Hämangiom (Blutschwamm)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 9. Oktober 2017
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Ein Hämangiom oder Blutschwamm ist eine gutartige Wucherung, über dessen Ursachen noch wenig bekannt ist. Etwaige Behandlungsmethoden sind vielseitig.

Inhaltsverzeichnis

Definition Hämangiom (Blutschwamm)

Beim Hämangiom handelt es sich um einen embryonalen, meist gutartigen Tumor. Das Hämangiom wird auch als Blutschwamm oder als Erdbeerfleck bezeichnet. Das Hämangiom gilt als häufigster Tumor, der im Kindesalter zu beobachten ist.

In der Mehrheit der Fälle findet sich der Blutschwamm im Bereich von Hals oder Kopf, aber auch ein Blutschwamm an inneren Organen (wie etwa der Leber) ist möglich. Betroffen von einem Blutschwamm sind in Deutschland bis zu circa zehn Prozent der Neugeborenen; bei Mädchen kommt das Hämangiom dabei statistisch gesehen häufiger vor als bei Jungen.

Liegt ein Hämangiom sehr großflächig vor oder bedeckt es einen Großteil einer Extremität, so spricht man in der Medizin von einer Hämangiomatose. Außerdem werden verschiedene Formen des Hämangiom unterschieden. So gibt es beispielsweise das kavernöse oder das kapilläre Hämangiom.

Ursachen

Die Ursachen, die zu einem Hämangiom führen, sind in der Medizin derzeit noch nicht geklärt. Ein Blutschwamm bildet sich im Rahmen einer Wucherung oder einer Neubildung von Blutgefäßen; auch über die Ursache für eine solche Neubildung ist noch nicht viel bekannt.

Diskutiert werden erblich bedingte Faktoren, die bei einem Neugeborenen dazu beitragen, dass ein Blutschwamm entwickelt wird; so wird möglicherweise eine Empfänglichkeit für einen Blutschwamm durch Vererbung weitergegeben.

Typische Symptome

Diagnose & Verlauf

Ein Hämangiom zeigt sich meist als Verfärbung, die rötlich bis bläulich erscheint. Bei ca. einem Drittel der Kinder, die von einem Blutschwamm betroffen sind, zeigt sich diese Gefäßanomalie bereits bei der Geburt. In den übrigen Fällen entwickelt sich das Hämangiom meist während der ersten vier Lebenswochen.

In der Regel führt ein Blutschwamm nicht zu Beschwerden; ein Blutschwamm an den inneren Organen wird beispielsweise häufig gar nicht entdeckt. Oft bildet sich ein Blutschwamm von alleine wieder zurück. In diesen Fällen wird zwischen einer Wachstumsphase, einer Stillstands- und einer Rückbildungsphase unterschieden:

Die Wachstumsphase dauert bei einem Blutschwamm im Schnitt bis zu ca. 9 Monaten, während die Stillstandsphase variabel ist. Die Rückbildungsphase bei einem Hämangiom ist häufig mit dem 9. Lebensjahr eines Kindes abgeschlossen.

Komplikationen wie Schmerzen oder Blutungen können gelegentlich bei einem sehr rasch wachsenden Hämangiom auftreten.

Komplikationen

Da es sich beim Hämangiom um einen Tumor handelt, können bei diesem in der Regel die verschiedenen Beschwerden und Komplikationen einer Krebserkrankung auftreten. In den meisten Fällen handelt es sich allerdings um einen gutartigen Tumor, sodass es nicht zu einer Verringerung der Lebenserwartung beim Patienten kommt. Die Patienten leiden durch das Hämangiom in der Regel an Hautrötungen und an Feuermalen.

Die Hautrötungen können dabei die Ästhetik und das Aussehen des Betroffenen beeinflussen und führen dabei nicht selten zu Minderwertigkeitskomplexen oder zu einem verringerten Selbstwertgefühl. Ebenso kann es dadurch zu Depressionen und zu anderen psychischen Beschwerden kommen, die das Leben und den Alltag des Patienten erhöhen. Nicht selten treten auch Schmerzen und Blutungen an den betroffenen Stellen auf, die die Lebensqualität des Patienten verringern können.

Vor allem nachts können Schmerzen zu Schlafbeschwerden führen. In vielen Fällen bildet sich das Hämangiom nur bei Kindern aus und verheilt in der Regel wieder von alleine, sodass es nicht zu Beschwerden im Erwachsenenalter kommt. Bei der Behandlung kann es zu einer Narbenbildung kommen. Allerdings treten keine weiteren Komplikationen auf.

Behandlung & Therapie

Da sich ein Blutschwamm häufig selbstständig wieder zurückbildet, ist in vielen Fällen keine Therapie notwendig. Behandelt werden kann ein Hämangiom beispielsweise dann, wenn es aus kosmetischen Gründen vom Betroffenen gewünscht wird (bzw. wenn es von Eltern gewünscht wird, deren Kind einen Blutschwamm aufweist).

Eine Möglichkeit, ein Hämangiom zu behandeln, ist die Therapie mit Laser. Ein sehr kleines und flaches Hämangiom kann beispielsweise auch im Rahmen einer Kältetherapie, der sogenannten Kryotherapie, behandelt werden. Hierbei wird Kälte eingesetzt, um einen Blutschwamm zu entfernen. Die Methode der Kryotherapie bringt allerdings den Nachteil mit sich, dass es infolge der Behandlung zu Narben kommen kann.

Von einem operativen Eingriff, um einen Blutschwamm zu entfernen, raten Experten häufig ab. Eine Operation kann aber sinnvoll sein, falls weitere Methoden nicht erfolgreich angewendet werden konnten oder wenn es sich um ein rasch wachsendes Hämangiom handelt, das die Funktion anderer Körperstrukturen zu beeinträchtigen droht (so beispielsweise ein Blutschwamm in unmittelbarer Augennähe).

In einigen Fällen kann es auch sinnvoll sein, einen Blutschwamm medikamentös zu behandeln; beispielsweise, wenn ein Betroffener mehrere Blutschwämme hat oder unter einer Hämangiomatose leidet. Eingesetzt werden hier beispielsweise Corticosteroide. Eine solche Behandlung erstreckt sich meist über mehrere Wochen.

Dabei wird der Blutschwamm meist so behandelt, dass zu Beginn der Therapie das Medikament recht hoch dosiert ist und die Dosis während des Behandlungsverlaufs reduziert wird. In komplizierten Fällen kann ein Blutschwamm auch mit Betablockern behandelt werden.

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Vorbeugung

Einem Blutschwamm vorzubeugen, ist im Prinzip nicht möglich, da noch zu wenig bekannt ist über die Entstehungsmechanismen und die Ursachen, die hinter einem Hämangiom stehen.

Das können Sie selbst tun

Kleinere Blutschwämmchen sind meistens ungefährlich und bilden sich in nach einiger Zeit von selbst zurück. Bei Kindern muss die Geschwulst allerdings sehr genau beobachtet werden. Wenn sich das Hämangiom auch nach mehreren Monaten nicht zurückbildet oder sogar an Umfang zunimmt, muss zum Arzt gegangen werden. Handelt es sich um ein gutartiges Blutschwämmchen, muss es nicht entfernt werden. Das Kind wird sich irgendwann jedoch über die Geschwulst wundern und vielleicht auch seelisch darunter leiden. Dann kommt entweder ein chirurgischer Eingriff infrage oder – falls ein Operation zu riskant ist - muss dem Kind zumindest erklärt werden, was es mit dem Schwämmchen auf sich hat.

Die Rückbildung eines Hämangioms kann durch verschiedene Mittel aus der Natur gefördert werden. Bewährt haben sich beispielsweise die Ringelblume und die Zypresse, aber auch Schwedenkräuter und Hauswurz. Ein geeignetes Mittel aus der Homöopathie ist die Abrotanum genannte Eberraute. Die Anwendung dieser Mittel sollte auf jeden Fall mit dem Arzt abgesprochen werden. Dieser kann womöglich sogar einen erfahrenen Heilpraktiker hinzuziehen. Sollte das Blutschwämmchen Komplikationen verursachen, ist immer eine konservative Behandlung erforderlich.

Bücher über Hautrötungen

Quellen

  • Abeck, D.: Häufige Hautkrankheiten in der Allgemeinmedizin. Springer, Berlin Heidelberg 2011
  • Dirschka, T., Hartwig, R.: Klinikleitfaden Dermatologie. Urban & Fischer, München 2011
  • Moll, I.: Dermatologie. Thieme, Stuttgart 2010

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