Haare färben in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Wer schwanger ist und sich die Haare färben möchte, wird zahlreiche Meinungen zu diesem Vorhaben finden. Doch stimmt es, dass das Färben der Haare mitunter schlecht für das Ungeborene ist? Gibt es tatsächlich gesundheitliche Risiken oder sind die heutigen Produkte allesamt geeignet, um sich die Haare während der Schwangerschaft zu färben?

Inhaltsverzeichnis

Risiken von Haare färben in der Schwangerschaft

Experten sind der Sache auf die Spur gegangen. Wie schädlich ist das Haare färben in der Schwangerschaft? Vorweg: Experten kamen zu dem Ergebnis, dass alle Produkte, die für derartige Vorgänge heutzutage verwendet werden, unbedenklich sind. Doch das bedeutet aber im Umkehrschluss nicht, dass sie gesund sind.

Chemische Haarfärbemittel (sogenannte Oxidationshaarfarben) enthalten nämlich aromatische Amine wie etwa P-Phenylendiamin (auch als PPD bekannt). Das deutsche Gesetz besagt, dass PPD höchstens 2 Prozent in einem Haarfärbeprodukt ausmachen und nur in Kombination mit Kuppersubstanzen vorkommen darf; nur dann gilt PPD als tatsächlich gesundheitlich unbedenklich und auch ungefährlich.

Liegen jedoch keine Kuppersubstanzen vor, können einerseits Allergien, andererseits sogar Schädigungen des Erbmaterials auftreten. Zu beachten ist, dass in Deutschland nicht nur eine klare Vorgabe gegeben ist, sondern die Präparate auch immer wieder kontrolliert werden. Vorsicht ist bei ausländischen Produkten geboten. Wer schwanger ist und seine Haare färben möchte, sollte daher lieber auf deutsche Produkte zurückgreifen.

Natürlich bedeutet das aber auch nicht, dass das Haarfärben zu einhundert Prozent ungefährlich ist. Schlussendlich gelangen die chemischen (und giftigen) Stoffe nicht nur auf die Haare und auf die Kopfhaut, sondern dringen natürlich auch über jene Stellen ein. Aus diesem Grund kann nicht zur Gänze ausgeschlossen werden, dass - wenn dauerhafte Färbungen aufgetragen werden - die Giftstoffe in den Blutkreislauf geraten und sodann in die Muttermilch einfließen.

Es ist auch nicht geklärt, ob es etwaige negative Auswirkungen auf die Entwicklung des Neugeborenen oder Kindes gibt, wenn schwangere oder bereits stillende Frauen ihre Haare färben. Aus diesem Grund sollte man - zumindest bis zum Ende der Stillzeit - auf das Färben der Haare verzichten. Vor allem in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft ist es ratsam, überhaupt keine Haarfärbeprodukte (auch nicht aus Deutschland) zu verwenden.

Sind Naturprodukte besser?

Eine sinnvolle Alternative können natürlich Naturprodukte sein. Doch auch wer sich für Produkte auf natürlicher Basis entscheidet, schließt nicht alle Gefahren und Risiken aus, die mitunter möglich sind. So können in den natürlichen Produkten sehr wohl auch Rückstände von Pestiziden enthalten sein. Mitunter können auch chemische Stoffe - auch wenn das Produkt als „Naturprodukt“ gekennzeichnet wurde - enthalten sein.

Wer auf Hennaprodukte setzt, muss ebenfalls damit rechnen, dass sehr wohl Farbverstärker oder auch PPD enthalten sind. Henna enthält auch Pigment Lawson. Pigment Lawson ist künstlich hergestellt und auch in Oxidationshaarfarben enthalten. Es steht unter anderem im Verdacht, das Erbgut zu schädigen. Die einzige tatsächliche Alternative bietet der Hennafarbstoff dann, wenn er tatsächlich pflanzlich zubereitet wurde. Hier liegt definitiv keine Gefahr vor.

Tipps für Haare färben in der Schwangerschaft

Wer dennoch in der Schwangerschaft seine Haar färben oder zumindest tönen möchte, sollte das nicht in Eigenregie machen, sondern einen Friseur aufsuchen. Wer sich dennoch lieber selbst seine Haare färbt, sollte folgende Tipps beachten: Das Haarfärbemittel sollte guter Qualität sein. Wichtig ist, dass die Schwangere auf etwaige Zusatzstoffe achtet.

Der Hautkontakt sollte auf das Minimum reduziert werden. Wichtig sind undurchlässige Gummihandschuhe, die benutzt werden, wenn die Farbe selbst aufgetragen wird. Das Färbemittel sollte keinesfalls länger als notwendig einwirken. Die Farbe sollte nach dem Färben gründlich ausgespült werden.

Ist ein Allergietest hilfreich?

Natürlich können Haarfärbemittel (chemische und auch pflanzliche!) in allen Lebensphasen Allergien auslösen. Dabei sind Hautrötungen, Schwellungen oder ein starker Juckreiz möglich. Aus diesem Grund ist es ratsam, dass das Präparat zu Beginn nur einmal an einer kleinen Hautstelle getestet wird. Die Verbraucherin kann danach sehen, ob sie auf das Präparat reagiert oder nicht.

Derartige Tests sind aber mit Vorsicht zu genießen. Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat mitunter die Warnung ausgegeben, dass derartige Selbstversuche sehr wohl das Risiko einer Allergie erhöhen können. Haben Verbraucherinnen Fragen oder mitunter Bedenken, sollten sie keine Selbstversuche vornehmen, sondern im Vorfeld einen Hautarzt kontaktieren und erst danach die Haare färben.

Blondieren, glätten, Dauerwelle in der Schwangerschaft

Wer glaubt, dass das Färben der Haare die einzige Verschönerungsaktion ist, welche im Rahmen der Schwangerschaft unterlassen werden sollte, irrt. Beim Bleichen oder Glätten der Haare, auch bei einer Dauerwelle, kommen Chemikalien zum Einsatz. Dazu zählen etwa Formaldehyd, Wasserstoffperoxid oder auch Ammoniak (beziehungsweise Oxidationsmittel). Ratsam ist, wenn Schwangere die direkte Anwendung vermeiden und zu Lockenwicklern, Glätteisen oder auch einer Zitrone greifen.

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Färben ohne Gewissensbisse

Wer sich die Haare trotzdem färbt, sollte Naturprodukte verwenden oder zumindest die ersten drei Monate der Schwangerschaft abwarten. Lieber einen Hautarzt kontaktieren, bevor Selbstversuche durchgeführt werden oder sich von einem Friseur beraten lassen, bevor die Haare in Eigenregie gefärbt werden. Fakt ist: Schwangere schaden nicht ihrem ungeborenen Kind, wenn sie sich ihre Haare färben. Diese Ansicht haben auch bereits Experten bestätigen können.

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