Große Pupillen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Oktober 2017
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Große Pupillen können auf Grund unterschiedlichster Verletzungen, Störungen oder Erkrankungen auftreten. Dazu gehören beispielsweise Tumore, Kopfverletzungen oder der Missbrauch von Drogen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind große Pupillen?

Als Pupille bezeichnet man eine Öffnung in der Regenbogenhaut des menschlichen Auges, durch die Licht einfallen kann. Auf diese Weise wird das Sehen ermöglicht. Bei großer Helligkeit ist die Pupille normalerweise eng, große Pupillen sind eine Reaktion auf zu geringes Licht in der Umgebung.

In einem dunklen Raum werden die Pupillen erweitert, damit mehr Licht einfallen kann. Auch bei emotionaler Erregung reagiert die Iris mit einer Erweiterung bzw. dem Zusammenziehen der Pupillen. Auch medizinische Augentropfen, so genannte Mydriatika, können große Pupillen hervorrufen. Diese werden hauptsächlich dann verabreicht, wenn der Arzt die Pupillen künstlich erweitern möchte, um ihre Reaktion auf den Lichteinfall zu untersuchen.

Allerdings treten sie auch als Symptom verschiedenster Krankheiten auf, dazu zählen zum Beispiel neurologische Probleme, Tumore, Kopfverletzungen, Vergiftungen oder die Einnahme von Drogen. Reagieren große Pupillen nicht mehr auf Licht und bleiben völlig starr, so ist dies ein Hinweis für den bereits eingetretenen Tod.

Ursachen

Eine häufige Ursache für große Pupillen ist die Einnahme von illegalen Drogen oder Medikamenten wie Antihistamine (Allermax, Allergia-C, Benadryl, Aller-Chlor, Chlor-Trimeton, Allerlief), Kokain, Marihuana, Amphetamine, Atropine, abschwellende Mittel wie zum Beispiel Pseudoephedrin, Cannabis, LSD, Heroin bzw. Methamphetamine.

Große Pupillen treten aber auch auf Grund von Vergiftungen durch Chloroform, Benzol, Stechapfel oder Pilze auf. Eine weitere mögliche Ursache ist eine Störung des so genannten Kranialnervs, der für die Steuerung der Augenbewegungen verantwortlich ist. Darüber hinaus können hinter erweiterten Pupillen auch ein Gehirnaneurysma, ein Gehirntumor, eine Kopfverletzung oder ein Gehirnödem stecken.

Tritt eine Erweiterung der Pupille nur auf einer Seite auf, so kann dies auf eine Hirnquetschung bzw. Hirnblutung auf Grund einer Schädel-Hirn-Verletzung hinweisen. Des Weiteren kommt es auch bei einer Schädelfraktur, einer inneren Blutung im Kopf bzw. einem Schlaganfall zu großen Pupillen.

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Diagnose & Verlauf

Da große Pupillen verschiedenste Ursachen haben, sind auch die Maßnahmen für die Prävention sehr unterschiedlich. Die schwerwiegendste Ursache sind Gehirnschäden.

Im Rahmen einer ärztlichen Untersuchung wird der Mediziner versuchen auf Grund zusätzlicher Symptome die Ursache für die großen Pupillen zu finden. An erster Stelle der Diagnostik steht die Anamnese.

Sollte diese durch den Patienten selbst nicht möglich sein, erfolgt eine Fremdanamnese durch Angehörige. Der Arzt stellt dabei Fragen zu eventuellen Vorerkrankungen, Traumata oder Infektionen. Im Rahmen einer klinischen Untersuchung kann dann je nach Ursache eine neurologische Untersuchung, eine Elektroenzephalographie (EEG), eine kraniale Computertomographie (CCT) bzw. eine Spiegelung des Augenhintergrundes erfolgen.

Eine große Gefahr ist dann gegeben, wenn die Pupillen starr und weit bzw. unterschiedlich in ihrer Größe sind. Nach der Einnahme von Drogen können außerdem noch weitere Symptome auftreten. Dazu zählen Ohnmacht, erhöhter Herzschlag, Verwirrung, Erbrechen bzw. ein sehr trockener Mund.

Da große Pupillen oftmals auch ein Warnsignal für eine lebensgefährliche Störung darstellen können, sollte in diesen Fällen ein Notarzt alarmiert werden. Weitere Symptome, die zusätzlich zu großen Pupillen auftreten, sind: Halluzinationen, Bewegungsunfähigkeit, Kopfschmerzen, Sehverlust oder Sehstörungen, Gemütsschwankungen bzw. Krämpfe. Auf Grund dieser Symptome ist dem Arzt möglich, eine genauere Diagnose zu stellen.

Komplikationen

Große Pupillen können durch eine Vielzahl von Zuständen, Krankheiten oder Verletzungen verursacht werden und ebenso vielgestaltig sind die möglichen Komplikationen. Erweiterte Pupillen nach dem Missbrauch von Drogen können Anzeichen einer Überdosis sein und gehen meist mit Verwirrung oder Ohnmacht, einem erhöhten Pulsschlag und einer verwaschenen Sprache einher. Weite Komplikationen können sein: Halluzinationen, Kopfschmerzen, Sehstörungen und im Extremfall ein vollständiger Sehverlust, der durch eine sogenannte Vaskularisierung im Bereich der Pupillen bedingt ist.

Große Pupillen in Folge einer Kopfverletzung bringen oft Übelkeit und Erbrechen mit sich, ebenso kann zu einer verschwommenen Sicht und weiteren Beschwerden kommen. Liegt dem Symptom eine Hirnverletzung zugrunde, besteht im Extremfall Lebensgefahr für den Patienten. Selbiges gilt bei Vergiftung, einem Schädeltrauma oder einem Schlaganfall. Je nach Ursache muss eine Notoperation durchgeführt werden, welche die Gefahr einer dauerhaften Schädigung birgt. Bei der Behandlung mit Medikamenten besteht das Risiko, dass die Beschwerden noch zunehmen und es zu weiteren Symptomen kommt.

Zuletzt kann es bei bestimmten Grunderkrankungen wie etwa der Akanthamöben-Keratitis zu einer Vaskularisierung, also einem Wachstum der Blutgefäße in der Hornhaut kommen, begleitet oft von sekundären bakteriellen Infektionen im Bereich der Pupillen. Aufgrund der Vielzahl möglicher Komplikationen sollten große Pupillen vor allem bei chronischem Auftreten von einem Arzt untersucht werden.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Pupillen treten normalerweise nur bei geringem Licht oder Dunkelheit auf. Außerdem kommt es vor, dass sich Pupillen vorübergehend weiten, wenn jemand etwas mit großem Interesse betrachtet oder allgemein emotional erregt ist. Auch einige Medikamente können als Nebenwirkung erweiterte Pupillen verursachen. Ansonsten treten große Pupillen aus weniger harmlosen Ursachen auf und sollten ärztlich untersucht werden.

Für große Pupillen kommen zahlreiche Ursachen infrage. Gehirnerkrankungen wie ein Tumor, Ödem oder Aneurysma gehören dazu wie auch ein gestörter Kranialnerv, der die Augenbewegungen steuert. Große Pupillen können auch auf einen Schädelbruch, eine Hirnblutung oder Hirnquetschung hinweisen und geben damit unter anderem bei Unfällen wichtige medizinische Hinweise. Ebenfalls lösen verschiedene Vergiftungen eine Pupillenerweiterung aus.

Bekannt ist außerdem das Auftreten großer Pupillen bei illegalem Drogenkonsum. Wenn auch die Drogenkonsumenten selbst deswegen kaum freiwillig einen Arzt aufsuchen werden, geben beim Auffinden einer hilflosen Person große Pupillen Hinweise auf einen möglichen Drogenmissbrauch. Eine erweiterte Pupille kann auch einseitig auftreten, also nur ein Auge betreffen.

Ein Arztbesuch ist bei großen Pupillen also immer angezeigt, wenn keine der eingangs erwähnten harmlosen Ursachen hierfür zutreffen. Es kann sogar ratsam sein, gleich den Notarzt zu rufen.

Behandlung & Therapie

Abhängig von der Ursache erfolgt die Behandlung großer Pupillen. Dabei wird der Arzt gegen die auslösende Störung vorgehen und eine Verschlimmerung verhindern.

Ist die Ursache ein neurologisches Problem, so muss der Patient stationär behandelt werden. Dazu gehören Schlaganfälle, Gehirnaneurysmen, Kopfverletzungen, Gehirntumore, Gehirnhämatome oder ein erhöhter Innendruck im Schädel. Bei Letzterem ist eventuell auch eine rasche Operation von Nöten.

Dabei wird der Schädel geöffnet, um Blut abzupumpen, wodurch der Druck verringert werden kann. Auch nach der Einnahme von Drogen oder bei starken Vergiftungen ist im Normalfall ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig. Darüber hinaus können auch eine Rehabilitation oder ein Entzug ratsam sein. Diese Art der Behandlung kann sowohl ambulant als auch Stationär durchgeführt werden.

Aussicht & Prognose

In vielen Fällen treten die vergrößern Pupillen dann auf, wenn der Patient Alkohol oder andere Drogen missbraucht hat. Das Symptom nimmt nach einer kurzen Zeit wieder ab und verschwindet vollständig, wenn die jeweilige Droge aus dem Körper abgebaut wurde. Neben den großen Pupillen kommt es in der Regel auch zu Kopfschmerzen, Halluzinationen und Übelkeit.

Große Pupillen können auch nach einem Unfall auftreten. Hier kommt es in der Regel durch den Schock auch zu Erbrechen, Schwindel und Übelkeit. Falls die Verletzung am Kopf stattgefunden hat, kann es sich um eine Gehirnerschütterung oder um ein Schädeltrauma handeln. In diesen Fällen muss dringend ein Arzt aufgesucht werden, um das Symptom zu behandeln. Die großen Pupillen treten auch bei Schlanganfällen auf.

In den meisten Fällen verschwindet das Symptom von alleine, wenn es sich nicht um eine schwerwiegende Ursache handelt. Sie kommen vor allem nach dem Konsum von Alkohol vor und stellen bei gewöhnlichen Mengen keine Gefahr dar.

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Vorbeugung

Da große Pupillen verschiedenste Ursachen haben, sind auch die Maßnahmen für die Prävention sehr unterschiedlich. Die schwerwiegendste Ursache sind Gehirnschäden, die sehr häufig durch Kopfverletzungen ausgelöst werden.

Da die Symptome oftmals aber erst verzögert eintreten, ist es schwierig, den richtigen Zusammenhang herzustellen. Daher ist es empfehlenswert, sich beim Autofahren immer anzuschnallen und bei Sportarten wie Skateboarden, Inlineskaten oder Fahrradfahren einen Helm zu tragen. Einem Tumor kann grundsätzlich nicht vorgebeugt werden, hier ist es wichtig, ihn frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.

Großen Pupillen, die auf Grund von Vergiftungen auftreten, kann man ebenfalls nur durch Vorsicht vorbeugen. Das heißt, Pilze, Beeren oder Pflanzen sollten nur dann gegessen werden, wenn kein Zweifel besteht, dass diese auch genießbar sind.

Das können Sie selbst tun

Große Pupillen können durch viele Zustände, Krankheiten oder Verletzungen hervorgerufen werden. Je nach Ursache helfen verschiedene Maßnahmen und Hausmittel gegen vergrößerte Pupillen. Oftmals hilft bereits ein Spaziergang an der Sonne oder der Kontakt mit einer Lichtquelle dabei, die Größe der Pupillen zu reduzieren.

Auch ruhige Musik und Tee wirken entspannend und beugen vergrößerten Pupillen vor. Ebenso diverse Speisen und Getränke sowie sportliche Aktivität. Auch Emotionen und diverse andere Faktoren beeinflussen die Größe und das Auftreten der Pupillen. Es empfiehlt sich deshalb, zunächst die Ursache der Veränderungen zu ermitteln. Veränderte Pupillen in Folge von Drogenkonsum können durch Schlaf und Entspannung kuriert werden, während große Pupillen in Folge einer Vergiftung durch verschiedene Hausmittel wieder verkleinert werden können.

Bei anderweitigen Ursachen (Kopfverletzungen, Schlaganfall, Gehirntumor u.a.) sollten etwaige Maßnahmen zunächst mit dem behandelnden Arzt abgesprochen werden. Begleitend können dann Schritte eingeleitet werden, um die Ursache zu beheben und somit auch die Pupillengröße wieder auf das Normalmaß zu reduzieren. Das wirksamste Hausmittel gegen große Pupillen ist immer eine Behandlung des Auslösers, einhergehend mit Schonung und Bettruhe.

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Quellen

  • Augustin, A. J.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2001
  • Grehn, F.: Augenheilkunde. Springer, Berlin 2012
  • Lang, G. K.: Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014

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