Gedächtnistraining

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Gedächtnistraining wird aus dem griechischen Wort μνήμη mnémē, Gedächtnis, abgeleitet und ist auch unter dem Begriff Mnemotechnik bekannt. Um das Training möglichst effektiv und sinnvoll zu gestalten, kommen verschiedenste Techniken zum Einsatz, die die Speicherung von Informationen sowie das Merken und das Behalten dieser Informationen verbessert. Die beliebten Eselsbrücken sind eine solche Methode aus dem Gedächtnistraining.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gedächtnistraining?

Gedächtnistraining bezeichnet alle Maßnahmen, die kognitive Fähigkeiten auf spielerische und motivierende Weise fördern und erhalten. Das geschieht mit Memotechniken, speziellen Übungen, um die Gedächtnisleistung zu trainieren und zu aktivieren. Die Neuroplastizität ermöglicht es gesunden Menschen Wissen und Fähigkeiten zu erwerben, aber sie hilft auch, krankhafte Veränderungen im Gehirn aufzugreifen und beschädigte Areale des Gehirns besser zu nutzen oder intakte Bereiche zu aktivieren. Neuroplastizität verändert und repariert Synapsen und Hirnareale.

Mit einem kognitiven Training wie dem Gedächtnistraining werden diese lebenswichtigen neuroplastischen Vorgänge angeregt. Das kognitive Training fordert nicht nur die Leistungsfähigkeit des Gehirns und des Gedächtnisses, sondern auch andere geistige, kognitive Funktionen wie die Konzentration, das Urteilsvermögen und die Sprache.

Funktion, Wirkung & Ziele

Gedächtnistraining ist im Zusammenhang mit älteren Menschen und Erkrankungen wie Demenz bekannt, aber ein regelmäßiges Gedächtnistraining ist altersunabhängig. Die tägliche Kopfnuss oder das Sudoku-Rätsel sind wichtig im Alltag. Um die geistige Leistungsfähigkeit zu verbessern gibt es verschiedene Techniken, abhängig vom Kontext oder der individuellen Ziele.

Gedächtnistraining ist besonders bei Patienten mit einer dementiellen Erkrankung im Frühstadium entscheidend, denn ein konsequentes und zielgerichtetes Gedächtnistraining kann den Verlauf der Krankheit verzögern, aber auch die noch vorhandenen Gedächtnisleistungen ausbauen. Besonderer Augenmerk gilt dabei der Konzentrationsfähigkeit und der Merkfähigkeit, aber auch Wortfindungsfähigkeiten und Entscheidungsfähigkeit sind wichtige Bereiche, speziell im Umgang mit dementiellen Patienten und hilfreich für Angehörige oder betreuendes sowie medizinisches Personal. Das Denken in Zusammenhängen und assoziatives Denken sind wichtig. Das Gedächtnistraining eignet sich außerdem gut für die Vermittlung von Erfolgserlebnissen im Alltag älterer Menschen, denn es steigert ihr Selbstwertgefühl und bindet sie in das soziale Leben ein.

Außerdem unterbricht es die Langeweile und hält den Wortschatz fit. Gedächtnistraining fängt aber bereits bei Kindern an mit bewährten Spielen wie Memory oder Domino sowie im Rehabilitationsbereich. Mit verschiedenen Techniken wird das Gehirn regelmäßig aufgefordert zu üben und dabei werden neue Synapsen gebildet. Bekanntes Beispiel ist die Planetenreihenfolge, die mit dem Satz „Mein Vater erklärt mir jeden Sonntag unseren Nachthimmel“ auf einfache, simple Weise die Planeten, ausgehend von der Sonne, mit dem ersten Anfangsbuchstaben jedes Wortes anklingen lässt. Basierend auf Ordnung, fester Reihenfolge und Bildern ist das Merken wesentlich einfacher möglich. Bei Assoziationsketten werden die Lernbegriffe aneinandergereiht und bilden eine Geschichte.

Das kognitive Training fordert nicht nur die Leistungsfähigkeit des Gehirns und des Gedächtnisses, sondern auch andere geistige, kognitive Funktionen wie die Konzentration, das Urteilsvermögen und die Sprache.

Auch das Erlernen von neuen Sprachen und Vokabeln ist einfacher, wenn Schlüsselwörter, die ähnlich klingen mit einem Bild abgespeichert werden. Eine weitere effektive Methode beim Gedächtnistraining ist das sogenannte Zahl-Symbol-System, bei dem Konsonanten den Ziffern zugeteilt werden und so eine merkfähigere Verknüpfung erhalten. Ähnlich basiert das bei der Alphabet-Methode, die sich an einem Erinnerungsgerüst orientiert, das mit einem fix verknüpften Bild verbunden ist. Die Loci-Methode ist eine bekannte Assoziationstechnik aus der Antike und dem Mittelalter, die ohne viel Aufwand angewandt werden kann.

Jeder Begriff erhält einen fixen Platz, eine Variable, die jedoch einer bestimmten Struktur unterworfen sind. Einfach erklärt: Für das Merken bestimmter Begriffe kann zum Beispiel ein Spaziergang entworfen werden, der mit Punkten verbunden wird, die bei diesem Spaziergang passiert werden. Diese Punkte sind jedoch keine realen Orte oder Gegenstände, sondern jeweils die benötigten Lernbegriffe. Ähnlich funktioniert der Gedächtnispalast.

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Risiken, Nebenwirkungen & Gefahren

Generell gibt es keine Risiken oder Nebenwirkungen beim Gedächtnistraining, aber abhängig von der Zielgruppe und deren Bedürfnisse sollte darauf geachtet werden, dass Gedächtnistraining ohne Druck und nur auf Freiwilligkeit basiert. Es darf keine Überforderung, aber auch keine Unterforderung stattfinden und die angebotenen Übungen sollten dem Leistungsniveau entsprechen.

Sinn ist in jedem Alter eine spielerische Herausforderung und die Förderung der kognitiven Fähigkeiten generell. In Gruppen kann leicht ein Leistungsdruck aufgrund des Tempos der anderen Teilnehmer entstehen, die sich konterproduktiv auf die Steigerung des eigentlichen Ziels auswirken können. Vor allem kann sich negativ niederschlagen, dass Betroffene ihre Defizite negativ verarbeiten, obwohl das Gedächtnistraining eine andere Intention hat. Spaß und ein ausgewogenes Verhältnis an unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden und Anforderung der jeweiligen Übung im Gedächtnistraining stehen im Vordergrund. Ein weiterer Faktor, der entscheidend ist, ist die Tagesverfassung, denn Gedächtnistraining kann auch anstrengen und so gelingt an einem Tag eine Übung wesentlich leichter als am Tag danach.

Auf solche Schwankungen sollte hingewiesen werden. Für die Durchführung eines erfolgreichen Gedächtnistrainings empfiehlt es sich, immer wieder regelmäßig zu lüften und unterstützend Wasser zu trinken. Wer viele Methoden von Gedächtnistraining und Übungen ausprobiert, wird rasch merken, welche Übungen er mag. Dennoch sollte darauf geachtet werden, dass auch Übungen absolviert werden, die weniger geschätzt werden, da diese Übungen erfahrungsgemäß insbesondere an Bereichen ansetzen, für die das Gedächtnistraining sehr wichtig ist. Der Lerneffekt zeigt sich außerdem nicht daran, wie schnell eine Übung absolviert ist. Entscheidend ist beim Gedächtnistraining, dass jede Übung bewusst ausgeführt wird, um den Effekt des Trainings zu erhöhen.

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Quellen

  • Geisselhart, O.: Notizbuch im Kopf. Gräfe und Unzer Verlag, München 2009
  • Lehrl, S.: Mentales Erfolgstraining. Belenus, Köln 2005
  • Simon, M.: 222 Übungen fürs perfekte Gedächtnis. Gräfe und Unzer Verlag, München 2008

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