Handschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Oktober 2017
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Handschmerzen ist ein relativ unspezifischer Begriff, der nur den Ort des Geschehens angibt. Über die Ursache der Schmerzen wird nichts ausgesagt. Man kann Handschmerzen mittels verschiedener diagnostischer Verfahren verschiedensten Ursachen zuordnen und muss sie dann entsprechend behandeln.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Handschmerzen?

Mit dem Begriff Handschmerzen fasst man verschiedene Krankheitsgeschehen, Verschleißerscheinungen und Verletzungen im Handbereich zusammen. Diese kann man wiederum verschiedenen Ursachen zuschreiben.

Unfälle, akute Entzündungen, akute oder chronische Überlastungsreaktionen und degenerative Prozesse können Handschmerzen verursachen. Betroffen von den Handschmerzen ist meist die ganze Hand. Meist sind aber auch nur Teile davon betroffen, zum Beispiel die Hand- oder Fingergelenke.

Dies kann allerdings dazu führen, dass die ganze Hand in Mitleidenschaft gezogen wird. In der Folge kann es zu Beeinträchtigungen beim Greifen oder Schreiben kommen.

Ursachen

Die Ursachen von Handschmerzen können sehr vielfältig sein. Degenerative Prozesse kommen ebenso als Auslöser von Handbeschwerden in Frage wie Verletzungen, Reizungen, Überlastungsfolgen oder Entzündungen. Gelenke und Handknochen können bei Handschmerzen ebenso betroffen sein wie einzelne Muskeln, Bänder, Nerven, Adern und Sehnen.

Handverletzungen, altersbedingter Gelenkverschleiß oder Fehlbelastungen der Hand sind die häufigsten Gründe für Handschmerzen. Bestimmte Sportarten und Berufe belasten die Hände stark. Belastungsbedingte Handschmerzen durch Computerarbeit unterscheidet man von entzündungsbedingten, rheumatisch bedingten und degenerativen Handschmerzen.

Durchblutungsstörungen, Verletzungen und ausgeheilte Brüche, Nervenquetschungen oder altersbedingte Gelenkprobleme können zu erheblichen Handschmerzen führen. Handbeschwerden können bis in den Arm ausstrahlen oder umgekehrt von Arm aus in die Hand schießen. Tumore, Verrenkungen, Thrombosen und Zerrungen, Arthritis und Arthrose, Osteoporose, Rheuma und Sehnenscheidenentzündung, Gicht und so genannte Engpass-Syndrome wie das Guyon-Tunnelsyndrom oder Karpaltunnelsyndrom, Ganglien oder Bindegewebsverhärtungen sind als weitere Ursachen für Handschmerzen bekannt.

Angesichts dieser Vielfalt muss die Diagnostik bei Handschmerzen besonders vielseitig und sorgfältig sein.

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Verlauf

Mit dem Begriff Handschmerzen fasst man verschiedene Krankheitsgeschehen, Verschleißerscheinungen und Verletzungen im Handbereich zusammen.

Der Krankheitsverlauf bei Handschmerzen ist aufgrund der Vielfalt der Ursachen ganz unterschiedlich. Zumeist werden zunächst Symptome wie Steifheit und Bewegungsbeeinträchtigungen bemerkt. Manchmal liegen aber auch nicht definierbare Handschmerzen unklarer Ursache vor. Diese können sich auf die ganze Hand, die Handflächen oder nur die Gelenke konzentrieren.

Ob man bei Handschmerzen immer gleich zum Arzt geht, ist unterschiedlich. Meist wird man versuchen, sich über Massagen der schmerzenden Stellen Linderung zu verschaffen. Hilft das nicht, wird man wegen der länger andauernden Handschmerzen einen Orthopäden oder Hausarzt konsultieren. Tauchen die Handschmerzen in Folge eines operierten oder konventionell behandelten Bruches auf, ist die medizinische Nachbehandlung in einer Klinik möglich. Meist wird Physiotherapie zur weiteren Rehabilitation verschrieben. Bei Rheuma, Arthritis, Osteoporose oder Arthrose können die Handschmerzen auch Bewegungs- und Schmerztherapien erforderlich machen.

Der Krankheitsverlauf bei Handschmerzen kann fortschreitend schlimmer werden oder in Schüben auftreten. Akute und lokal begrenzte Handschmerzen, beispielsweise durch eine Nagelbettentzündung, verschwinden nach dem Abheilen wieder. Akute Prozesse und Handbeschwerden können aber unter bestimmten Umständen durchaus in chronische Handschmerzen übergehen.

Komplikationen

Handschmerzen können verschiedene Komplikationen bedingen, speziell bei chronischem Auftreten. Zunächst schränken die Beschwerden die Beweglichkeit der Hand ein und führen so unter anderem zu Muskelschwund, Taubheitsgefühlen und einer Abnahme der motorischen Fähigkeiten der betroffenen Hand. Handschmerzen, die in Folge einer Verletzung oder eines Bruches auslösen, können zu einer dauerhaften Fehlstellung und Nervenstörungen führen.

In Extremfällen versteift das betroffene Gelenk und schränkt die Mobilität der Hand damit noch weiter ein. In weniger schweren Fällen können Handschmerzen zu einer leichten Bewegungsangst führen. Eine Schmerztherapie ist hier oft die einzige Lösung. Chronische Handschmerzen können außerdem zu verschiedenen Begleiterscheinungen wie Depression, Angst und Schlafstörungen führen, welche ihrerseits Komplikationen mit sich bringen.

Daneben kann die Behandlung selbst Komplikationen auslösen. Bei der Operation des Karpaltunnelsyndroms etwa, kann es zu vorübergehenden Bewegungsstörungen an der gesamten Hand kommen, begleitet von einer Entkalkung der Handknochen (Dystrohie) und mitunter starken Schwellungen. Weiter kann es zu einer Infektion der Wunde kommen, welche zu dauerhaften Funktionsstörungen der Hand führen kann.

Die Nebenwirkungen der Medikamente reichen von einem Magenulcus, ausgelöst meist durch das Schmerzmittel NSAR bis hin zu Atemdepression durch Opioide. Außerdem kann es zu Abgeschlagenheit und vorübergehenden Taubheitsgefühlen in der betroffenen Hand kommen. Aufgrund der Vielzahl möglicher Komplikationen ist eine frühzeitige Behandlung der Schmerzen anzuraten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Handschmerzen sind lästig, weil sie einen Bereich unseres Körpers betreffen, den wir laufend benutzen. Unsere Hände sind pausenlos im Einsatz und sollen wie gewohnt funktionieren. So geben Art und Umfang der Schmerzen den Ausschlag, wie schnell die Betroffenen zum Arzt gehen.

Schmerzen in der Hand können kurz dauern, aber heftig sein. Andere Patienten klagen über einen anhaltenden latenten Schmerz. Wer viel Sport treibt, kennt seinen Körper oft recht gut und weiß, dass der Schmerz vielleicht von dem letzten Tennis-Wettkampf herrührt. Er wird zunächst abwarten, ob er sich von alleine legt. Im Zweifelsfall sucht er seinen Arzt auf und spricht mit ihm über mögliche Ursachen.

Nicht jeder hat solch ein gutes Körpergefühl. So ist es in Fällen einer anhaltenden Neuralgie für viele Patienten recht schwierig, der Schmerzursache auf den Grund zu gehen. Daher ist ein Arztbesuch angeraten. Das gilt auch für chronische Beschwerden wie Gicht oder Rheuma. Der Hausarzt ist oft der erste Ansprechpartner. Er wird je nach Lage der Dinge zu Spezialisten wie Neurologen, Handchirurgen und Orthopäden überweisen. Generell gilt: Dauerhafte Schmerzen sollte niemand aussitzen, sondern damit besser zum Arzt gehen.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung von Handschmerzen richtet sich nach der jeweils ermittelten Ursache. Bei akuten Handbeschwerden - beispielsweise durch kurzzeitige Überlastung, Reizung oder Schonhaltung - kann man nach ausreichender Ruhigstellung und Salbenbehandlung mit dem Verschwinden rechnen.

Gegebenenfalls legt man einen Salbenverband an. Chronische Handbeschwerden sind behandlungsbedürftig. Die Handschmerzen können wahlweise mit einem entzündungshemmenden Schmerzmittel, einem Gipsverband, Salben und/oder Kortisonpräparaten behandelt werden. Manche Arten von Handschmerzen sind nur operativ zu beheben. Dies trifft beispielsweise auf bestimmte Knochenbrüche oder schmerzhafte Engpass-Syndrome zu.

Bei Gelenkschäden kann man mit Hilfe der Gelenkspiegelung Abhilfe schaffen. Bei Handbeschwerden können zusätzlich Therapien wie Krankengymnastik, Wärme- oder Kältebehandlung, Massage, Wasser- oder Bädertherapie, Ultraschallbehandlung oder Elektrotherapie eingesetzt werden. Auch orthopädische Hilfsmittel können die Handschmerzen lindern helfen.

Aussicht & Prognose

Die Prognosen bei Handschmerzen hängen relativ stark von den Schmerzen selbst und dem allgemeinen Zustand der betroffenen Person ab. Damit kann keine universelle Aussage über den Verlauf der Handschmerzen getroffen werden. In den meisten Fällen handelt es sich bei den Handschmerzen allerdings um eine Überbelastung der Hände durch eine bestimmte Tätigkeit.

Die Handschmerzen treten dabei nur temporär auf und verschwinden wieder nach einer kurzen Zeit. Die Hand muss ausgeruht werden und darf keiner körperlichen Anstrengung unterliegen. Sollte die Hand trotz Handschmerzen genutzt werden, kann es zu Entzündungen und anderen Problemen in der Hand kommen, welche schwerwiegendere Folgen nach sich ziehen können.

Falls die Handschmerzen aufgrund einer chronischen Erkrankung auftreten, müssen sie auf jeden Fall durch einen Arzt behandelt werden. Hier kann es zu Krämpfen und Bewegungsstörungen der Hand kommen, wenn die Handschmerzen nicht richtig behandelt werden. Die Behandlung erfolgt in der Regel entweder durch einen operativen Eingriff, durch Massagen oder durch eine spezielle Therapie. Eine Behandlung mit Medikamenten findet in der Regel nicht statt.

Sollten die Handschmerzen nur temporär auftreten, kann der Schmerz mit Hilfe von Schmerzmitteln betäubt werden. Diese sollten allerdings nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie den Magen stark schädigen.

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Vorbeugung

Als Vorbeugung gegen Handschmerzen sollte man jede einseitige Belastung nach Möglichkeit meiden. Stundenlanges Gitarrespielen oder Arbeiten am Computer führt ohne Pausen und gelegentliche Dehnübungen unweigerlich zu Handschmerzen. Anders ist es bei degenerativen und entzündlichen Handschmerzen. Hier kann man meist nicht vorbeugend tätig werden. Zum Teil sind diese Erkrankungen nämlich vererbt.

Das können Sie selbst tun

Handschmerzen treten bei den meisten Menschen nur relativ kurzfristig auf und müssen nicht von einem Doktor behandelt werden. Sollten die Handschmerzen allerdings über einen sehr langen Zeitraum auftreten und zu sehr starken Schmerzen führen, muss ein Arzt auf jeden Fall aufgesucht werden. In diesem Fall kann es sich um eine Verstauchung, einen Bruch oder um eine schwerwiegende Krankheit handeln.

Die meisten Handschmerzen entstehen durch eine Überbelastung der Hand. In den meisten Fällen kommt diese durch den Sport oder durch das Verrichten einer Arbeit. Dabei muss die Hand auf jeden Fall ausgeruht werden, damit sich die Muskeln entspannen können. Wird der Hand keine Ruhe gegeben, so werden die Schmerzen in der Regel stärker.

Bei Bedarf kann der Patient auch Schmerztabletten einnehmen. Diese sollten allerdings nicht über einen längeren Zeitraum eingenommen werden, da sie für den Magen schädlich sind. Patienten können auch Salben und Cremes auf die Hand auftragen. Diese kühlen die betroffene Stelle und lindern dabei den Schmerz. Es ist auch ratsam, bei stärkeren Schmerzen die Hand nicht mehr für bestimmte Aufgaben zu benutzen und zu schonen.

Bücher über Handschmerzen

Quellen

  • Capo, J.T., Tan, V. (Hrsg.): Atlas of Minimally Invasive Hand and Wrist Surgery. Informa Healthcare, New York 2008
  • Hoffmann, R., et al.: Checkliste Handchirurgie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Schiebler, T.H., Korf, H.-W.: Anatomie. Steinkopff, Darmstadt 2007

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