Handauflegen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. November 2017
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Auch wenn das Handauflegen heute eher der Esoterik zugeordnet wird, ist es doch eine der ältesten Therapiemethoden der Menschheit. Mehrere Behandlungsmethoden aus der Alternativmedizin nutzen das Handauflegen. Bekannte Verfahren sind zum Beispiel Reiki oder Therapeutic Touch.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Handauflegen?

Das Heilen durch Handauflegen ist in der traditionellen Medizin in nahezu jeder Kultur zu finden. Höhlenmalereien zeigen, dass schon vor fast 20000 Jahren das Handauflegen zu Heilungszwecken genutzt wurde.

Das Auflegen der Hand ist eine universelle Geste, die die Menschen mit Segnung und Heilung in Verbindung bringen. Streicheln und Handauflegen sind auch oft die ersten Reaktion der Eltern, wenn Kinder sich verletzt haben. Oft wird das Handauflegen auch mit Streichbewegungen, Anpusten der schmerzenden oder verletzten Stelle oder mit einem Gebet kombiniert. Mehrere Verfahren der Alternativmedizin, wie beispielsweise Therapeutic Touch oder Reiki, nutzen die Technik des Handauflegens. Die Wirkung konnte in den meisten Fällen wissenschaftlich noch nicht belegt werden.

Funktion, Wirkung & Ziele

Therapeutic Touch beruht auf der Annahme, dass sich das Energiefeld des Menschen zwar im Körper bildet, aber über die Körpergrenzen hinausreicht. Dieses Energiefeld steht mit seiner Umwelt ständig in Kontakt.

Störungen im Energiefeld sollen auch Störungen auf der körperlichen Ebene verursachen können. Entwickelt wurde die Methode von zwei amerikanischen Pflegeprofessorinnen und war ursprünglich für den Einsatz in Krankenhäusern gedacht. Ziel des Verfahrens war und ist es, Stress, Ängste und Schmerzen zu lindern und den Körper zur Selbstheilung anzuregen. Während der Behandlung kann der Patient komplett bekleidet bleiben. Eine direkte körperliche Berührung ist nicht zwingend nötig, da sowohl mit sogenannten Touch- als auch mit Non-Touch-Techniken gearbeitet wird. Therapeutic Touch kann als alleinige Behandlung angewendet oder auch mit anderen Maßnahmen kombiniert werden.

Einige Studien belegen mittlerweile den Effekt der Methode. So waren Kinder, denen eine Operation bevorstand, nach einer Therapeutic Touch Behandlung entspannter. Ihr Hautwiderstand war geringer und der Puls niedriger. Auch bei Patienten, die an Alzheimer erkrankt waren, zeigten sich weniger Symptome. So waren die Patienten deutlich ruhiger und weniger aggressiv. In Österreich und den Niederlanden ist Therapeutic Touch fester Bestandteil der Pflegeausbildungen und wird auch teilweise von Ärzten angewandt.

Auch Reiki ist eine Variante des traditionellen Handauflegens. Reiki ist der japanische Begriff für die universelle Lebensenergie, bezeichnet aber auch die Methode des energetischen Handauflegens. Auch Reiki soll die Selbstheilungskräfte des Körpers aktivieren. Im Grunde kann jeder Mensch die Methode erlernen. Um mit Reiki arbeiten zu können, ist aber eine Einweihung in das System nötig. Hier werden nicht nur die Techniken des Handauflegens vermittelt, sondern es soll durch ein Ritual auch eine Verbindung zwischen der geistigen Welt und dem Behandler hergestellt werden. Traditionell erfolgen bis zur Lehrerausbildung mehrere Einweihungen.

Während der Behandlung kann der Patient komplett bekleidet bleiben. Eine direkte körperliche Berührung ist nicht zwingend nötig, da sowohl mit sogenannten Touch- als auch mit Non-Touch-Techniken gearbeitet wird.

Im ersten Grad wird der Reiki-Kanal geöffnet. Im zweiten Grad erfolgt die Einführung in drei Reiki-Symbole. Im dritten Grad, dem Meistergrad, wird eine Einweihung auf das sogenannte Meistersymbol durchgeführt. Der vierte Grad, der Lehrergrad, befähigt zu Einweihungen anderer Personen. Für jeden Grad werden ein bis vier Einweihungen durchgeführt. Eingeweihte legen dann die Hände an verschiedenen Körperstellen auf und lassen die Reikienergie strömen. Bei der Ganzkörperanwendung werden die Hände jeweils für einige Minuten auf alle wichtigen Körperstellen aufgelegt. Eine solche Behandlung dauert in etwa eine Stunde. Auch Selbstbehandlungen mit Reiki sind möglich. Die Indikationen für Reiki sind den Reiki-Behandlern zufolge sehr vielfältig und reichen von Allergien bis hin zu Verdauungsstörungen.

Auch das Jin Shin Jyutsu ist eine Variante des Handauflegens. Hier geht man davon aus, dass es am Körper 26 Sicherheitsenergieschlösser gibt. Bei zu viel Stress verschließen sich diese Schlösser und es kommt zu Energieblockaden. Durch Halten und Handauflegen an den Stellen der Sicherheitsschlösser sollen diese geöffnet werden, sodass die blockierten Energien wieder fließen können. Jin Shin Jyutsu soll ebenso wie Reiki oder Therapeutic Touch vor allem eine Hilfe zur Selbsthilfe sein. Die Indikationen sind ähnlich vielfältig wie beim Reiki.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Grundsätzlich gibt es beim Handauflegen eigentlich keine Nebenwirkungen. Die Verfahren sind in der Regel gut verträglich und können problemlos mit anderen schulmedizinischen oder naturheilkundlichen Behandlungsformen kombiniert werden.

Einige Patienten verspüren während der Behandlung ein Kribbeln oder ein wärmendes Gefühl. Andere berichten über übel riechende Ausscheidungen in den Tagen nach der Behandlung. Eventuell kann es zu einer Erstverschlimmerung kommen. Diese Verschlechterungen sollten aber nur vorübergehend sein. Wichtig ist, dass das Handauflegen eine schulmedizinische Behandlung in keinem Fall ersetzen kann. So sollte bei jeglichen Beschwerden immer zunächst ein Arzt aufgesucht werden, damit abgeklärt werden kann, ob es sich um eine ernsthafte Erkrankung handelt oder nicht.

Reiki, Therapeutic Touch oder andere Varianten des Handauflegens als alleinige Therapie bei lebensgefährlichen Zuständen wie Blutungen, Schock oder auch bei Knochenbrüchen oder anderen Verletzungen zu nutzen ist grob fahrlässig. Auch bereits diagnostizierte schwere Erkrankungen wie beispielsweise eine Krebserkrankung sollten immer ärztlich begleitet werden. Reiki, Therapeutic Touch oder andere Formen des Handauflegens können begleitend eingesetzt werden.

Bei psychiatrischen Erkrankungen wie Schizophrenien oder Psychosen sollte auch von einer begleitenden Behandlung mit Handauflegen dringend abgesehen werden. Auch bei schwangeren Patientinnen sollte individuell abgewägt werden, ob eine Behandlung erforderlich ist oder nicht.

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Quellen

  • Augustin, M., Schmiedel, V.,: Leitfaden Naturheilkunde. Urban & Fischer, München 2003
  • Bierbach, E.: Naturheilpraxis Heute. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2013
  • Federspiel, F., Herbst, V. : Die andere Medizin. Stiftung Warentest, Berlin 2005

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