Gewöhnliche Rosskastanie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Rosskastanie ist ein in Mitteleuropa weit verbreiteter Baum. Sowohl Samen als auch Blätter und Blüten, Knospen und Rinde werden für die Herstellung von heilkräftigen Arzneien und Kosmetikprodukten verwendet. Zu den klassischen Anwendungsgebieten gehören die Venenschwäche mit ihren ausgeprägten Beschwerdebildern, Hämorrhoiden und Schwellungen sowie entzündliche Krankheiten im Magen-Darm-Trakt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Rosskastanie

Die Rosskastanie (Aesculus hippocastanum) ist ein von April bis Juni blühender sommergrüner Baum, der botanisch zur Familie der Seifenbaumgewächse zählt. Die im ausgewachsenen Zustand bis zu 30 Meter hohe Baumart ist an ihren markanten fünfzähligen und fingerförmigen Blättern und den weißen Blüten, die nach ihrer Bestäubung einen roten Fleck bekommen, zu erkennen.

Im Herbst sind die ebenfalls als Kastanien bezeichneten Früchte in ihrer grünen und gestachelten Hülle soweit gereift, dass sie sich aufgrund der natürlichen Schwerkraft vom Baum lösen und auf den Boden fallen. Die braunen, glatten Kastanien schlüpfen durch den Aufprall meist aus der aufgeplatzten Umhüllung: Sie sind die Samen der Rosskastanie.

Die Kastanienbäume stammen ursprünglich aus dem Balkan und wurden im 16. Jahrhundert über Istanbul (das damalige Konstantinopel) nach ganz Mitteleuropa gebracht, wo sie an Straßen und Alleen, in Parks und Biergärten angepflanzt sind, aber auch als verwilderte Variante leben. Wegen ihrer vielfältigen heilkräftigen Wirkungen wurde die Rosskastanie im Jahr 2008 zur Arzneipflanze des Jahres gekürt.

Wirkung & Anwendung

Die Rosskastanie wird – je nach ihrem Einsatzzweck – in einer Vielzahl von verschiedenen Anwendungsformen angeboten. Verwendet werden hierfür zum einen die dunkelbraunen Samen der Pflanze, aber auch die Blätter beziehungsweise Blüten sowie die Rinde des Baumes. Typisch ist die Darreichungsform als flüssiger Extrakt beziehungsweise Tinktur, bei der der trockene Auszug der Arzneimittelpflanze mit einem bestimmten Anteil an Wasser beziehungsweise Alkohol gemischt wird.

Die Flüssigkeiten können – abhängig von ihrem Mischungsverhältnis – sowohl innerlich (durch Einnehmen) als auch äußerlich (zum Beispiel durch Einreibung) verwendet werden. Eine typische Arzneimittelzubereitung der Rosskastanie ist auch das Dekokt: Hier wird die Heilpflanze in unterschiedlich temperiertem Wasser angesetzt und danach zum Kochen gebracht. Die entstandene Flüssigkeit wird als Bad für bestimmte Körperteile, als Spülung oder für Umschläge verwendet.

Im Herbst sind die ebenfalls als Kastanien bezeichneten Früchte in ihrer grünen und gestachelten Hülle soweit gereift, dass sie sich aufgrund der natürlichen Schwerkraft vom Baum lösen und auf den Boden fallen.

Aus den Blättern der Rosskastanie kann auch eine medizinische Teezubereitung erfolgen. Wer den Tee aus selbst gesammelten Kastanienblättern herstellt, achtet darauf, dass die Blätter nicht von Schädlingen befallen sind. In der Phytotherapie wird häufig auch der Trockenextrakt des Samens für die innerliche Anwendung eingesetzt. Auch Dragees mit Rosskastanienextrakt gehören zu den typischen Medizinprodukten. Neben den klassischen Tinkturen gibt es auch Salben mit Kastanienzusatz.

Für spezielle Körperbereiche finden sich einige spezielle Darreichungsformen: Die Produktpalette reicht hier von der Mundspülung über das Fußbad oder den Badezusatz bis hin zu heilungsfördernden Produkten für die Kopfhaut. Neben medizinischen Produkten ist die Kastanie auch ein traditioneller Klassiker für den Bereich der Naturkosmetik geworden.

Für die äußerliche Behandlung von diversen Körperpartien wird die Rosskastanie auch als Zusatz in Salben oder Cremes verwendet. Auch die alternativmedizinischen Präparate nutzen die natürliche Heilkraft der Rosskastanie: So kommt die Kastanie zum Beispiel in der Homöopathie in potenzierter Form in Globuli vor und ist ein bewährtes Mittel in der Bachblütentherapie. White Chestnut wird dabei aus der Blüte der Rosskastanie hergestellt, Chestnut Bud dagegen aus der Knospe der Heilpflanze.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Wirkstoffe der Rosskastanie werden bei zahlreichen medizinisch relevanten Krankheiten und Beschwerden eingesetzt, ihr Hauptanwendungsgebiet sind jedoch Venenleiden. Dies liegt vor allem an dem Inhaltsstoff Aescin, der entzündungshemmend und entwässernd wirkt. Er stärkt nachweislich die Gefäße und wirkt der Blutgerinnung entgegen, sodass die Rosskastanie aufgrund ihrer Fähigkeiten, den Blutfluss in der Vene zu beschleunigen, auch effektiv zur Prophylaxe der Beinvenenthrombose eingesetzt werden kann.

Beispiel für die vorbeugende Anwendung ist die Einreibung der Beine vor längeren Flugreisen, mit der Ödemen, also Flüssigkeitsansammlungen, im Beinbereich vorgebeugt werden kann. Klassische Anwendungsgebiete im Hinblick auf die therapiebegleitende Unterstützung sind Krampfadern und Durchblutungsstörungen. Bei geschwollenen Extremitäten, insbesondere den für Venenleiden charakteristischen Wasseransammlungen im Bereich der Fußknöchel, entwässert das Aescin das betroffene Gewebe. Dies reduziert die Schwellung und kann auch gegen andere typische Symptome der Venenschwäche wie Schweregefühl in den Beinen, Wadenkrämpfen oder Juckreiz helfen.

Ist bereits eine entzündliche Hautveränderung durch die Veneninsuffizienz eingetreten, lindert ein Umschlag mit dem Extrakt der Rosskastanie die damit verbundenen Beschwerden. Auch bei Hämorrhoiden ist die Rosskastanie aufgrund ihrer antibakteriellen und abschwellenden Wirkungen auf Haut und Gefäße ein natürliches Anwendungsmittel. Ein weiteres Anwendungsfeld ist die Behandlung von Schwellungen oder Blutergüssen, die durch Unfälle oder Operationen entstanden sind.

Im Rahmen der innerlichen Anwendung werden Präparate mit der Rosskastanie bei verschiedenen Krankheitsbildern im internistischen oder gynäkologischen Bereich eingesetzt, die mit Entzündungen oder Blutungen einhergehen. Typische Beispiele sind Entzündungen oder Geschwürbildungen im Bereich von Magen und Zwölffingerdarm oder Blutungen im Bereich der Gebärmutter. Im naturheilkundlichen Bereich wird die Rosskastanie auch bei psychischen Problemen eingesetzt.

So gibt man etwa in der Bachblütentherapie bei zwanghaften Denkmustern White Chestnut, während die Knospe der Rosskastanie, Chestnut Bud, bei Lernstörungen eingesetzt wird. Das homöopathische Mittel Aesculus wird neben einer Vielzahl der oben beschrieben Erkrankungen wie Venenleiden, Hämorrhoiden oder Geschwüren auch im Rahmen der Stabilisierung des Kreislaufs eingesetzt.

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