Grundumsatz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 11. Januar 2017
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Als Grundumsatz wird der tägliche Energieverbrauch des Menschen bei völliger Ruhe, nüchtern und bei 28 Grad Celsius Umgebungstemperatur bezeichnet, bei der der Körper keine zusätzliche Leistung für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur aufbringen muss. Der Grundumsatz, eine individuelle Größe, ist außer vom Körpergewicht von mehreren weiteren Faktoren abhängig. In grober Annäherung liegt der Grundumsatz des Menschen bei 22 bis 24 Kilokalorien pro kg Körpermasse.

Inhaltsverzeichnis

Was ist der Grundumsatz?

Der Grundumsatz des Menschen ist der Energieverbrauch, den er innerhalb 24 Stunden zur Selbsterhaltung in völliger Ruhe, nüchtern (12 Stunden nach der letzten Nahrungsaufnahme) und bei Indifferenztemperatur benötigt. Die Indifferenztemperatur ist die Temperatur der Umgebungsluft, bei der keine zusätzliche Leistung für die Aufrechterhaltung der Körperkerntemperatur von knapp unter 37 Grad Celsius für Wärmeerzeugung oder Kühlung (Schwitzen) aufgewendet werden muss. Sie liegt für den Menschen bei etwa 28 Grad Celsius.

Jeglicher Energieverbrauch über den Grundumsatz hinaus wird als Leistungsumsatz bezeichnet. Grundumsatz plus Leistungsumsatz ergeben den Gesamtumsatz.

Der Grundumsatz ist neben der Körpermasse von einigen weiteren Faktoren abhängig, wie dem prozentualen Anteil der Muskel- und Fettmasse, der Körpergröße und dem Hormonstatus. Der Grundumsatz von Männern pro kg Körpermasse liegt im Durchschnitt etwa um 10% höher als der von Frauen, was hauptsächlich an dem Hormonstatus und an einer anderen Fettverteilung im Körper liegt. Natürlich kann dies jedoch von Person zu Person ganz unterschiedlich sein.

In einer groben Annäherung liegt der Grundumsatz einer erwachsenen, normalgewichtigen Frau bei ca. 22 kcal oder 90 kJ je kg Körpermasse. Bei einem erwachsenen, normalgewichtigen Mann liegt der Grundumsatz bei ca. 24 kcal oder 100 kJ je kg Körpermasse.

Funktion & Aufgabe

Die Höhe des Grundumsatzes plus Bedarf für den Leistungsumsatz ist entscheidend für den Gesamtkalorienbedarf. Eine Nahrung, deren verwertbare Energie nachhaltig und deutlich den Bedarf für den Grund- und den Leistungsumsatz übersteigt, gibt dem Körper Gelegenheit, die überschüssige Energie in Form von Fettreserven für Zeiten mit knappem Nahrungsangebot anzulegen. Für den umgekehrten Fall eines knappen Nahrungsangebotes, das nachhaltig zu einer deutlich negativen Gesamtumsatzbilanz führt, verfügt der Mensch über einen sogenannten Hungerstoffwechsel, auf den der Körper umschaltet, wenn er mindestens drei Tage lang eine negative Energiebilanz von über 500 kcal je Tag ertragen muss.

Der Grundumsatz kann in dem Notprogramm um bis zu 50 % reduziert sein. Das Sparprogramm ist genetisch vorprogrammiert und ermöglicht es, Zeiten mit sehr knappem Nahrungsangebot besser und länger zu überstehen. Bei einer eingeschränkten Kalorienaufnahme zur Einhaltung einer Diät kann es daher durchaus von Interesse sein, die Höhe des Grundumsatzes in der Gesamtenergiebilanz zu berücksichtigen, um den Körper davon abzuhalten, in das Sparprogramm zu verfallen.

Als Grundumsatz wird der tägliche Energieverbrauch des Menschen bei völliger Ruhe, nüchtern und bei 28 Grad Celsius Umgebungstemperatur bezeichnet, bei der der Körper keine zusätzliche Leistung für die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur aufbringen muss.

Am Grundumsatz in absoluter Ruhephase haben die Skelettmuskulatur und die Leber mit jeweils 26 % den größten Anteil. Das Gehirn verbraucht trotz Ruhephase mit Denkpause etwa 18 %, das Herz 9 % und die Nieren 7 %. Der restliche Anteil von ca. 14 % entfällt auf die übrigen Organe.

Eine direkte Messung des Grundumsatzes gestaltet sich relativ schwierig und aufwendig, so dass im Normalfall darauf verzichtet wird. Alternativ zur direkten Messung stehen mehrere Berechnungsformeln zu Verfügung, die leicht messbare Parameter zur näherungsweisen Bestimmung des Grundumsatzes nutzen. Eine der modernen Formeln, die 1990 von Mifflin und St. Jeor in den USA vorgeschlagen wurde, berücksichtigt neben unterschiedlichen absoluten Konstanten für das Geschlecht auch Größe und Alter der Person. Die moderne Berechnungsformel für den Grundumsatz berücksichtigt auch die in den letzten 100 Jahren veränderte Lebens- und Ernährungsweise. Eine andere Formel nimmt Rücksicht darauf, dass der Grundumsatz bei höherem Fettanteil je kg Körpermasse abnimmt. Der Fettanteil wird über den Body-Mass-Index (BMI) berücksichtigt.

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Krankheiten & Beschwerden

Probleme, die im Zusammenhang mit dem Grundumsatz stehen, werden in der Regel durch einen vergleichsweise niedrigen Grundumsatz verursacht. Meist führt ein erniedrigter Grundumsatz zu Adipositas, da bei unveränderten Ernährungsgewohnheiten ein größerer Teil des Energieangebotes in der Nahrung für eine Speicherung in Form von Fett zur Verfügung steht.

Die Höhe des Grundumsatzes ist zum Teil genetisch bedingt und kann nur teilweise über die Art der Nahrung beeinflusst werden. Allerdings lässt sich der Stoffwechsel durch scharfe Gewürze wie Chili, Curry oder Cayennepfeffer, die alle den Stoff Capsaicin enthalten, deutlich anregen. So kann der Grundumsatz durch Capsaicin um bis zu 25 % erhöht werden.

Die häufigsten Probleme mit einem niedrigem Grundumsatz stehen im Zusammenhang mit einer Schilddrüsenunterfunktion (Hypothyreose). Auch andere Krankheiten, die Auswirkungen auf das Hormonsystem haben, können Einfluss auf eine Verringerung des Grundumsatzes haben, mit der Konsequenz einer Gewichtszunahme.

Viele Frauen haben Probleme mit ungewollter Gewichtszunahme nach der Menopause. Die veränderte Hormonlage führt zu einem erniedrigten Grundumsatz, so dass eine Gewichtszunahme begünstigt wird.

Tendenziell wirken Stresshormone stoffwechselanregend und erhöhen den Grundumsatz, während Depressionen dämpfend auf den Grundumsatz wirken. Auch Medikamente wie Antidepressiva, die eine dämpfende Wirkung auf den Stoffwechsel haben, führen bei den Betroffenen häufig zu ungewollter Gewichtszunahme aufgrund der Absenkung des Grundumsatzes bei gleichzeitigem gesteigertem Appetit.

Den größten Einfluss auf eine drastische Absenkung des Grundumsatzes hat allerdings der gesunde Körper selbst, wenn er den Stoffwechsel in den Energiesparmodus versetzt. Der Grundumsatz kann in diesem Fall um bis zu 50 % reduziert sein.

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