Geschwollene Finger

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2017
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Geschwollene Finger treten bei vielen Menschen auf und können die unterschiedlichsten Ursachen haben. Die Behandlung ist zumeist durch einfache Präparate möglich. Auch vorbeugen lassen sich Beschwerden dieser Art.

Inhaltsverzeichnis

Was geschwollene Finger?

Als geschwollene Finger bezeichnet man Finger, die durch einen Blutstau in den Händen verdickt sind. Das Gefühl wird von Betroffenen dabei als unangenehm und drückend beschrieben. Die Beschwerden treten in der Regel nur über einen begrenzten Zeitraum auf, können allerdings auch chronisch sein.

Werden geschwollene Finger nicht behandelt, kann das zu weiteren Komplikationen bis hin zur Amputation oder Deformation der Hände führen. Bei einer frühzeitigen Behandlung lassen sich die Beschwerden allerdings in fast allen Fällen komplett beheben.

Ursachen

Die Ursachen für geschwollene Finger sind vielfältig. In erster Linie treten sie durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe auf. Wenn das Blut nicht mehr ungehindert zirkulieren kann, kommt es zu Problemen und die Finger schwellen an.

Das geschieht beispielsweise durch eine Arthrose in den Gelenken oder durch Rheuma. Auch eine Entzündung nach einer Infektion kann die Finger anschwellen lassen. Ist das Bindegewebe in den Händen erkrankt, sind die Finger ebenfalls davon betroffen und stark geschwollen. Entzündungsreaktionen wie Fibromatosen sind ebenfalls eine häufige Ursache für geschwollene Finger. Sind die Finger besonders stark geschwollen, ist das häufig auf Flüssigkeitsansammlungen (Lymphflüssigkeit oder Blut) zurückzuführen.

Auch eine Sklerodermie kann die Ursache sein. Diese äußert sich dadurch, dass die Finger nicht nur stark angeschwollen sind, sondern zeitweilig kaum bewegt werden können. Eine weitere Ursache von angeschwollenen Fingern sind Verletzungen an der Hand. Diese können in Verbindung mit einer Infektion auftreten und sollten deshalb umgehend von einem Arzt untersucht werden. Zuletzt können die Beschwerden auch durch eine Schwangerschaft auftreten. In diesem Fall resultieren die geschwollenen Finger daraus, dass der erhöhte Blutfluss das Wasser ins Gewebe verdrängt, wodurch dieses anschwillt.

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Diagnose & Verlauf

Die Ursachen für geschwollene Finger sind vielfältig. In erster Linie treten sie durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe auf.

Die Diagnose kann in der Regel erst nach einem umfassenden Gespräch zwischen dem Arzt und dem Betroffene geklärt werden. Dabei wird die bisherige Krankengeschichte ebenso angesprochen wie die Ernährungs- und Lebensweise.

Zudem wird festgestellt, ob die Finger nur geschwollen sind oder auch schmerzen, welche Teile des Fingers geschwollen sind, wann die Beschwerden begonnen haben und ob die Schwellung in regelmäßigen Abständen auftritt. Darüber hinaus werden weitere Symptome erfragt, um eventuelle Organerkrankungen ausschließen zu können.

Nachdem die Diagnose vorliegt, können weitere Schritte eingeleitet werden. Durch die richtigen Maßnahmen lassen sich geschwollene Finger in fast allen Fällen behandeln. Bleibt die Behandlung jedoch aus, kann es zu weiteren Komplikationen kommen. Je nach Ursache kommt es dann etwa zu einer Ausbreitung der Infektion auf andere Bereiche oder gar zu einer dauerhaften Behinderung.

Komplikationen

Komplikationen oder bleibende Schäden durch geschwollene Finger können sich spontan aber auch über einen längeren Zeitraum entwickeln und sind in ihrer Intensität von den zugrunde liegenden Ursachen abhängig.

So kommt es nicht selten zu einer dauerhaften Behinderung im privaten und beruflichen Alltag. Ganz gleich, ob es um das Verrichten von Tätigkeiten in der Küche geht oder um das Schließen von Knöpfen oder Reißverschlüssen, alles ist mit einem Problem verbunden oder im schlimmsten Fall unmöglich, sodass fremde Hilfe zunehmend erforderlich wird. Beruflich wird beispielsweise das Bedienen der Maus für den PC, die alltägliche Warenpflege im Verkauf oder das Arbeiten als Friseuren etc. unmöglich. Verantwortlich dafür sind eintretende Deformitäten. Im Laufe der Zeit kommt es zu einer Versteifung der Gelenke oder dem Verlust der grobmotorischen und schließlich auch der feinmotorischen Fähigkeiten.

Häufig wird auch über eine zunehmende Schmerzsymptomatik, die ohne entsprechende Schmerzmittel nicht mehr zu ertragen ist, berichtet. Beruht die Schwellung der Finger auf einer Infektion, kann sich diese auf andere Gewebeareale ausbreiten. Bei einem Panaritium, einer Infektion mit Staphylokokken bzw. Streptokokken, seltener durch andere Bakterien, wird der Eingriff in Leitungsanästhesie, einer peripheren Nervenblockade, durchgeführt, um den Eiterherd zu entfernen. Dieser Eingriff ist erforderlich, damit das entzündete Areal abheilen kann und sich die Schwellung zurückbildet.

Helfen im fortgeschrittenen Stadium die konservativen Behandlungsmethoden nicht mehr, wird eine Operation unter Umständen nicht zu umgehen sein. Im schlimmsten Fall kann es zu einer Amputation der Finger kommen.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Geschwollene Finger entstehen bei behindertem Blutfluss oder Lymphstau durch Flüssigkeitsansammlungen im Gewebe. Bilden sie sich nicht innerhalb kurzer Zeit wieder zurück, muss dringend ein Arzt aufgesucht werden. Unbehandelte geschwollene Finger können zu erheblichen Komplikationen führen. Das kann eine dauerhafte Deformation bedeuten oder sogar eine Amputation. Auf geschwollene Finger sollte zuerst der Hausarzt angesprochen werden. Er entscheidet nach seiner Anamnese über den weiteren Behandlungsverlauf.

Als Auslöser für das Symptom geschwollener Finger kommen zahlreiche Erkrankungen infrage. Gelenkarthrose und Rheuma zählen zu den klassischen Ursachen. Ebenso schwellen Finger bei Infektionen beziehungsweise Entzündungen an. Zu nennen ist hier die Fibromatose als häufige Ursache geschwollener Finger.

Verletzungen an der Hand oder dem Finger ziehen ebenfalls häufig eine Fingerschwellung nach sich. In jedem Fall muss bei geschwollenen Fingern eine gründliche Diagnose erfolgen. So können bei Infektionen Bakterien wie Staphylokokken oder Streptokokken die Nerven schädigen. Stets ist außerdem an mögliche Erkrankungen der Nieren oder der Leber zu denken.

Als Fachärzte sind bei geschwollenen Fingern vor allem Internisten, Nephrologen, Gastroenterologen, Neurologen und Chirurgen gefragt.

Behandlung & Therapie

Bei geschwollenen Fingern werden, je nach Ursache, größere Behandlungen nötig. Manchmal helfen jedoch auch Hausmittel. So können etwa Massagen dazu beitragen, dass die Flüssigkeit abgeleitet wird und die Schwellung zurückgeht. Auch durch Kühlung der betroffenen Stellen lassen sich die Beschwerden lindern. Kalte Aufgüsse mit Salbei oder Minze sowie die Anwendung von Schüßler-Salzen können helfen.

Bringen diese Mittel aus der „Hausapotheke“ nichts oder treten die Beschwerden immer wieder auf, muss ein Arzt aufgesucht werden. Dieser verschreibt dann unter Umständen Medikamente und leitet eine Therapie ein. Zudem wird der Körper genauestens untersucht, um schwerwiegende Organerkrankungen auszuschließen.

Insbesondere Leber und Niere lösen bei einer Erkrankung oft auch geschwollene Finger aus. Darüber hinaus wird im persönlichen Gespräch festgestellt, wie die bisherige Lebensweise und Krankengeschichte aussieht, um in der Folge die Ernährung anzupassen. Insbesondere wenn geschwollene Finger im Zusammenhang mit Gicht auftreten, lässt sich durch eine angepasste Ernährung eine Menge bewirken.

Ist Rheuma für die Beschwerden verantwortlich, kann ebenfalls auf Präparate zurückgegriffen werden, um den Blutfluss anzukurbeln. Zudem gehen die Beschwerden häufig im Rahmen der Physiotherapie, welche bei Rheuma zumeist angeordnet wird, zurück.

Aussicht & Prognose

Geschwollene Finger können relativ gut behandelt werden und führen in den meisten Fällen zu keinen weiteren Beschwerden oder Komplikationen. Durch die geschwollenen Finger wird der Alltag des Patienten stark eingeschränkt. Alle Tätigkeiten, die mit den Händen durchgeführt werden, sind nicht mehr ohne Weiteres möglich und können gegebenenfalls zu Schmerzen führen. Auch kann der Beruf möglicherweise nicht mehr ausgeübt werden, wenn die Finger abgeschwollen sind.

Sollte das Symptom nur temporär auftreten, so können Schmerzmittel verwendet werden. Auf eine langfristige Sicht ist von diesen allerdings abzuraten. Sie schädigen den Körper dann zu sehr. In einigen Fällen ist auch eine Operation notwendig, um die geschwollenen Finger zu behandeln.

Die Behandlung kann in vielen Fällen in Eigentherapie erfolgen. So helfen schon Massagen, die Flüssigkeit aus den Fingern wieder zu vertreiben. Durch eine Kühlung der Finger können die Schmerzen gelindert werden. Falls diese Hausmittel allerdings keinen Erfolg zeigen, muss ein Arzt aufgesucht werden. In diesen Fällen kann es sich um Erkrankungen der Niere oder der Leber handeln, oft tritt auch eine akute Gicht auf, die zu den geschwollenen Fingern führt. Allerdings ist in den meisten Fällen eine einfache Behandlung möglich, sodass es hierbei zu keinen weiteren Beschwerden kommt.

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Vorbeugung

Geschwollenen Fingern lässt sich nur schwerlich vorbeugen. Treten sie beispielsweise durch eine Verletzung auf, kann allenfalls versucht werden, die Vorsichtsmaßnahmen zu erhöhen. Auch einer Arthrose und den damit verbundenen dicken Fingern kann man nicht vorbeugen. Durch eine gesunde Ernährung und ausreichend Sport sinkt jedoch das Risiko, an Arthrose zu erkranken.

Generell hilft Bewegung dabei, den Blutfluss anzukurbeln und Schwellungen zu vermeiden. Auch einfache physische Übungen und regelmäßige Massagen können das Risiko, dass die Finger anschwellen, mindern.

Nach einer Schwangerschaft lassen sich Schwellungen vermeiden, in dem der Körper frühzeitig wieder in Form gebracht wird. Eine ausgewogene Ernährung kann auch hier helfen, den Blutfluss in Schwung zu bringen und Schwellungen vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Geschwollene Finger beruhen häufig auf Entzündungen. Die Schwellungen entstehen auch, wenn sich Gewebeflüssigkeit in Händen und Fingern staut. Gerade bei Hitze sammelt sich dort Flüssigkeit. Oft sind die Schwellungen von Rötungen, Kribbeln und Taubheitsgefühlen begleitet. Sofern keine Arthritis die Ursache ist, lassen sich einige der Beschwerden mit einfachen Mitteln lindern. Viele Schwellungen gehen von selbst zurück.

Fingerübungen können das Abschwellen beschleunigen. Bewegung sorgt für besseren Blutfluss und den Abtransport von Gewebeflüssigkeit. Die Muskelspannung reduziert sich und Schwellungen verringern sich. Alle Greifübungen sind in diesem Zusammenhang hilfreich. Auch das Ballen zur Faust und das anschließende Öffnen der Hände sind wirksame Übungen. Apfelessig ist ein altes Hausmittel, das äußerlich und innerlich wirkt. Einreiben mit Apfelessig kühlt, lindert Schmerzen und hat einen abschwellenden Effekt. Unterstützt wird die Anwendung durch das Trinken von Apfelessigwasser.

Das antioxidative Curcumin in Kurkuma kann ebenfalls viel bewirken. Es hilft bei Muskelschmerzen, Verstauchungen, Arthritis und verletzungsbedingten Schmerzen. Für eine Packung wird eine Paste aus Olivenöl und einem halben Teelöffel Kurkumapulver angerührt. Die Masse wird auf Händen und Fingern verteilt, muss trocknen und danach mit warmem Wasser abgespült werden. Eine kurkumareiche Ernährung unterstützt die Wirkung, da das aus der ayurvedischen Medizin bekannte Gewürz Entzündungen hemmt und die Durchblutung fördert.

Bücher über Arthrose

Quellen

  • Herold, G.: Innere Medizin. Selbstverlag, Köln 2013
  • Krämer, J., Grifka, J.: Orthopädie, Unfallchirurgie. Springer, Berlin 2013
  • Pschyrembel, W.: Klinisches Wörterbuch, 265. Auflage. De Gruyter, Berlin 2013

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