Gewichtskontrolle in der Schwangerschaft

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Das Thema Gewicht spielt in der Schwangerschaft eine tragende Rolle. Ist eine Gewichtszunahme von zehn Kilogramm in Ordnung? Welche Gewichtszunahme ist normal, zu viel oder gar zu wenig? Mediziner führen immer wieder Gewichtskontrollen in der Schwangerschaft durch. Diese haben vor allem den Hintergrund, dass die werdende Mutter nicht ihre und auch nicht die Gesundheit ihres Kindes gefährdet.

Inhaltsverzeichnis

Warum zunehmen notwendig ist

Fakt ist: Frauen werden in der Schwangerschaft Gewicht zunehmen. Dieser Prozess ist von der Natur vorgesehen. Der Körper wächst, verändert sich und muss schlussendlich auch dafür sorgen, einen zweiten Menschen mit Nährstoffen zu versorgen. Die Gewichtszunahme setzt sich folgendermaßen zusammen:

  • Das Gewicht des Kindes beträgt - bei der Geburt - durchschnittlich 3300 Gramm (+3,3 Kilogramm).
  • Die Gebärmutter legt um etwa 900 Gramm zu (+0,9 Kilogramm)
  • Die Plazenta hat ein durchschnittliches Gewicht von rund 600 Gramm (+0,6 Kilogramm).
  • Die Brüste der Schwangeren werden um durchschnittlich 400 Gramm schwerer (+0,4 Kilogramm) und das Blutvolumen steigt auf circa 1200 Gramm (+1,2 Kilogramm).
  • Der Körper enthält zudem mehr Flüssigkeit (etwa 2600 Gramm + 2,6 Kilogramm) und benötigt mehr Fettreserven (etwa 2500 Gramm + 2,5 Kilogramm).

All jene Faktoren sorgen für eine Gewichtszuname, die sich im durchschnittlichen Bereich von 11,5 Kilogramm bewegt. Jedoch handelt es sich dabei um eine durchschnittliche Gewichtszunahme; die tatsächlich empfohlene Gewichtszunahme wird vom Mediziner festgelegt. Jener richtet sich nach dem Body-Mass-Index (BMI) sowie dem Ausgangsgewicht der Schwangeren.

Wie viel dürfen Schwangere zunehmen?

Natürlich spielt es auch eine Rolle, wie schwer die Frau vor der Schwangerschaft war. Wer vor der Schwangerschaft dünn war, wird wohl mehr Gewicht zulegen als eine Frau, die bereits vor der Schwangerschaft mehr Gewicht auf den Rippen hatte. Auch in der Schwangerschaft gilt der Body-Mass-Index - der BMI. Lag die Frau vor der Schwangerschaft im Bereich „Untergewicht“ (der BMI ist kleiner als 18.5), empfiehlt der Mediziner eine Gewichtszunahme zwischen 13 und 18 Kilogramm. Im Bereich „Normalgewicht“ (der BMI liegt zwischen 18.5 und 24.9) empfiehlt der Mediziner eine Gewichtszunahme zwischen 11 und 16 Kilogramm. Lag die Frau im Bereich „Übergewicht“ (der BMI liegt zwischen 25.0 und 29.9), sollte sie zwischen 7 bis 11 Kilogramm zunehmen. Liegt eine Fettleibigkeit vor (der BMI ist größer als 30.0), sollte die Gewichtszunahme zwischen 5 bis 9 Kilogramm liegen.

Übergewicht in der Schwangerschaft

Wird eine übergewichtige oder fettleibige Frau schwanger, sollte diese noch mehr auf ihr Gewicht achten. Schlussendlich steigt mit dem Übergewicht auch das Risiko diverser Komplikationen. Aus diesem Grund ist es ratsam, bevor der Kinderwunsch erfüllt wird, Gewicht zu verlieren, um zahlreiche Risiken und Komplikationen zu vermeiden.

Denn Übergewichtige oder Fettleibige haben ein automatisch erhöhtes Risiko einer Plazenta-Entzündung beziehungsweise auch ein erhöhtes Risiko, dass Fehlbildungen beim Kind auftreten (Funktionsstörungen der Organe beziehungsweise Neuralrohrdefekte).

Mitunter müssen bei Übergewichtigen oder Fettleibigen Kaiserschnitte durchgeführt werden beziehungsweise können Geburtsverletzungen auftreten, da Kinder von Übergewichtigen und Fettleibigen deutlich schwerer und größer sind. Mitunter steigt auch das Risiko für Fehlgeburten, Stoffwechselstörungen, Präeklampsie und Schwangerschaftsdiabetes.

Auch können Ultraschalluntersuchungen nur unter erschwerten Bedingungen durchgeführt werden (vorzugsweise nur Vaginal-Ultraschalluntersuchungen, da über den Bauchunterschall keine Bilder möglich sind) beziehungsweise besteht eine automatisch höhere Belastung von Sehnen, Muskeln und Gelenken.

Studien haben zudem auch ergeben, dass übergewichtige oder fettleibige Mütter den Weg für eine spätere Fettleibigkeit des eigenen Kindes ebnen. Ob tatsächlich das Übergewicht des Kindes aber schon im Mutterleib „vorgegeben“ beziehungsweise „geprägt“ wird, kann nicht zu 100 Prozent gesagt werden.

Gewichtskontrolle trotz Gelüsten – Ernährungstipps

Im Endeffekt ist es ratsam, eine vernünftige Ernährung zu genießen und nicht zwingend „für zwei Personen“ zu essen. Schwangere Frauen benötigen durchschnittlich 2500 Kalorien pro Tag - eine höhere Kalorienzufuhr sorgt automatisch für eine höhere Gewichtszunahme. Rund zehn Prozent der Kalorien sollten durch Proteine zugeführt werden.

Dazu zählen Fisch, Fleisch sowie Hülsenfrüchte. 35 Prozent der notwendigen Kalorien sollten über diverse Milchprodukte (Käse, Butter, Öl, Nüsse) gewonnen werden. 55 Prozent der notwendigen Kalorien sollte die Frau durch Kohlenhydrate gewinnen. Dazu zählen Kartoffeln, Reis, Getreide sowie Nudeln und Brot). Natürlich schadet es nicht, wenn die Schwangere hin und wieder Schokolade oder andere Süßigkeiten isst. Jedoch sollte dies mit Maß und Ziel verfolgt werden.

Frauen sollten während der Schwangerschaft vorwiegend Vollkornprodukte zu sich nehmen. Eine gesunde Ernährung hilft nicht nur dabei satt zu werden, sondern auch, die Gewichtszunahme unter Kontrolle zu haben. Fast-Food, Süßspeisen und „ungesunde Snacks“ wie Chips sollten daher - zum Wohle des eigenen Körpers und auch für die Gesundheit des Kindes - nur selten gegessen werden. Wer unter Blähungen leidet, sollte darauf achten, keine blähenden Lebensmittel zu konsumieren.

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Keine Diäten während der Schwangerschaft

Wichtig ist, dass - auch wenn man zu schnell zugenommen hat - keine Diät während der Schwangerschaft zu beginnen. In der Schwangerschaft sollte darauf geachtet werden, keinesfalls hungern oder auf seine Figur achten. Es ist normal, dass das Gewicht steigt. Jener Vorgang ist von der Natur vorgegeben. Wer schnell zunimmt, sollte lieber eine Ernährungsumstellung in Erwägung ziehen. Diäten sind hingegen ein Tabu, da die Gefahr besteht, dass das ungeborene Kind unterversorgt wird.

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