Gewöhnliche Robinie

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei der Gewöhnlichen Robinie handelt es sich um einen sommergrünen Laubbaum. Die Robinia pseudoacacia, auch kurz Robinie, Weiße Robinie, Falsche Akazie, Silberregen oder Gemeiner Schotendorn genannt, hat ihren Ursprung in Nordamerika. Benannt wurde sie nach Jean Robin, einem Botaniker und Apotheker, der den Auftrag hatte, einen botanischen Garten anzulegen und den Baum zu Beginn des 17. Jahrhunderts nach Europa brachte.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Gewöhnlichen Robinie

Ursprünglich war Robinia pseudoacacia nur im atlantischen Nordamerika beheimatet. 1640 kam sie nach England. 30 Jahre später wurde sie im Berliner Lustgarten angepflanzt. In Italien fand sie 1726 ein neues Zuhause. Ihre eleganten Blütenstände, denen man den poetischen Namen Silberregen gab, und die zart gefiederten Blätter machten sie zu einer exotischen Attraktion in europäischen Parks. Imposant wirkte sie zudem durch ihre stattliche Höhe mit bis zu 30 Metern.

Die Robinie ist sehr anpassungsfähig und anspruchslos, bevorzugt nährstoffarme Lehm- und Sandböden und ein relativ feuchtes Klima. Sie wächst hauptsächlich in Laubmischwäldern. Heute gilt sie als Fremdgehölz mit der größten Ausbreitung in ganz Europa. Auch in West- und Ostasien und Nordafrika ist sie zu finden. In Amerika hat sie ihr Verbreitungsgebiet ebenfalls ausgedehnt. Als kälteempfindlicher Laubbaum meidet sie allerdings den sehr kalten Norden und hohe Lagen mit starken Frösten.

Ihre robusten Eigenschaften machen auch eine Begrünung schwieriger Standorte möglich, etwa dort, wo viel Industrie angesiedelt ist. Selbst auf Trümmerflächen hat sie sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Deutschland ausgebreitet. Allerdings verdrängt die Scheinakazie, wie die Gewöhnliche Robinie auch genannt wird, heimische Arten, so dass es zu einer Reduzierung der Artenvielfalt bei Fauna und Flora kommt. Seltene Biotope wie Magerrasen oder Sandtrockenrasen sind dadurch bedroht. Im Rahmen des Naturschutzes werden daher an manchen Standorten die Bestände eingedämmt.

Wirkung & Anwendung

Robinien sind nicht nur als Zierbäume zur Landschaftsverschönerung beliebt, sondern auch als Stadtbäume für Alleen, da sie Boden- und Luftverschmutzung wie Autoabgase, Streusalz, Rauch und Staub nicht übelnehmen. Ihr hartes Holz, das in seiner Langlebigkeit sogar das Eichenholz übertrifft, wird im Schiffs- und Möbelbau geschätzt. Auch Schwellen- und Grubenhölzer, Turngeräte und Parkettböden werden daraus gefertigt. Im Bergbau wurden damit die Stollen gestützt.

Trotz seiner Härte ist Robinienholz sehr biegsam und wird daher bevorzugt im Bogenbau benutzt. Seine große Widerstandsfähigkeit gegen Holzfäule und Wasser macht die Robinie zum idealen Holz für Gartenmöbel. Zumal das Material auch ohne chemische Imprägnierung bei der Verwendung im Außenbereich auskommt. Daher gewinnt der Robinienbaum als Ersatz für kostbare Tropenhölzer an Bedeutung. Es bietet einen qualitativ gleichwertigen, dafür aber preisgünstigeren Ersatz etwa für Teak.

Ihre eleganten Blütenstände, denen man den poetischen Namen Silberregen gab, und die zart gefiederten Blätter machten sie zu einer exotischen Attraktion in europäischen Parks.

Eine wichtige Rolle spielt Robinia pseudoacacia als sogenannte Bienentrachtpflanze, auch Bienenweidepflanze genannt. Die Robinienblüten liefern im Frühsommer einen sehr zuckerhaltigen Nektar und werden bevorzugt von Honigbienen angeflogen. Der aus Robinien gewonnene Honig kommt als Akazienhonig auf den Markt, obwohl er korrekterweise Robinienhonig heißen müsste. Echter Akazienhonig stammt aus tropischen und subtropischen Regionen.

Im Gegensatz zu anderen Honigsorten ist der Robinienhonig sehr flüssig und fällt durch eine hellgelbe Färbung auf. Sein milder Geschmack macht ihn zum idealen Süßmittel für Tee und Backwaren. In Ungarn und Frankreich werden Robinien intensiv als Imkerpflanzen eingesetzt. In Deutschland wird Akazienhonig in Brandenburg produziert, wo er in ertragreichen Jahren bis zu 60 Prozent der Ernte ausmacht.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

So schön die Gewöhnliche Robinie ist, so giftig ist die gesamte Pflanze für Mensch und Tier, vor allem für Pferde kann sie tödlich sein. Sehr toxisch sind die abgeflachten Hülsenfrüchte und die Baumrinde. Zu den giftigen Substanzen in der Baumrinde gehören Robinia-Lectin, Phasin, Syringin und Protocatechingerbstoff. In den Blättern finden sich Acacetin, Asparagin, Kämpferol und Indican. Die Samen enthalten Lectine. Insbesondere Robinia-Lectin und Phasin sind hoch gefährlich, da sie zu Verklumpungen der roten Blutkörperchen führen und Gewebe zerstören.

In der Baumrinde sind die Inhaltsstoffe in höherer Konzentration vorhanden, daher sind besonders Pferde gefährdet, die gerne an Baumrinden knabbern. Die größere Gefahr für Menschen, insbesondere Kinder liegt bei den Samen. Schon vier davon können Vergiftungserscheinungen in Form von Übelkeit, Brechreiz und Bauchschmerzen hervorrufen. Robinien-Pollen gehören außerdem zu den Heuschnupfen-Erregern. Als reine Naturheilpflanze hat die Robinie kaum Gewicht, zumindest in Europa. Ein Tee aus frischen oder getrockneten Blüten wird gegen Kopf- und Magenschmerzen und gegen Übelkeit getrunken.

Eine Salbe aus Blüten, gemischt mit Schaffett macht spröde und trockene Haut wieder geschmeidig. Die Homöopathie kennt Robinia pseudoacacia hingegen gut und nutzt die Rinde junger Zweige gegen Verdauungsstörungen und bei sämtlichen Beschwerden, die mit dem Verdauungstrakt zusammenhängen. Dazu gehören Leberprobleme, Koliken, Völlegefühl, Sodbrennen, Durchfall, Verstopfung, Übersäuerung oder Reflux.

Aber auch Migräne und Magen-Darm-Geschwüre stehen auf der Indikationsliste. In der Ethnomedizin, insbesondere bei den Indianern Amerikas, wo die Robinie heimisch ist, spielt die Robinie noch immer eine wichtige Rolle. Teile des Baumes werden zur Fiebersenkung, als Sedativum, bei spastischen Leiden und zum Abführen verwendet.

Als Brechmittel wird die Wurzel gekaut, gegen Zahnschmerzen wird sie einfach im Mund behalten. Gegen Augenleiden werden die Blüten gekocht und gegessen. Frischer Blättersaft soll sowohl innerlich als auch äußerlich eine antivirale Wirkung zeigen. Die italienische Ethnomedizin nutzt die Robinie gegen Bronchialbeschwerden mit einem Sud aus getrockneten Früchten.

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