Gefleckter Schierling

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Der Gefleckte Schierling (Conium maculatum) ist eine Pflanze, die vor allem für ihre Giftigkeit bekannt ist. Sie geht weit über die giftigen Substanzen anderer Pflanzen hinaus. Wie giftig diese Pflanze ist, zeigt, dass im Altertum Verurteilte mit einem Giftcocktail aus Conium hingerichtet wurden. Das bekannteste Opfer ist der weltbekannte Philosoph Sokrates.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Gefleckten Schierling

Diese Giftpflanze ist ein Doldenblütler (Apiaceae) mit weißen Blüten, die sie sehr ansehnlich macht. Der Gefleckte Schierling hat viele artverwandte Pflanzen wie Kümmel oder Wiesenkerbel, die jedoch wesentlich harmloser, weil nicht giftig, sind. Diese Ähnlichkeit zu anderen nicht giftigen Pflanzen macht den Gefleckten Schierling so gefährlich, da eine Verwechslung nicht auszuschließen ist.

Die wissenschaftliche Bezeichnung lautet (Conium maculatum). Neben Aethusa cynapium (Hundepersilie) und Cicuta virosa (Wasserschierling) gehört die krautartige, zweijährige Pflanze zu den giftigsten Pflanzenarten. Der spindelförmig in die Höhe wachsende Doldenblütler erreicht eine durchschnittliche Wuchshöhe von 80 Zentimetern, unter guten Wachstumsbedingungen kann er auch zwei Meter erreichen. Der Namenszusatz „gefleckt“ ist auf den hohlen und runden Stängel zurückzuführen, der im unteren Teil rote Flecken aufweist und mit einem blauen Reif überzogen ist.

Die Stängel sind gerippt und kahl wie die dreieckigen, zwei- bis vierfach gefiederten Laubblätter. Sie weisen fiedrige Einschnitte auf. Der Blütenstand wächst doldenartig und verzeichnet sechs bis zwanzig einzelne, strahlenförmig wachsende Doldenblüten mit Hüllblättern und weißen Kronblättern. Die eiförmige Frucht wird 2 bis 3,5 Millimeter groß. Das Verbreitungsgebiet ist groß, denn der Gefleckte Schierling kommt in Afrika, Europa, Asien und im Nahen Osten vor.

In Nord- und Südamerika ist er ein Neophyt, der durch Menschen eingeschleppt und eingebürgert wurde. Die Giftpflanze bevorzugt nährstoffreiche und tiefgründige Lehmböden und ist auf Brachen, Schuttflächen, in Ackerrainen, auf Rübenäckern und an Straßenrändern anzutreffen. Sie ist auch unter den Trivialnamen Teufelsperterling, Mäuseschierling, Blutschierling, Tollkraut und Wüterich bekannt.

Wirkung & Anwendung

Im Volksmund ist die krautartige Pflanze auch als der Gefleckte Tod bekannt. Als Inhaltsstoffe wirken die Alkaloide Methylconiin, Pseudoconhydrin, Conicein, Conhydrin und Coniin. In der Heilkunde wird der Doldenblütler aufgrund seiner tödlichen Wirkung nicht mehr angewendet. Er darf nur in Form homöopathischer Arzneimittel und verschriebener Fertigpräparate verwendet werden. Die Homöopathie verwendet den Gefleckten Schierling unter seiner wissenschaftlichen Bezeichnung Conium maculatum mit einer Potenzierung von D2 bis D30.

Das Behandlungsprinzip der Homöopathie ist, Gleiches mit Gleichem zu behandeln. Das jeweilige Arzneimittel wird sozusagen als Gegenmittel oder „Gegengift“ eingesetzt. Weil der Gefleckte Schierling verkrampfend, als Nervengift, lähmend, schweißtreibend, anschwellend, ausleitend und entzündungsfördernd wirkt, wird er gezielt gegen die Krankheiten eingesetzt, die von diesen symptomatisch von diesen Beschwerden begleitet werden.

Das Arzneimittel wirkt gegen Muskelschwäche, Brustknoten, Lymphknotenschwellungen, geschwollene Brüste, Mastopathie, Myom, Lichtempfindlichkeit, Prostataschwellung, Prostatabeschwerden, Wechseljahresbeschwerden, Gefäßverkalkung, Nachtschweiß, Schweißausbrüche und Gedächtnisschwäche.

Der Gefleckte Schierling hat viele artverwandte Pflanzen wie Kümmel oder Wiesenkerbel, die jedoch wesentlich harmloser, weil nicht giftig, sind.

Patienten, bei denen die Vergabe von Conium maculatum indiziert ist, sind oft traurig, teilnahmslos, antriebslos und schwach. Sie leiden unter starken Verdauungsbeschwerden, Hautproblemen, entzündeten Drüsen, körperlicher Schwäche, Lagerungsschwindel und Kopfschmerzen. Sie essen überwiegend saure und salzige Speisen, trinken viel Kaffee und vertragen keine Milchprodukte.

Essen können sie oft nicht bei sich behalten. Typisch für Conium-Patienten sind lichtempfindliche Augen, die von schwarzen Lichtblitzen heimgesucht werden. Häufige Männerbeschwerden sind verschiedene Prostatabeschwerden sowie vergrößerte und verhärtete Hoden. Frauen leiden verstärkt unter der Menopause, begleitet von angeschwollenen Brüsten mit kleinen Knötchen. Sie neigen zu Eierstockproblemen und Myomen. Nachts können Schweißbildung und Reizhusten auftreten.

Je nach Beschwerdebild verwenden Patienten Conium oral in Tablettenform oder äußerlich als Salbe. Die Dosierung ist abhängig von der Potenzierung. Bei einer starken Potenzierung von D30 reicht bereits eine Tablette täglich aus. Eine D12 oder noch niedrigere Potenzierung setzt eine mehrmalige Einnahme pro Tag voraus, um die gewünschte Wirkung zu entfalten. Bei D12 reichen zwei Tabletten täglich aus. Bei einer schwachen Potenzierung von D2 ist eine Vergabe von fünf Tabletten täglich indiziert.

Da der Ausgangsstoff eine Giftpflanze ist, deren Wirkungsweise durch die Potenzierung zwar neutralisiert wurde, ist es dennoch sinnvoll, vor Einnahme einen Homöopathen oder Arzt zu konsultieren. Homöopathische Arzneimittel, die auf giftige Pflanzen zurückgehen, sind in dieser Hinsicht unbedenklich. Dennoch sollte ein Patient diese Mittel nicht eigenverantwortlich ohne Fachkenntnisse einnehmen, da sie bei falscher Anwendung keine Wirkung zeigen oder sich negativ auf parallel eingenommene Medikamente auswirken können.

Auch ist eine Überempfindlichkeit gegen einen oder mehrere der Inhaltsstoffe möglich. Eine Überdosierung kann zu Übelkeit, Erbrechen oder Schwindel führen. Um diese unerwünschte Nebenwirkung zu erreichen, ist jedoch die Einnahme einer großen Menge an Tabletten nötig. Bisher sind keine derartigen Fälle bekannt. Die Salbe (Conium 5 Prozent) kann je nach Bedarf mehrmals täglich auf die betroffenen Stellen aufgetragen werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Der gefleckte Schierling gehört zu den giftigsten Pflanzenarten überhaupt. Verantwortlich für die giftige Wirkung ist das Alkaloid Coniin. 0,5 bis 1 Gramm sind für erwachsene Menschen tödlich. Auch die weiteren Inhaltsstoffe entfalten eine giftige Wirkung. Sie sind hauptsächlich in den noch nicht reifen Früchten konzentriert. Diese Inhaltsstoffe wirken als Nervengift, das sich zunächst in Sprech- und Schluckstörungen, Brechreiz und Muskelkrämpfen äußert.

Im nächsten Schritt führt die unsachgemäße Verwendung der Pflanzenbestandteile zu Atemlähmung und im letzten Schritt zum Tod. Der Vergiftete verliert bis zum Schluss nicht das Bewusstsein, erlebt seinen Tod also bewusst mit. Ein deutliches Unterscheidungsmerkmal zu den nicht giftigen Pflanzen Wiesenkerbel, Petersilie und Schafgarbe sind die roten Flecken, die bereiften Sprossen und die geteilten Blätter. Der Gefleckte Schierling fällt zudem durch seinen deutlich wahrnehmbaren Geruch nach Mäuse-Urin auf.

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