Haarwachstumsphasen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 12. Januar 2017
Startseite » Körperprozesse » Haarwachstumsphasen

Als Haarwachstumsphasen wird ein dreistufiger Zyklus bezeichnet, den jedes einzelne Körperhaar während seines Wachstums durchläuft.

Inhaltsverzeichnis

Was sind die Haarwachstumsphasen?

Der Zyklus der Haarwachstumsphasen besteht aus einer Wachstumsphase, einer Phase des Übergangs sowie einer Phase des Stillstands und des Ausfalls des Haares.

Die Wachstumsphase ist die mit Abstand längste der drei Phasen und dauert etwa zwischen 2 und 6 Jahren. Die Dauer ist dabei abhängig vom Alter und der Stelle des Haarwachstums auf dem Körper. Reguliert wird das Wachstum der Haare durch die sogenannten Haarfollikel, die unter der Haut sitzen. Am unteren Ende der Haarfollikel werden durch Zellteilung immer wieder neue Haarwurzeln gebildet, aus denen dann wieder neue Haare wachsen können. Durch die stetige Wiederholung dieser Zellerneuerungen wachsen die Haare täglich um 0,3 bis 0,5 mm. Etwa 85 Prozent der Körperhaare befinden sich in dieser Phase.

Nach Beendigung der Wachstumsphase geht das Haar in die Übergangsphase über. In dieser wird die Haarwurzel in einem Zeitraum von 3 bis 4 Wochen vom Haar getrennt und das Haar langsam in Richtung Hautoberfläche geschoben.

Zu Beginn der letzten Phase ist das Haar vollständig von der Wurzel gelöst und wird deshalb nicht mehr mit Nährstoffen versorgt. Der Haarfollikel wird wieder aktiv und beginnt mit der Bildung eines neuen Haares, das das alte langsam verdrängt bis dieses letztlich ausfällt. Ca. 15 Prozent der Körperhaare befinden sich zu jederzeit in diesem knapp 3 bis 5 Monate andauerndem Prozess.

Funktion & Aufgabe

Die Haarwachstumsphasen erfüllen eine Vielzahl von wichtigen Aufgaben und Funktionen für den Menschen. Die mit Abstand wichtigste Funkion des zyklischen Wachstums der Haare ist die Eliminierung von kranken oder beschädigten Haaren. Würden Haare nur einmal mit dem Wachstum beginnen und bis zum Lebensende durchwachsen, gäbe es keine Chance beschädigte oder abgestorbene Haare zu ersetzen.

Abgestorbene Haare würden dann ausfallen ohne nachzuwachsen und eine frühe Kahlköpfigkeit wäre die wahrscheinliche Folge. Auch beschädigte Haare würden auf dem Körper bleiben, ohne dass sie ihren eigentlichen Zweck erfüllen könnten. Sonnenstrahlen und mit ihnen gefährliche UV- und Infrarotstrahlen könnten dann gegen geringen oder kaum vorhandenen Widerstand auf die Kopfhaut treffen und diese schädigen, der Kopf würde nicht mehr richtig vor Kälte oder Wärme geschützt. Dadurch, dass die Haare jedoch stetig absterben und erneuert werden, kann immer wieder gesundes und kräftiges Haar nachwachsen und den vollen Schutz garantieren.

Als Haarwachstumsphasen wird ein dreistufiger Zyklus bezeichnet, den jedes einzelne Körperhaar während seines Wachstums durchläuft.

Eine weitere wichtige Rolle spielt das Haarwachstums beim Übergang vom Jugendlichen- zum Erwachsenenalter. In dieser Phase bildet sich aus dem feinen, farblosen Vellushaar, welches mit wenigen Ausnahmen den gesamten Körper bedeckt, an einigen Stellen das kräftige, pigmentierte Terminalhaar. So wird beim Mann das Haar am Bart, im Schambereich, an den Achseln sowie an Brust, Rücken und Schultern zu Terminalhaar, bei Frauen besonders im Schambereich und an den Achseln.

Darüber hinaus beschränken die Haarwachstumsphasen auch die Länge der Wimpern, Augenbrauen und Nasen- und Ohrenhaare, die im Falle eines ungeregelten Wachstums immer länger werden und damit das Sehen, Hören und Riechen stark beeinträchtigen würden.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Krankheiten & Beschwerden

Die natürlichen Haarwachstumsphasen können durch eine Reihe von Krankheiten und Beschwerden beeinträchtigt oder gar völlig gestoppt werden. Die mit Abstand häufigste dieser Beschwerden ist die Alopezie, also ein Haarausfall, bei dem das ausgefallene Haar nicht wieder erneuert wird. Diese kann in verschiedenen Formen auftreten.

Androgenetischer Haarausfall ist genetisch bedingt und wird durch eine gesteigerte Empfindlichkeit der Haarfollikel gegen Dihydrotestosteron, einem Steroidhormon, ausgelöst. Als Folge verkümmern die Haarfollikel immer mehr und die Wachstumszeiten der Haare werden immer kürzer.

Bei Alopecia areata fallen die Haare dagegen an verschiedenen Stellen des Körpers kreisrund aus. Ursache dafür ist eine Reaktion des Immunsystems, die die Haarzellen als Fremdkörper ansieht und sie deshalb mithilfe einer Entzündungsreaktion zerstört. Da die Follikel aber erhalten bleiben, wachsen die kahlen Stellen in der Regel wieder nach.

Infolge von Eisenmangel, Infektionen, Hormonschwankungen, Erkrankungen der Schilddrüse sowie Stress kann es darüber hinaus zu einem diffusen Haarausfall kommen, bei dem Haare vom ganzen Kopf ausfallen.

Bei einer Hypertrichose wachsen viele und dichte Haare auch an sonst kaum oder gar nicht behaarten Stellen. Sie kann auf einzelne Stellen begrenzt sein oder den ganzen Körper betreffen. Sie kann vererbt werden, aber auch neu entstehen.

Haarwachstumsphasen sind somit einem stetigen Prozess unterworfen, der durch viele Faktoren unterbrochen oder angeregt werden kann.

Bücher über Haarausfall & Glatze

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: