Gewöhnliche Haselwurz

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Bei der Gewöhnlichen Haselwurz handelt es sich um eine Pflanzenart aus der Familie der Osterluzeigewächse. Mit botanischem Namen heißt das Gewächs Asarum europaeum. Die Gewöhnliche Haselwurz kommt hauptsächlich in den Wäldern Europas und Asiens vor. Früher war die Pflanze für ihre Heilwirkung beliebt, die in der heutigen Zeit kaum noch bekannt ist.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Gewöhnlichen Haselwurz

Die Gewöhnliche Haselwurz ist eine immergrüne und krautartige Pflanze, die ausdauernd wächst und Wuchshöhen zwischen fünf bis zehn Zentimetern erreichen kann. Dabei bildet die Pflanze ein sogenanntes Rhizom aus, das als Überdauerungsorgan fungiert. Die oberen Pflanzenteile der Gewöhnlichen Haselwurz sind leicht behaart.

Sämtliche Teile der Pflanze verströmen einen intensiven Geruch. Das Rhizom beispielsweise erinnert in seinem Duft an Pfeffer. Die Sprossachsen wachsen kriechend am Boden und bilden einige Niederblätter aus, die von bräunlicher bis grüner Farbe sind. Zudem besitzt die Gewöhnliche Haselwurz stets zwei immergrüne Laubblätter mit langen Stielen. Deren Blattspreite ist in vielen Fällen herz- oder nierenförmig mit glänzender Oberseite und behaarter Unterseite.

Die Blüten der Gewöhnlichen Haselwurz stehen unmittelbar am Boden und verfügen über eine krugartige Form. Ihre Farbe ist meist braunrot, zudem besitzen sie drei charakteristische Zipfel. Auch die Blüten duften stark nach Pfeffer. Die Blüten der Gewöhnlichen Haselwurz sind in der Lage, sich selbst zu bestäuben. Jedoch ist auch eine Fremdbestäubung möglich, die häufig über Insekten stattfindet.

In der Blüte befindet sich eine kräftige Griffelsäule, die aus mehreren einzelnen und miteinander verwachsenen Griffeln besteht. Während die Blüte zuerst vorweiblich ist, entwickelt sie sich mit der Zeit zu einer männlichen Blüte. Dann öffnet sie sich komplett und die sogenannten Perigonzipfel biegen sich nach außen. Zudem imitiert die Gewöhnliche Haselwurz mit ihren Blüten bestimmte Charakteristika von Pilzen, wodurch sie Pilzmücken anlockt.

Diese spielen eine wichtige Rolle für die Bestäubung der Blüten. Die Blütezeit erstreckt sich über den Zeitraum von Ende März bis Mai. Die Gewöhnliche Haselwurz kommt in Eurasien vor und gedeiht in Laubwäldern auf kalkhaltigen und feuchten Standorten.

Wirkung & Anwendung

Grundsätzlich ist bei einer Anwendung der Gewöhnlichen Haselwurz zu medizinischen Zwecken zu beachten, dass es sich um eine giftige Pflanze handelt. Bedingt durch ihre Giftigkeit wird sie in der heutigen Zeit nicht mehr in der Volksmedizin verwendet. Lediglich in der Homöopathie kommt die Gewöhnliche Haselwurz teilweise noch zum Einsatz. Hierbei gilt jedoch, dass sie nur in ausreichend verdünnten Potenzen eingenommen werden darf.

So kann die Gewöhnliche Haselwurz als homöopathisches Präparat angewendet werden, wobei die Potenz mindestens D3 oder höher sein muss. Die bevorzugte Darreichungsform für die Wirkstoffe der Gewöhnlichen Haselwurz sind die in der Homöopathie typischen Globuli, die mit etwas Wasser geschluckt werden. Auf andere Weise sollte keine Einnahme der Gewöhnlichen Haselwurz erfolgen.

Insbesondere dürfen in keinem Fall rohe oder getrocknete Teile der Pflanze verzehrt werden. Als homöopathisches Mittel eingenommen, kann die Gewöhnliche Haselwurz zum Beispiel bei Erkältungen, Hustenbeschwerden und Problemen des Magen-Darm-Trakts verwendet werden. Zudem kann sie Linderung bei einem Reizmagen verschaffen. Dabei werden die entsprechenden Präparate unter dem Namen Asarum gehandelt.

Werden Teile der Gewöhnlichen Haselwurz verspeist, kann es zu starken Vergiftungserscheinungen kommen. Die Wurzeln und Blätter der Pflanze verfügen über einen pfefferartigen Geschmack. Das Rhizom besitzt ätherische und kampferartige Inhaltsstoffe, die die Schleimhäute reizen und zu inneren Blutungen führen können.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Die Nutzung der Gewöhnlichen Haselwurz in der Heilkunde hat eine lange Tradition. So wurde die Pflanze im 18. Jahrhundert gern als Brechmittel genutzt, vorbei die getrockneten Rhizome zum Einsatz kamen. Zudem wurden sie pulverisiert und in einen speziellen Schnupftabak gemischt. Die Rhizome wurden vornehmlich im August gesammelt und getrocknet. Jedoch wird heutzutage von einer medizinischen Nutzung des Rhizoms dringend abgeraten.

Die enthaltenen Substanzen können erhebliche Vergiftungssymptome hervorrufen und die Gesundheit beeinträchtigen. Nicht nur das Rhizom, sondern die komplette Pflanze ist giftig. Enthalten sind zum Beispiel ätherisches Öl und der Giftstoff Asaron. Dieser ist in variablen Mengen in der Pflanze enthalten und führt zu einer Reihe von Symptomen.

Zu den typischen Vergiftungserscheinungen durch den Konsum der Gewöhnlichen Haselwurz zählen etwa ein Brennen in Mund und Rachen sowie Übelkeit, Magenschmerzen und Erbrechen. Die Mundschleimhaut sowie die Zunge werden betäubt. In besonders schweren Fällen kann es zu einer Gastroenteritis mit starkem Durchfall kommen. Auch können Gebärmutterblutungen auftreten, da die Pflanze insgesamt stark blutungsfördernde Stoffe enthält.

Im schlimmsten Fall kann eine zentrale Atemlähmung und infolgedessen der Tod eintreten. Vor allem dann, wenn das Rhizom gekaut wird, kann eine Betäubung von Zunge und Mundhöhle erfolgen. Dafür sind spezielle Phenylpropan-Derivate verantwortlich, insbesondere das sogegannte Trans-Isoasaron sowie das Trans-Isoeugenolmethylester. Der durch den Verzehr von Teilen der Gewöhnlichen Haselwurz entstehende Brechreiz ist auf das ätherische Öl zurückzuführen.

Zu früheren Zeiten wurde die Gewöhnliche Haselwurz beispielsweise in der Tierheilkunde eingesetzt, aber auch zur Haarpflege angewendet. Dazu wurde sie mit Wasser gemischt und auf das Haar aufgetragen. Auch eine Einnahme der Gewöhnlichen Haselwurz in Verbindung mit Essig wurde beschrieben, die das Haupt reinigen sollte.

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