Gonadotropine

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Wenn es um die menschlichen Sexualhormone geht, werden zumeist zuerst Östrogene, Gestagene und Testosteron genannt. Allerdings gibt es neben diesen die Gruppe der Gonadotropine, Proteohormone, die einen genauso entscheidenden Einfluss auf Eierstöcke, Hoden und endokrine Funktionen haben. Zu dieser Hormongruppe gehören z.B. FSH, LH, Prolaktin und hCG.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gonadotropine?

Gonadotropine sind Hormone mit Proteinstruktur, die die Entwicklung der männlichen und weiblichen Keimdrüsen fördern und den Hormonhaushalt im Körper beeinflussen. Es wird unterschieden zwischen hypophysären Gonadotropinen, die in der Hypophyse (Hirnanhangsdrüse) gebildet werden, und extrahypophysären, die in anderen Drüsen entstehen.

Die meisten Hormone aus der Gruppe der Gonadotropine werden jedoch in den Zellen des Hypophysenvorderlappens gebildet und dort in die Blutbahn abgegeben. Das follikelstimulierende Hormon (FSH) zum Beispiel ist ein in der Adenohypophyse gebildetes Gonadotropin, das bei Frauen die Follikelreifung und bei Männern die Spermienbildung anregt. Ein weiteres hypophysäres Sexualhormon ist das luteinisierende Hormon (LH), das für die Reifung der Geschlechtszellen bei Mann und Frau verantwortlich ist.

Auch das humane Choriongonadotropin (hCG) ist ein Gonadotropin. Es sorgt für die Erhaltung der Schwangerschaft. Prolaktin aus der Hypophyse dient dem Wachstum der weiblichen Brustdrüse in der Schwangerschaft und der Milchsekretion nach der Geburt des Kindes.

Funktion, Wirkung & Aufgaben

LH regt in den Keimdrüsen (Gonaden) die Bildung und Abgabe von Geschlechtshormonen, d.h. Androgenen bzw. Östrogenen, an. Beim Mann fördert es Synthese und Sekretion von Testosteron in den Hoden. Bei der Frau spielt LH eine bedeutende Rolle im Menstruationszyklus, vor allem in der zweiten Monatshälfte. Denn in der Mitte des Zyklus tritt ein steiler Anstieg der LH-Konzentrationen auf, welcher den Eisprung auslöst.

FSH stimuliert bei Männern die Sertolizellen in den Hoden, in bzw. zwischen denen die Spermienbildung stattfindet. Bei einer Frau in der frühen Phase ihres Zyklus besteht die Hauptwirkung des FSH in der Reifung der Follikel vom Primordialfollikel bis zum sprungreifen Tertiärfollikel. Das hCG erhält in der Schwangerschaft den Gelbkörper, der wiederum das für die Schwangerschaftserhaltung wichtige Hormon Progesteron produziert. Weiterhin fördert hCG die Synthese von Steroidhormonen.

Prolaktin fördert bei Frauen die Milchproduktion in der Brustdrüse, vor allem während einer Schwangerschaft. Eine hemmende Wirkung hingegen übt das Hormon auf die Follikelreifung aus, da während einer Schwangerschaft keine weiteren befruchtungsfähigen Follikel heranreifen sollen. Dem Prolaktin wird auch eine Rolle bei der Müdigkeit nach dem Orgasmus zugeschrieben.

Bildung, Vorkommen, Eigenschaften & optimale Werte

Sowohl Prolaktin als auch LH und FSH werden in der Hypophyse gebildet. Ihre Freisetzung wird durch ein anderes Hormon angeregt, das sogenannte Gonadotropin-releasing hormon (GnRH) aus dem Hypothalamus. Beide Hormone hemmen wiederum die Sekretion von GnRH, um ihre eigene Überproduktion zu verhindern. LH und FSH sowie hCG besitzen identische alpha-Untereinheiten, was bedeutet, dass die spezifische biologische Funktion der Hormone auf den unterschiedlichen Strukturen ihrer beta-Untereinheiten beruht.

Die Normwerte sowohl für LH als auch für FSH liegen bei Frauen vor der Menopause zyklusabhängig bei 2-8 U/l, nach der Menopause dann bei über 20 U/l (FSH) bzw. 30 U/l (LH). hCG wird im Gegensatz zu FSH, LH und Prolaktin außerhalb der Hypophyse synthetisiert. Unter dem Einfluss des Chorions produziert die weibliche Plazenta während der Schwangerschaft hCG, wobei der höchste Hormonspiegel im zweiten bis dritten Monat erreicht wird. Prolaktin hingegen wird ab der achten Schwangerschaftswoche im Hypophysenvorderlappen gebildet. Die Regulation der Freisetzung erfolgt vor allem über eine Hemmung durch Dopamin aus dem Hypothalamus.

Ein Synthese-steigernder Effekt wird Östrogen zugeschrieben. Als Normwert der Prolaktinkonzentration im Blut gelten für Frauen rund 2–25 μg/l. Werte über 25 bis 200 μg/l sind als erhöht einzustufen, alle noch höheren Konzentrationen zeigen eine krankhafte Veränderung an. In der Schwangerschaft wird mehr Prolaktin gebildet und auf einen Saugreiz durch das Kind hin ausgeschüttet. Bei Männern liegt die Prolaktin-Konzentration im Regelfall zwischen 3,0-14,7 μg/l.

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Krankheiten & Störungen

Erniedrigte LH-Konzentrationen können bei Frauen u.a. als Folge einer sekundären Unterfunktion der Eierstöcke, die auf eine Störung im Bereich von Hypothalamus oder Hypophyse zurückgeht, auftreten. Dies ist z.B. bei Magersucht der Fall.

Bei Männern können sie analog dazu Folge einer sekundären Hodenunterfunktion oder von Testosteron-Zufuhr sein. Erhöhte LH-Werte liegen bei Frauen mit einer primären Insuffizienz der Eierstöcke, vorzeitigen Wechseljahren oder mit polyzystischen Eierstöcken vor, sowie bei Männern mit einer primären Hodenunterfunktion oder einer Androgenresistenz aufgrund defekter Androgen-Rezeptoren. hCG ist vor allem bekannt aufgrund seiner Funktion zum Nachweis einer Schwangerschaft. Denn ein erhöhter hCG-Wert im Urin, wie er mit den üblichen Schwangerschaftstests gemessen wird, ist ein relativ sicheres Zeichen für eine Schwangerschaft.

In der Anfangsphase werden die hCG-Werte außerdem herangezogen, um den Verlauf einer Schwangerschaft zu überwachen. Werden dabei stark erhöhte Konzentrationen festgestellt, sind dies Indizien für eine Mehrlingsschwangerschaft oder eine Chromosomenanomalie, wie das Down-Syndrom, beim Embryo. Zu geringe oder sinkende hCG-Werte können ihre Ursache beispielsweise in einer Eileiterschwangerschaft, einer drohenden Frühgeburt oder Fehlgeburt haben.

Außerhalb der Schwangerschaft können erhöhte hCG-Werte ein Hinweis auf Eierstockkarzinome, Hoden-, Nierenzell- und Bronchialkarzinome sowie hepatozelluläre Karzinome sein. Durch bestimmte Medikamente wie zum Beispiel das Neuropletikum Amisulprid können zu hohe Prolaktin-Konzentrationen im Blut ausgelöst werden, die als Hyperprolaktinämie bezeichnet werden. Diese können zum Ausbleiben der Monatsblutung, spontanem Austreten von Muttermilch und zu Unfruchtbarkeit führen. Bei Männern kann als Folge ein abnormes Wachstum der Brustdrüsen auftreten.

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