Gemeiner Efeu

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Efeu gehört der Gattung Efeu und der Familie der Araliengewächse (Araliaceae) an. Er ist eine immergrüne Pflanze mit sehr variablen Lebensformen. Als Heilpflanze spielt er heute zwar nur noch eine Nebenrolle, wurde aber im November 2009 zur Arzneipflanze des Jahres 2010 gekürt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Gemeinen Efeu

Der Name Efeu ist die Kurzform der wissenschaftlichen Bezeichnung Gemeiner Efeu (Hedera helix). Efeu ist eine sehr ausdauernde Pflanze, die je nach Umweltbedingungen unterschiedliche Wachstumsformen annehmen kann. Anfänglich ist er eine krautige Pflanze, die nach einer gewissen Zeit sehr große Flächen für sich in Anspruch nimmt. Er wächst zunächst kriechend und klettert mittels seiner Haftwurzeln an Hindernissen, wie Zäunen, Bäumen oder Mauern empor. Dabei kann er bis zu 30 Meter in die Höhe wachsen.

In Mitteleuropa ist der Gemeine Efeu der einzige Wurzelkletterer. Seine Sprossachsen beginnen nach einigen Jahren zu verholzen und entwickeln sich zu Halbsträuchern, Sträuchern und Lianen (Kletterpflanzen). In seltenen Fällen kann die Verholzung auch so weit gehen, dass der Efeu als Baum erscheint. Die verholzten Stämme erreichen manchmal einen Durchmesser von 10 bis 30 Zentimetern. Der Efeu bildet im Laufe seiner Entwicklung zwei unterschiedliche Blattformen aus. Diese Erscheinung wird als Blattdiphormismus bezeichnet.

So tragen die kriechenden Jungsprossen eckig-gelappte Blätter, während die Blätter im ausgewachsenen Zustand der Pflanze einen glatten Rand besitzen. Die Blätter wachsen dann in Birnenform, deren Stängel frei in der Luft stehen. Im Spätsommer bilden sich kugelförmige Blüten aus. Aus diesen Blüten entwickeln sich im Winter schwarze, giftige Beeren. Heimisch ist der Efeu in West-, Mittel- und Südeuropa. Im Zuge der europäischen Kolonisation gelangte der Gemeine Efeu nach Nordamerika, Australien und Neuseeland.

Wirkung & Anwendung

Vom Efeu sind alle Pflanzenteile giftig. Allerdings ist die Giftigkeit auch abhängig von der Dosis der Wirkstoffe. Deshalb kann Efeu auch als Heil- und Arzneipflanze angewendet werden. So wirken Zubereitungen aus Efeublättern bei niedrigen Konzentrationen schleim- und krampflösend. Daher werden sie bei Bronchialerkrankungen sowie bei Reiz- und Krampfhusten angewendet. Bei höheren Dosen kommt es jedoch zu Reizungen von Haut und Schleimhäuten. Diese Wirkung wird durch Alpha-Hederin hervorgerufen.

Alpha-Hederin bildet sich beim Abbau von Saponinen, die in den Blättern, Holz und den Beeren des Efeus enthalten sind. Diese Substanz macht 80 Prozent der im Efeu enthaltenden Gifte aus. Eine andere giftige Substanz ist das Falcarinol. Verschiedene Pflanzenarten, wie auch Efeu, produzieren Falcarinol zur Abwehr von Schädlingen und Pilzen. In niedriger Konzentration wurden krebsvorbeugende, antibakterielle, fungizide und schmerzlindernde Eigenschaften dieser Substanz festgestellt.

In Mitteleuropa ist der Gemeine Efeu der einzige Wurzelkletterer. Seine Sprossachsen beginnen nach einigen Jahren zu verholzen und entwickeln sich zu Halbsträuchern, Sträuchern und Lianen (Kletterpflanzen).

In größeren Mengen ist es allerdings giftig und kann zu Allergien und Hautreizungen führen. Deshalb werden beim Schneiden von Efeu auch leichte Schutzmaßnahmen empfohlen. Die Giftigkeit des Efeus ist auch der Grund, warum es heute nur noch selten als Heilpflanze eingesetzt wird. Früher war es eine beliebte Heilpflanze und galt im Altertum und der Antike sogar als heilige Pflanze. Sie wurde bei Durchfallerkrankungen, Erkrankungen der Milz und Erkrankungen der Atemwege eingesetzt.

Auch bei Rheuma, Gicht, Gelbsucht und sogar der Pest vertrauten die Menschen damals auf die Heilkraft von Efeu. Heute dürfen bei seiner Anwendung nur die Blätter und Blüten verwendet werden. Die schwarzen Beeren haben eine zu hohe Giftkonzentration. Für die innerliche Anwendung darf die Konzentration nicht zu hoch sein. Deshalb eignen sich hierfür Mischtees mit Efeu als Bronchialtees. Äußerlich ist die Anwendung jedoch unbedenklich. Dabei wird er in Form von Bädern, Breiumschlägen und Kompressen bei Wunden, Geschwüren und Schmerzen eingesetzt. Efeu kann auch als Salbe oder Ölauszug verwendet werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Efeu wirkt heilend bei verschiedenen Atemwegserkrankungen, Geschwüren, Gicht, Rheuma und verschiedenen Schmerzen. Außerdem ist er fiebersenkend, heilt Wunden und wird sogar bei Cellulitis eingesetzt. Empfohlen wird ein Efeu-Umschlag auch bei Nervenschmerzen, sogenannten Neuralgien.

Im November 2009 wurde er als Arzneipflanze des Jahres 2010 ausgerufen. Denn Efeu-Extrakte werden heute als Hustensaft oder Heiltees zur Behandlung von festsitzendem Schleim in den Bronchien angewendet. Wegen der Giftigkeit der Wirkstoffe können diese Extrakte jedoch nur als Arzneimittel betrachtet werden. Die Dosierung darf nicht zu hoch sein. Zu ihrer Herstellung dürfen auch nur die Blätter verwendet werden. Sie enthalten bis zu 6 Prozent Triterpensaponine.

Für die Wirksamkeit spielen neben Alpha-Hederin auch die Substanzen Hederacosid B und C eine Rolle. Diese Wirkstoffe verflüssigen den Schleim, entspannen die Bronchialmuskulatur und entkrampfen somit die Atemwege. Auch bei chronisch-entzündlichen Bronchialkrankheiten und Keuchhusten wirken diese Extrakte sehr gut. Neben Hustensäften und Tees kommen die Efeu-Extrakte auch als Tropfen zur Anwendung.

In höheren Dosierungen kommt es jedoch zu unangenehmen Nebenwirkungen oder gar schweren Vergiftungen. Besonders im Fruchtfleisch der schwarzen Beeren des Efeus ist der Gehalt an Alpha-Hederin so hoch, dass ihr Genuss sehr gefährlich ist. Bereits bei der Aufnahme von 2 bis 3 Beeren können erste Vergiftungserscheinungen auftreten. Es kommt zu Übelkeit, Erbrechen, schnellem Puls, Reizungen von Magen und Darm sowie zu Kopfschmerzen. Der Verzehr von einer großen Menge Beeren führt sogar zu schweren Brechdurchfällen, Krämpfen und Atemstillstand. Auch tödliche Verlaufsformen dieser Vergiftungen wurden bereits beobachtet. Selbst der äußerliche Kontakt mit Efeu kann durch den Einfluss des gleichen Wirkstoffs zu starken Reizungen der Haut und Allergien führen.

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