Guarana

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Guarana ist ein sehr gut verträglicher und natürlicher Energielieferant. Zugleich wirkt der Pflanzenstoff leicht fiebersenkend und antibakteriell. Die Substanz wird in zahlreichen Produkten zum Verzehr angeboten.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau von Guarana

Die Guarana ist eine lianenartige Pflanze und zählt zu den Seifenbaumgewächsen, den Sapindaceae. Ihre wissenschaftliche Bezeichnung lautet Paullina Cupana. Namensgeber ist das im mittleren Südamerika beheimatete Volk der Guarani, eine indianische Minderheit.

Die Guarana wächst strauchartig oder in Form einer Liane. In ihrer Herkunftsregion, dem gesamten Amazonasbecken, kann sie eine Wuchshöhe von bis zu 12 Metern erreichen. Mittlerweile erfolgt der Anbau auch in anderen südamerikanischen Ländern. Die bräunliche behaarte Rinde wird zunehmend hölzern und kahl.

Ihre wechselständigen Laubblätter werden 20 bis 30 cm lang und bis zu 9 cm breit. Blüten bildet die Guarana-Pflanze nur vereinzelt aus. Diese bündeln sich trauben- oder rankenartig. Die sich daraus bildenden Früchte sind kapselartig und nehmen im reifen Zustand eine orangerote Farbe an. In der Länge messen diese 2 bis 3 cm. Die ausgebildeten Früchte sind Träger des Koffeins.

Teilweise öffnen sich die Kapseln und enthalten wenige Samen. Diese sind von grüner Farbigkeit und werden von einem weißen Samenmantel, dem sogenannten Arillus, begrenzt. Samen und Samenmantel sehen aus wie ein waches Auge. Aufgrund dieser Erscheinung ist die Guarana in zahlreichen Mythen der amerikanischen Urbevölkerung ein fester Bestandteil.

Wirkung & Anwendung

In den Ländern des ursprünglichen Vorkommens der Guarana-Pflanze findet sie eine vielfältige Verwendung. Vor allem in Pulverform und zu Pasten weiterverarbeitet wird Guarana dort seit mehreren Jahrhunderten konsumiert. Die zermahlenen Samen werden mittlerweile bevorzugt Erfrischungsgetränken und Energy-Drinks beigemengt. So findet die exotische Lianen-Pflanze auch in Europa vermehrt Zuspruch. Der bittere Geschmack wird durch Zugabe von Honig ausgeglichen.

Neben Eiweißen, Fetten und Stärke enthalten die Samen zahlreiche weitere sekundäre Pflanzenstoffe. Vor allem der Anteil des Koffeins ist dabei von Bedeutung. Er bemisst 7 Prozent und entspricht somit der dreifachen Menge an Koffein in zermahlenen Kaffeebohnen. Im Gegensatz zu Kaffee wird Guarana vom menschlichen Organismus besser vertragen. Es ist in seiner Wirkung schonender, besonders auf die Schleimhäute.

Namensgeber ist das im mittleren Südamerika beheimatete Volk der Guarani, eine indianische Minderheit.

Denn der Guarana-Samen enthält neben dem Koffein einen hohen Anteil an Gerbstoffen (25 Prozent). Bevor der Körper das Koffein aufnehmen kann, muss er die Gerbstoffe abbauen. Somit wird der Prozess der Koffein-Aufnahme verlangsamt. Bis zu sechs Stunden befindet sich die stimulierende Substanz dadurch im Organismus. Ebenso umfassend ist die Wirkdauer des Stoffes.

Außerdem fördert Guarana die Konzentrationsfähigkeit, die geistige wie körperliche Leistungsfähigkeit und vermindert Hunger- und Durstgefühl. Somit wird Guarana für Leistungs- und Lernstresssituationen sowie zur Gewichtsreduktion beworben. Dabei steigert Guarana nicht effektiv die reale Leistungsfähigkeit des Körpers, sondern täuscht über die Grenzen hinweg. Es ist eine aufputschende, drogenartige Substanz, die den Körper kurzzeitig zu höherem Krafteinsatz anregt.

Die zu einem Pulver vermahlenen, leicht bitter schmeckenden Samen der Guarana Pflanze können mit Flüssigkeiten oder anderen rührfähigen Nahrungsmitteln vermengt werden. Zumeist wird das Pulver in Kapselform oder als Tablette im Bereich der Nahrungsergänzungsmittel beworben.

Auch Trinkampullen werden vom Handel angeboten. Weiterhin sind Kaugummi, Süßigkeiten oder Fitnessdrinks käuflich zu erwerben. Auch Tee wird die Substanz zugesetzt. Durch die anregende Wirkung und bereits traditionelle Verwendung zur Potenzsteigerung wird Guarana auch Gleitgels zugefügt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Das Pulver wirkt anregend und vitalisierend, senkt zugleich Fieber und ist harntreibend. Es regt die Atmung, das Herz- und Kreislaufsystem sowie die Muskulatur an. Guarana wirkt adstringierend. Somit ergeben sich Einsatzgebiete bei Kopfschmerzen bis hin zu Migräne sowie allgemeine Schwächezustände und Leistungsabfall. Weiterhin wird es zur Gewichtsreduktion genutzt, da Guarana Hunger- und Durstgefühle überbrückt. Guarana kann durch die anregende Wirkung des Koffeins ebenfalls abhängig machen.

In seiner traditionellen Verwendung zur Körperpflege und als Medizinpflanze beschränkt sich die Anwendungsdauer. Die indianischen Stämme nutzen Guarana vor allem auf ihren Jagdausflügen. Um sich kurzfristig mit Energie zu versorgen wird eine Paste hergestellt und zu einem Brotlaib geformt. Es ist kein Langzeitkonsum vorgesehen, sondern sollte in Maßen für die Gesundheit genutzt werden. Nebenwirkungen von Guarana sind möglich und resultieren aus dem hohen Koffeingehalt. Ähnlich zeigen sich die Symptome.

Ein übermäßiger Konsum von Guarana kann Schlafprobleme, Kopfschmerzen, innere Unruhezustände, Tachykardie, Zittern und Muskelschmerzen verursachen. Auch Durchfallprobleme sind bekannt. Durch die Verminderung des Hunger- und vor allem Durstgefühls ist auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr zu achten. Besonders bei warmen Umgebungstemperaturen besteht die Gefahr der Dehydrierung. Gefährlich wird dies bei körperlich anspruchsvollen Situationen.

Für schwangere und stillende Frauen wird Guarana daher nicht empfohlen. Gleiches gilt für Kinder, Menschen mit Bluthochdruck und Schilddrüsenüberfunktion sowie Menschen die weder Koffein noch Teein vertragen. Eine tägliche Einnahme von 3 g Guarana-Pulver wird als gesundheitlich unbedenklich eingestuft. Eine Lösung dieser Menge in Wasser entspricht etwa einem Koffeingehalt von 150 mg.

Dies käme dem Verzehr von circa 3 Tassen Kaffee gleich. Empfohlen wird eine maximale tägliche Zufuhr zwischen 1 bis 2 g. Bei der Nutzung von Guarana-Pulver ist die Einhaltung der empfohlenen Dosierung schwieriger als bei Kapseln oder Tabletten. Bei einer Überdosierung empfehlen Mediziner die Zufuhr von reichlich Wasser.

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