Gesichtsschwellung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2017
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Eine Gesichtsschwellung kann aus ganz unterschiedlichen Gründen auftreten. Zu diesen Gründen gehören zum Beispiel Allergien, Kopfschmerzen, Nierenfunktionsstörungen und Erkrankungen des Kopfes und des Gesichtsbereichs. Auch bei manchen Kinderkrankheiten wie der Mumps und bei Erkrankungen der Zähne und des Kiefers kommt es zu Gesichtsschwellungen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist eine Gesichtsschwellung?

Unter einer Gesichtsschwellung versteht man das unnatürliche, nicht auf eine Gewichtszunahme zurückzuführende Schwellung im Gesichtsbereich. Bei Nierenkranken sind das die typischen, "teigigen" Ödeme unter den Augen.

Viele innere Erkrankungen, die nicht nur die Nieren, sondern auch die Leber und andere Organe betreffen können, gehen mit einer Gesichtsschwellung einher. Alkoholmissbrauch und Drogenmissbrauch können sich durch Gesichtsschwellungen ebenfalls äußern. Bei schlechten Zähnen und Erkrankungen im Kieferbereich sowie nach zahnmedizinischen Eingriffen kommt es sehr häufig zu Gesichtsschwellungen, wobei diese in der Regel einseitig sind.

Auch akute, allergische Reaktionen können zu Gesichtsschwellungen führen. Schließlich sind auch durchgemachte Nächte, Kopfschmerzen, Migräneanfälle und Trigeminusneuralgien für Gesichtsschwellung verantwortlich.

Ursachen

Eine anderweitig nicht erklärbare Gesichtsschwellung sollte den Betroffenen immer zum Arzt führen. Dieser kann manchmal schon aufgrund der Art der Schwellung eine Verdachtsdiagnose erstellen und den Patienten in diese Richtung untersuchen.

Er wird ein Blutbild machen, die Funktion der Nieren überprüfen und den Patienten eventuell zum Hautarzt schicken, um einen Allergietest durchzuführen. Manchmal ist die Gesichtsschwellung unter den Augen gerade bei Nierenkranken das erste Anzeichen des chronischen oder akuten Nierenversagens. Liegt eine Lebenerkrankung vor, so kommt es ebenfalls sehr oft zu Gesichtsschwellungen. Nicht nur der akute Alkoholmissbrauch kann zu einer solchen Schwellung führen, sondern auch das chronische Leberversagen und der Leberkrebs.

Migräneanfälle können vielfältige Symptome hervorrufen und gar nicht selten kommt es während eines solchen Anfalls auch zu einer meist einseitigen Gesichtsschwellung. Die Trigeminusneuralgie ist eine ebenfalls sehr schmerzhafte Angelegenheit, denn dabei ist dieser fünfte Hirnnerv geschädigt oder entzündet. Erkrankungen im Zahn- und Kieferbereich führen zu einer einseitigen, machmal beträchtlichen Gesichtsschwellung.

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Krankheiten mit diesem Symptom

Diagnose & Verlauf

Zu den Gründen einer Gesichtsschwellung gehören zum Beispiel Allergien, Kopfschmerzen, Nierenfunktionsstörungen und Erkrankungen des Kopfes und des Gesichtsbereichs.

Während die Gesichtsschwellung bei Zahn- und Kiefererkrankungen nach der Behandlung allmählich verschwindet, sind andere Patienten von eventuell permanent auftretenden Gesichtsschwellungen betroffen. Dazu gehören Patienten mit Erkrankungen der Leber, der Niere, der Schilddrüse und des Herzens.

Hier müssen, genau wie bei Kiefererkrankungen, die Ursachen behandelt werden, aber nicht in allen Fällen ist Besserung in Sicht. Gerade bei Nierenerkrankungen sind Ödeme, also Wassereinlagerungen unter den Augen, charakteristisch und sie sind vor allen Dingen chronisch. Kontakt- und Lebensmittelallergien sowie Insektenstiche können ebenfalls zu Gesichtsschwellungen führen, die der Arzt bei weiterführenden Untersuchungen erkennen kann.

Körperliche Gewalt kommt in Familien leider immer wieder vor. Ärzte sind gehalten, insbesondere bei Kindern und bei Frauen auf Gesichtsschwellungen zu achten, die durch Schläge und andere Formen von Misshandlung hervorgerufen sein könnten. Nicht jedes Kind und nicht jede Frau sprechen über körperliche Gewalt, die in allen sozialen Schichten der Gesellschaft vorkommt.

Komplikationen

Schwellungen im Gesicht sind nicht nur wegen ihrer für alle sichtbaren Erscheinung besonders übel. Sie können auch zu massiven Komplikationen führen. Je nach Ursache für die Schwellung sind unterschiedliche Komplikationen möglich.

Ist die Ursache ein Erysipel (eine Wundrose) liegt die erste Komplikation in der Möglichkeit, dass sich blasige Abhebungen der oberen Hautschicht bilden. Dann kann sich die Infektion im Bereich der Lymphspalten ausbreitet, was teilweise zum Anschwellen der Lymphknoten führt. Blasen oder Einblutungen im Bereich entzündeter Hautareale durch Streptokokken als Erreger können vor allem dann auftreten, wenn Toxine (Giftstoffe) abgesondert werden. Menschen mit einem gestörten Immunsystem sind besonders gefährdet für einen Lymphstau, weil die Lymphe nicht mehr richtig abfließen kann. Ein Lymphödem (Lymphschwellung) ist nicht auszuschließen. Im schlimmsten Fall werden die Lymphschwellungen irreversibel mit Bindegewebe durchsetzt. Auch eine Thrombophlebitis (Venenentzündung) sowie in seltenen Fällen eine Sepsis (Blutvergiftung) sind möglich. Durch immunologische Fehlreaktionen sind auch die Nieren gefährdet. Gelangen Bakterien ins Gehirn, kann eine Hirnhautentzündung genauso wenig ausgeschlossen werden wie eine Hirnvenenthrombose. Auch Chronifizierungen sind bekannt.

Bei einer Gürtelrose mit Schwellungen im Gesicht ist darauf zu achten, dass sich der Zoster ophthalmicus nicht in Form einer Entzündung bezüglich der Bindehaut, der Sklera bzw. der Iris oder Hornhaut manifestiert. Eine Lähmung des Augenmuskels ist ebenfalls möglich und sollte wie alle anderen Komplikationen umgehend durch einen Facharzt orphthalmologisch untersucht werden. Im Ohrenbereich kann der Zoster oticus zu einer Faszialislähmung führen. Bestehen die Schmerzen nach ca. vier Wochen immer noch, liegt das Stadium einer postherpetischen Neuralgie mit oder ohne Sensibilitätsstörungen vor.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Schwellungen des Gesichts können ein wichtiges Warnzeichen des Körpers sein, auf das zwingend zu hören ist. Es ist zwingend abzuklären, warum es zu den Beschwerden kam. Das gilt vor allem für plötzliche und leicht sichtbare Schwellungen, die auf keine konkrete Ursache zurückzuführen sind. Denn häufig steht auch der Verdacht einer bisher nicht bekannten Allergie im Raum.

Insbesondere nach dem Verzehr von Nüssen oder anderen Lebensmitteln, die häufiger Bezugspunkt einer Unverträglichkeit sind, ist frühzeitiger ärztlicher Rat hilfreich. Das gilt auch, wenn der Verdacht eines anderen allergischen Schocks besteht. Wenn eine Lebensmittelunverträglichkeit bekannt ist, sollten die einschlägigen Medikamente verabreicht werden. Im Anschluss daran ist zwingend ein Arzt zu konsultieren.

Aber auch wenn die Gesichtsschwellungen aller Wahrscheinlichkeit nach nicht das Resultat einer Allergie oder Unverträglichkeit sind, ist die Einholung einer fachmännischen medizinischen Behandlung unumgänglich. Zwar muss nicht der Notarzt konsultiert werden. Allerdings ist ein langes Abwarten kontraproduktiv. Es könnte den Behandlungserfolg gefährden und die bestehenden Ursachen intensivieren.

Aufgrund der Vielzahl der in Betracht kommenden Ursachen ist bei Gesichtsschwellungen folglich besonders behutsam vorzugehen. Im Zweifel sollten sich die Betroffenen damit für einen Arztbesuch entscheiden, um sich selbst und andere vor Gefahren zu bewahren.

Behandlung & Therapie

Die Behandlung der Gesichtsschwellung erfolgt ganz nach der Ursache, die ihr zugrunde liegt. So können kalte Auflagen nach Zahnextraktionen und anderen Kieferbehandlungen Erleichterung bringen und die Schwellung zurückgehen lassen.

Liegt eine akute Allergie vor, dann kann der Arzt diese mit Antihistaminika behandeln, die entweder gespritzt oder in Tablettenform verabreicht werden. Kopfschmerzen, Migräne und Trigeminusneuralgien gehen sehr oft in chronische Formen mit akuten Anfällen über. Nach dem Ende solcher Schmerzattacken verschwinden aufgetretene Gesichtsschwellungen meist sehr schnell wieder. Während betroffenen Patienten noch vor ein paar Jahrzehnten kaum geholfen werden konnte, stehen heute moderne Schmerzmittel und Behandlungspräparate bereit.

Gerade hinter Migräne können vielfältige Ursachen wie hormonelle Schwankungen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und eine familiäre Disposition stecken. Um Migräne, Trigeminusneuralgien und andere Formen von Gesichts- und Kopfschmerzen sowie die dabei auftretenden Gesichtsschwellungen zu behandeln, braucht es Zeit und Geduld.

Erkennt der Arzt, dass eine Gesichtsschwellung bei Kindern oder Jugendlichen wie das oft zitierte "blaue Auge" vorliegt, so muss er nicht nur eine genaue Ganzkörperuntersuchung durchführen. Er muss die Verletzungen dokumentieren und umgehend die zuständigen Behörden informieren, damit betroffenen Minderjährigen Schutz und Hilfe geboten werden kann.

Aussicht & Prognose

Ist die Gesichtsschwellung auf eine Allergie zurückzuführen, können die Symptome in der Regel sehr erfolgreich medikamentös behandelt werden. Zum Einsatz kommen Cremes, Salben sowie Augen- und Nasentropfen, die Antihistamine oder Cortison enthalten, um der allergischen Entzündung entgegenzuwirken. Die Gesichtsschwellung lässt nach Verwendung dieser Medikamente zeitnah nach. Der Patient muss aber damit rechnen, dass die Gesichtsschwellungen bei jedem Kontakt mit dem Allergen erneut auftreten.

Bei Kontaktallergien und Lebensmittelunverträglichkeiten ist eine Anpassung der Lebens- und Konsumgewohnheiten erforderlich. Schwieriger wird es für Patienten, die an Heuschnupfen leiden oder allergisch gegen Hausstaub sind, da in diesen Fällen eine konsequente Vermeidung der Reizstoffe kaum möglich ist. Diese Patienten müssen sich auf eine chronische Erkrankung und das beständige Wiederkehren bestimmter Symptome einstellen. In schweren Fällen kommt auch eine Hyposensibilisierung (Impfkur) in Frage, diese ist allerdings langwierig und nicht für alle Betroffenen geeignet.

Bei Gesichtsschwellungen, die auf Probleme mit den Zähnen oder dem Kiefer zurückzuführen sind, schafft ein Zahnarztbesuch in der Regel sofortige Abhilfe. Gelegentlich kommt es während des Wachsens der sogenannten Weisheitszähne zu Gesichtsschwellungen. Hier kann der Zahnarzt in der Regel nicht therapeutisch unterstützend sein. Die Schwellungen sind jedoch harmlos und verschwinden nach wenigen Tagen von selbst.

Ist die Gesichtsschwellung auf eine Grunderkrankung wie etwa eine Erkältung oder eine Kinderkrankheit zurückzuführen, dann klingen die Symptome in der Regel parallel zur ursächlichen Erkrankung ab.

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Vorbeugung

Eine Gesichtsschwellung lässt sich durch einen gesunden Lebenswandel oft vermeiden. Allergiker werden von Hautärzten und Allergologen mit einer Desensibilisierung behandelt und das auslösende Allergen muss gemieden werden.

Regelmäßige Zahnarztbesuche helfen, Karies und Zahnfleischentzündungen und somit auch Gesichtsschwellungen zu vermeiden. Patienten mit Migräne, Trigeminusneuralgie und anderen Formen von Kopfschmerzen können ihre Grunderkrankung langfristig behandeln lassen.

Bei Krankheiten der inneren Organe steht die Behandlung der Grunderkrankung im Vordergrund, damit es nicht zur chronischen Gesichtsschwellung kommt. Kinder und Frauen bedürfen der Hilfe bei Misshandlung und daraus resultierender Gesichtsschwellung.

Das können Sie selbst tun

Eine Schwellung im Gesicht ist nicht nur schmerzhaft, sondern kann im Alltag auch als schwere Belastung empfunden werden. Je nach Auslöser der Gesichtsschwellung gibt es Möglichkeiten, die neben einer medizinischen Therapie getroffen werden können, um das Leid zu lindern.

Gegen Schwellungen hilft Kälte. Kühlpads aus der Apotheke können in ein Geschirrtuch gewickelt und an die betroffene Stelle gehalten werden. Alternativ können auch Eiswürfel dafür verwendet werden. Wichtig ist, nicht zu fest aufzudrücken. Eine solche Kältebehandlung sollte nicht länger als zehn Minuten am Stück andauern. Sie kann jedoch bis zu fünfmal täglich durchgeführt werden. Ein altes Hausmittel gegen Schwellungen im Gesicht ist die Verwendung einer Kurkuma und Sandelholz-Paste. Diese kann leicht selbst hergestellt werden. Dazu einfach rotes Sandelholz mit der gleichen Menge Kurkuma zu einer homogenen Mischung verrühren. Die Mischung kann im Anschluss auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen werden. Diese Paste hat eine beruhigende und abschwellende Wirkung und kann nach einer halben Stunde mit Wasser abgewaschen werden.

Auslöser für Schwellungen im Gesicht können auch falsche Ernährungsmuster sein. Häufig ist ein zu hoher Natriumkonsum die Ursache. Ein zu hoher Natriumkonsum in Form von Kochsalz kann zu Ansammlungen von Flüssigkeit im Hautgewebe führen. Demnach kann es hilfreich sein, den Salzkonsum zu reduzieren. Flüssigkeitsansammlungen unter der Gesichtshaut können weiterhin durch ein zusätzliches Kissen gelindert werden. Wenn der Kopf beim Schlafen höher liegt, kann die Flüssigkeit besser ablaufen.

Bücher über Schwellungen & Ödeme

Quellen

  • Engelhardt, M. (Hrsg.): Sportverletzungen – Diagnose, Management und Begleitmaßnahmen. Urban & Fischer, München 2009
  • Gesenhues, S., Zisché, R.H., Breetholt, A. (Hrsg.): Praxisleitfaden Allgemeinmedizin. Urban & Fischer, München 2013
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage, de Gruyter, Berlin 2013

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