Hautbräunung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 19. Januar 2017
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Unter einer Hautbräunung wird die natürliche Pigmentierung der Haut verstanden. Ein Übermaß an Bräune ist jedoch schädlich.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Bräunung?

Die Hautbräunung ist eine Strategie der menschlichen Haut, einen Schutz vor ultravioletter Strahlung aufzubauen. So besteht durch die UV-Strahlen die Gefahr einer Hautschädigung.

Bis zu einem gewissen Maß kann die Bräunung der Haut Schutz vor den Sonnenstrahlen gewährleisten. Innerhalb der Hautzellen unternehmen unterschiedliche Systeme den Versuch einer Reparatur von Schäden durch die UV-Strahlung. Allerdings dauert es einen Zeitraum von zwei bis drei Wochen, bis sich der Eigenschutz der Haut, der aus Bräunung und Lichtschwiele besteht, aufbaut.

Die Bräunung wird von den Menschen kulturell bedingt positiv wahrgenommen – das war nicht immer so. Allerdings handelt es sich bei der Bräunung um eine Schadensbegrenzung des Körpers.

Funktion & Aufgabe

Die Hautbräune, die durch den Einfluss der Sonne entsteht, wird von Wissenschaftlern als Kniff der Evolution angesehen, der zur Anpassung dient. Ohne das Braunwerden der Haut hätte der Mensch seine Wanderungen durch die Welt in den letzten Jahrzehntausenden, die ihn von Afrika nach Norden und Osten führten, nicht überleben können.

Im Unterschied zu den meisten Tierarten ist der Mensch nicht mit einem Fell oder Federkleid ausgestattet. Als Schutz gegen die schädliche UV-Strahlung der Sonne dient ein in die Haut eingebauter Schutzschirm. Dieser bildet sich durch das Zusammenwirken von unterschiedlichen Mechanismen.

Zunächst wird die oberste Hornschicht der Haut durch die Einstrahlung der Sonne verdickt, wodurch es zum Entstehen der Lichtschwiele kommt. Die Lichtschwiele hat die Aufgabe, das einfallende Licht zu reflektieren und zu streuen, was in einem gewissen Maße zu einer Strahlungsbarriere führt. Auf der anderen Seite werden verstärkt Pigmentzellen gebildet. Diese Melanozyten stellen wiederum den bräunlichen-schwarzen Farbstoff Melanin her. Diese Substanz bewirkt eine dunkle Verfärbung der Haut, indem sie sich um die Hautzellkerne legt. Auf diese Weise können sie vor den UV-Strahlen geschützt werden. Je höher die Melaninproduktion ausfällt, umso dunkler präsentiert sich die Haut. Da dieser Ablauf jedoch eine bestimmte Zeit braucht, macht sich die Bräunung erst nach zwei bis vier Tagen bemerkbar.

Unter einer Hautbräunung wird die natürliche Pigmentierung der Haut verstanden. Ein Übermaß an Bräune ist jedoch schädlich.

Darüber hinaus gibt es eine Eigenschutzzeit für die Haut, die auch ohne die Entstehung von Melanin und Lichtschwiele funktioniert. Wie lange die Eigenschutzzeit anhält, ist vom jeweiligen Hauttyp abhängig. So dauert sie bei sehr hellen Hauttypen lediglich ca. drei Minuten. Besteht jedoch bereits eine Vorbräunung, lässt sich die Eigenschutzzeit etwas verlängern. Eine deutliche Verlängerung des Eigenschutzes ist durch die Anwendung von Sonnencreme möglich.

Zustande kommt die Bräunung der Haut durch den Lichteinfluss sowie weitere Faktoren. Dazu gehören Salzgischt, Wind und sogar Regen. Diese Einflüsse bewirken einen milden Reiz auf die Haut. Ein positiver Effekt eines Sonnenbads ist wiederum die Zufuhr von Vitamin D, denn der Bedarf lässt sich durch ultraviolettes Licht decken.

Die Menschen betrachten die Bräunung der Haut größtenteils als positiv. So legen sich zahlreiche Sonnenanbeter im Freien in die Sonne, damit sich ihre Haut bräunt. Andere besuchen wiederum regelmäßig Sonnenstudios oder benutzen Solarien, wo sie künstliche UV-Strahlen auf sich einwirken lassen. Die Bräune wird als gesund angesehen und entspricht dem gängigen westlichen Schönheitsideal. Die Hautbräune wird jedoch erst seit dem 20. Jahrhundert in den westlichen Ländern als positiv betrachtet. Davor galt eine gebräunte Haut eher als Merkmal der Arbeiterklasse, die im Freien schuften musste, während sich der Adel vornehm blass präsentierte.

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Krankheiten & Beschwerden

Obwohl gebräunte Haut von den meisten Menschen positiv bewertet wird, ist sie nicht immer ein Zeichen von Gesundheit. Schon der Versuch, braun zu werden, kann zu Schäden an der Haut, wie einem Sonnenbrand, führen. Dabei wird durch ein Übermaß an Sonnenlicht eine akute Hautentzündung hervorgerufen. Meist geht sie mit Schmerzen, Rötungen, Juckreiz und Schwellungen einher. Mitunter ist auch die Entstehung von Blasen möglich. Der Höhepunkt des Sonnenbrandes zeigt sich nach ein bis zwei Tagen. In der Regel verschwindet er nach 14 Tagen wieder.

In manchen Fällen kann die Sehnsucht nach einer gebräunten Haut sogar süchtig machen. Mediziner sprechen dann von einer Bräunungssucht oder Tanorexie. Das Leben der Bräunungssüchtigen wird von dem Drang bestimmt, ihre Haut ständig zu bräunen. So nutzen sie jede Gelegenheit, um ein Sonnenbad im Freien oder im Solarium zu nehmen. Gelingt ihnen dies nicht, weisen sie regelrechte Entzugserscheinungen auf. Dazu gehören Schlafstörungen, Nervosität und Depressionen. Erst nach einem ausführlichen Sonnenbad bessert sich die Stimmung eines Tanorexikers wieder. Selbst wenn bereits eine umfangreiche Bräunung besteht, betrachten sich viele Betroffene noch als zu blass und damit unattraktiv. So hängt das Selbstwertgefühl der Bräunungssüchtigen extrem von ihrer Hautbräune ab. Aus diesem Grund besuchen manche Tanorexiker sogar täglich ein Sonnenstudio.

Die Folgen von übermäßiger Bräunung sind jedoch schwerwiegend. So kommt es zu einer schnelleren Alterung der Haut und es zeigen sich verstärkt Pigmentflecken. Durch die Ausprägung dieser Flecken steigt zudem die Gefahr von Hautkrebs, da das UV-Licht ihre Entartung zu einem malignem Melanom hervorrufen kann. Zur Reduzierung des Hautkrebsrisikos rät die Deutsche Krebshilfe zu einem gesundheitsbewussteren Verhalten beim Sonnenbaden. So kommt es Jahr für Jahr in Deutschland zu über 200.000 Neuerkrankungen durch Hautkrebs. Mehr als 2000 Menschen versterben jährlich daran.

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