besonders häufig kommen Vollhauttransplantationen sowie Spalthauttransplantationen zum Einsatz. Beide beruhen zunächst auf Spendergewebe derselben Person, die eine großflächige Verletzung aufweist. Verfügt diese über keine gesunden Hautpartien, können jedoch ebenfalls Zellen anderer Menschen transplantiert werden.

In einem solchen Fall handelt es sich um Fremdhauttransplantate. Spätestens wenn 70 Prozent der Hautoberfläche beschädigt sind, ist die Entnahme eigener Hautareale nicht mehr möglich. Die Haut weist mehrere Schichten auf: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Dermis) sowie Unterhaut (Subkutis). Im Rahmen einer Vollhauttransplantation entfernen Ärzte Oberhaut und Lederhaut. Die Hautanhangsgebilde bleiben intakt. Bei diesen handelt es sich zum Beispiel um Haarfollikel und Schweißdrüsen. Im Vergleich zur Spalthauttransplantation werden Areale entnommen, die verhältnismäßig dick sind.

Nach der Entnahme des Gewebes muss die Wunde geschlossen werden. In den meisten Fällen kommt hierzu eine Wundnaht zum Einsatz. Die Verheilung der Entnahmeregion resultiert häufig in einer Narbenbildung. Sie eignet sich nach der ersten Entnahme für keine weitere Hauttransplantation. Vollhauttransplantationen werden insbesondere bei Wunden angewendet, die klein sind und tief sitzen. Das Resultat wird sowohl ästhetisch als auch funktionell als besser wahrgenommen als das einer Spalthauttransplantation. Das Spalthauttransplantat beschränkt sich auf Oberhaut und die obere Lederhaut. Ihre Dicke beträgt ungefähr 0,25 bis 0,5 Millimeter. Bei einer Spalthauttransplantation verheilt die Region der Entnahme in der Regel binnen 2 bis 3 Wochen ab. Gleichzeitig kann dasselbe Areale mehreren Operationen dienen, es entwickelt sich im weiteren Heilungsprozess keine Narbe.

Die Hauttransplantation ist das am häufigsten angewendete Verfahren in der plastischen Chirurgie. Eine Hauttransplantation kommt bei Verbrennungen, Verätzungen oder Geschwüren zum Einsatz, um beschädigte Haut abzudecken.

Während sich die Vollhauttransplantation lediglich für Wunden eignet, die frei von Bakterien und gut durchblutet sind, ist das Bestehen solcher Voraussetzungen für eine Spalthauttransplantation nicht obligatorisch. Eine weitere Methode stellt das Züchten von Eigenhaut dar. Dem Patienten oder der Patientin werden einige Zellen entnommen. Auf dieser Grundlage kann in einem Labor ein Hautlappen gezüchtet werden. Ein solches Verfahren nimmt etwa 2 bis 3 Wochen in Anspruch und kann somit nicht bei akuten Unfällen angewendet werden, die ein schnelles Handeln bedürfen.

Während der Operation selbst wird das gesunde Hautareal mithilfe von Klammern, Nähten oder Fibrinkleber fixiert. Damit das Wundsekret ablaufen kann, muss das Gewebe an einigen Stellen durchschnitten werden. Die Operation wird mit dem Anlegen eines Kompressionsverbandes sowie der Ruhigstellung abgeschlossen. Diese ist besonders wichtig, um es der Haut zu ermöglichen, einwandfrei zu verwachsen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Transplantate, die vom Empfänger stammen, weisen kein Abstoßungsrisiko auf. Dennoch existieren einige Risiken, die beachtet werden müssen. So können sich nach einer Operation Bakterien oder andere Erreger im Bereich der frisch vernähten Stelle ansammeln und eine Infektion auslösen. Infektionen können sowohl bei Eigenhauttransplantationen auftreten als auch bei Fremdhauttransplantationen.

Während oder nach der Operation können einsetzende Blutungen nicht ausgeschlossen werden. Darüber hinaus können Störungen der Heilung oder ein verzögertes Wachstum entstehen. Diese entwickeln sich in der Regel dann, wenn die Wunde während der Operation nicht ausreichend durchblutet wurde. Hat der behandelnde Arzt das Transplantat nicht optimal aufgelegt oder vernäht, können daraus weitere Wachstumsverzögerungen resultieren, weil der Kontakt zwischen Haut und Transplantat unter Umständen durchbrochen verläuft. Nach Abschluss der Verheilung kann das Auftreten von Taubheitsgefühlen in dem transplantiertem Bereich nicht ausgeschlossen werden.

Wurde eine großflächige Transplantation vorgenommen, kann der Patient durch die Narbenbildung eventuell in seiner Bewegung eingeschränkt sein. Des Weiteren kann das Ausbleiben von Haarwachstum in einigen Fällen beobachtet werden. Wie hoch das individuelle Risiko ist, hängt letztendlich von mehreren Faktoren ab. Zu diesen gehören vor allem das Alter des Patienten sowie sämtliche Nebenerkrankungen und Bedingungen, welche eine mehr oder weniger gute Wundheilung verursachen. Dementsprechend ist das Risiko insbesondere bei Menschen über 60 Jahren und kleinen Kindern erhöht. Weitere Vorsicht gilt bei Diabetikern, Immunstörungen, Blutarmut sowie chronischen Infektionen.

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Quellen

  • Altmeyer, P., Dirschka, Th., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2003
  • Nürnberger, H.: Klinikleitfaden Chirurgie. Urban & Fischer, München 2010
  • Protz, K.: Moderne Wundversorgung. Urban & Fischer, München 2014

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