Geschlechtsumwandlung

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Transsexuelle Menschen leben oft mit dem starken Wunsch, als Angehöriger des anderen Geschlechtes zu leben oder anerkannt zu sein. Zu diesem Zweck dient dann auch eine Geschlechtsumwandlung, die mit hormonellen oder auch chirurgischen Möglichkeiten die optische und auch mentale Annäherung an das andere Geschlecht gelingen lässt. Auch intersexuellen Menschen hilft eine geschlechtsangleichende Operation, das eigene Geschlecht besser definieren zu können.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Geschlechtsumwandlung?

Unter einer Geschlechtsumwandlung wird begrifflich die Umwandlung eines biologischen Geschlechtes durch hormonelle und operative Maßnahmen verstanden. Durch diese Eingriffe wird ein Mann in eine Frau oder eine Frau in einen Mann umgewandelt. Warum manche Menschen eine von ihrem Körper abweichende Identität fühlen, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig erklärt.

Nach einigen Hypothesen wird den Hormonen eine tragende Rolle in dieser veränderten Geschlechtsorientierung zugewiesen. Bereits im Mutterleib sorgen Geschlechtshormone für die entsprechende sexuelle Orientierung. Wenn diese Hormone entgegen dem herausgebildeten Geschlecht wirken, so ist die spätere Identifizierung mit dem anderen Geschlecht schon frühzeitig angelegt. Menschen fühlen sich dann in einem ihnen fremden Körper gefangen. Diese Gefühle führen bei einigen von ihnen zu operativen und hormonellen Geschlechtsumwandlungen, so dass sie im Ergebnis nach äußeren Merkmalen in ihrem gewünschten Geschlecht leben.

Diese Geschlechtsumwandlungen führen zur Unfruchtbarkeit. Trotzdem suchen immer mehr Menschen nach Möglichkeiten, das von ihnen empfundene Missverhältnis zwischen ihrem Körper und ihrem gefühlten Geschlecht zu beseitigen. Durch zunehmende Erfahrungen auf dem Gebiet der Geschlechtsumwandlung gelingt es immer besser, diesen Menschen effektiv zu helfen.

Funktion, Wirkung & Ziele

Eine Geschlechtsumwandlung wird von vielen Menschen als Befreiung empfunden. Sie haben anschließend das Gefühl, nun endlich ihr richtiges Leben führen zu können. Doch ist eine Geschlechtsumwandlung kein einfacher Weg. Eine Vielzahl von einzelnen Schritten der Hormontherapie und operative Eingriffe sind notwendig, um reale Erfolge erzielen zu können. Hormonelle Therapien wirken besser, wenn die Betroffenen entsprechend jünger sind.

Jedoch fällt die individuelle Wirkung der Hormone bei jedem Patienten anders aus. Bei Mann–zur–Frau Umwandlungen werden weibliche Hormone dem männlichen Körper zugeführt. Durch diese Östrogene kommt es zu einer Abnahme der Libido und das Brustwachstum wird eingeleitet. Die endgültige Brustgröße kann nicht von der Menge der eingenommenen Hormone beeinflusst werden. Sie hängt von der persönlichen Veranlagung ab. Auch kommt es zu einer weiblichen Fettverteilung, wobei dem natürlich durch den männlichen Knochenbau Grenzen gesetzt sind. Die Stimmlage verändert sich nicht, eine höhere Stimme kann nur durch Stimmtraining erreicht werden.

Noch vorhandene männliche Hormone können durch ein Antiandrogen gehemmt werden. Auch nach der Hodenentfernung müssen weiterhin Östrogene – etwa 2 mg/ Tag - eingenommen werden. Führt die Hormontherapie nur zu relativ kleinen Brüsten, so wird operativ eine Brustvergrößerung durchgeführt. Die Grundoperation ist jedoch bei den Mann-zur-Frau Umwandlungen die Formung einer Vagina aus der Penishaut. Mit der Penisinvaginantions-Methode werden ein Teil der Eichel und entsprechende Blutgefäße entfernt und als neue Klitoris wieder eingenäht. Die Harnröhre wird gekürzt. Hoden und Schwellkörper am Penisschaft entfernt man komplett.

Der Hodensack dient dazu, die Schamlippen zu formen. Die Operation der Geschlechtsumwandlung bezieht sich nur auf äußere Merkmale. Innere Geschlechtsorgane können nicht umgewandelt werden. Es gibt auch kombinierte Methoden, wobei die Klitoris auch aus der Eichel, Nerven und Gefäßen des Penisrückens gebildet wird. Jedoch wird das komplette Material verwendet, um die weiblichen Geschlechtsmerkmale zu formen. So kann eine tiefere Scheide erreicht werden. Ist der Adamsapfel im Hals sehr groß, so wird er durch einen unproblematischen kleinen chirurgischen Eingriff verkleinert.

Vielen Transsexuellen ist es ein Bedürfnis, ihren körperlichen Status zu ändern. Mit den operativen Eingriffen sind aber auch Risiken verbunden.

Weiterhin gibt es plastisch- chirurgische Eingriffe, die die optische Wirkung als Frau noch verbessern. Dazu gehören Gesichtsoperationen, welche die Nase schmaler gestalten oder die Wangenknochen anheben. Hüften können mit Einlagen gepolstert werden. Auch kann es zur Entfernung der unteren Rippen kommen, um die Taille schmaler zu halten. Bei Frau-zu-Mann Umwandlungen hat das Hormon Testosteron die Wirkung, eine Frau schon nach kurzer Zeit deutlich zu vermännlichen.

Der Haarwuchs verstärkt sich und die Stimme wird deutlich dunkler. Genitalien so aufzubauen, so dass sie männlich erscheinen, ist ein komplizierter Prozess. Zunächst werden zumeist die weiblichen Geschlechtsorgane (Gebärmutter, Eileiter, Eierstöcke) entfernt, da die Hormonbehandlung das Krebsrisiko erhöht. Gegebenenfalls kann aus den Schamlippen ein Hodensack geformt werden. Aus eigenem Gewebe wird ein Penoid geformt und die Harnröhre bis an die Spitze verlängert. Es gibt mittlerweile verschiedene Methoden, um eine penisähnliche Muskulatur aufzubauen.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Ein erwachsener Mensch benötigt nach gesetzlichen Regelungen keine operative oder hormonelle Geschlechtsumwandlung, um seinen Personenstand zu ändern. Jedoch ist es vielen Transsexuellen ein Bedürfnis, ihren körperlichen Status zu ändern. Mit den operativen Eingriffen sind die damit entstehenden Risiken verbunden.

Auch die Hormonbehandlungen können nicht zu vernachlässigende Nebenwirkungen bergen und sogar gegenteilige Wirkungen erzielen. Antiandrogene können zu Antriebsminderungen, Müdigkeit und Osteoporose führen. Östrogene können die Leber nachhaltig belasten. Zu hohe Dosierungen der Hormongaben können sich nachteilig auf die physische Gesundheit des Körpers auswirken. Dazu kommen die psychischen Belastungen einer Geschlechtsumwandlung.

Hormone wirken auch auf die Psyche und die Gefahr psychischer Erkrankungen, wie beispielsweise Depressionen, ist nicht gering. Die vollzogene Geschlechtsumwandlung kann auch nicht die gewünschten Ergebnisse erzielen, wodurch die Psyche des Betroffenen schwer belastet wird.

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Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Henne-Bruns, D., Barth, H.: Duale Reihe Chirurgie. Thieme, Stuttgart 2012
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014

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