Geschwollene Augenlider

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 13. Dezember 2017
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Geschwollene Augenlider treten häufig bei Schlafmangel oder kummerbedingtem Weinen auf, können allerdings auch Allergien zur Ursache haben. Vorbeugung und Behandlung müssen auf die Gründe für das Auftreten abgestimmt sein.

Inhaltsverzeichnis

Was sind geschwollene Augenlider?

Geschwollene Augenlider machen sich durch gerötete, leicht schmerzende Lider bemerkbar. Oftmals sind neben den Lidern auch die Tränensäcke sowie die Partien neben den Augen angeschwollen.

Bei Berührung fangen die betroffenen Stellen oftmals an zu brennen und die Schwellung wird, je nach Druckeinwirkung, stärker. Zudem kann durch geschwollene Augenlider die Sicht stark eingeschränkt sein.

Ursachen

Die Ursachen für geschwollene Augenlider sind vielfältig. Auslöser sind meist Allergien gegen Pollen, Hausstaub oder Feinstaub. Auch Katzen- und Hundehaarallergien können die Ursache für gerötete und tränende Augen sein.

Ein weiterer Grund für angeschwollene Augenlider ist Schlafmangel. Nach einer Nacht mit wenig Schlaf sind die Augenpartien nicht ausgeruht und dementsprechend gereizt. Auch längeres Weinen lässt die Augenlider anschwellen.

Daneben können Schwellungen auch durch isolierte Krankheiten des Auges auftreten. So etwa durch ein Gerstenkorn, ein Hagelkorn oder Orbitaphlegmone. Bei letzterem handelt es sich um eine Infektion, die sofort behandelt werden muss, da sonst eine Erblindung droht.

Weitere Ursachen für geschwollene Augenlider können Nierenversagen, Herzschwäche, Cluster-Kopfschmerzen, Schilddrüsenerkrankungen, ein Tumor am Auge oder eine einfache Erkältung sein. Zuletzt können geschwollene oder gereizte Augenlider auch erblich bedingt sein. Bei entsprechenden Anlagen sind große Tränensäcke und dicke Augenlider unvermeidlich.

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Diagnose & Verlauf

Geschwollene Augenlider treten häufig bei Schlafmangel oder kummerbedingtem Weinen auf, können allerdings auch Allergien zur Ursache haben.

Aufgrund der Vielzahl an Ursachen, die geschwollene Augenlider haben können, wird bei der Diagnose in erster Linie auf die bisherige Krankengeschichte gesetzt. In der Regel wird die Diagnose vom Augenarzt gestellt, welcher die Augen untersucht und nach und nach die genannten Krankheiten ausschließt, bis die Ursache vorliegt.

Dieser Vorgang wird von umfassenden Gesprächen mit dem Patienten begleitet, in denen weitere mögliche Gründe herausgearbeitet werden. Zudem muss festgestellt werden, ob beide Augenlider oder nur eines betroffen ist.

Trotz der vielen möglichen Gründe, kann die Diagnose in der Regel relativ schnell erfolgen, da sich die meisten Erkrankungen direkt am Auge und an den Augenlidern erkennen lassen. So ist es für einen Augenarzt beispielsweise möglich, im Rahmen der Diagnose Bluthochdruck oder Diabetes anhand der jeweiligen Augenschwellung festzustellen.

Zudem werden Abstrich des Augensekrets und unter Umständen auch Gewebeproben entnommen und mikroskopisch untersucht. Dadurch können bösartige Veränderungen erkannt, bakterielle Erreger bestimmt oder simple Reizungen festgestellt werden. Erst dann ist es möglich, die geeignete Therapieform einzuleiten.

Komplikationen

Geschwollene Augenlider bzw. Augen können in Folge verschiedenster Beschwerden auftreten und dementsprechend vielgestaltig sind auch die möglichen Komplikationen. Zunächst schränkt die Schwellung das Sehvermögen ein und führt zu Schmerzen und Juckreiz im Bereich der geschwollenen Augenlider. Betroffene sind außerdem überaus lichtempfindlich und haben häufig das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben. Dementsprechend kann es zu einem gesteigerten Tränenfluss und einem starken Juckreiz kommen.

Durch den Juckreiz reiben Betroffene ihre Augenlider und verursachen so eine Intensivierung der Schwellung, häufig einhergehend mit einer Übertragung der Allergene oder Krankheitserreger auf andere Organe. Liegt den geschwollenen Augenlidern ein Lymphstau zugrunde, verstärken sich die Beschwerden im Verlauf der Erkrankung ebenfalls: es kommt zu einem Druckgefühl im Auge und in manchen Fällen zur Bildung eines Gerstenkorns, also einer bakteriellen Infektion der Drüsen am Augenlid. Schlafmangel als Ursache geht mit Abgeschlagenheit und den typischen Symptomen einher, ist ansonsten jedoch harmlos.

Komplikationen gibt es dagegen, wenn den geschwollenen Augen eine Entzündung der Bindehaut vorliegt. Die Entzündung lässt zunächst die Augenlider anschwellen, daneben kommt es zu dem typischen Gefühl, Sand im Auge zu haben. Im weiteren Verlauf überträgt sich die Schwellung dann auf die Hornhaut selbst, was etwa eine Trübung der Linse und ein eingeschränktes Sehvermögen zur Folge hat.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Geschwollene Augenlider können anlagebedingt oder eine Alterserscheinung sein. Charakterisiert sind geschwollene Augenlider durch Wasseransammlungen im Gewebe rund um die Augen. Unter den Augen befindliche Schwellungen werden auch als Tränensäcke bezeichnet. Meistens sind derartige familiär gehäuft anzutreffende geschwollene Augenlider kein Grund, deswegen einen Arzt aufzusuchen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, kann dies natürlich tun oder bei Gelegenheit im Rahmen einer anderen Untersuchung seinen Hausarzt darauf ansprechen. Anders sieht es hingegen aus, wenn jemand jeden Morgen mit besonders dick geschwollenen Augenlidern erwacht. Dann ist der Gang zum Arzt im eigenen Interesse unbedingt erforderlich.

Erste Anlaufstelle zum Abklären geschwollener Augenlider ist der Hausarzt. Nach seiner Anamnese und einigen Untersuchungen entscheidet er, ob er die Behandlung fortsetzt oder an einen Facharzt überweist: einen Internisten, Allergologen oder Augenarzt. Zu den weniger gefährlichen Ursachen für geschwollene Augenlider zählen beispielsweise Bindehautentzündungen, Lidrandentzündungen, Allergien gegen Pollen, Bettfedern, Hausstaub oder Milben, Erkältungen oder die Menstruation.

Aber auch bestimmte abends verzehrte Nahrungsmittel wie salziges Knabbergebäck, eiweißreiche Mahlzeiten oder alkoholische Getränke können zu geschwollenen Augenlidern am nächsten Morgen führen. Ursächlich für die Schwellungen an den Augen können aber auch ein gestörter Lymphfluss sein, Bluthochdruck, Nierenschäden und Schilddrüsenfunktionsstörungen.

Behandlung & Therapie

Je nachdem, welche Ursache diagnostiziert wurde, müssen geschwollene Augen anders behandelt werden. Handelt es sich um eine Schwellung durch Schlafmangel oder Weinen, reicht im Regelfall eine Kühlung der betroffenen Partien aus. Dazu wird beispielsweise ein kalter Löffel für wenige Minuten auf das Auge gelegt oder auf eine Kühlbrille zurückgegriffen.

Zudem sollten die Augen sich entspannen können und dürfen nicht noch zusätzlich belastet werden. Insofern die geschwollenen Augenlider aufgrund einer bakteriellen Infektion auftreten, muss in jedem Fall auf Medikamente zurückgegriffen werden. Zudem müssen die Kontaktlinsen gewechselt werden, um eine erneute Ansteckung zu vermeiden. Generell ist es wichtig, auf saubere Hände zu achten, wenn eine Infektion an den Augen vorliegt.

Ist ein Gerstenkorn die Ursache, werden sowohl antibiotische Tropfen als auch diverse Hausmittel zur Behandlung eingesetzt. So etwa Apfelessig, Augentrost oder Fencheltee. Zudem kann es helfen, die betroffenen Partien mit einer Rotlichtlampe zu bestrahlen. Dadurch wird der Bakterienherd ausgetrocknet und die Schmerzen gehen zurück.

Genannte Behandlungsmethoden sollten allerdings immer erst nach Absprache mit dem Arzt angewendet werden. Tritt die Schwellung der Augenlider durch einen Tumor am Auge oder eine Schilddrüsenerkrankung auf, hilft zumeist nur ein operativer Eingriff.

Aussicht & Prognose

In den meisten Fällen treten die geschwollenen Augenlider durch Stress, Überarbeitung und Ermüdung der Augen auf. Hier sollte sich der Patient ausruhen und vor allem schlafen, danach verschwindet das Symptom in der Regel von selbst.

Häufig werden auch Grippen, Erkältungen und Infekte durch geschwollene Augenlider begleitet. Dabei handelt es sich um ein gewöhnliches Symptom, welches ebenso mit dem Ende der Krankheit verschwindet und zu keinen weiteren Problemen führt.

Sollten die Augen schmerzen oder Sehstörungen auftreten, so muss ein Arzt konsultiert werden. In diesem Fall kann es sich um eine Entzündung im Auge handeln, welche auf jeden Fall durch einen Arzt behandelt werden muss. Die Behandlung erfolgt mit Antibiotika und führt ohne Komplikationen zum Erfolg.

Sollten die geschwollenen Augenlider nach dem Essen auftreten, so kann es sich um eine Unverträglichkeit oder eine Allergie handeln. Die Lider schwellen von selbst ab, wenn der jeweilige Inhaltsstoff verdaut wurde und es kommt zu keinen weiteren Problemen.

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Vorbeugung

Oft lassen sich geschwollene Augenlider ganz einfach vermeiden. So kann es helfen, ausreichend zu trinken, da so der Lymphtransport in Schwung gebracht wird, wodurch Schwellungen und gerötete Augen vermieden werden.

Bewährt ist auch die Methode, Gurken auf die Augenlider zu legen. Der kühlende Effekt und die Feuchtigkeit beugen Schwellungen vor. Weiterhin kann es helfen, die Augenlider regelmäßig sanft zu massieren und so die Durchblutung anzukurbeln. Diverse Pflegeprodukte und Salben sind ebenso zur Vorbeugung geeignet wie genannte Hausmittel. Das beste Mittel zur Vorbeugung ist jedoch die Behebung der Ursachen. Wer beispielsweise an Schlafmangel leidet oder oft weint, sollte dort ansetzen.

Auch langes Arbeiten am PC trocknet die Augen aus und führt früher oder später zu Schwellungen. Hier kann es schon ausreichen, die Augen regelmäßig zu entspannen. Die Möglichkeiten der Vorbeugung hängen also immer davon ab, welche Ursachen geschwollene Augenlider haben.

Das können Sie selbst tun

Ob nach dem Aufwachen oder allergiebedingt, geschwollene Augenlider sind unschön und stören das Sehen. Einige Hausmittel sind geeignet, die Schwellung zu mildern. Abschwellende Salben sind hierfür nicht unbedingt notwendig. Die wirksamste Methode ist Kühlen. Gelauflagen oder Kühlpads sind ideal, oft reicht schon ein kalter, feuchter Waschlappen, der einige Minuten aufgelegt wird. Wer keine Pads zur Hand hat, kann einen Teelöffel kurz ins Gefrierfach legen und die gewölbte Seite auf die Augen legen. Eine andere, erfolgreiche Variante sind kalte Gurkenscheiben.

Viel trinken ist grundsätzlich ratsam, denn es fördert die Durchblutung, kurbelt den Stoffwechsel an und sorgt für den Abtransport von gestauter Lymphflüssigkeit, welche die Schwellung verursacht. Sanfte Massagen mit den Fingerspitzen können den Prozess beschleunigen. Ein anderes Hausmittel ist schwarzer Tee. Hierfür müssen Betroffene in kaltem Tee getränkte Wattebäusche auflegen und diese einige Minuten wirken lassen. Ähnlich erfolgreich sind Kaffeepads. Hier sind es die enthaltenen Gerbstoffe, die den Stoffwechsel beschleunigen und den Abtransport der Lymphflüssigkeit beschleunigen.

Ist eine Allergie wie Heuschnupfen der Auslöser, muss die Ursache beseitigt werden. Auch Hausstaubmilben können zu Augenproblemen führen. Es ist hilfreich, antiallergische Bettwäsche zu benutzen und diese möglichst häufig zu waschen. Mitunter sind hormonelle Umstellungen der Grund für geschwollene Augenlider. Dann ist ein Arztbesuch notwendig.

Bücher über Augenentzündung & Augenkrankheiten

Quellen

  • Burk, A., Burk, R.: Checkliste Augenheilkunde. Thieme, Stuttgart 2014
  • Dahlmann, C.: Crashkurs Augenheilkunde. Urban & Fischer, München 2009
  • Grevers, G. et al.: Taschenatlas Allergologie. Thieme, Stuttgart 2008

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