Giftpilze und Pilzvergiftung Teil 1
So groß die Wertschätzung ist, die der Speisepilz von vielen Menschen erfährt, so groß ist aber auch die Ablehnung von anderen, sei es aus Unkenntnis, sei es aus Furcht vor Vergiftungen. Wenn die Pilze oftmals als „Fleisch des Waldes“ bezeichnet werden, so ist das, vom Standpunkt des Pilzsammlers gesehen und etwas übertrieben.
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Giftpilze erkennen
Leider gibt es, abgesehen von der genauen Kenntnis der Pilze, kein Mittel, um Giftpilze zu erkennen. Weder die Färbung beim Anschneiden noch Milchsaft oder ein milderer oder schärferer Geschmack sind Kennzeichen für essbare oder giftige Pilze. Auch Fraßstellen von Schnecken sind kein Beweis für ihre Genussfähigkeit, am allerwenigsten die Probe mit Zwiebel und Silberlöffel. Gerade der giftigste aller Pilze würde diese Probe glänzend bestehen. Es gibt nur ein einziges Mittel, sich vor Pilzvergiftungen zu schützen:
Man darf nur solche Pilze sammeln, die man ganz genau kennt! Nur bei Missachtung dieser Regel können Pilzvergiftungen entstehen, wobei wir es als Selbstverständlichkeit betrachten, dass schlecht, alte, angefaulte Pilze von vornherein aussortiert und die einwandfreien Pilze möglichst schnell verarbeitet werden, denn das Eiweiß der Pilze ist leicht verderblich.
Die gefährlichsten Giftpilze in Deutschland
Die gefährlichsten aller Giftpilze in Deutschland sind die grünen und weißen Knollenblätterpilze, die oft mit Champignons verwechselt werden, obwohl die Unterschiede augenfällig genug sind. Der Knollenblätterpilz entwickelt sich aus einer eiförmigen Knolle, deren Oberhaut beim Wachsen des Pilzes platzt und die schließlich als lappig gerandete Scheide im Boden zurückbleibt und beim Sammeln leicht übersehen wird. Beim jungen Knollenblätterpilz sind Hutrand und Stiel durch einen Schleier verbunden, ähnlich wie auch beim Champignon. Beim erwachsenen Pilz, wenn dieser Schleier geplatzt ist, hängen die Reste als feine, gereifte Manschette noch am Stiel.
Der wesentliche Unterschied gegenüber allen Champignonarten aber ist die Farbe der Lamellen, der „Blätter“, der Hutunterseite. Sie sind beim Knollenblätterpilz stets und ausnahmslos weiß, beim jungen Champignon leicht grau-rosa, bald aber kräftig rosa und schließlich schokoladenbraun. Außerdem hat der Champignon am Stiel höchstens eine ganz undeutliche, knollenartige Verdickung, die sich jedoch niemals als Scheide absetzt. Der Knollenblätterpilz kommt nur in der Nähe von Eichen oder Buchen vor, nicht auf offenen Viehkoppeln und Wiesen. Er ist außerordentlich giftig, ein einziges, ja ein halbes Exemplar kann schon tödlich wirken.
Zahlenmäßig häufig sind auch Vergiftungen durch den Pantherpilz. Er entwickelt sich ebenfalls aus einer eiförmigen Knolle, doch bleibt dieser Knollenrest besser erhalten als beim Knollenblätterpilz. Es sieht aus, als wenn der Stiel in die Knolle hineingedrückt worden wäre. Der Pantherpilz hat einen helleren oder dunkleren braunen Hut, der bei ausgewachsenen Exemplaren am Rande deutlich gerieft ist. Ähnlich dem Fliegenpilz ist sein Hut mit weißen Pusteln bedeckt. Wenn sich beim erwachsenen Pilz der Schleier vom Hutrand löst, so hängen die Reste als undeutliche Manschette noch am Stiel, sind aber glatt und niemals gerieft. Der Stiel ist weißlich.
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