Hüftgelenksarthrose

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 30. August 2017
Startseite » Krankheiten » Hüftgelenksarthrose

Die Hüftgelenksarthose ist eine degenerative Erkrankung des Hüftgelenkes. Der Name Coxarthrose leitet sich ab von dem lateinischen Begriff Coxa für Hüfte. Von allen Gelenkarthrosen ist die Hüfte am häufigsten betroffen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Hüftgelenksarthrose?

Die Coxarthrose geht mit einem Abbau des Gelenkknorpels einher. Dadurch werden die Gelenkpfanne und der Gelenkkopf übermäßig belastet, und es kommt zu Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Hüftgelenksarthrose wird in zwei Typen eingeteilt.

Bei der primären Hüftgelenksarthrose ist zum jetzigen Zeitpunkt keine fassbare Ursache bekannt. Sie tritt meistens ab einem Alter von 50 Jahren auf. Etwa 2/3 der Patienten, die an einer Hüftgelenksarthrose leiden, sind an der sekundären Coxarthrose erkrankt. Diese Patienten sind oftmals jünger und es ist eine Ursache für die Erkrankung feststellbar.

Ursachen

Die Ursachen der Hüftgelenksarthrose können angeborene Fehlbildungen des Hüftgelenkes sein. Hierbei ist oftmals die Gelenkpfanne nicht kräftig genug ausgebildet, so dass der Oberschenkelkopf keinen ausreichenden Halt hat, und es so zu einer Fehlbelastung des Hüftgelenkes kommt.

Tritt die Coxarthrose in Familien gehäuft auf, so könnte eine angeborene Knorpelschwäche die Ursache sein. Weitere Ursachen sind entzündliche Gelenkerkrankungen, Unfälle, Fehlbelastungen, Übergewicht und Durchblutungsstörungen.

Auch einseitige Bewegungen und Bewegungsmangel sind als Ursache für die Coxarthrose bekannt. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an einer Coxarthrose zu erkranken, da das Knorpelgewebe, das das Gelenk schützt und die Gelenkbewegung erleichtert, schwindet.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Schematische Darstellung Unterschied zwischen gesundem Gelenk, Arthritis und Arthrose. Klicken, um zu vergrößern.

Die Diagnose für eine Hüftgelenksarthrose stellt der Orthopäde durch eine manuelle Untersuchung der Hüftbeweglichkeit und eine Röntgenaufnahme. Auf dem Röntgenbild sind eine Verschmälerung des Gelenkspaltes, eine Verformung des Gelenkkopfes und Veränderungen am Knorpelgewebe erkennbar. Teilweise sind auch Knochenausformungen sichtbar.

Nimmt das Knorpelgewebe ab oder kommt es zu Rissen im Knorpelgewebe, werden die Gelenkflächen des Hüftgelenkes deutlich stärker belastet. Dadurch kommt es zu Schmerzen bei Bewegungen und beim Laufen. Typisch bei der Hüftgelenksarthrose im Anfangsstadium sind morgendliche Schmerzen in der Leiste und im Hüftgelenk, die wenn sich die Betroffenen bewegen, nachlassen.

Im weiteren Krankheitsverlauf kommt es zu Bewegungseinschränkungen, zu Schonhaltungen der betroffenen Hüfte und zum Ruheschmerz. Die Patienten können das Bein nicht mehr drehen, im späteren Verlauf nicht mehr abspreizen und auch nicht mehr strecken. Bedingt durch die mangelnde Streckfähigkeit des Hüftgelenkes kommt es zu einer funktionellen Beinverkürzung und einer daraus resultierenden Verschlechterung des Gangbildes.

Komplikationen

In der Regel kommt es durch die Hüftgelenksarthrose zu starken Schmerzen. Diese Schmerzen können sich entweder als Druckschmerzen oder als Ruheschmerzen zeigen und beeinflussen die Lebensqualität des Patienten negativ. Die Ruheschmerzen können dabei auch nachts auftreten und dabei zu Schlafbeschwerden und zu einer allgemeinen Reizbarkeit des Patienten führen.

Ebenso kommt es neben den Schmerzen in der Hüfte zu Schmerzen in den Gelenken und in den Leisten. Durch die Schmerzen treten auch Bewegungseinschränkungen auf. Diese können vor allem bei jungen Patienten zu Depressionen und anderen psychischen Beschwerden führen. Nicht selten tritt neben den Bewegungseinschränkungen auch eine Gangstörung auf, wie zum Beispiel das Hinken oder das Humpeln.

Die Diagnose der Hüftgelenksarthrose ist in den meisten Fällen relativ einfach und eindeutig, sodass eine Behandlung schnell beginnen kann. Diese findet mit Hilfe von Medikamenten und verschiedenen Therapien statt und ist in den meisten Fällen nicht mit besonderen Komplikationen belastet. In schwerwiegenden Fällen ist ein künstliches Hüftgelenk für den Patienten notwendig. Die Lebenserwartung wird durch die Hüftgelenksarthrose nicht eingeschränkt. Durch die Behandlung kann ebenso nicht garantiert werden, dass die Schmerzen und Beschwerden vollkommen verschwinden.

Behandlung & Therapie

Die Therapie der Coxarthrose ist abhängig vom Stadium der Erkrankung und der Ursache. So kann bei Fehlstellungen im Hüftgelenk durch eine korrigierende Operation die Entstehung einer Hüftgelenksarthose verhindert oder verlangsamt werden.

Hauptziele der Therapie sind eine Schmerzlinderung und eine Reduzierung des fortschreitenden Verlaufs der Arthrose des Hüftgelenkes. Durch magenfreundliche Medikamente sollen die Schmerzen beseitigt oder gemindert werden. Auch Wärmeanwendungen wirken lindernd bei Hüftbeschwerden. Besonders bei der Hüftgelenksarthrose ist die Krankengymnastik sehr wichtig. Hier erlernt der Patient Übungen, die die Beweglichkeit des Hüftgelenkes erhalten und die Muskulatur des Hüftgelenkes kräftigen.

Durch eine kräftige Muskulatur wird das Hüftgelenk besser fixiert und entlastet. Weiterhin lernt der Patient durch bestimmte Traktionsübungen sein Hüftgelenk zu entlasten. Übungen im Wasser unter Abnahme der Schwere bieten sehr gute Möglichkeiten, um das Hüftgelenk optimal zu mobilisieren.

Im fortgeschrittenen Stadium der Hüftgelenksarthose und bei erheblichen Einschränkungen bietet sich die operative Therapie an. Durch ein künstliches Hüftgelenk ist der Patient in der Lage, wieder alle Anforderungen des Alltags beschwerdefrei zu meistern. Hierbei wird je nach Befund nur ein Teil des Hüftgelenkes oder ein komplettes Hüftgelenk implantiert.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Der Entstehung der Hüftgelenksarthrose kann auf verschiedene Weise vorgebeugt werden. Ausreichende und regelmäßige Bewegung regt eine Versorgung des Knorpelgewebes mit Nährstoffen an, und hilft das Risiko für die Erkrankung einzudämmen. Weiterhin sollte auf das Tragen von bequemen Schuhen geachtet werden, um Fehlstellungen im Hüftgelenk zu vermeiden. Bei Übergewicht steigt das Risiko für eine Hüftgelenkserkrankung erheblich. Eine Reduzierung des Körpergewichtes um zehn Prozent senkt das Risiko an einer Hüftgelenksarthrose zu erkranken um 50 Prozent.

Das können Sie selbst tun

Um die Therapie bei einer Hüftgelenksarthrose zu unterstützen, können Betroffene einiges selbst dazu beitragen. Dazu zählt eine weitgehend pflanzliche sowie vollwertige und vitalstoffreiche Ernährungsweise. Übergewicht belastet die Gelenke und ist bei einer Hüftgelenksarthrose stark zu reduzieren. Darüber hinaus produzieren die Fettzellen durchgehend entzündungsfördernde Substanzen. Diese sorgen für zusätzliche Gelenkschmerzen. Des Weiteren ist ein Verzicht auf Alkohol und Zucker empfehlenswert. Betroffene sollten rauchfrei bleiben. Studien zufolge leiden Raucher deutlich mehr unter Arthroseschmerzen als Nichtraucher.

Außerdem ist es wichtig, vorhandene Mineralstoff- und Vitalstoffmängel beheben zu lassen. Ein Hausarzt oder Heilpraktiker kann diesbezüglich einen Check anfertigen und Betroffene beraten. Bei einer Hüftgelenksarthrose ist es sinnvoll, Maßnahmen zur Entgiftung und Entsäuerung zu ergreifen. Stress ist ebenfalls zu vermeiden. Zahlreiche Entspannungsmethoden können hierbei Abhilfe schaffen. Hilfreich sind ebenso Adaptogene. Hierbei handelt es sich um ein pflanzliches Präparat, das Betroffene stressresistenter macht.

Um einer Hüftgelenksarthrose entgegenzuwirken, empfiehlt sich mehr Bewegung im Alltag. Äußerst hilfreich ist Walken, Yoga oder Tai Chi. Darüber hinaus sollten Betroffene eventuelle Fehlbelastungen beheben lassen. Auf Schuhe mit hohen Absätzen sollte gänzlich verzichtet werden.

Bücher über Arthrose

Quellen

  • Breusch, S., Clarius, M., Mau, H., Sabo, D. (Hrsg.): Klinikleitfaden Orthopädie, Unfallchirurgie. Urban & Fischer, München 2013
  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2016
  • Wülker, N., Kluba, T., Roetman, B., Rudert, M.: Taschenlehrbuch Orthopädie und Unfallchirurgie. Thieme, Stuttgart 2015

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: