Haftcreme

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 15. Dezember 2016
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Eine Haftcreme sorgt für den verbesserten Halt von Zahnersatz. Sie kommt bei Teil- und Vollprothesen zur Anwendung.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Haftkissen?

Die Haftcreme gehört zu den Prothesenhaftmitteln. Diese eignen sich für Personen, bei denen ein ausgeprägter Abbau des Kieferknochens besteht. So sorgt eine Gebisshaftcreme für ein besseres Tragegefühl von herausnehmbarem Zahnersatz. Dabei steigert das Haftmittel die Kaufähigkeit sowie die Beißkraft, sofern die Zahnprothese gut sitzt.

Sinnvoll kann eine Haftcreme auch bei der Verwendung von temporärem Zahnersatz sein. Studien zufolge profitieren Prothesenträger zu rund 75 Prozent von der Anwendung einer Gebisshaftcreme.

In früheren Zeiten wurden Zahnprothesen, die einen schlechten Halt aufwiesen, mit einem speziellen Sauger im Mundraum angebracht. Die dabei benutzten Gummiplatten befestigte der Zahnarzt mit einem Knopf aus Metall an der Gaumenschleimhaut. Auf diese Weise kam es zu einem Unterdruck, der den Zahnersatz an der Schleimhaut festhielt. Da diese Methode jedoch den Abbau des Knochens am Gaumendach zur Folge hat, kommt sie heutzutage nicht mehr zum Einsatz.

Stattdessen werden moderne Haftmittel wie Haftcremes verwendet. In Deutschland trägt etwa jeder zweite Bundesbürger über 60 Jahren eine Teilzahnprothese oder Vollprothese. Besonders bei älteren Menschen gilt die Anwendung einer Haftcreme als sinnvoll, da sie nicht mehr ausreichend viskösen Speichel herstellen.

Formen, Arten & Typen

Bei Haftcremes handelt es sich um unterschiedliche Varianten von Prothesenklebern. Eine Sorte, die häufig zum Einsatz kommt, ist die geschmacksneutrale Creme. Darüber hinaus sind Gebisshaftcremes mit Geschmacksstoffen wie Minzgeschmack im Handel erhältlich. Als vorteilhaft für eine empfindliche Mundschleimhaut gelten Varianten mit Kamille und Aloe vera.

Zudem gibt es spezielle Folien, die Haftkissen genannt werden. Sie bestehen aus elastischem Plastik, werden durch die Wärme des Körpers weich und schmiegen sich an. Zur Anwendung drückt der Gebissträger das Haftkissen auf seine Prothese, die sauber und trocken sein muss. Die Kissen lassen sich passend zurechtschneiden. Beim Reinigen kann das Haftkissen an der Zahnprothese verbleiben.

Eine andere Variante der Haftcreme stellen die Haftstreifen dar. Bei diesen Streifen handelt es sich um Haftpolster aus gaumenfreundlichem Vliesgewebe, die sich gegebenenfalls auf die passende Größe zuschneiden lassen. Der Gebissträger bringt sie auf seiner befeuchteten Prothese an. Es muss eine tägliche Auswechslung erfolgen, da ansonsten das Risiko eines Keimbefall besteht, der wiederum schmerzhafte Entzündungen hervorrufen kann.

Des Weiteren werden flüssige Prothesenhaftmittel angeboten. Dazu gehören in erster Linie Haftgels, Pads, Salben und Pulver.

Aufbau & Funktionsweise

Die Haftcreme verhilft der Prothese zu einem festen und schonenden Sitz im Kiefer.

Eine Haftcreme setzt sich aus verschiedenen Inhaltsstoffen zusammen. Dabei handelt es sich hauptsächlich um Paraffinöl (Paraffinum liquidum), Cellulose Gum, Vaselin (Petrolatum) und Calcium/Zinc PVM/MA Copolymer, der den wichtigsten Haftwirkstoff bildet.

Die meisten Hauptinhaltsstoffe von Gebisshaftcremes zählen zu den Quellstoffen. Diese bilden mithilfe des Speichels ein elastisches, schmales Polster zwischen Schleimhaut und Zahnprothese. In der Regel sind die Inhaltsstoffe der Haftcreme gesundheitlich verträglich. Mitunter zeigt sich kurz nach dem Auftragen des Haftmittels ein vorübergehendes Brennen, das allerdings nach wenigen Minuten wieder verschwindet.

Die Haftcreme erfüllt für den Träger einer Zahnprothese wichtige Funktionen. So verhindert sie das Herausfallen des Zahnersatzes während des Sprechens oder des Essens. Außerdem lassen sich durch ihre Anwendung auch Lebensmittel verzehren, die eine härtere Konsistenz aufweisen. Gleichzeitig wird durch die Creme die Bildung von unangenehmen Druckstellen am Kiefer verhindert. Auch kleine Speisereste können zumeist nicht zwischen Kiefer und Prothese vordringen. Bleiben doch einmal Krümel an der Prothese zurück, ist anschließend eine leichte Reinigung möglich.

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Medizinischer & gesundheitlicher Nutzen

Viele Menschen, die zum ersten Mal eine Zahnprothese tragen, empfinden diese zunächst als ungewohnt, selbst wenn sie korrekt sitzt. Dies gilt auch bei ganz normalen Tätigkeiten wie dem Essen oder dem Sprechen. Mitunter entstehen sogar unangenehme Druckstellen am Zahnfleisch. Mit einer Haftcreme lässt sich jedoch ein besseres Gefühl erzielen. So verringert die Gebisshaftcreme die Prothesenbewegungen, wodurch Druckstellen entgegengewirkt werden kann. Da zugleich der Halt der Prothese stärker ausfällt, ist auch kräftigeres Zubeißen möglich.

Durch das Polstern des Zahnfleisches erhält der Anwender ein angenehmeres Tragegefühl. Mithilfe der Haftcreme wird auch der Rand der Prothese verschlossen, wodurch sich Speisereste seltener unter dem Zahnersatz festsetzen. Grundsätzlich verschafft eine Gebisshaftcreme dem Träger mehr Selbstbewusstsein, da er nicht ständig befürchten muss, seine Zahnprothese zu verlieren. Dadurch kann er ohne Ängste reden, essen oder lachen.

Unbedingt nötig ist die Anwendung einer Haftcreme, wenn der Träger einer Prothese unter ungünstigen Kieferverhältnissen leidet. Diese entstehen durch das umfangreiche Schrumpfen des Alveolarfortsatzes. Gerade in einem zahnlosen Unterkiefer baut sich der Alveolarknochen so stark ab, dass eine Zahnprothese kaum ohne ein Hilfsmittel haften kann.

Außerdem benötigt die Prothese viskösen Speichel. Dieser wird jedoch von älteren Menschen oft nicht mehr in ausreichender Menge hergestellt, was sich durch eine Gebisshaftcreme wieder ausgleichen lässt. Sinnvoll kann der Einsatz eines Haftmittels aber auch zur Erleichterung der Eingewöhnungsphase sein.

Aus medizinischer Sicht wird die Anwendung von Haftcremes als unbedenklich eingestuft. Allerdings ist ein regelmäßiger Austausch der Creme zu empfehlen, damit sich keine schädlichen Keime bilden können.

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