Geburt einleiten

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 3. Januar 2017
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Es gibt unterschiedliche Gründe, warum eine Geburt eingeleitet werden muss. Fakt ist: Heutzutage stellt die Einleitung der Geburt keine Außergewöhnlichkeit mehr dar. Und in vielen Fällen ist die Einleitung der Geburt auch ein erlösender Schritt für die Mutter, endlich die Schwangerschaft beenden bzw. das ungeborene Kind in den Armen halten zu können.

Inhaltsverzeichnis

Das Warten hat ein Ende

Auch wenn die Wehen im Regelfall von alleine einsetzen, benötigt die Natur hin und wieder Hilfe. Setzen keine Wehen ein oder sind jene zu schwach, wird immer wieder einmal davon gesprochen, die Geburt einzuleiten. Mit künstlich erzeugten Wehen kann daher der Geburtsvorgang gestartet werden. Vor allem dann, wenn es sich um eine sehr lange Schwangerschaft handelt beziehungsweise mögliche Gefahren gegeben sind, die das Baby oder die Mutter betreffen, wird die Geburt eingeleitet.

Es gibt unterschiedliche Möglichkeiten zur Einleitung der Geburt. Der Mediziner berät jedoch im Vorfeld, welche Variante bevorzugt wird beziehungsweise erklärt der Schwangeren auch, welche Vor- wie Nachteile möglich sind. Risiken gibt es - theoretisch - keine. Sollten dennoch Komplikationen auftreten, wird die Geburtseinleitung beendet beziehungsweise das Kind per Kaiserschnitt zur Welt gebracht.

Gründe, eine Geburt einzuleiten

Die Gründe sind vielfältig. Der häufigste Grund ist die sogenannte Plazentainsuffizienz. Im Rahmen dieses Umstandes wird das ungeborene Kind mit zu wenig Sauerstoff versorgt. Liegt eine sichtbare Gefährdung vor, die im Rahmen einer Ultraschall-, CTG- oder auch Doppler-Sonographie festgestellt wurde, wird ebenfalls zur Geburtseinleitung geraten.

Zur Geburtseinleitung wird auch geraten, wenn das Baby vor der 38. Schwangerschaftswoche relativ groß ist und der weitere Wachstumsverlauf darauf schließen lässt, dass das Kind noch größer beziehungsweise schwerer wird, sodass ein normaler Geburtsvorgang in der 40. oder 41. Schwangerschaftswoche nicht möglich wäre.

Setzt ein vorzeitiger Blasensprung ohne Wehen ein, wird ebenfalls eine medikamentöse Geburtseinleitung empfohlen; so kann ein mögliches Infektionsrisiko für das Baby verringert beziehungsweise zur Gänze verhindert werden. Zwillinge kommen im Regelfall per Kaiserschnitt auf die Welt. Natürlich sind auch Spontangeburten möglich. Es kann aber auch eine Geburt eingeleitet werden, wenn eines der beiden Kinder nicht ausreichend mit Sauerstoff versorgt wird.

Ist das Ungeborene erkrankt und besteht keine Möglichkeit, es im Mutterleib zu behandeln, muss ebenfalls eine Geburt eingeleitet werden. Auch wenn die Mutter erkrankt ist (schwangerschaftsbedingter Bluthochdruck, Schwangerschaftsdiabetes), kann eine Einleitung der Geburt erfolgen, sodass die Risiken etwaiger Komplikationen - die Mutter betreffend - gemindert werden können.

Leidet die Mutter nach der 37. Schwangerschaftswoche unter starken körperlichen sowie psychischen Beschwerden und hat der Mediziner festgestellt, dass das Baby bereits sehr reif ist, kann ebenfalls eine Geburtseinleitung erfolgen.

Ab wann wird eingeleitet?

Die Geburt wird dann eingeleitet, wenn entweder die Gesundheit des Kindes oder der Mutter gefährdet sind oder wenn mitunter eine Gefahr für das Baby gegeben ist. Auf der Entbindungsstation wird - je nach Beschaffenheit des Muttermundes - mit synthetischem Oxytocin oder auch künstlichen Prostaglandinen versucht, die Geburt einzuleiten. Es kann aber durchaus einige Zeit dauern, bis tatsächlich der Geburtsvorgang beginnt.

Aus diesem Grund muss die Mutter (und auch das Kind) unter ständiger Beobachtung sein. Die Geburt wird dann eingeleitet, wenn der Geburtstermin bereits sieben bis zehn Tage überschritten wurde, eine Diabetes-Erkrankung vorliegt, die nicht auf Grund der Schwangerschaft entstanden ist, das Kind unter Sauerstoffmangel leidet oder mitunter eine Mehrlingsschwangerschaft vorliegt und die Mutter keine natürliche Geburt wünscht.

Methoden der Geburtseinleitung

Die Geburtseinleitung mit Oxytocininfusion hat den Vorteil, dass der Mediziner die Geburtszeit relativ gut abschätzen kann und eine lang anhaltende Einleitung daher nicht notwendig ist. Das Baby wird - ab der Infusion - mittels CTG überwacht. Jene Methode kommt dann zur Anwendung, wenn der Muttermund der Frau weich ist und sich auch relativ leicht öffnen lässt; die Gebärmutter zeigt sodann an, bereit für Wehen zu sein.

Hat der Mediziner festgestellt, dass der Muttermund unreif ist, wird eine Geburtseinleitung mit Prostaglandinen bevorzugt. Die Medikamente werden als Gel, Tablette oder Pessar - in Nähe des Muttermundes - eingebracht. Der Muttermund wird in weiterer Folge weicher und öffnet sich. Die ersten Wehen kommen - statistisch - nach circa zwei oder drei Stunden. Kommen jedoch keine Wehen, werden nach sechs Stunden weitere Prostaglandine verabreicht.

Eine dauerhafte Überwachung mittels CTG ist nicht notwendig; das CTG wird erst dauerhaft geschrieben, nachdem die ersten Wehen eingesetzt haben. Ist der Muttermund reif, kann der Geburtsvorgang mittels Weheninfusionen begünstigt beziehungsweise unterstützt werden.

Setzen jedoch innerhalb von 48 Stunden keine Wehen ein, muss der Mediziner - gemeinsam mit der Mutter - abklären, ob ein weiterer Versuch gestartet werden soll oder die Einleitung pausiert wird. Stellt der Arzt fest, dass das Kind mitunter in Gefahr ist, wird ein Kaiserschnitt angeraten.

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Immer mit der Ruhe!

Auch wenn die Einleitung der Geburt für viele Frauen tatsächlichen Stress bedeutet, da sie sich die Geburt ihres Kindes anders vorgestellt haben, heißt es, Ruhe bewahren. Im Endeffekt handelt es sich bei der Einleitung um keinen tatsächlich künstlichen Vorgang, sondern um eine Unterstützung der Geburt. Wichtig ist, dass die Schwangere alle Fragen stellt, die sie beschäftigt bzw. mit dem Arzt über etwaige Ängste und Sorgen spricht. Die künstliche Einleitung stellt de facto kein Risiko dar.

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