Gewöhnliches Tellerkraut

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 16. Dezember 2016
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Das gewöhnliche Tellerkraut ist eine in Nordwestamerika und mittlerweile auch in Europa wildwachsende Blütenpflanze. Auf Grund ihres hohen Nährstoff- und Vitamin C Gehaltes wird sie bis heute gerne als Salat oder Gemüsebeilage gegessen.

Inhaltsverzeichnis

Das sollten Sie über das gewöhnliche Tellerkraut wissen

Das gewöhnliche Tellerkraut gehört zur Gattung der Tellerkräuter (lat. Claytonia). Im Deutschen wird es auch Kuba-Spinat, Winterportulak oder Postelein genannt. Insgesamt existieren 26 verschiedene Arten von Tellerkräutern.

Das gewöhnliche Tellerkraut ist von den meisten dieser Arten leicht zu unterscheiden, da sich bei ihm die obersten Blätter zu einem einzigen Hochblatt, das den Stengel umgibt, vereinen. Das erweckt den Eindruck, als würde der Blütenstengel durch das Blatt hindurch wachsen, was der lateinische Artname „perfoliata“ (= durch das Blatt) auch ausdrückt. Die übrigen Blätter sind rhombisch bis eiförmig und besitzen einen langen Stiel. Der Blütenstand oberhalb des kragenartigen Hochblattes besteht aus 5-40 Blüten. Die kleinen, meist weißen Blüten zeigen fünf Blütenblätter, was die Zugehörigkeit zur Pflanzenordnung der Nelken (Caryophyllales) anzeigt. Das gewöhnliche Tellerkraut keimt im Herbst bei Temperaturen unter 12 °C. Je nach Verlauf des Winters findet man größere Pflanzen bereits ab Oktober, bei kalten Wintern ab Februar. Die Blütezeit dauert von Februar bis Mai.

Das gewöhnliche Tellerkraut ist eine in Nordwestamerika und mittlerweile auch in Europa wildwachsende Blütenpflanze. Auf Grund ihres hohen Nährstoff- und Vitamin C Gehaltes wird sie gerne als Salat oder Gemüsebeilage gegessen.

Ende Mai stirbt die Pflanze ab und nur die Samen überdauern den Sommer in der Erde. Die Pflanze ist inklusive Blüten und Wurzel genießbar. Sie schmeckt mild süß und nussig. Ihre Vorliebe für kühle, nicht zu helle Standorte hat sich das gewöhnliche Tellerkraut aus seiner ursprünglichen Heimat, den Bergregionen von Südalaska bis Mittelamerika, erhalten. Die deutsche Bezeichnung Kuba-Spinat weist darauf hin, dass englische Siedler die Pflanze nach Kuba gebracht haben, da ihr Verzehr einen guten Schutz vor Skorbut, einem Vitamin C Mangel, bietet. Von dort aus verbreitete sie sich nach Australien und Europa.

Bezeugt ist, dass der Botaniker Archibald Menzies Exemplare der Pflanze 1794 in Kent Garden züchtete und sie so nach Europa brachte. In Nord- und Nordwestdeutschland gedeiht das gewöhnliche Tellerkraut auf Äckern und in Gärten als „Unkraut“, wird aber auch in Gewächshäusern gezüchtet und zum Verzehr angebaut. Das gewöhnliche Tellerkraut ist die einzige Art seiner Gattung, die in Europa wächst.

Bedeutung für die Gesundheit

Das gewöhnliche Tellerkraut ist die erste Nutzpflanze, die am Anfang eines neuen Jahres geerntet und frisch verzehrt werden kann. Die Indianer und europäischen Siedler konnten sich durch Claytonia vor Skorbut schützen, da sie einen sehr hohen Vitamin C Gehalt besitzt.

Diese Eigenschaft verhalf ihm in seinem Herkunftsland zu großer Popularität. Auch hierzulande hilft die frühe Reife des Tellerkrautes die Zeit bis zur Ernte anderer Nutzpflanzen zu überbrücken, ohne auf importierte Ware zurückgreifen zu müssen. Claytonia ist bis heute eine Wildpflanze geblieben und nicht durch menschliche Eingriffe verändert worden. Daher ist die Pflanze zwar klein, verfügt aber gegenüber anderen Nutzpflanzen über einen ungewöhnlich hohen Vitamin- und Nährstoffgehalt. Als Wildpflanze enthält sie viel Chlorophyll, dessen antioxidative Bestandteile freie Radikale binden und dadurch die Zellalterung verlangsamen. Ungekocht verstärkt ihr Verzehr die Ausschüttung des Glückshormons Serotonin.

Als typisches Blattgemüse ist Claytonia fettarm und ballaststoffreich. Das gewöhnliche Tellerkraut wird in seiner Heimat USA oft als Bestandteil von Gemüse Smoothies oder Salaten verwendet. Es eignet sich hervorragend als pflanzlicher Begleiter zu einer Diät oder Entschlackungskur. Darüber hinaus kann es aber auch gekocht wie Spinat verzehrt werden.

Inhaltsstoffe & Nährwerte

Das gewöhnliche Tellerkraut ist in den USA ein beliebtes Wildgemüse („Miner‘s lettuce“ = „Mienenarbeitersalat“ genannt), weshalb seine Inhaltstoffe durch die Behörden untersucht worden sind. Die Trockenmasse besteht ohne flüssige Bestandteile (Wasser, Fette) zu 37% aus Proteinen, zu 42.5 % aus langkettigen Kohlenhydraten (Zucker) und zu 12.4% aus Ballaststoffen.

Eine Portion von etwa 100 g besitzt etwa 20 Kilokalorien. Damit deckt man 33 % des Vitamin C Bedarfs eines Erwachsenen ab, 22% der benötigten Menge an Vitamin A und 10% des Eisenbedarfs. Die Pflanze besitzt einen sehr geringen Gehalt an Oxalsäure, eines in größeren Dosen schädlichen Zellgiftes, das in vielen anderen Gemüsepflanzen vorkommt. Unter den Proteinbestandteilen finden sich viele antioxidative Stoffe aus dem Chlorophyll, z.B. Beta-Carotine. Weiterhin besitzt Claytonia einen hohen Gehalt an Omega-3-Fettsäuren, Calcium und Magnesium.

Unverträglichkeiten & Allergien

Die häufigsten Allergene wie Pollen, Nüsse oder Gluten weisen keine Ähnlichkeit zu Inhaltsstoffen des gewöhnlichen Tellerkrautes auf. Die meisten Allergiker können diese Pflanze deshalb ohne Bedenken essen. Es gibt jedoch Menschen, die an einer sogenannten „Salatallergie“ leiden. Die Kennzeichen sind dabei Schwellungen der Mundhöhle, Hautausschlag und Beschwerden im Magen-Darm-Trakt.

Die allergischen Beschwerden treten bei Kontakt mit Salaten (Kopfsalat, Chicorée), Gewürzen (Estragon, Kardamom), Gewürztees (Kamille, Schafgarbe) und bestimmten Gemüsesorten auf (Artischocke, Schwarzwurzel). Von Salatallergie Betroffene sind nicht gegen alle diese Pflanzen gleichzeitig oder gleich stark allergisch. Die meisten Pflanzen gehören zur Gattung der Korbblütler (Asteraceae), was jedoch kein Ausschluss Kriterium darstellt.

Als ursächliches Allergen haben Wissenschaftler das LPT (lipid transfer protein) Lac S1 identifiziert, das auch von Nicht-Korbblütler gebildet wird. Daher sollten alle von einer Salatallergie Betroffenen auch beim Genuss von gewöhnlichem Tellerkraut vorsichtig sein.

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Einkaufs- & Küchentipps

Das gewöhnliche Tellerkraut ist auf deutschen Märkten meist unter seinen volkssprachlichen Namen Winterportulak und Postelein bekannt. Es gehört jedoch nicht zu den Portulaca und ist nicht mit dem ähnlich aussehenden Sommerportulak verwandt.

Angeboten wird das gewöhnliche Tellerkraut auf gut sortierten Wochenmärkten und oft findet es sich als Beilage in den Gemüsekisten, die Verbraucher direkt von ökologischen Erzeugern beziehen können. Auf Grund seiner Verbreitung in Nordwestdeutschland ist Winterportulak in Mittel- und Süddeutschland selten zu finden. Der auf Märkten angebotene Winterportulak stammt meist aus Gewächshäusern. Da Claytonia perfoliata mittlerweile auch bei uns heimisch ist, kann man sie selbst anbauen oder in der Natur ernten. Wer die Pflanze in der Natur sammelt, sollte dies in ausreichender Entfernung zu Straßen und anderen Schadstoffquellen tun.

Zubereitungstipps

Prinzipiell kann man die ganze Pflanze ernten und verzehren, jedoch sollten die Wurzeln vorher gekocht werden. Wer die Wurzeln nicht essen möchte, sollte nur die Blätter ernten. Dazu zupft man die Blätter einfach mit dem Stiel vorsichtig ab. Sofern nicht alle Blätter entfernt werden, kann die Pflanze neue Blätter bilden, die später wieder geerntete werden können. Das Ernten kann bereits bei jungen Pflanzen ab 5 cm beginnen und bis zum Verblühen der Pflanze weiter geführt werden. Die Blätter können nach gründlichem Waschen roh verzehrt werden. Im Internet findet sich eine Reihe schmackhafter Rezepte als Anregung zur weiteren Verwendung.

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