Gewöhnlicher Teufelsabbiss

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Blume des Jahres 2015 wurde unlängst von der Stiftung Naturschutz Hamburg gekürt: Dem Gewöhnlichen Teufelsabbiss wird diese Ehre in diesem Jahr zuteil. Vielleicht war einer der Gründe, dass viele vom Aussterben bedrohte Schmetterlingsarten seinen Nektar sehr lieben, beziehungsweise deren Raupen ihn als Futterquelle nutzen. Als Knospe der Struktur einer Brombeere ähnelnd, erstrahlt der Blütenstand dann üppig und voluminös in seiner ganzen Schönheit.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Gewöhnlichen Teufelsabbiss

Der Gewöhnliche Teufelsabbiss mit den lateinischen Namen Succisa pratensis wird auch einfach Teufelwurz oder Teufelbiss oder ganz einfach Abbiss genannt. Er gehört zur Familie der Geißblattgewächse und wird innerhalb dieser noch der Unterfamilie der Kardengewächse zugeordnet. Ihren Namen hat die Blume dem einzigartigen Wurzelstock zu verdanken, der ganz unten verfault und dann wie abgebissen aussieht. Die Wurzeln ragen oft bis zu einer Länge von 50 cm ins Erdreich.

Beim Gewöhnlichen Teufelsabbiss handelt es sich um eine sogenannte krautige Pflanze, bis zu 80 Blüten stehen in einem kugelförmigen Blütenstand, der in sich viele weitere kleine Köpfchen aufweist. Die Blüten erinnern in ihrer Farbgebung an Kornblumen und erstrahlen in violett und blau. Die Außenkelche liegen unter den Einzelblüten, sie laufen in spitze Zipfel aus. Die Blüte im Blütenstand sieht aus wie „explodiert“. Der Gewöhnliche Teufelsabbiss gehört zu den Wind- und Tierstreuern. Zur Fruchtreife, die ab August erreicht ist, können Windbewegungen und Tiere die Früchte verbreiten.

Auch Ameisen haben ihren Anteil an dieser Ausbreitungsform. Bei der Pflanze handelt es sich um eine gynodiözische Blume, also teilweise zeigt sie rein weibliche und teilweise zwittrige Blüten. Hierdurch soll die Fremdbestäubung gefördert werden, die von Bienen, Faltern und einigen anderen Zweiflüglern übernommen wird.

Der Gewöhnliche Teufelsabbiss ist ein echter Kosmopolit: Er ist nahezu überall auf der Welt anzutreffen. Dabei bevorzugt er Moor- und Magerwiesen, die wechselfeuchte und humöse Böden vorweisen. Er steht in einigen Bundesländern auf der Roten Liste und zählt damit zu den gefährdeten Arten

Wirkung & Anwendung

Bei einer mittleren Bronchitis, Heiserkeit, Husten und sogar bei Lungenerkrankungen soll ein Tee mit dem Gewöhnlichen Teufelsabbiss das Mittel der Wahl sein. Hierzu wird der aufgebrühte Tee mit einem qualitativ hochwertigen Honig langsam in einzelnen Schlucken verteilt mehrmals über den ganzen Tag getrunken. Für die Zubereitung benötigt man das gereinigte und getrocknete Kraut und übergießt es einfach mit heißem Wasser. Anschließend mindestens zehn Minuten ziehen lassen und vorsichtig abseien.

Der Tee kann sofort verzehrt werden. Für einen Aufguss oder eine Tinktur ist etwas mehr Geduld erforderlich. Benötigt wird ein verschließbares Glas, in das die gereinigten Kräuter gelegt werden. Nach dem Übergießen mit hochprozentigen Schnaps sollte die Heilpflanze gut bedeckt sein. Das verschlossene Glas an einem warmen sonnigen Platz stellen und mindestens zehn Tage ziehen lassen.

Möglich ist auch ein Aufguss mit Obstessig: Dieser hat zusätzlich beruhigende Wirkung auf Magen und Darm und kann bei Durchfall und Verstopfung sehr wirksame Dienste leisten. Beide Aufgüsse eignen sich sowohl zur innerlichen als auch zur äußerlichen Anwendung.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der Gewöhnliche Teufelsabbiss hat, wie sein Name schon vermuten lässt, eine okkulte, abergläublisch behaftete Seite. So soll der Teufel den Wurzelstock vor Wut abgebissen haben (deshalb seine Form), als die Jungfrau Maria ihm die Macht genommen hatte. Dieser Aberglaube stammt aus dem 14. Jahrhundert und sorgt bis heute dafür, dass Menschen die Wurzel um den Hals tragen, um sich vor dem Bösen zu schützen. Auch Viehställe in südlichen Gefilden werden manchmal noch mit der Wurzel vor „bösen Einflüssen“ geschützt.

Ein Jahrhundert später fanden sich dann die ersten seriösen Aufzeichnungen zur Wirksamkeit des Gewöhnlichen Teufelsabbiss wie dem Schutz vor der Pest und Schüttelfrost. Gegen die Pest konnte allerdings niemals ein wirksames Heilmittel gefunden werden, so dass zu diesem Krankheitsbild fast alle Heilpflanzen eingesetzt und ausprobiert wurden. Der Gewöhnliche Teufelsabbiss wurde insbesondere zur Blutwäsche eingesetzt, also bei Nierenleiden und Nierenschwächen jeglicher Art. Früher hat man sie auch Steinleiden genannt.

Beim Gewöhnlichen Teufelsabbiss handelt es sich um eine sogenannte krautige Pflanze, bis zu 80 Blüten stehen in einem kugelförmigen Blütenstand, der in sich viele weitere kleine Köpfchen aufweist.

Besonders die Gerb- und Bitterstoffe, Glykoside und Saponine der Pflanze sollen helfen, den Blutkreislauf zu reinigen und zu stabilisieren. Sie hat sich auch bei Bronchitis und weiteren Erkrankungen der Luftwege bereits bewährt. Da alle diese Indikationen niemals belegt werden konnten, wird sie in der Phytotherapie erst gar nicht eingesetzt. In der Homöopathie wird der Gewöhnliche Teufelsabbiss schwerpunktmäßig für die äußere Anwendung bei Wunden und Geschwüren verwendet und bei chronischen Hautleiden eingesetzt, auch in einigen Arzneimitteln kommt es vor.

Zum Gewöhnlichen Teufelsabiss gibt es ein schönes Märchen. Es lautet „Wie der Teufelsabbiss seine Heilkraft verlor“ und handelt von einem Mädchen, dass einen Pakt mit dem Teufel eingeht, um den Vater vor einer Krankheit zu retten. Sie verspricht dem Teufel ihre Seele und nachdem er ihr das Heilkraut für den Vater verraten hat und er gesundet, gibt sie ihr Wissen an viele andere bedürftige Menschen weiter. Der Teufel ist wütend darüber und nimmt ihr das Augenlicht. So konnte fortan niemand mehr mit dem Gewöhnlichen Teufelsbiss geheilt werden.

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