Geburtshilfe

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 20. September 2017
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Die Geburtshilfe ist ein Teil der Medizin, die sich mit der Unterstützung der menschlichen Geburt befasst. An ihr sind hauptsächlich Hebammen und Entbindungspfleger sowie in medizinischen Notfällen auch Gynäkologen beteiligt.

Inhaltsverzeichnis

Was ist die Geburtshilfe?

Die Arbeit der medizinischen Geburtshilfe beginnt ab der Entstehung der Schwangerschaft und endet mit der Nachsorge der Frau nach der Geburt. Während der Schwangerschaft sieht die Geburtshilfe verschiedene Kontrolluntersuchungen und bei Frauen in Risikogruppen weitere ergänzende Untersuchungen zur Sicherstellung der Gesundheit von Mutter und Kind vor. Diese werden hauptsächlich von einem Gynäkologen durchgeführt.

Bereits ab Bekanntwerden einer Schwangerschaft kann eine Hebamme zur ergänzenden Untersuchung von Mutter und Kind hinzugezogen werden. Je früher die Hebamme einen Teil der Geburtshilfe in der Schwangerschaft übernimmt, desto besser, denn sie wird die Frau auch während der Geburt begleiten. Während der Geburt selbst überwachen die Fachkräfte der Geburtshilfe den Verlauf der Geburt, die Wehen, die Aktivität des Muttermundes und den Allgemeinzustand von Mutter und Kind. Natürlich helfen Hebammen der gebärenden Frau auch seelisch, mit der Geburt zurechtzukommen, das ist jedoch nicht ihre Hauptaufgabe.

Speziell dafür haben sich neben der medizinischen Geburtshilfe andere Berufsbilder wie das der Doula entwickelt, die der Frau als seelische Stütze dient. Der Gynäkologe greift in die Geburtshilfe nur im Notfall ein und ist meistens während der Presswehen anwesend, um schnell bei Komplikationen eingreifen zu können. Geburtsoperationen sind Sache des Gynäkologen. Die Nachsorge der Mutter übernimmt im ersten Schritt ebenfalls der Gynäkologe, später die begleitende Hebamme.

Behandlungen & Therapien

Die Geburtshilfe beginnt bei der Feststellung der Schwangerschaft. Hierzu entnimmt der Gynäkologe beim Verdacht auf eine Schwangerschaft Blut und untersucht den HCG-Spiegel. Anhand dieses Hormons lässt sich eine Schwangerschaft feststellen. Danach übernimmt er regelmäßige Ultraschalluntersuchungen, untersucht Blut- und Urinproben zu verschiedenen Zeitpunkten und bietet der Frau je nach Risikogruppe ergänzende, optionale Untersuchungen an.

Im ersten Trimester wird im Rahmen der Geburtshilfe die Versorgung der Frau mit lebenswichtigen Nährstoffen überprüft, weiterhin kann sie jetzt noch gegen Röteln und andere Erkrankungen geimpft werden. Der Urin und der Abstrich des Muttermundes werden alle vier Wochen auf Infektionen hin untersucht. Während der Ultraschalluntersuchungen kann das Kind auf seine Gesundheit hin überwacht werden. So gilt die Früherkennung von Fehlbildungen als Teil der Geburtshilfe in den ersten Monaten der Schwangerschaft. Der Gynäkologe kann ergänzende Untersuchungen wie die Entnahme von Fruchtwasser durchführen, um Erkrankungen festzustellen oder auszuschließen.

Die Geburtshilfe ist ein Teil der Medizin, die sich mit der Unterstützung der menschlichen Geburt befasst. An ihr sind hauptsächlich Hebammen und Entbindungspfleger sowie in medizinischen Notfällen auch Gynäkologen beteiligt.

Fällt in dieser Zeit die Entscheidung für eine Abtreibung, verlässt die Frau den Bereich der Geburtshilfe und wird an die Chirurgie übergeben. In Begleitung zu den gynäkologischen Untersuchungen kann eine Schwangere eine Hebamme in Anspruch nehmen, die Mutter und Kind ebenfalls per Ultraschall sowie durch Abtasten untersucht. Sie kann der Frau während der Schwangerschaft Tipps und Hilfsmittel zur Verfügung stellen, mit denen sich der Alltag leichter bewältigen lässt. Während der Geburt selbst gehören sowohl die Begleitung einer normalen Geburt wie auch der Eingriff in eine problematische Geburt zum Spektrum der Geburtshilfe. Während normale Geburten lediglich unterstützend begleitet werden, kommt es bei Problemen zu chirurgischen Eingriffen durch den anwesenden Gynäkologen. Bestenfalls genügen Dammschnitte, schlimmstenfalls kommt es zum Notkaiserschnitt.

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Diagnose & Untersuchungsmethoden

Grundsätzlich kennt die Geburtshilfe folgende Diagnose-, Untersuchungs- und Behandlungsverfahren:

  • Blutuntersuchung
  • Urinuntersuchung
  • Abstrich des Muttermundes
  • Ultraschall
  • histologische Untersuchungen
  • Nahrungsergänzungen während der Schwangerschaft (oral, intravenös)
  • operative Verfahren vor und während der Geburt
  • Schmerzbehandlung während der Geburt
  • direkte Geburtsnachsorge

Die Geburtshilfe vor der Geburt untersucht regelmäßig den Gesundheitszustand von Mutter und Kind. Sie klärt ab, ob gefährliche Infektionen bestehen, die durch die reduzierte Tätigkeit des Immunsystems einer Schwangeren leicht entstehen können. Diese behandelt sie entsprechend der Möglichkeiten während einer bestehenden Schwangerschaft. Fehlentwicklungen und Risiken kann die Geburtshilfe teilweise bekämpfen oder rechtzeitig für eine Behandlung erkennen, kann sie aber auch ausschließen oder die Entscheidung für einen Schwangerschaftsabbruch aufgrund einer Fehlentwicklung des Kindes erleichtern.

Die Geburtshilfe erkennt im Verlauf der Schwangerschaft mittels Ultraschalluntersuchungen ungünstige Lagen des Kindes und kann die Geburt entsprechend vorbereiten oder die Frau bei einer notwendigen Entscheidung für die Art der Geburt unterstützen. Mithilfe von Blutuntersuchungen wird die Versorgung der Frau mit wichtigen Nährstoffen festgestellt, die für ihre eigene Gesundheit und die Entwicklung ihres Kindes nötig sind. Gegebenenfalls kann der Gynäkologe eine Nahrungsergänzung in Tablettenform verschreiben, in Fällen schwerer Mängel kann auch die intravenöse Gabe schnelle Abhilfe schaffen. Besonders bei großem Eisenmangel kommen Eisen-Infusionen in Frage, da sie schneller wirken.

Im letzten, körperlich anstrengenden Drittel der Schwangerschaft kommen bei der Geburtshilfe oft Stützen aus dem Sanitätshaus etwa für Rücken- und Bauchmuskulatur in Frage. Weiterhin wird mittels CTG jetzt regelmäßig der Herzschlag des Kindes überwacht. Während der Geburt überwacht die Geburtshilfe mit Wehenschreibern und körperlichen Untersuchungen den normalen Verlauf. Bei vielen natürlichen Geburten kommt es im Laufe der Geburt zum Dammschnitt, seltener sind Eingriffe mit der Saugglocke oder der Geburtszange. Weiterhin kann die Frau eine PDA zur Schmerzbekämpfung erhalten. Im Notfall oder auf ausdrücklichen Wunsch der Frau hin wird ein Kaiserschnitt durchgeführt. Je nach Art der Geburt werden unterschiedliche Maßnahmen der Nachsorge erforderlich, die von Sitzbädern bei Dammschnitt bis zur Wundversorgung nach dem Kaiserschnitt reichen.

Bücher über Frauenkrankheiten

Quellen

  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Haag, P., Harnhart, N., Müller, M. (Hrsg.): Gynäkologie und Urologie. Für Studium und Praxis 2014/15. Medizinische Verlags- und Informationsdienste, Breisach 2014
  • Stauber, M., Weyerstrahl, T.: Gynäkologie und Geburtshilfe. Thieme, Stuttgart 2013

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