Grindelie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Grindelie verschönert mit ihren gelben Blüten heute zahlreiche Gärten. Die ursprünglich aus Amerika stammende Pflanze lässt sich jedoch auch als Heilmittel gegen eine Vielzahl von Beschwerden einsetzen.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Grindelie

Die Grindelie gehört zu den Korbblütlern. Unter ihrem wissenschaftlichen Namen Grindelia robusta (neuer auch: Grindelia camporum) werden etwa 50 verschiedene Arten zusammengefasst. Benannt wurde die Pflanze nach dem Botaniker David Hieronymus Grindel (1776-1836). Natürlich kommt die Grindelie auf dem amerikanischen Kontinent vor und ist dort von Mexiko bis Kanada verbreitet. Die Pflanze wird einen halben bis einen ganzen Meter hoch und verträgt Hitze wie Kälte.

Ihrer Unempfindlichkeit verdankt sie den Beinamen „robusta“. Neben den leuchtenden gelben Blüten fällt sie durch ihren der Länge nach gefurchten und fast kahlen Stängel auf, der mit Harzdrüsen besetzt ist. Die spärlich behaarten, einförmigen Blätter werden etwa fünf Zentimeter lang und besitzen einen gezähnten Rand. Die Blüte der Grindelie wird aus mehreren Reihen gebildet. Diese Form des Blütenköpfchens wird botanisch als Hüllkelch bezeichnet. Laien erinnert diese Blütenform an die Margerite.

Wirkung & Anwendung

Seit geraumer Zeit wird die Grindelie auch in Europa als Zierpflanze kultiviert. Bekannt ist sie unter den Namen Teerkraut, Gummikraut und Milzkraut. Gärtner schätzen sie vor allem wegen ihrer Zuverlässigkeit und Unempfindlichkeit. Die Grindelie ist winterhart und gedeiht in fast jedem Boden. Obwohl sie ursprünglich in trockenen und halbtrockenen Regionen zu Hause ist, verträgt sie auch etwas lehmigere Erde, aber keine Staunässe. Zu nährstoffreich sollte der Boden nicht sein; die Zugabe von Kompost oder Dünger empfiehlt sich nicht.

Die Pflanze wächst in der Sonne oder im Halbschatten und blüht von Mai bis Oktober. Zur besten Form gelangt sie an einer sehr sonnigen Stelle, wo sie Höhen bis zu 1,50 Meter erreichen kann. Mit den leuchtenden gelben Blüten verleiht sie Staudenbeeten einen frischen Farbtupfer. Ab etwa 16 Grad lassen sich die Samen aussäen, zudem ist eine Vermehrung über Stecklinge möglich. In einigen amerikanischen Staaten wird die Grindelie nicht nur als Zierstaude, sondern auch als Heilpflanze kultiviert.

Neben den leuchtenden gelben Blüten fällt sie durch ihren der Länge nach gefurchten und fast kahlen Stängel auf, der mit Harzdrüsen besetzt ist.

Denn in der Volksmedizin hat die Grindelie eine lange Tradition. Von den amerikanischen Ureinwohnern wird sie seit Jahrhunderten gegen zahlreiche Beschwerden verwendet. Wegen ihres hohen Harzgehaltes wird diese Heilpflanze bei Erkältungen, Bronchitis, Asthma und Keuchhusten eingesetzt. Dazu werden täglich mehrere Tassen Tee aus den getrockneten Blüten und Blättern der Grindelie getrunken.

Etwa einen Esslöffel der Kräuter übergießt man zur Zubereitung mit kochendem Wasser und lässt sie etwa zehn Minuten ziehen, bevor die Reste abgeseiht werden. Auch Homöopathen setzen die Pflanze in Form von Globuli in der Behandlung von Erkrankungen der Atemwege ein. Grindelien-Tee wird traditionell auch bei Entzündungen der Harnblase empfohlen. Bekannt ist auch die günstige Wirkung der Grindelie bei Hautirritationen jeder Art.

So stellt ihr Sud in Amerika ein traditionelles Gegenmittel gegen die schweren Entzündungen dar, die durch den Kontakt mit Giftsumach ausgelöst werden. Dies beobachtete der kalifornische Arzt Dr. Cranfield aus Monterey und sorgte dafür, dass die Grindelie schon 1863 in den USA den Status eines offizinellen Arzneimittels erhielt. Auch gegen andere Hautausschläge, Ekzeme und Dermatitis wird die Grindelie bis heute mit Erfolg eingesetzt.

Meist werden zu diesem Zweck Tinkturen verwendet. Wenn frische Bestandteile der Pflanze verfügbar sind, lässt sich aus diesem auch eine Breiauflage herstellen, die auf entzündliche Hautstellen aufgetragen wird. Wegen ihrer beruhigenden und klärenden Wirkung sind Extrakte aus der Grindelie zudem Bestandteil von naturkosmetischen Produkten.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Grindelie gehört zu den sehr seltenen Heilkräutern, die sich durch einen hohen Harzanteil auszeichnen. Dieser liegt bei zehn bis zwanzig Prozent. Zu den in hohen Konzentrationen der Pflanze vorkommenden Harzen gehört die Diterpensäure, die darum auch als Grindeliasäure bezeichnet wird. Als weitere wesentliche Inhaltsstoffe sind seifenartige Stoffe, die sogenannten Saponine, und ätherische Öle zu nennen.

Die sekretlösende und beruhigende Wirkung von Arzneien aus Bestandteilen der Grindelie beruht auf dem Zusammenspiel dieser drei Komponenten. Wissenschaftlich konnte sie in zahlreichen Studien nachgewiesen werden. Auch die entzündungshemmende Wirkung der Grindelie ist von der Schulmedizin seit langem anerkannt. In Labortests wurde nachgewiesen, dass die Inhaltsstoffe der Pflanze das Wachstum von Pilzen und Bakterien hemmen.

Zudem ist das Grindeliakraut reich an Phenolcarbonsäuren. Bei diesen sekundären Pflanzenstoffen handelt es sich um aromatische Carbonsäuren, deren Grundstruktur das Phenol ist. Diese wirkt entzündungshemmend und antioxidativ. Sie scheinen auch das Wachstum von Krebszellen bremsen zu können Zu diesem Aspekt liegt jedoch noch keine ausreichende Datenmenge vor, so das weitere Studien angezeigt sind.

In sehr hohen Dosen, die die empfohlene Tagesdosis von etwa vier bis sechs Gramm des getrockneten Krautes deutlich übersteigen, wurden Reizungen der Magenschleimhaut nach der Einnahme von Grindelien-Tee beobachtet. Es besteht der Verdacht, dass solche Überdosierungen auch die Nieren reizen können. Schwangere oder stillende Frauen, die Zubereitungen aus Grindelie verwenden möchten, sollten sich mit ihrem Hausarzt beraten. Zudem kann die Grindelie blutdrucksenkend wirken und ist darum für Menschen mit Hypotonie nur bedingt empfehlenswert.

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