Harter Stuhlgang

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Oktober 2017
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Harter Stuhlgang ist in der Medizin als körperliche Beschwerde weit verbreitet. Dabei kann es sich um eine harmlose Störung oder um ein ernst zu nehmendes Symptom handeln.

Inhaltsverzeichnis

Was ist harter Stuhlgang?

Vorwiegend besteht Stuhl (Kot) aus Wasser, Darmbakterien und unverdauten Nahrungsresten. Hinzu kommen abgestorbene Zellen der Darmschleimhaut, Sekrete der Verdauungsdrüsen und Fäulnisprodukte. Meist nimmt der Stuhl eine weiche bis mittelharte Konsistenz an.

Ist der Stuhl jedoch fester und trockener als gewohnt, wird von einem harten Stuhlgang gesprochen. Dies kann nur einen Abschnitt wie z.B. den ersten Zentimeter oder die gesamte Darmentleerung betreffen. Um einen besonders schweren Fall handelt es sich, wenn sich der Stuhl aus kleinen, harten Kotsteinen (Schafsköttel) zusammensetzt. Die Darmentleerung kann dann meist nur unter starkem und meist auch schmerzhaftem Pressen stattfinden. Dies wird durch Risse in der Darm- und der Afterschleimhaut begleitet.

Vom Betroffenen wird dies als brennender und stechender Schmerz empfunden. Da die Darmentleerung unter Umständen sogar mehrere Stunden in Anspruch nehmen kann, führt ein harter Stuhlgang als chronische Erkrankung zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität. Im Nachhinein fühlen sich die Betroffenen abgeschlagen und ermüdet, was durch Kopf- und Rückenschmerzen ergänzt werden kann.

Ursachen

Harter Stuhlgang entsteht, wenn es zu einer Verdauungsstörung kommt. Meist bewegt sich der Stuhl nur langsam durch den Darm, wodurch ein hoher Wasseranteil entzogen wird. Die Verhärtung kann auf verschiedene Ursachen zurückgeführt werden. Zu den wichtigsten Auslösern gehört die Ernährung.

Experten haben festgestellt, dass sich ein überdurchschnittlicher Fett- und Zuckerkonsum negativ auf die Verdauung auswirken kann. Geht dies mit einem Mangel an Ballaststoffen und einer geringen Flüssigkeitsaufnahme einher, kann ein harter Stuhlgang hervorgerufen werden. Darüber hinaus kann ein harter Stuhlgang auf ein Reizdarmsyndrom oder auf Darmkrebs hinweisen.

Ein Reizdarmsyndrom ist eine Darmerkrankung, deren Ursachen noch nicht vollständig geklärt sind. Zu den weiteren Auslösern gehören organische Darmerkrankungen, die zu einer Lähmung des Darmes führen. Diese können nach einer Operation oder bei einer Entzündung auftreten.

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Diagnose & Verlauf

Harter Stuhlgang entsteht, wenn es zu einer Verdauungsstörung kommt. Meist bewegt sich der Stuhl nur langsam durch den Darm, wodurch ein hoher Wasseranteil entzogen wird.

In den meisten Fällen ist harter Stuhlgang eine harmlose Beschwerde. Nach einer Umstellung der Lebens- und Ernährungsgewohnheiten sollte sie innerhalb von wenigen Tagen zurückschreiten.

Bleibt ein harter Stuhlgang über einen längeren Zeitraum als eine Woche bestehen, sollte der Hausarzt konsultiert werden. In einer umfangreichen Anamnese wird sich der Arzt über die körperliche Verfassung und den Gesundheitszustand des Patienten informieren. Daraufhin folgt die körperliche Untersuchung, bei der die Darmregion abgetastet wird. Darüber hinaus werden Magen– und Darmgeräusche geprüft und der Anus untersucht.

Kann eine Ursache nicht gefunden werden, erfolgt eine Untersuchung der Blutwerte. Unter Umständen wird dies durch eine Analyse von Kotproben begleitet. Bei Verdacht auf ein Reizdarm-Syndrom oder einen Darmkrebs wird eine Darmspiegelung (Koloskopie) und im weiteren Verlauf eine Ultraschalluntersuchung (Sonografie) durchgeführt.

Komplikationen

Je länger der Stuhl im Darm verweilt, umso weiter wird er eingedickt. Dies führt als Komplikation wiederum dazu, dass die Kotmengen immer härter werden. Umso fester muss der Mensch entsprechend pressen, um den Stuhl beim Toilettengang aus dem Darm zu befördern. Durch das starke Pressen können feine Analfissuren entstehen. Hierbei handelt es sich um winzige Verletzungen im Bereich des Afters.

Die Schleimhaut hat durch das starke Drücken kleine Risse erlitten, die beim Vorgang der Defäkation sehr schmerzhaft werden können. Aus Angst vor diesen Schmerzen wird der Stuhlgang oft unbewusst zurückgehalten. Dies führt aber lediglich zu noch härterem Stuhlgang und weiteren möglichen Verletzungen in der Analgegend.

Es gilt entsprechend, durch spezifische Medikamente den Stuhlgang so weich zu halten, dass im Idealfall eine tägliche Entleerung ohne festes Pressen und ohne Schmerzen möglich ist. So können auch die Fissuren abheilen. Dies bedarf jedoch einiger Zeit. Deswegen dürfen Stuhlweichmacher auch nicht vorschnell abgesetzt werden.

Eine weitere Komplikation von hartem Stuhlgang besteht in sogenannten Kotsteinen. Dabei handelt es sich um extrem verfestigte Stuhlmassen, die durch Pressen allein nicht mehr entleert werden können. Sie lagern sich dann in einem Bereich des Darms ab und verfestigen sich weiter. Kotsteine können zu einem Darmverschluss führen und müssen notfalls chirurgisch entfernt werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Harter Stuhlgang ist unangenehm, kommt aber recht häufig vor. Bei der Ausscheidung leiden die Betroffenen häufig Schmerzen. Manche Menschen haben mit diesem Stuhlgang nur gelegentlich zu tun, andere öfter oder sogar regelmäßig. Wird das Ganze zur unangenehmen Routine, ist der Gang zum Arzt angeraten.

Wer sich täglich oder wöchentlich mit hartem Stuhl quält, sollte sich helfen lassen. Wahrscheinlich haben einige Betroffene schon viel ausprobiert, bevor sie den Arzt aufsuchen. Sie bewegen sich mehr, trinken häufiger Wasser und achten auf ihre Ernährung. In anderen Fällen nutzen diese Veränderungen nichts. Dann stecken eventuell andere Ursachen dahinter, die nur der Arzt abklären kann. Manche Krankheit hat harten Stuhl zur Folge, der Darm ist ansonsten jedoch völlig in Ordnung.

Ansprechpartner sind der Hausarzt und der Internist. Sie kontrollieren die Blutwerte und veranlassen eine Darmspiegelung. Je nach Ergebnis erhalten die Patienten Medikamente und weiterführende Behandlungen. Bewegung und eine gesunde Ernährung werden in den meisten Fällen sicher ebenfalls angeraten, denn sie kommen nicht nur dem Darm zugute. Die Angst vor der Darmspiegelung mag manchen davon abhalten, zum Arzt zu gehen. Doch eine verschleppte Ursache macht das Ganze nur schlimmer.

Behandlung & Therapie

Wurde eine Erkrankung ausgeschlossen, kann harter Stuhlgang nur durch eine langfristige Veränderung der Lebensumstände und der Ernährungsgewohnheiten vermieden werden.

Demnach ist es besonders wichtig, einer Sportart nachzugehen. Dabei kann es sich beispielsweise um Joggen, Schwimmen oder Fahrradfahren handeln. Darüber hinaus sollte auf eine ausgewogene Ernährung geachtet werden. Auf einen Überschuss an Fett und Zucker muss verzichtet werden, wohingegen Ballaststoffe und Wasser aufgenommen werden sollten. In besonders schweren Fällen kann ein Abführmittel eingenommen werden. Sollte ein harter Stuhlgang hingegen auf eine Erkrankung zurückgeführt werden, wird eine entsprechende Therapie eingeleitet. Bei einem Reizdarmsyndrom ist eine vollständige Ausheilung kaum möglich. Stattdessen beschränkt sich die Behandlung auf die Linderung der Symptome.

Bei einer Krebsdiagnose stehen dem Betroffenen mehrere Behandlungsalternativen zur Wahl, deren Erfolg vom Krankheitsstadium abhängt. Neben einer Immuntherapie mit Antikörpern kann eine Therapie durch Überwärmung (Hyperthermie), Kälte (Kryotherapie) und Laser zur Zerstörung von Metastasen erfolgen. Harter Stuhl wird bei der Behandlung durch pflanzliche und homöopathische Therapieansätze ergänzt. Dies beginnt mit Entspannungsmaßnahmen wie Yoga oder dem autogenen Training und reicht bis zu darmreinigenden Mitteln. Hinzu kommen Nahrungsergänzungsmittel und Abführmittel, die den Körper bei der Verdauung unterstützen sollen.

Aussicht & Prognose

Bei hartem Stuhlgang und Verstopfung kann der Patient selbst am meisten zur Besserung der Symptome beitragen. Der Arzt wird in der Regel eine Reihe von Verhaltensänderungen empfehlen. Dazu gehören eine gesunde, vitamin- und ballaststoffreiche Kost, eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr sowie regelmäßige Bewegung. Meist reichen diese Maßnahmen bereits aus, um den Stuhlgang zu normalisieren.

In schweren Fällen oder bei Patienten, bei denen eine Verhaltensanpassung nicht möglich ist, können vom Arzt verordnete Laxativa helfen. Durch osmotisch wirksame Abführmittel, die Wasser im Darm binden, kann der Stuhl feucht und gleitfähig gehalten werden. Gasbildende Abführmittel, wie zum Beispiel Natriumhydrogencarbonat, setzen im Darm Gas frei. Dadurch vergrößert sich das Stuhlvolumen und der Druck auf die Darmwand.

Bei der Verwendung von Abführmitteln muss der Patient jeoch mit unangenehmen Nebenwirkungen wie Blähungen rechnen. Außerdem setzt bei den meisten Abführmitteln nach einer gewissen Zeit ein Gewöhnungseffekt ein. Die Mittel verlieren dann ihre Wirkung und der Patient muss auf andere Therapieformen ausweichen.

Handelt es sich nicht nur um einen Fall von Darmträgheit, sondern ist der harte Stuhl die Folge einer ernsthaften Erkrankung, muss zunächst diese behandelt werden.

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Vorbeugung

Harter Stuhlgang ist eine Beschwerde, der durch diverse Maßnahmen vorgebeugt werden kann. Insbesondere ist es wichtig, Stresssituationen zu vermeiden, auf eine gesunde Ernährung zu achten und einer Sportart regelmäßig nachzugehen.

Im hohen Alter empfiehlt es sich zudem, eine Darmkrebsvorsorge in kontinuierlichen Abständen durchzuführen. Bei Verdacht auf eine Darmerkrankung sollte ein Arzt zeitnah konsultiert werden. Auf diese Weise können Folgebeschwerden vermieden und eine wirkungsvolle Behandlung eingeleitet werden.

Bei der Vorsorge empfiehlt es sich ferner, den Verdauungsrhythmus nicht zu stören. Dazu gehören regelmäßige Ess- und Schlafenszeiten. Auch sollte auf eine Unterdrückung der Darmentleerung verzichtet werden.

Das können Sie selbst tun

Ein harter Stuhlgang lässt sich effektiv selbst behandeln. Ein bewährtes Hausmittel ist eine Tee-Zubereitung mit Faulbaumrinde. Hierbei verwenden Betroffene einen Teelöffel feingeschnittene Faulbaumrinde und übergießen diese mit 250 Millilitern kaltem Wasser. Der Aufguss sollte etwa zwölf Stunden unter wiederholtem Umrühren ziehen. Betroffene sollten den Tee vor dem Schlafengehen lauwarm trinken.

Ferner wirken Flohsamen einem harten Stuhlgang entgegen. Die enthaltenen Schleimstoffe machen Flohsamen äußerst wertvoll. Nach der Anwendung beginnt die Stuhlerweichung nach etwa 12 bis 24 Stunden. Es stehen zahlreiche Fertigpräparate zur Verfügung, die Betroffene in jeder Apotheke erhalten. Sie sind in Form von Kapseln, Granulaten oder löslichem Pulver erhältlich. Eine tägliche Dosierung von 10 bis 40 Gramm ist empfehlenswert.

Leinsamen sind ebenfalls ratsam. Hierbei eignen sich die aufgebrochenen und geschroteten Leinsamen besonders hervorragend. Die enthaltenen Schleimstoffe sowie das Öl entfalten ihre Wirkung rasch. Darüber hinaus lässt sich die Ernährung mit Leinsamen ideal gestalten. Zum Frühstück kann ein Esslöffel Leinsamen unter das Müsli oder den Joghurt zugegeben werden.

Gegen harten Stuhlgang schaffen zahlreiche selbstgemachte Abführtees Abhilfe. Dabei werden jeweils zehn Gramm Anis, Fenchel, Sennesfrüchte sowie Süßholzwurzeln vermengt. Davon müssen zwei Teelöffel mit 250 Millilitern heißem Wasser übergossen werden. Betroffene sollten vor dem Schlafengehen eine Tasse von dem Tee verzehren.

Bücher über Verstopfung

Quellen

  • Brühl, W., Wienert, V., Herold, A.: Aktuelle Proktologie. Uni-Med, Bremen 2011
  • Grüne, S., Schölmerich, J.: Anamnese, Untersuchung, Diagnose. Springer, Heidelberg 2007
  • Herold, G.: Herold Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016.

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