Gesichtsschmerzen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Oktober 2017
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Gesichtsschmerzen weisen verschiedene Formen und Ursachen auf. Ist eine ursächliche Bekämpfung von Gesichtsschmerzen nicht möglich, kann eine Symptombekämpfung erfolgen.

Inhaltsverzeichnis

Was sind Gesichtsschmerzen?

Gesichtsschmerzen sind schmerzhafte Empfindungen, die verschiedene Partien des Gesichts betreffen können. So können Gesichtsschmerzen etwa an Kiefer, Wangen, Schläfen sowie in den Bereichen von Nase, Mund und Ohren auftreten. Auch Muskeln und Gesichtshaut können von Gesichtsschmerzen in Mitleidenschaft gezogen werden.

In der Medizin werden verschiedene Formen von Gesichtsschmerzen unterschieden; zu den häufigsten Gesichtsschmerzen zählen dabei die sogenannte Trigeminusneuralgie (die Gesichtsnerven betreffend) oder der idiopathische Gesichtsschmerz. Gesichtsschmerzen, die mit einer Trigeminusneuralgie einhergehen, werden von Betroffenen in der Regel als blitzartig und schneidend beschrieben.

Kategorisiert werden Gesichtsschmerzen darüber hinaus danach, in welchen Regionen des Gesichts sie auftreten und ob sie chronisch (also lang anhaltend) oder akut bestehen. Bezüglich der Ursache von Gesichtsschmerzen kann differenziert werden zwischen symptomatischen Schmerzen (mit bekannten Ursachen) oder idiopathischen Schmerzen (ohne bekannte Ursachen).

Ursachen

Ebenso vielfältig wie die Formen von Gesichtsschmerzen sind mögliche Ursachen, die zugrunde liegen können. So gehen Gesichtsschmerzen im Rahmen der Trigeminusneuralgie beispielsweise vom sogenannten Trigeminusnerv (auch als Drillingsnerv bezeichnet) aus.

Meist werden Gesichtsschmerzen bei einer solchen Trigeminusneuralgie durch Schädigungen des entsprechenden Nervs hervorgerufen. Gesichtsschmerzen durch Neuralgien können durch anderweitige körperliche Erkrankungen verursacht sein; nicht immer ist allerdings eine Ursache festzustellen.

Weitere Ursachen, die verschiedene Gesichtsschmerzen bedingen können, sind beispielsweise Erkrankungen wie die Gesichts- oder Gürtelrose oder auch Beeinträchtigungen von Kiefer und/oder Kaumuskulatur. Darüber hinaus können Gesichtsschmerzen von Nebenhöhlenerkrankungen oder Beeinträchtigungen an Nacken und Schulter verursacht werden.

Häufig finden sich Ursachen für Gesichtsschmerzen außerdem im Kopfbereich eines Betroffenen; so können beispielsweise Gehirntumore oder Schlaganfälle zu Gesichtsschmerzen führen.

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Krankheiten

Diagnose & Verlauf

In der Medizin werden verschiedene Formen von Gesichtsschmerzen unterschieden; zu den häufigsten Gesichtsschmerzen zählen dabei die sogenannte Trigeminusneuralgie (die Gesichtsnerven betreffend) oder der idiopathische Gesichtsschmerz.

Die Beschaffenheit von Gesichtsschmerzen wird durch einen behandelnden Arzt in der Regel zunächst aufgrund von Symptombeschreibungen des Patienten diagnostiziert. Diagnostisch wichtige Informationen zu auftretenden Gesichtsschmerzen betreffen die Krankengeschichte eines Patienten und eine genaue Schilderung zu Zeitpunkten und Ausprägungen vorliegender Gesichtsschmerzen.

So können sich Gesichtsschmerzen beispielsweise als schubweise Reaktionen auf verschiedene Reize erweisen oder als anhaltende Schmerzen. Je nach der Beschaffenheit von Gesichtsschmerzen kann eine Diagnose die Konsultation verschiedener Fachärzte erfordern; nicht immer ist aber eine genaue Ursachendiagnostik von Gesichtsschmerzen möglich.

Der Verlauf von Gesichtsschmerzen hängt vor allem ab von den Ursachen, die den Schmerzen zugrunde liegen. Können Ursachen von Gesichtsschmerzen diagnostiziert und behoben werden, so lassen meist auch die damit verbundenen Schmerzen nach.

Komplikationen

Die möglichen Komplikationen bei Gesichtsschmerzen sind vielgestaltig. Die Schmerzen können sich zu chronischen Beschwerden entwickeln und im Verlauf die Nerven im betroffenen Bereich stark belasten. Neben den Schmerzen selbst kommt es dann zu Verspannungen und oftmals zu Taubheitsgefühlen an Kinn und Wangen. Schmerzpatienten haben oft einen langen Leidensweg hinter sich, welcher mit einem Absinken der Lebensqualität einhergeht.

Ebenso problematisch sind Fehldiagnosen: auf der Suche nach der Ursache werden unter Umständen gesunde Zahnwurzeln behandelt oder die Nebenhöhlen operiert, einhergehend mit weiteren therapeutischen Maßnahmen, welche aufgrund der Fehldiagnose zu einer Verstärkung der Beschwerden führen können. Chronische Gesichtsschmerzen entwickeln sich dadurch häufig zu depressiven Verstimmungen bis hin zur ausgewachsenen Depression. Die Einnahme von Schmerzmitteln kann die Organe schädigen und abhängig vom Medikament zu einigen weiteren Komplikationen führen. Gesichtsschmerzen treten überwiegend tagsüber auf und belasten die Betroffenen so vor allem im täglichen Leben.

Stress, Antriebslosigkeit und die Angst vor weiteren Schmerzattacken sind die Folge. Weitere Komplikationen: Überwärmung, Taubheitsgefühle und ein unangenehmes Prickeln im schmerzenden Bereich. Intensität und Auftreten Komplikationen hängen von den Ursachen der Gesichtsschmerzen, der Medikation und dem Umfeld ab. So verschlechtert sich der Zustand durch Stress immer weiter, ebenso kann ein Wetterumschwung zu einer Intensivierung der Probleme führen. Eine frühzeitige Abklärung durch einen Arzt ist deshalb anzuraten.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Gesichtsschmerzen führen bei Betroffenen zu einem hohen Leidensdruck. Sie treten in vielen Bereichen auf: Schläfen, Wangen, Kiefer, Mund, Nase und Ohren. Bei Gesichtsschmerzen stellt sich kaum die Frage, ob ein Arztbesuch angesagt ist oder nicht. Zu qualvoll ist das Geschehen. Erster Ansprechpartner sollte hier der Hausarzt sein. Eventuell überweist er seinen Patienten an einen Neurologen, Internisten, Hals-Nasen-Ohren-Arzt, Orthopäden oder Kieferorthopäden. Weitere Optionen wären der Zahnarzt sowie ein Psychologe oder Psychotherapeut.

Bekannt für Gesichtsschmerzen sind die Trigeminusneuralgie und weitere Neuralgien. Häufig werden Gesichtsschmerzen auch von einer unzureichenden Funktion der Kaumuskulatur oder des Kiefers ausgelöst. Erkältungen einschließlich Nebenhöhlenerkrankungen sind weitere häufige Ursachen für Gesichtsschmerzen.

Gelegentlich beruhen sie auch auf ausstrahlenden Schmerzen des Nacken- oder Schulterbereichs. Herpes-Zoster-Erkrankungen wie Gürtelrose und Gesichtsrose äußern sich ebenfalls oft an den betroffenen Stellen mit Schmerzen. Insbesondere bei älteren Menschen kommt es im Anschluss an eine Herpeserkrankung im Gesicht nicht selten zur unangenehmen sogenannten postherpetischen Zosterneuralgie.

Bei der Diagnosefindung für Gesichtsschmerzen ist stets an die Möglichkeit eines Gehirntumors, Schlaganfalls oder Multiple Sklerose zu denken. Wichtig ist bei der Diagnose von Gesichtsschmerzen deren Abgrenzung von Kopfschmerzen.

Behandlung & Therapie

So wie der Verlauf von Gesichtsschmerzen steht auch eine erfolgreiche Behandlung der Schmerzen in engem Zusammenhang mit den verursachenden Faktoren von Gesichtsschmerzen.

Sofern möglich, zielen therapeutische Maßnahmen zur Bekämpfung von Gesichtsschmerzen zunächst auf die Behebung der Schmerzursachen. Je nach Ursache können für die Ursachenbehebung von Gesichtsschmerzen verschiedene Fachärzte zuständig sein. Zwar ist es in einigen Fällen auch möglich, Gesichtsschmerzen durch operative Eingriffe zu begegnen, Experten empfehlen hier aber zunächst ausführliche Beratungsgespräche.

Können Ursachen von Gesichtsschmerzen nicht entdeckt und somit behandelt werden oder liegen den Gesichtsschmerzen chronische Erkrankungen zugrunde, die nicht heilbar sind, bestehen mögliche Behandlungsmaßnahmen in der symptomatischen Therapie (der Schmerzbekämpfung). Gesichtsschmerzen, die durch Beeinträchtigungen von Gesichtsnerven hervorgerufen werden, können häufig durch den Einsatz von schmerzlindernden Medikamenten verringert werden.

Liegen chronische Gesichtsschmerzen vor, so können Patienten beispielsweise in speziellen Schmerzkliniken den Umgang mit den Gesichtsschmerzen erlernen. Auch ambulante Psychotherapieverfahren können Patienten Strategien an die Hand geben, die sie bei der Bewältigung von Gesichtsschmerzen unterstützen sollen; zu diesen Strategien können beispielsweise verschiedene Entspannungsverfahren zählen.

Aussicht & Prognose

Ob es bei den Gesichtsschmerzen zu einer Heilung kommt oder ob diese mit bestimmten Komplikationen behaftet sind, kann nicht universell vorhergesagt werden. Die Behandlung hängt stark von den Ursachen der Gesichtsschmerzen ab. In der Regel können Gesichtsschmerzen immer mit Hilfe von Medikamenten eingeschränkt werden. Allerdings sollte der Patient nicht über einen längeren Zeitraum Schmerzmittel einnehmen, da diese sich negativ auf den Magen auswirken können.

In wenigen Fällen können die Gesichtsschmerzen auch mit einem chirurgischen Verfahren behandelt werden. Dies ist oft der Fall, wenn der Kiefer oder der Mundraum Schmerzen bereitet und ein gewöhnlicher Alltag dadurch nicht mehr möglich ist.

Werden die Gesichtsschmerzen nicht behandelt, so verringern diese Schmerzen die Lebensqualität erheblich. Der Betroffene kann keinen normalen Alltag mehr führen und ist in seinen Tätigkeiten sehr eingeschränkt. Daher sollten Betroffene immer versuchen, Stress abzubauen und sich viel zu entspannen, um den Gesichtsschmerzen vorzubeugen.

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Vorbeugung

Kommt es zu ersten Gesichtsschmerzen, so können zunächst eine rasche Diagnostik und eine folgende Therapie dazu beitragen, einer Verschlimmerung der Schmerzen vorzubeugen. Um einer Verschlechterung chronischer Gesichtsschmerzen vorzubeugen, empfehlen Experten unter anderem Maßnahmen wie eine gesunde Lebensweise: Faktoren wie regelmäßige körperliche Bewegung, Stressabbau und ein maßvoller Konsum von Alkohol und Nikotin sollen dazu beitragen können, Psyche und Körper bei Gesichtsschmerzen zu stärken.

Das können Sie selbst tun

Es kann leider nicht universell vorausgesagt werden, ob die Gesichtsschmerzen durch Selbsthilfe und eine Therapie ohne Arzt behandelt werden können. In vielen Fällen ist allerdings die Behandlung mit Medikamenten oder ein operativer Eingriff notwendig, um die Gesichtsschmerzen einzuschränken.

In jedem Fall wirkt sich ein gesunder Lebensstil mit einer gesunden Ernährung und vielen sportlichen Aktivitäten positiv auf die Gesundheit des gesamten Körpers aus. Dadurch können auch die Gesichtsschmerzen positiv beeinflusst werden. Der Patient sollte hier allerdings im Hinterkopf behalten, dass der Erfolg durch die Umstellung der Nahrung und der Aufnahme einer sportlichen Betätigung nicht sofort erscheint, sondern mehrere Wochen oder Monate benötigt, bis er erkannt werden kann. Hier ist daher vor allem Geduld gefragt.

Sehr oft entstehen die Gesichtsschmerzen aufgrund von Stress und unnötigen physischen und psychischen Belastungen. Diesen sollte der Betroffene auf jeden Fall entkommen, da sie die Gesichtsschmerzen nur verstärken und damit die Heilung verzögern. Der Körper benötigt in diesem Falle viel Entspannung und darf nicht unnötig angestrengt werden. Im Akutfall kann so etwas banales wie Kühlen schon Linderung verschaffen.

Sollten die Gesichtsschmerzen allerdings lange anhalten und sich mit diesen Selbsthilfemethoden nicht bessern, so muss ein Arzt aufgesucht werden.

Bücher über Gesichtsschmerzen

Quellen

  • Arastéh, K., et al.: Innere Medizin, Thieme, Stuttgart 2012
  • Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. 265. Auflage, de Gruyter, Berlin 2013
  • Thomm, M. (Hrsg.): Schmerzmanagement in der Pflege. Springer, Berlin 2012

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