Glockenheide

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Glockenheide oder Moor-Glockenheide zählt zu den Heidekrautgewächsen und ist auch unter dem Namen Sumpfheide, Frühlingsheide oder Toppheide bekannt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Glockenheide

Die Glockenheide (Erica tetralix) ist ein immergrüner Zwergstrauch, der zwischen 15 und 20 Zentimeter groß wird. Die Blätter sind nadelförmig und erreichen eine Länge von drei bis sechs Millimeter. Sie stehen sparrig vom Stängel ab und rollen sich am Rand um. Der Blütenstand ist aus bis zu fünfzehn Einzelblüten aufgebaut, die Kelchblätter sind ungefähr drei Millimeter lang und vierteilig. Die Blütenkrone hat eine eiförmig-zylindrische Form un dist rosa gefärbt. Durch sie werden die acht Staubblätter eingeschlossen.

Die Glockenheide ist der Irischen Heide beziehungsweise der Schneeheide sehr ähnlich, nur dass der Griffel sowie die Staubblätter verborgen sind. Dies könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass die Pflanze vorwiegend bei raumgreifenden Erkrankungen ihre Wirkung entfaltet. Die Blütezeit der Glockenheide liegt zwischen Juni und September. Nach der Bestäubung bleibt die Blütenkrone erhalten, sodass es für lange Zeit so aussieht, als würde die Pflanze blühen.

Die Glockenheide hat eine fiebersenkende, entzündungshemmende, auswurffördernde und krebsvorbeugende Wirkung und wird bei Bronchitis, Blasenerkrankungen, Husten und Fieber eingesetzt.

Sehr verbreitet ist dabei die spontane Selbstbestäubung, relativ selten wird die Glockenheide hingegen von Tagfalter, Hummeln oder Bienen bestäubt. Die Hauptbestäubung erfolgt aber durch die so genannten Gewitterwürmchen, Insekten, die zur Gruppe der Blasenfüße gehören. Dabei werden die Eier von den Weibchen in die Kronblätter gelegt, wo sich in weiterer Folge die Larven entwickeln. Die erwachsenen Insekten sind ebenfalls in den Blüten zu finden, wobei es sich dabei hauptsächlich um geflügelte Weibchen handelt.

Die Früchte der Glockenheide liegen verborgen in der Krone. Es sind Trockenkapseln, deren Samen sehr klein sind. Das Heidekrautgewächs ist vor allem in Portugal, Spanien, Dänemark, England und Nordfrankreich zu finden. Zum Teil wächst es auch in Polen beziehungsweise im Nordwestdeutschen Tiefland. Die Glockenheide bevorzugt vor allem Moorwälder, Borstgrasrasen und Zwergstrauchheiden, wo die Böden nährstoffarm, sauer und torfig sind.

Darüber hinaus siedelt sie auch am Ufer von Heidemooren, Heideweihern, auf Waldlichtungen oder in Sandgruben. Speziell auf Regenmoorstandorten, die teilweise entwässert wurden, werden so genannte Moorheiden ausgebildet. Auf Grund von Entwässerung und Wiederbewaldung ist die Pflanze vielerorts bereits gefährdet und größere Bestände können sehr häufig nur mehr in Naturschutzgebieten gefunden werden. Als Zierpflanze wächst die Glockenheide aber ganz problemlos auf nährstoffarmen Gartenböden.

Sie gedeiht sehr gut an hellen Standorten ohne direkte Sonneneinstrahlung. Bei zu viel Sonne werden die Blüten sehr schnell trocken und fallen dann ab. Dennoch gestaltet sich die Pflege der Glockenheide relativ unkompliziert. Zum Gießen sollte am besten kalkfreies Wasser verwendet werden, da die Pflanze auf Kalk ziemlich empfindlich reagiert. Sinken die Temperaturen auf unter minus fünf Grad, so erfriert die Glockenheide. Daher sollte sie vor dem ersten Frost an einem Ort mit drei bis zehn Grad gelagert werden.

Wirkung & Anwendung

Die Glockenheide hat eine fiebersenkende, entzündungshemmende, auswurffördernde und krebsvorbeugende Wirkung und wird bei Bronchitis, Blasenerkrankungen, Husten und Fieber, aber auch gegen Dickdarmkrebs eingesetzt. Bereits die Bewohner vieler Feuchtgebiete setzten die Pflanze früher bei Erkrankungen, die mit Fieber einhergingen, ein. Außerdem aßen sie die Triebe als Gemüse beziehungsweise verzehrten auch die Blüten mit ihren vitamin- und eiweißreichen Pollen.

Auch bekannte Ärzte wie Pietro Matholi oder Hieronymos Bock lobten die Glockenheide als Heilmittel. Dabei werden Heidekrautgewächse heilkundlich eher weniger als Einzelmittel, sondern in einer ausgewogenen Rezptur eingesetzt. Die Glockenheide enthält Arbutin, Ursolsäure, Saponine und Flavone. Urolsäure ist ein Entzündungshemmer, dasselbe gilt auch für den Wirkstoff Arbutin beziehungsweise dessen Spaltprodukt Hydrochinon, das der Hauptwirkstoff vieler Heilpflanzen ist, die für Erkrankungen der Harnwege eingesetzt werden.

Vor allem bei Infektionen des Harnapparates zeigt Hydrochinon seine antibakterielle Wirkung. Arbutin führt in höheren Dosen zu Erbrechen und Übelkeit, ist kanzerogen, mutagen und leberschädigend. Aus diesem Grund sind Heilmittel, die Arbutin enthalten, während der Schwangerschaft oder während der Stillzeit kontraindiziert. Dennoch haben Hydrochinon und Arbutin eine sehr gute Wirkung auf Escherischiabakterien. Darüber hinaus enthält die Glockenheide Oleanolsäure, die bei chronischer Niereninsuffizienz zum Einsatz kommt, Campesterol, Cholesterol, Sitosterol, Stigmasterol bzw. Sitostaniol. Diese Inhaltsstoffe kommen jedoch nur in geringfügiger Konzentration vor.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Für einen Tee werden ein bis zwei Teelöffel der getrockneten Blüten mit heißem Wasser übergossen. Das Getränk muss einige Minuten ziehen, bevor es abgeseiht und bei Fieber und Entzündungen eingesetzt wird. Darüber hinaus hilft es auch beim Abhusten und gegen Dickdarmkrebs. Aus der Glockenheide wird außerdem ein Honig erzeugt, der sehr dunkel ist und einen äußerst kräftigen Geschmack hat. Des Weiteren ist Glockenheide auch als Blütenessenz erhältlich, die dabei helfen soll, mutig aufzutreten und mehr Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Dafür gibt man zwei Tropfen der Essenz in ein Braunglasfläschchen mit Pipetteneinsatz und füllt es mit 1/4 Cognac und 3/4 Wasser auf. Täglich werden dann 4x4 Tropfen eingenommen. Bei sehr akuten Zuständen werden zwei Tropfen der Blütenessenz in ein Glas Wasser gegeben, das dann schluckweise über den ganzen Tag verteilt getrunken werden soll. Äußerlich kann die Pflanze auch für einen Umschlag verwendet werden. Dafür wird der abgekühlte Tee verwendet, mit dem eine Kompresse getränkt wird. Diese kann dann auf ein Ekzem oder eine entzündete Hautstelle gelegt werden.

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