Gräfenberg-Zone

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Gräfenberg-Zone ist besser als G-Punkt bekannt und entspricht einer erogenen Zone in der vorderen Wand der Vagina, die vom deutschen Arzt Gräfenberg entdeckt wurde. Die Stimulation der Zone soll ähnlich der Stimulation im Bereich der Klitoris zum weiblichen Orgasmus führen. Der G-Punkt gilt bis heute allerdings als wenig belegter Mythos.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Gräfenberg-Zone?

Die Gräfenberg-Zone ist eine erogene Zone in der weiblichen Vagina und wird auch als G-Punkt bezeichnet. Der deutsche Arzt Ernst Gräfenberg beschrieb den G-Punkt erstmals 1950. Er bezeichnete den G-Punkt in seinem Artikel als erogenen Zone der vorderen Vaginalwand, die entlang der Harnröhre verläuft und bei sexueller Stimulation an Größe gewinnt.

Wissenschaftliche Studien wiesen an einigen Frauen die Erogenität der Zone nach. Ein Teil der untersuchten Frauen kamen durch Stimulation der Zone schneller zum Orgasmus. An anderen Frauen wurden widersprüchliche Daten gesammelt. Sie empfanden die Stimulation nicht als sonderlich erregend. Sein Erstbeschreiber erklärt diesen Zusammenhang über die Hypothese, dass der G-Punkt erst bei einem gewissen Grad der Erregung zu einer erogenen Zone wird. Bislang gilt die Existenz des G-Punkts wissenschaftlich trotzdem nicht zweifelsfrei belegt.

Der G-Punkt soll eine anatomisch klar abgegrenzte Zone mit regelhaften Strukturen sein, aber in die meisten Lehrbücher der Anatomie hat die Gräfenberg-Zone bislang wegen der geringen Beweislage zu ihrer Existenz keinen Eingang erhalten und wird von Kritikern als ein moderner Mythos bezeichnet.

Anatomie & Aufbau

Der G-Punkt zieht sich laut Erstbeschreiber Gräfenberg die Harnröhre entlang und weist die anatomischen Eigenschaften eines Schwellkörpers auf. Die Gräfenberg-Zone befindet sich zum Scheideneingang in einer Entfernung von fünf Zentimetern und liegt an der Vorderwand der Vagina.

Die Form des G-Punkts entspricht einer abgeflachten Halbkugel. Die Gesamtgröße beträgt etwa zwei Zentimeter im Durchmesser. In der Mitte liegt eine Vertiefung. Gräfenberg lokalisiert in diesem Bereich außerdem die „Prostata feminina“. Dieses Drüsengewebe produziere bei sexueller Stimulation ein Sekret und könne eine weibliche Ejakulation zur Folge haben, die von mehrschübig pulsierendem Ausstoß gekennzeichnet ist. Das Gewebe des G-Punkts fühlt sich gerippt und hart an. Die übrige Scheidenwand ist mit glattem Gewebe ausgestattet.

Neben der Sensibilität kann auch die Form oder Größe der Gräfenberg-Zone stark variieren. Der Lustgewinn soll unter anderem von einem erlernten und schablonenartigen Ablauf abhängen. Nichtsdestotrotz soll die Stimulation der Zone deshalb als besonders erregend empfunden werden, da innerhalb der Struktur meist eine feine, sensible Innervation vorhanden ist.

Funktion & Aufgaben

Der G-Punkt hat für den Orgasmus der Frau Funktion. Das weibliche Geschlecht gelangt vor allem durch die Stimulationen der Klitoris zum Orgasmus, aber die Stimulation anderer, erogener Zonen kann einen zusätzlichen Lustgewinn erbringen. Als zusätzlich erogene Zonen im weiblichen Intimbereich gelten neben dem G-Punkt der ebenso sagenumwobene A-Punkt und das Saumgewebe der weiblichen Harnröhrenmündung, das auch als U-Punkt bezeichnet wird. Alle dieser Punkte dienen dem Lustgewinn.

Dieser Lustgewinn hat evolutionsbiologisch einen tragenden Wert. Indem der Fortpflanzungsakt Spaß macht und mit dem Orgasmus in eine absolute Entspannung mündet, wird der Geschlechtsakt mit positiven Emotionen assoziiert. Im weitesten Sinne werden davon zum Beispiel die Fortpflanzung und der Arterhalt unterstützt. Ein weiblicher Orgasmus kann auf unterschiedlichem Weg erreicht werden. Wenn die Frau durch die Stimulation der erogenen Vaginalzonen zum Höhepunkt gelangt, ist von einem vaginalen Orgasmus die Rede. Davon abzugrenzen ist der klitorale Orgasmus.

Ob sich beide voneinander unterscheiden, bleibt Gegenstand der Spekulation. Die Erregung der Frau stimuliert die Drüsen der Vagina zur Sekretion. Diese Sekretion schützt den Vaginalraum zum einen vor Krankheiten und führt zum anderen dazu, dass der Geschlechtsverkehr nicht als schmerzhaft empfunden wird. Auch mit der vaginalen Drüsensekretion sind erogene Zonen wie der G-Punkt funktional assoziiert.

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Krankheiten

Scheidentrockenheit ist ein verbreitetes Problem, das vor allem Frauen in den Wechseljahren, nach einem Eierstockeingriff oder in psychischen Stresssituationen betrifft. Extreme Scheidentrockenheit äußert sich nicht nur in Schmerzen oder sogar Blutungen beim Geschlechtsverkehr, sondern kann sich außerdem in einem Brennen und Jucken der Scheide manifestieren.

Oft stellen sich die Symptome neben dem Geschlechtsverkehr vor allem bei der Miktion ein. Die Scheidenflüssigkeit wehrt Krankheitserreger ab und schützt den Intimbereich damit vor der Besiedlung durch Bakterien oder Pilze. Aus diesem Grund kann Scheidentrockenheit in Folgeerkrankungen münden und beispielsweise bakterielle Besiedlung begünstigen. Darüber hinaus kann das Phänomen zu partnerschaftlichen Problemen und damit psychischem Stress führen, da die Frau den Geschlechtsakt aufgrund der Schmerzen nicht mehr als angenehm empfindet. Da eine Erregung automatisch zur Sekretion von Vaginalflüssigkeit führt, kann Scheidentrockenheit durch eine Stimulation von erogenen Zonen wie der Gräfenberg-Zone unter Umständen gelindert werden.

Der G-Punkt und alle anderen erogenen Zonen können Spekulationen zufolge in psychischen Stresssituationen allerdings in ihrer Funktion beeinträchtigt sein und dann nicht mehr zum gewünschten Effekt führen. Eine Funktionsbeeinträchtigung ergibt sich außerdem aus Nervenschädigungen im Vaginalbereich. Da die sensiblen Nervenendigungen erogene Zonen erst zu erogenen Zonen machen, kann zum Beispiel eine Neuropathie in diesem Bereich die Gräfenberg-Zone vollständig an Funktion einbüßen lassen. Bei Nervenschädigungen der sensiblen Nerven stellt sich ein Taubheitsgefühl ein. Die Reizungen der Nerven erreichen das zentrale Nervensystem nicht mehr und können nicht verarbeitet werden oder kommen nur noch abgeschwächt im Zentralnervensystem an.

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