Geringes Wasserlassen
Von geringem Wasserlassen oder geringem Harndrang (Oligurie) spricht man, wenn durch verschiedene Ursachen die natürliche Urinmenge von ca. 800 ml unterschritten wird. Normalerweise passiert dies aufgrund einer zu geringen Flüssigkeitsaufnahme. Jedoch können auch ernst zu nehmende Krankheiten als Ursachen in Betracht kommen, wie zum Beispiel Nierenschwäche bzw. Niereninsuffizienz. Auch viele ältere Menschen, die an Demenz leiden, trinken aufgrund ihrer Vergesslichkeit und geringerem Durstgefühl viel weniger, als ihr Körper benötigt.
Definition Geringes Wasserlassen (Oligurie)
Sind die ausgeschiedenen Mengen des Harns pro Tag auffallend gering und beschränken sich die Toilettengänge zum Wasserlassen nur auf drei bis vier Mal täglich, dann wird vom geringen Wasserlassen oder von einer Oligurie gesprochen. Das geringe Wasserlassen oder die Oligurie liegen dann vor, wenn die täglich abgegebene Harnmenge zwischen 100 und 600 ml liegt. Im Gegensatz um geringen Wasserlassen steht das krankhaft bedingte häufige Wasserlassen oder häufiger Harndrang.
Ursachen für Geringes Wasserlassen
Durch nervale Beeinträchtigungen, die vorrangig die Reizleitung spezieller Impulse ausgehend von der Blase über Nervenbahnen betreffen, kann ein geringes Wasserlassen verursacht werden. Die Harnblase, physiologisch gesehen sind es die Dehnungsrezeptoren in der Blase, gibt ab einem bestimmten Fassungsvermögen eine Information an die entsprechenden Gehirnareale ab, die das Signal für eine Entleerung darstellt. Wenn die Reizleitung unterbrochen oder gestört ist, dann verringert sich die abgegebene Harnmenge.
Die Harnmenge basiert außerdem auf dem Funktionsvermögen der Nieren. Ist dieses durch Nierenerkrankungen eingeschränkt, dann können diese nicht mehr genügend Harn produzieren und ein geringes Wasserlassen ist die Folge. Ein typisches Symptom ist das geringe Wasserlassen für eine bestehende Glumerulonephritis oder das akute nephritische Syndrom.
Krankheiten mit geringem Wasserlassen
Behandlung von Geringem Wasserlassen (Oligurie)
Da eine Oligurie bzw. geringes Wasserlassen in den meisten Fällen auf ein akutes Nierenversagen hindeutet, können bei rechtzeitigem Behandlungsbeginn die Symptome häufig erkannt werden, sodass das geringe Wasserlassen behoben wird. Neben den allgemeinen Therapiemaßnahmen, zu denen ein Ausgleichen von fehlendem Flüssigkeitsvolumen und die Behandlung eines erniedrigten Blutdrucks gehören, wird eine überhöhter Anstieg der Kaliumelektrolyte im Körper reduziert. Dazu wird Glukose oder Resonin verabreicht. Günstig wirken sich sogenannte Diuretika aus, die eine vermehrte Ausscheidung von Harn anregen, um einer Vergiftung des Organismus vorzubeugen. Eine Dialyse ist außerdem beim geringen Wasserlassen auf Grund eines akuten Nierenversagens angebracht.
Handelt es sich nicht um ein akutes Nierenversagen und liegt das verminderte Wasserlassen an einer unzureichenden Flüssigkeitszufuhr, dann ist eine ausreichende Gabe von Flüssigkeit entweder oral oder über Infusion angezeigt. Bei einigen Patienten zeigt sich ein geringes Wasserlassen dadurch, dass sich Wasseransammlungen beispielsweise in den Beinen bilden. Therapeutisch wird das geringe Wasserlassen in diesem Zusammenhang mit entwässernden Medikamenten behandelt.
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Vorbeugung von Geringem Wasserlassen
Um geringes Wasserlassen zu vermeiden, ist eine normale Flüssigkeitszufuhr in regelmäßigen Abständen lebensnotwendig. Außerdem sollten Nieren- und Blasenentzündungen, Beschwerden der Prostata und Wasseransammlungen rechtzeitig dem Arzt vorgestellt werden. Viele Menschen neigen zu Blasen- und Nierenentzündungen oder einer Herzinsuffizienz, die das Entstehen von Wassereinlagerungen hervorruft. Eine ärztliche Kontrolle ist in dieser Hinsicht die beste Vorbeugung gegen geringes Wasserlassen.
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