Goldmelisse

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Goldmelisse (Monarda didyma) ist eine Pflanze aus der Familie der Lippenblütler. Sie wächst vornehmlich in den USA und wird als Zier-, Nutz- und Heilpflanze verwendet.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Goldmelisse

Die Goldmelisse wird auch Indianernessel oder Scharlach-Monarde genannt. Sie gehört zur Gattung der Monarden. Diese ist wiederum Teil der Familie der Lippenblütler (Lamiaceae). Die Pflanze wächst im Osten der USA in feuchten Gebieten. Der optimale Standort für die Goldmelisse ist sonnig mit humosen Böden und guter Nährstoff- und Wasserversorgung. Aufgrund ihrer schönen Blüten wurde die Goldmelisse als Zierpflanze nach Europa importiert.

Hier findet man sie heute in vielen Gärten. Die Goldmelisse ist eine mehrjährige ausdauernde Pflanze. Sie wächst krautig und kann eine Wuchshöhe zwischen 80 und 150 Zentimetern erreichen. Die vierkantigen Stängel stehen aufrecht. An ihnen sitzen gegenständige kurzgestielte Laubblätter. Die Blätter sind 15cm lang und 5cm breit. Der Blattrand ist leicht eingesägt. Zwischen Juni und September zeigen sich am oberen Ende der Pflanzenstängel die roten Lippenblüten.

Wirkung & Anwendung

Die Hauptwirkstoffe der Goldmelisse sind ätherische Öle. Thymol, Carvacrol, Cymen, Geraniol, Linalol und Camphene verleihen der Pflanze ihren Duft und ihre Wirkung. Auch Gerbstoffe, Bitterstoffe und Anthozyane sind Bestandteile der Goldmelisse. Die ätherischen Öle der Goldmelisse ähneln den ätherischen Ölen des Thymians. Das Wirkspektrum und die Anwendungsgebiete der beiden Pflanzen sind deshalb vergleichbar.

Goldmelisse wirkt sich positiv auf die Atemwege aus. Sie löst festsitzenden Schleim in den Bronchien und befreit so die Atemwege. Somit wird sie gerne bei Husten und Erkältungen eingesetzt. Für einen Goldmelissen-Tee wird ein Teelöffel getrocknetes oder frisches Kraut mit 1/4 Liter kochendem Wasser übergossen. Der Tee ist nach einer Ziehzeit von fünf Minuten fertig. Für einen schonenderen Teeauszug kann der Goldmelissen-Tee auch als Kaltansatz zubereitet werden.

Aufgrund ihrer schönen Blüten wurde die Goldmelisse als Zierpflanze nach Europa importiert.

Dafür wird das Kraut morgens in 250ml kaltes Wasser gegeben. Abends wird dieser Kaltansatz dann erhitzt. Bei Erkrankungen der Atemwege wie beispielsweise Husten oder Bronchitis sind zwei bis drei Tassen Tee pro Tag empfehlenswert. Der Tee ist sehr wohlschmeckend. Sein zitronig-würziges Aroma erinnert an Bergamotte. Da die Goldmelisse auch schweißtreibend wirkt, eignet sich der Tee auch gut bei fiebrigen Infekten. Goldmelissen-Tee wird außerdem bei Übelkeit und Verdauungsstörungen getrunken.

Die Goldmelisse stärkt die Verdauungsorgane und kann Blähungen lindern. Auch auf das Nervensystem hat die Pflanze einen Einfluss. Sie hilft bei Kopfschmerzen, Migräne und bei Einschlafstörungen. Für einen entspannenden Tee eignen sich besonders die Blütenköpfe. Zur Regulierung von Menstruationsstörungen oder bei Beschwerden in den Wechseljahren kann die Goldmelisse als Tee oder Tinktur eingenommen werden.

Sie enthält einen phytoöstrogenähnlichen Wirkstoff. Phytoöstrogene sind sekundäre Pflanzenstoffe, die eine strukturelle Ähnlichkeit mit Östrogenen aufweisen und so eine östrogene oder antiöstrogene Wirkung erzielen können. Für eine Goldmelissen-Tinktur werden eine Handvoll Blütenköpfe mit 250ml mit 40-prozentigem Alkohol in einem verschließbarem Gefäß angesetzt. Die Mischung sollte drei bis vier Wochen in der Sonne ziehen und einmal täglich geschüttelt werden.

Danach wird der Ansatz abgefiltert und in eine dunkle Flasche gefüllt. Je nach Geschmack kann die Tinktur mit abgekochtem Wasser auf 20-30 Prozent verdünnt werden. Es empfiehlt sich eine Einnahme von 15-20 Tropfen täglich. Weitere Einsatzgebiete von Tee und Tinktur sind Wetterfühligkeit, Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Auch bei leichten Depressionen können Auszüge aus der Goldmelisse unterstützend verwendet werden.

Zur äußerlichen Anwendung bei Wunden und zur Hautpflege können sowohl der Tee als auch die verdünnte Tinktur genutzt werden. Auch der Ölextrakt der Goldmelisse wirkt in der Hautpflege erfrischend, reinigend und vitalisierend. Der Ölauszug wird ähnlich wie die Tinktur hergestellt. Der Alkohol wird einfach durch Oliven- oder Sonnenblumenöl ersetzt. Doch Vorsicht, in zu hoher Konzentration wirkt die Goldmelisse hautreizend.

Die Goldmelisse ist jedoch nicht nur eine Heilpflanze. Aufgrund des würzigen Geschmacks kann man sie auch in der Küche nutzen. Salaten, Gemüse- und Fleischgerichten verleiht sie ähnlich wie Thymian ein mediterranes Aroma.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Goldmelisse hat eine lange Tradition als Heilpflanze. Bereits 1569 wurde sie vom spanischen Botaniker Monardes in einem Buch über die amerikanische Blütenwelt erwähnt. Diesem Botaniker verdankt die Goldmelisse auch ihren Namen. Schon die Oswego-Indianer tranken Goldmelissen-Tee. Sie nutzten das Kraut vor allem bei Erkältungen und Magenschmerzen. Deswegen wird der Tee aus der Goldmelisse häufig auch als Oswegotee bezeichnet.

Seit 1737 wird die Goldmelisse in Kultur angebaut. Historische Bedeutung erlangte das Gewächs Ende des 18. Jahrhunderts. Zu dieser Zeit boykottierten die Kolonisten in den USA den eigentlich sehr beliebten schwarzen Tee, der aus England geliefert wurde. Ersatzweise wurde Tee aus der Goldmelisse getrunken. Dieser Widerstand gegen die Kolonialpolitik der Briten ging als Boston Tea Party in die Geschichte ein.

In Europa ist die Goldmelisse immer noch mehr Zier- als Heilpflanze. Möglicherweise findet sie deshalb keine Erwähnung in den Monografien der Kommission E. Die Kommission E ist eine Sachverständigenkommission bestehend aus Biologen, Ärzten, Heilpraktikern, Pharmakologen und Toxikologen. Sie ist Teil des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und sammelt wissenschaftliches Material zu den Wirkungen von Heilpflanzen.

Da die Inhaltsstoffe der Goldmelisse denen des Thymians stark ähneln, könnte man sich an der Monographie der Kommission E und der Monographie der European Scientific Cooperative on Phytotherapy (ESCOP) für den Thymian orientieren. Beide Gesellschaften bescheinigen dem Thymian eine positive Wirkung bei Erkrankungen der Atemwege.

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