Gesäß

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Beim Gesäß handelt es sich um ein Körperteil am Ende des Rumpfes. Dieses kann nur bei Menschen und Primaten vorgefunden werden. In der Wissenschaft wird die Gesäßregion als Regio glutaea bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Was kennzeichnet das Gesäß

In den meisten Kulturen wird das Gesäß als unrein angesehen, da es mit einer Nähe zum Anus einhergeht. Das daraus resultierende Schamgefühl führt in der ganzen Welt zu der Gewohnheit, das gesamte Körperteil zu bedecken. Eine Entblößung kollidiert selbst in Deutschland mit dem Gesetz und darf in den Medien nur unter strengen Regelungen stattfinden.

Dies lässt sich unter anderem darauf zurückführen, dass die Entblößung der eigenen Gesäßregion mit einer Herabwürdigung einhergeht. Mit der Geste wird eine Geringschätzung ausgedrückt, die sich gegen eine Gesellschaftsgruppe oder eine Thematik richten kann. Die Entblößung hat sich daher auch als Protestgeste etabliert. Im englischen Sprachraum wird sie als „Mooning“ bezeichnet. Dennoch spielt das Gesäß für den Menschen eine wichtige Rolle. In Bezug auf die Körperfunktionalität wird der Gesäßregion ein hoher Stellenwert zugeschrieben.

Anatomie & Funktion

Die Regio glutaea unterteilt sich in zwei symmetrische Hälften, die sogenannten Gesäßbacken. Sie werden von der Crena ani, besser bekannt als Analrinne, unterteilt. Das Gesäß selbst setzt sich aus den Sitzbeinen des Beckens, aus der Gesäßmuskulatur und dem Fettpolster zusammen.

Zu den wichtigsten Gesäßmuskeln gehören der Musculus gluteus maximus, Musculus gluteus minimus und Musculus gluteus medius.

Der Erstere ist der zweitstärkste Muskel des Körpers. Er ist für die Verbindung der Darmbeinschaufel mit dem Kreuzbein verantwortlich. Das Fettpolster selbst erreicht abhängig von dem Fettdepot eine unterschiedlich starke Amortisierung. Dennoch können bestimmte Knochenpunkte ertastet werden. Sie machen sich beim längeren Sitzen auf einer harten Unterlage bemerkbar.

Zu den wichtigsten Knochenpunkten gehören die Spina iliaca posterior superior, die Spina iliaca anterior superior und die Crista iliaca. Darüber hinaus wird die Gesäßhaut von vielen Nerven durchlaufen. Diese sind für eine möglichst hohe Sensibilität verantwortlich. Das gilt insbesondere für die Nervi clunium. Sie verlaufen durch die mittlere Gesäßregion und zweigen in tiefer gelegene Gesäßregionen ab.

Funktion & Aufgaben

Im Alltag spielt das Gesäß bei der Bewegungsfreiheit des menschlichen Körpers eine wesentliche Rolle. Konkret übernimmt die Gesäßmuskulatur einen großen Aufgabenbereich. So unterstützt der Musculus gluteus maximus das Hüftgelenk beim Gehen und Stehen. Umgangssprachlich wird er auch als Strecker bezeichnet. Der Musculus gluteus maximus hat die Aufgabe, das Überkippen des Beckens zu verhindern.

Begleitet vom Musculus gluteus medius und vom Musculus gluteus minimus wird ein Höchstmaß an Stabilität erreicht. Im Einzelnen wird verhindert, dass das Becken beim Gehen und ungeraden Stehen seitlich absinkt. Das Gesäß ermöglicht aber auch das Sitzen. Dies ist insbesondere dem ausgeprägten Fettpolster zu verdanken. Hierbei handelt es sich um das zweitgrößte Fettdepot im menschlichen Körper.

Welches Ausmaß die Gesäßbacken annehmen, wird von der Größe des Fettpolsters bestimmt. Die Menge des subkutanen Fetts ist wiederum vom Fettgehalt und von der Beanspruchung des Gesäßes abhängig. Ferner haben Untersuchungen ergeben, dass sich die Menge auch geschlechterspezifisch unterscheidet. Durchschnittlich weisen Frauen eine höhere Menge an subkutanen Fett auf.

An den Hinterbacken kann das Fettpolster eine Schicht aus mehreren Zentimetern bilden. Zwischen den Muskeln kann das Fettdepot weiter ausgebaut werden. Die Ausprägung des Polsters ist hormonabhängig. Im Falle einer Unterernährung wird dieses zur Versorgung des Körpers wieder abgebaut. Zuletzt fungiert das Gesäß in seiner sozialen Funktion als ein intimes Körperteil. Es wird von beiden Geschlechtern mit einem starken erotischen Reiz verbunden.

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Krankheiten & Beschwerden

Im Bereich des Gesäßes gibt es zahlreiche Erkrankungen und Beschwerden, die das Wohlbefinden der betroffenen Personen einschränken können. Im hohen Alter klagen viele Menschen über ein Schmerzempfinden in der Regio glutaea. Hierfür ist eine Entzündung des Kreuz-Darmbein-Gelenkes ein häufiger Auslöser.

Bei einer Neigung des Rumpfes klagen Betroffene über ein tiefliegendes Stechen. Die Schmerzen machen sich auch beim Heben von Gewichten und beim Anheben der Beine bemerkbar. Als Ursache kann eine fortschreitende Entzündung zwischen dem Kreuzbein und dem Darmbein herangezogen werden.

Darüber hinaus sind auch die sogenannten Ischiasschmerzen verbreitet. Eine Dauerkontraktion der Gesäßmuskulatur kann zu einem einseitigen Schmerzempfinden führen. Die Kontraktion führt langfristig zu einer Quetschung der Ischiasnerven, die vor allem bei Außenrotatoren zunimmt. Fitness- und Entspannungsübungen können hierbei eine Abhilfe leisten.

Zu einer Schmerzempfindung kann es auch dann kommen, wenn sich eine Fehlstellung des Gesäßes ausbildet. Problematisch ist insbesondere der Beckenschiefstand, da er starke Rückenschmerzen verursachen kann. Ein Schiefstand des Beckens geht mit einem vorstehenden oder abgeflachten Gesäß einher.

Als Ursache kann eine Osteoporose, eine Skoliose oder eine Muskelverspannung herangezogen werden. In der Folge kann der Beckenschiefstand auf nahezu alle Bereiche des Skeletts eine Auswirkung haben. Zu den gängigsten Symptomen gehören Rückenschmerzen, Muskelverspannungen und Kopfschmerzen.

Eine Abmilderung der Fehlstellung kann mit dem Tragen von Einlagen und einem spezifischen Aufbautraining erreicht werden. Im Alltags- und Berufsleben können Gesäßschmerzen auf ein monotones Sitzen oder eine ungünstige Haltung zurückgeführt werden.

Dies kann zur Verspannung und Überbeanspruchung von Muskeln führen. Daher ist es wichtig, einseitige Belastungen zu vermeiden. Anbei kann ein Training zum Ausbau der Gesäßmuskulatur aufgenommen werden. Viele Übungen können auch im eigenen Haus durchgeführt werden.

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