Gelenkpfanne

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Die Gelenkpfanne ist eine von zwei Flächen eines Gelenks. Sie dient der Aufnahme des Gelenkkopfes und ermöglicht den Bewegungsumfang eines Gelenks. Bei einer Luxation gleitet der Gelenkkopf aus der zugehörigen Pfanne heraus.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Gelenkpfanne?

Der menschliche Körper ist mit 143 Gelenken ausgestattet, die wesentlich über die Flexibilität und Motorik bestimmen. Jedes Gelenk des menschlichen Körpers ist im Wesentlichen gleich aufgebaut. Neben einem Gelenkknorpel, einem Gelenkspalt mit Gelenkschmiere, einer Gelenkkapsel und einem Bänderapparat zur Festigung des Gelenks enthält jedes Gelenk einen Gelenkkopf und eine Gelenkpfanne.

Die Gelenkpfanne entspricht dem konkaven Abschnitt des Gelenks und dient der Aufnahme des konvexen Gelenkkopfes. Sobald zwei Knochen im menschlichen Körper aufeinandertreffen, bilden sie miteinander ein Gelenk. Das Ende des einen Knochens fungiert dabei als Gelenkpfanne und damit als Aufnahme des vom anderen Knochenende gebildeten Gelenkkopfs. Die Ausprägung einer Gelenkpfanne hängt damit vom Gelenkkopf ab, den sie aufnehmen soll. Die Gelenkpfanne eines Kugelgelenks wie der Hüfte oder Schulter sieht dementsprechend anders aus als die Pfanne zur Aufnahme eines Scharniergelenks, Sattelgelenks, Drehgelenks, Eigelenks oder ebenen Gelenks.

Anatomie & Aufbau

Gelenkpfannen besitzen in der Regel eine mehr oder weniger stark konkave Form, so vor allem die Kugelgelenke des Körpers. Die Ausprägung einer Gelenkpfanne ist relativ variabel und hängt von der Art des Gelenks ab. Das Hüft- du Schultergelenk sind zum Beispiel Kugelgelenke. Die Gelenkpfanne des Schultergelenks fällt im Verhältnis zum Gelenkkopf vergleichsweise klein aus und wirkt auf den ersten Blick eher flach.

Auch das Hüftgelenk ist ein Kugelgelenk. Die Gelenkpfanne des Hüftgelenks wird auch als Acetabulum bezeichnet und entspricht einer relativ tiefen und grubenförmigen Aufnahme, die den Gelenkkopf in weiten Teilen umfasst. Diese Zusammenhänge zeigen, wie unterschiedlich sogar die Gelenkpfannen der gleichen Gelenkart ausfallen können. Bei Scharniergelenken wie dem Humeroulargelenk nimmt eine hohlzylinderartige Gelenkpfanne einen walzenförmigen Gelenkkopf auf.

Sattelgelenke wie das Daumensattelgelenk bestehen dagegen aus zwei konkave Gelenkflächen, wobei das obere Gelenkteil ähnlich eines Reiters einer sattelförmigen Pfanne aufsitzt. Drehgelenke wie das Radioulnargelenk besitzen einen zapfenartigen Kopf, der in einer rinnenförmig kurzen Gelenkpfanne sitzt. Die Pfanne von Eigelenken ist größer als der Gelenkkopf und ebene Gelenke wie das Wirbelbogengelenk haben keine Pfanne im engeren Sinn, sondern bestehen aus zwei ebenen und frei gegeneinander gleitenden Flächen.

Funktion & Aufgaben

Gelenkpfannen sind pfannenförmige Ausbildung zur Aufnahme des Gelenkkopfs. Es handelt sich bei ihnen um eine von zwei Gelenkflächen. Im Regelfall bewegt sich der Gelenkkopf eines bestimmten Gelenks in der zugehörigen Pfanne ähnlich eines Mörsers in der Schale. Wie genau eine Gelenkpfanne funktioniert, hängt von der Art des Gelenks ab. Wenn sich Knochen in einem Gelenk treffen, gibt die Form der Knochenoberflächen und somit auch die Form der Gelenkpfanne die Bewegungen vor, die im Bereich des Gelenks möglich werden.

Bei Kugelgelenken wie der Hüfte und Schulter erlaubt ein kugelförmiger Gelenkkopf in der gegenförmigen Gelenkpfanne eine Bewegung in sämtliche Richtungen. Bei einem Scharniergelenk wie dem oberen Sprunggelenk ermöglicht die Kombination aus Kopf und Gelenkpfanne dagegen ausschließlich Bewegungen um eine einzige Achse. Die rinnenartige Aufnahme des walzenartigen Gelenkkopfs verhindert in diesem Fall andere Bewegungsarten. Sattelgelenke wie das Daumensattelgelenk greifen ermöglichen damit verglichen etwas mehr Bewegung. Die Bewegungen finden in diesen Gelenken in zwei senkrecht zueinander liegende Richtungen statt.

Bei Zapfengelenke ist durch die Gelenkpfanne und den zugehörigen Kopf lediglich eine Drehbewegung möglich. Gelenkpfannen und Gelenkköpfe haben damit vor allem zwei Funktionen. Zum einen verbinden sie Knochen oder Knochenenden miteinander und zum anderen ermöglichen sie ihren diesen flexiblen Verbindungen die Beweglichkeit der Knochen. Damit kommt der Gelenkpfanne innerhalb der Motorik eine etwa ebenso wichtige Aufgabe zu wie dem Kopf des Gelenks.

Ohne die Einheit aus Kopf und Pfanne wären weder Streckungen, noch Beugungen, Abspreizbewegungen, heranführende Bewegungen oder Außen- und Innendrehungen möglich. Die Mobilität des Menschen wären dementsprechend ähnlich stark eingeschränkt wie durch eine Lähmung der bewegungsbeteiligten Muskeln.

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Krankheiten

Gelenke können unter bestimmten Umständen von Verletzungen betroffen sein, die die beiden Gelenkflächen den Kontakt zueinander verlieren lassen. In der Regel werden solche Phänomene durch Gewalteinfluss von außen hervorgerufen. Wenn der Kopf eines Gelenk nicht mehr in der Gelenkpfanne liegt, spricht der Mediziner von einer Luxation.

Meist geht die Luxation mit einem Riss der zugehörigen Gelenkkapsel einher, der die beiden Gelenkflächen verschiebt oder auseinander gleiten lässt. Die Luxation kann auch unvollständig erfolgen und wird dann als Subluxation bezeichnet. Bei einer direkten Luxation wirkt eine Kraft von außen direkt auf das betroffene Gelenk und lässt einen Bänder- und Kapselriss entstehen, der den Gelenkkopf aus der Gelenkpfanne herausgleiten lässt. Anders verhält es sich bei der indirekten Luxation. Bei dieser Art von Luxation wird die natürlich motorische Hemmung eines Gelenks durch die langen Hebelarme überwunden.

Ein Knochen hebelt den Gelenkkopf bei dieser Luxationsart also auf der Gelenkpfanne heraus. Neben der Luxation kann die Gelenkpfanne auch im Rahmen von Erkrankungen wie der seltenen Legg-Calvé-Perthes-Krankheit pathologischen Wert erhalten. Bei dieser Erkrankung ist der Femurkopf ein- oder beidseitige von einer avaskulären Nekrose betroffen. Zwar wird die Nekrose durch Prozesse der Osteogenese kompensiert, der so entstehende Knochen ist aber häufig deformiert. In einer Folge dessen passt der Femurkopf oft nicht mehr ins Acetabulum.

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