Gedächtnislücken
Medizinische Qualitätssicherung: Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin)Gedächtnislücken bzw. Gedächtnisstörungen und Vergesslichkeit sind in der Regel Störungen des Gedächtnisses, neue oder alte Informationen wiederzugeben. Bei gesunden Menschen ist die Fähigkeit, Informationen zu speichern und sich zu erinnern ohne Störungen möglich.
Definition Gedächtnisstörung
Man unterscheidet drei Formen: Die selektive, quantitative und qualitative Gedächtnisstörung. Bei der selektiven Gedächtnisstörung erinnert sich der Patient nicht mehr an verbale oder räumliche Informationen.
Die quantitativen Störungen beschreiben einen Zustand, in dem sich der Patient entweder an sehr viel mehr erinnert als sonst (Hypermnesie) oder an gar nichts oder sehr wenig (Amnesie).
Die letzte Gruppe der Gedächtnisstörungen bilden Déjà -vu- oder Jamais-vu-Erlebnisse, die als Verfälschungen gelten.
Ursachen für Gedächtnislücken und Gedächtnisstörungen
Bei den Ursachen des selektiven Wirkungskreises handelt es sich häufig um irreversible Erkrankungen, die tödlich enden können oder müssen. Die quantitativen Störungen sind in sich unterteilt und haben dementsprechend jeweils andere Ursachen. Bei der Hypermnesie handelt es sich beispielsweise um eine Gedächtnisstörung, die sich auf natürliche Weise einstellen kann. Man kann ihren Verlauf an Zeugen bei der Befragung erkennen: Bei der zweiten oder dritten Vernehmung erinnern sie sich oft an mehr als bei der ersten Befragung. Diese Gedächtnisstörung wird auch bei der Hypnose eingesetzt.
Die Amnesie hingegen tritt häufig nach einem Schädel-Hirn-Trauma auf - sie kann wieder vergehen, in besonders schweren Fällen ist sie jedoch permanent. Auch durch andere Erkrankungen wie Migräne, Meningitis oder Demenz kommt eine Amnesie zustande.
Die qualitativen Gedächtnisstörungen haben harmlose Ursachen. Falsche Erinnerungen werden beispielsweise in Stresssituationen abgespeichert, wodurch ein Déjà -vu-Erlebnis zustande kommen kann. Eine andere bekannte Form solcher Gedächtnisstörungen ist die Kryptomnesie, bei der ein Urheber fälschlicherweise, aber gutgläubig denkt, eine Idee stamme von ihm - dabei hat er sie unbewusst aus anderer Quelle übernommen.
Qualitative Gedächtnisstörungen
Inhaltliche Gedächtnislücken und -störungen werden als Qualitative Störungen bezeichnet. Hierbei werden die Erinnerungslücken mit Erfundenem ausgetauscht. Häufig ist diese Form der Gedächtnisstörung bei Alkoholikern zu finden. Der medizinische Fachbegriff dafür ist: Konfabulation.
Das sogenannten Déja-vu-Erlebnis bezeichnet ein falsches Wiedererkennen. Hierbei haben Betroffene verschiedene Lebenssituationen angeblich schon einmal erlebt, owbohl dies faktisch nicht sein kann. Umgedreht gibt es auch die Form des Jamais-vu-Erlebnis bei dem die Patienten behaupten eine bestimmte Situation noch nie erlebt zu haben.
Quantitative Gedächtnisstörungen
Hierbei versteht man einen allgemeinen Gedächtnisverlust. Dieser kann in Form von schleichendem Gedächtnisverlust oder gar einer Amnesie auftreten. Der schleichende Gedächtnisverlust ist bei einer Demenz typisch. Hierbei ist insbesondere das Kurzzeitgedächtnis betroffen, während das Langzeitgedächtnis eher seltener betroffen wird. So erinnern sich Betroffene beispielsweise kaum, was sie am Vortag erlebt haben, können aber genau beschreiben, was vor 40 Jahren passierte.
Bei einer Amnesie handelt es sich um eine Erinnerungslücke, die jedoch nur zeitlich begrenzt auftritt. Oft tritt eine Amnesie nach Kopf- und Gehirnverletzungen auf, wie z.B. bei Gehirnerschütterung oder anderen Bewusstseinsstörungen. Meist haben die Patienten hierbei keine Erinnerung mehr über das Geschehen vor einem Unfall.
Krankheiten mit Gedächtnislücken
- Gehirnerschütterung
- Epilepsie
- Demenz
- Gehirntumor
- Alzheimer
- Creutzfeldt-Jakob-Krankheit
- Schlafapnoe
- ADHS
Behandlung von Gedächtnisstörung
Gedächtnisstörungen werden vor allem vorbeugend behandelt. Die nachträgliche Behandlung gestaltet sich meist schwierig, da manche Gedächtnisstörungen und die dazugehörigen Tätigkeiten im Gehirn noch unzureichend erforscht sind.
Bei bekannten Erkrankungen wie der Epilepsie werden Medikamente verschrieben, die die Anfälle verhindern sollen. Auf diese Weise kommt es nicht mehr zu Gedächtnisstörungen. Bei unheilbaren Erkrankungen wie Alzheimer werden zumindest präventive Medikamente verschrieben, um den Zustand zu lindern und den Fortgang der Erkrankung zu verzögern.
Bei anderen Gedächtnisstörungen wie der Amnesie hilft es oft nur, die Wiederkehr des Gedächtnisses abzuwarten. Währenddessen werden meist die anderen Symptome und Erscheinungen behandelt, die der Auslöser des Zustandes mit sich gebracht hat.
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Vorbeugung gegen Gedächtnisstörung
Jeder Mensch muss eine eigene, individuelle Strategie dazu entwickeln, sich Dinge besser zu merken. Das kann gegen typische altersbedingte Gedächtnisstörungen helfen. Gerade bei wissenschaftlichen Arbeiten ist es wichtig, sich über die Quellen im Klaren zu sein.
Hilfreich sind beispielsweise Listen, Mind Maps oder andere Techniken, die helfen sollen, sich Sachverhalte besser genau einzuprägen und sie später bei Bedarf nochmals nachzuschlagen.
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Weitere Infos
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Kommentare und Erfahrungen von anderen Besuchern
Jessika kommentierte am 26.01.2012 um 11:52 Uhr
Mir ist etwas ganz Merkwürdiges passiert. Ich saß gestern mit meiner Familie beim Abendbrot und wollte den Essenplan meiner Tochter ausfüllen. Ich hab gerade angefangen zu lesen, da fragte mich mein Sohn, ob er was zu Trinken bekommen könnte. Ich hab ihm noch geantwortet, dass ich ihm was hole. Ich bin eine gefühlte Sekunde später aufgestanden und hab ihm einen Becher Wasser geholt. Mein Sohn hat mich mit ganz großen Augen angeschaut, denn sein Papa hatte längst einen Becher geholt und mein Sohn hatte ihn auch schon ausgetrunken. Ich war total perplex. Ich war nicht müde oder so. Was war das denn?
elvi kommentierte am 01.04.2012 um 22:17 Uhr
Ich habe seit ein paar Monaten ein Problem. Ich habe für Sekunden die Aufmerksamkeit nicht mehr und weiß nicht wo ich in dieser Zeit gedanklich bin. Ich hatte vor 8 Wochen einen Unfall. War nicht schlimm, ich bin bei langsamen Rückwärtsfahren einem Rollerfahrer aufgefahren. Ich hätte ihn sehen müssen, aber das sind Sekunden, die sind einfach weg. Dann schaue ich meiner Tochter nach, als sie zum Kiosk lief, sie hatte ca. noch 50m zu laufen und ich war mir sicher, sie sei gegenüber in das Hoftor reingelaufen. Ich rief sie, aber es reagierte keiner, als ich die strasse nach oben sah, kam meine tochter vom Kiosk zurück. Mir fehlen die 50m, die sie Richtung Kiosk gelaufen war. Ich stand am Fenster und kann mir nicht erklären, wo ich die 2 Minuten mit meinem Kopf war. Mir passieren ständig solche Dinge, wo ich merke, dass es immer sSekunden sind, die fehlen. Wenn ich zum Arzt gehe, um das zu schildern, komme ich mir total bekloppt vor und habe Angst, dass er mich auslacht. Ich weiß langsam nicht mehr, was ich machen soll, was kann das sein?
