Gebärmutterkrebs (Endometriumkarzinom)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. Juli 2017
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Im frühen Stadium ist der Gebärmutterkrebs bzw. Endometriumkarzinom in der Regel gut behandelbar. Je nach Patientin sind verschiedene Behandlungsmethoden möglich. Der Gebärmutterkrebs sollte nicht mit dem Gebärmutterhalskrebs verwechselt werden.

Inhaltsverzeichnis

Was ist Gebärmutterkrebs?

Der Gebärmutterkrebs wird in der Medizin auch als Endometriumkarzinom bezeichnet. Abgeleitet ist die Bezeichnung Endometriumkarzinom aus den Worten Karzinom (bösartiges Geschwulst) und Endometrium (Gebärmutterschleimhaut).

Wie die Bezeichnung Endometriumkarzinom bereits vermuten lässt, entwickelt sich die Krebserkrankung Gebärmutterkrebs meist in Zellen der Gebärmutterschleimhaut. Alternative Fachbegriffe für den Gebärmutterkrebs sind beispielsweise die Bezeichnungen Korpuskarzinom oder Uteruskarzinom. Mediziner unterscheiden außerdem zwischen zwei verschiedenen Typen des Gebärmutterkrebses: dem sogenannten östrogenabhängigen Karzinom (Typ I-Karzinom) und dem östrogenunabhängigen Karzinom (Typ II-Karzinom).

Vom Endometriumkarzinom sind statistisch gesehen vor allem Frauen in höherem Alter (im Mittel Frauen im ausgehenden 7. Lebensjahrzehnt) betroffen. Innerhalb Deutschlands zählt der Gebärmutterkrebs zu den häufigsten Krebserkrankungen, von denen Frauen betroffen sind.

Ursachen

Die Ursachen, die zu einem Endometriumkarzinom führen, sind noch nicht abschließend geklärt. Vermutet wird jedoch, dass sich das weibliche Sexualhormon Östrogen durch seinen Einfluss auf die Schleimhaut der Gebärmutter auch auf ein entstehendes Endometriumkarzinom auswirkt.

In der Medizin wird derzeit davon ausgegangen, dass sich das Risiko, an Gebärmutterkrebs zu erkranken, etwa mit der lebenslangen Spanne erhöht, in der der Körper mit einer hohen Konzentration an Östrogenen konfrontiert wird; erhöhen kann sich diese Zeitspanne beispielsweise durch eine sehr spät einsetzende Menopause (dem Zeitpunkt, zu dem es bei einer Frau zur letzten Monatsblutung kommt) oder durch eine bereits früh beginnende Pubertät.

Das Risiko, an einem östrogenabhängigen Endometriumkarzinom zu erkranken, kann erhöht sein beim Vorliegen verschiedener Risikofaktoren. Zu diesen zählen beispielsweise Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Fettstoffwechselstörungen, aber auch eine lange Einnahme von Hormonpräparaten, die ausschließlich Östrogen enthalten.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Gebärmutterkrebs im Frühstadium kann beispielsweise diagnostiziert werden mithilfe von Tastuntersuchungen des Muttermundes oder durch Abstriche, die von einem Gynäkologen (Facharzt für Frauenheilkunde) durchgeführt werden. Hinweise auf ein Endometriumkarzinom können außerdem Blutungen sein, die während der Menopause auftreten. Eine Verdachtsdiagnose Gebärmutterkrebs kann beispielsweise untermauert werden durch eine Ultraschalluntersuchung. Auch eine sogenannte Ausschabung (eine Entnahme von Gebärmutterschleimhautgewebe) kann Aufschluss über vorhandene Krebszellen geben.

Der Verlauf, den ein Endometriumkarzinom zeigt, hängt unter anderem ab vom Entwicklungsstadium, in dem der Gebärmutterkrebs erkannt wird: Befindet sich ein Endometriumkarzinom in einem frühen Stadium und ist auf die Schleimhaut der Gebärmutter begrenzt, so ist die Prognose meist sehr gut. In fortgeschrittenem Stadium kann ein Endometriumkarzinom Tochtergeschwulste bilden, die beispielsweise Lunge oder Leber betreffen. Dies kann eine Heilung erschweren.

Komplikationen

Gebärmutterkrebs wird in fast allen Fällen operativ behandelt. Während der Operation können benachbarte Organe sowie anatomische Strukturen beschädigt werden. Eine weitere Komplikation ist eine Nervenschädigung, die zu Lähmungserscheinungen und Taubheitsgefühl führen kann. Die Harnblase kann ebenfalls vorübergehend beeinträchtigt sein. Darüber hinaus entstehen vermehrt Verwachsungen in der Bauchregion.

Bei der Behandlung von Gebärmutterkrebs entwickeln sich zumeist Komplikationen wie etwa Schwellungen aufgrund von Lymphstau. In einigen Fällen treten schwerwiegende sowie lebensbedrohliche Komplikationen auf. Dazu zählen eine Bauchfellentzündung und ein Darmverschluss. Weiterhin entwickeln sich oftmals entzündliche Verbindungskanäle zwischen der Harnröhre und Harnblase sowie zwischen der Vagina und dem Mastdarm.

Es kann zu Infektionen, Wundheilungsstörungen und überschießender Narbenbildung kommen. Diese gehen häufig mit Funktionseinbußen, Schmerzen oder Allergien einher. Insbesondere junge Patientinnen sind nach der Operation häufig in den Wechseljahren. Eventuell wird Gebärmutterkrebs mithilfe einer Chemotherapie behandelt. Hierbei können weitere vorübergehende Komplikationen wie etwa Haarausfall, Durchfall und Übelkeit auftreten. Es ist nicht auszuschließen, dass diese Beschwerden einen chronischen Verlauf nehmen.

Wird Gebärmutterkrebs erst spät diagnostiziert oder nicht behandelt, sind Metastasen als Komplikation zu nennen. Diese verursachen zusätzlich Beschwerden und sind im späteren Verlauf nicht mehr behandelbar. Gebärmutterkrebs führt unbehandelt zum Tod.

Behandlung & Therapie

Die höchsten Heilungschancen bei Gebärmutterkrebs zeigen sich in der Regel infolge chirurgischer Eingriffe. Bei einem Endometriumkarzinom ist ein häufiger chirurgischer Eingriff die sogenannte Hysterektomie (die Entfernung der Gebärmutter). Wird der Gebärmutterkrebs operativ behandelt, so ist es dem Chirurgen außerdem möglich, die Ausbreitung des Endometriumkarzinoms festzustellen.

Hinterlässt ein Endometriumkarzinom nach einem chirurgischen Eingriff noch Tumorreste, so können diese unter anderem durch die Anwendung einer Strahlentherapie (zur Anwendung kommen beispielsweise Elektronen- oder Röntgenstrahlen) behandelt werden.

In Einzelfällen kann es vorkommen, dass bei einem Endometriumkarzinom zwar die komplette Gebärmutter entfernt werden konnte, der Gebärmutterkrebs sich aber stark der Scheide angenähert hatte; hier ist eine postoperative lokale (örtlich begrenzte) Bestrahlung möglich.

Eine Strahlentherapie kann außerdem durchgeführt werden, wenn sich ein Endometriumkarzinom ausgebreitet hat und beispielsweise Lymphknoten des Beckens in Mitleidenschaft gezogen sind. Eine solche Bestrahlung erfolgt meist extern; also von außen. Zwar kann die Strahlentherapie beim frühen Gebärmutterkrebs auch alternativ zu einer Operation stattfinden, aber aufgrund der statistisch gesehen niedrigeren Heilungschancen findet dies in der Regel nur statt, wenn eine Operation nicht möglich ist.

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Vorbeugung

Dem Endometriumkarzinom aktiv vorzubeugen, ist kaum möglich. Da die Heilungschancen bei Gebärmutterkrebs im frühen Stadium allerdings in der Regel sehr gut sind, können regelmäßige Kontrolluntersuchungen beim Gynäkologen (Frauenarzt) dazu beitragen, dass ein Endometriumkarzinom frühzeitig entdeckt und behandelt werden kann. Auch Arztbesuche bei starken Blutungen während der Menopause können sinnvoll sein.

Bücher über Gebärmutterkrebs

Quellen

  • Beckermann, M.J.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Schwabe, Basel 2004
  • Feige, A., Rempen, A., Würfel, W., Jawny, J., Rohde, A. (Hrsg.): Frauenheilkunde – Fortpflanzungsmedizin, Geburtsmedizin, Onkologie, Psychosomatik. Urban & Fischer, München 2005
  • Pfeifer, B., Preiß, J., Unger, C. (Hrsg.): Onkologie integrativ. Urban & Fischer, München 2006

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