Geißraute

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Die Geißraute ist eine Heil- und Futterpflanze mit alter Tradition, sie wächst sowohl wild als auch kultiviert. In freier Natur ist die Heilpflanze vorwiegend an Flussufern oder in Auwäldern anzutreffen. In privaten Gärten und städtischen Gartenanlagen ist die Geißraute häufig zu sehen, ein kommerzieller Anbau auf Feldern findet dagegen kaum noch statt.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau der Geißraute

Die botanische Heimat der Geißraute ist Europa und der gesamte asiatische Kontinent. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein wurde die Geißraute häufig kommerziell angebaut, denn als Zier-, Futter-, und Heilpflanze spielte die Geißraute früher eine weitaus größere Rolle als heute. Die Verwilderung setzte bereits früh ein, sodass die Geißraute an Ufern von Flüssen und Bächen, auf Wiesen und vermehrt auch in Auwäldern anzutreffen ist.

Die Heil- und Nutzpflanze liebt stark lehmhaltigen und feuchten Boden, was auch bei einer Zucht im eigenen Garten berücksichtigt werden muss. Die bis zu einem Meter hoch wachsende Geißraute ist streng mehrjährig und verfügt über dickes Wurzelwerk, welches an das von Rüben erinnert. Die Stendel und Riefen des Geißkrautes treiben im Frühjahr aus dieser Wurzel heraus. Die Blätter sind typisch gefiedert unpaarig, wechselständig an den Stengeln stehend.

Die einzelnen Blätter der Pflanze können bis zu vier Zentimeter lang werden und bleiben dabei schmal. Geißkraut blüht in den Sommermonaten, wobei die Blüten in kerzenartigen Trauben stehen und eine weißliche bis rosa Färbung aufweisen.

Wirkung & Anwendung

Die Geißraute gehört zu den Hülsenfrüchtlern und weist, wie viele andere aus dieser Pflanzenfamilie auch, eine asymmetrische Form der Blüten auf. Die Samen der Pflanze entwickeln sich aus den Blüten. In diesem Prozess entwickeln sich aus den Blüten zunächst schotenartige Hülsen und daraus dann die bohnenförmigen, bräunlichen Samenkörner. Im Volksmund wird die Geißraute auch als Bockskraut, Fleckenkraut, Geißklee oder Pockenraute bezeichnet.

Die Wirkungsweise und die besonders heilkräftige Wirkung des Geißkrautes sind auf die zahlreichen, pharmakologisch wirksamen Inhaltsstoffe zurückzuführen. Neben Galegin, Galuteolin, Bitterstoffen und Phytosterolen enthalten die Blüten des Geißkrautes auch Flavonoide, Gerbstoffe, Saponine und Allantoin. Früher wurde Geißraute oft als Futterpflanze für Weidenvieh angebaut, heute findet sich dagegen kaum noch ein Landwirt, der Geißraute an seine Nutztiere verfüttert.

Die bis zu einem Meter hoch wachsende Geißraute ist streng mehrjährig und verfügt über dickes Wurzelwerk, welches an das von Rüben erinnert.

Lange Zeit war nicht bekannt, dass Geißraute als Futter auch toxisch wirken kann, diese Giftigkeit gilt jedoch nicht für alle Arten von Nutztieren. In Extremfällen ist es auch zu Todesfällen von Nutztieren aufgrund der übermäßigen Verfütterung von Geißraute gekommen. Diese latente Giftigkeit ist der Hauptgrund, warum Geißraute heutzutage nicht mehr als Futterpflanze verwendet wird. Wird Geißraute in der Humanmedizin zu Heilzwecken verwendet, dann erfolgt dies fast ausschließlich als Teezubereitung.

Die Droge kann frisch oder getrocknet verwendet werden. Bei der getrockneten, kühl und trocken eingelagerten Droge ist nicht mit einem Wirkstoffverlust zu rechnen. Zur Anwendung werden zwei Teelöffel Geißraute mit einer großen Tasse brühend heißem Wasser übergossen. Die Ziehzeit sollte mindestens zehn Minuten betragen, damit alle relevanten Wirkstoffe im Teesud enthalten sind. Nach dem Abseihen kann der Tee schluckweise getrunken werden, für einen Erwachsenen sind bis zu drei Tassen täglich erlaubt.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

In der traditionellen Volksheilkunde gilt die Wirkung der Geißraute als unbestritten. Geißraute fördert die Milchbildung und wirkt aufgrund der Inhaltsstoffe antibiotisch, harntreibend, schweißtreibend und Blutzucker senkend. Weitere Anwendungsbereiche sind Fieber und Blasenentzündung.

Durch die Blutzucker senkende Wirkung kann Geißrautentee unterstützend bei Diabetes mellitus eingesetzt werden, dies sollte jedoch stets nur in Absprache mit dem behandelnden Arzt erfolgen. Die Hauptbedeutung der Pflanze ergibt sich aus der milchbildenden Eigenschaft, deshalb wurde die Heilpflanze früher häufig bei stillenden Müttern eingesetzt. Geißrautentee sollte kurmäßig angewendet werden. Nach etwa 6 Wochen ist eine Pause von ebenso langer Zeit einzulegen, bevor der Trinkzyklus von vorne beginnt.

Durch die mehrwöchige Trinkpause werden unerwünschte Langzeitwirkungen durch latent toxische Zellschäden verhindert. Obwohl die Anwendung als Milchbildungstee heute kaum noch erfolgt, konnte die milchbildende Wirkung auch durch Studien bestätigt werden. Der Pflanzenname Geißraute deutet bereits auf die heilkräftige Eigenschaft der Milchbildung hin. Die griechischen Worte „Gala“ und „Agein“ bedeuten Milch und treiben.

Die Bedeutung für die Gesundheit bezieht sich also in allererster Linie auf die Förderung der Milchbildung. Besonders dann, wenn die Milchbildung nur schwer in Gang kommt, ist der Genuss von Geißrautentee oft hilfreich. In den ersten Tagen nach einer Geburt macht sich dann die Erhöhung der Milchmenge bemerkbar.

Ein weiteres besonderes Augenmerk bezüglich Bedeutung der Geißraute für Gesundheit, Vorbeugung und Behandlung ergibt sich aus der Blutzucker senkenden Wirkung. Diese spezifische Eigenschaft von Geißkraut ist Gegenstand von botanischer Forschung, die Wissenschaftler erhoffen sich dadurch unter anderem Ansätze zur begleitenden Therapie von Diabetes mellitus.

Noch ist die Blutzucker senkende Wirkung von Geißraute jedoch nicht abschließend medizinisch bestätigt, das bisher vorliegende botanische Studienmaterial ist aber vielversprechend. Diabetiker sollten Geißrautentee daher nur als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung ansehen. Wird der Genuss von Geißraute mit anderen Blutzucker senkenden Maßnahmen wie ausgewogene Ernährung und körperliche Bewegung kombiniert, so lassen sich auch hohe Blutzuckerwerte ohne zusätzliche Insulingabe erstaunlich gut absenken.

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