Gangrän

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 1. Dezember 2017
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Verschiedene negative Einflüsse aus der Umwelt führen nachgewiesenermaßen zu Erkrankungen, welche einen Gewebstod nach sich ziehen können. Sehr bedenkliche Komplikationen kann beispielsweise ein sogenanntes Gangrän mit sich bringen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist ein Gangrän?

Ein Gangrän ist eine Erkrankung, die den Koagulationsnekrosen zugeordnet wird. Das bedeutet, dass eine Mangeldurchblutung vorhanden ist, die das Absterben von Gewebe auslöst.

Das Gangrän ist äußerlich sichtbar, weil überwiegend die Haut betroffen ist. Bis es zu einem ausgeprägten Gangrän kommt, kann eine relativ lange Zeit vergehen.

Das Gangrän kann als trockene oder feuchte Erkrankung in Erscheinung treten. Das sogenannte feuchte Gangrän wird auch als Faulbrand bezeichnet und kann sich beispielsweise in einem Ulcus cruris ausdrücken.

Ursachen

Bei einem Gangrän spielen verschiedene Kausalitäten eine wichtige Rolle. Zu dem endgültigen Gewebstod kommt es insbesondere durch die fehlende Durchblutung der mangelversorgten Areale. Das heißt, dass bei einem Gangrän keine Versorgung der Haut mit Sauerstoff und Nährstoffen mehr möglich ist. Eine Blockierung der Durchblutung erfolgt durch Verletzungen der Blutgefäße, bakterielle Infektionen oder Abschnürungen des Blutflusses durch Schwellungen einzelner Organbereiche.

Spezielle Erkrankungen wie Diabetes mellitus, körperliches Übergewicht, Adipositas, Alkoholsucht, Tumore, eine periphere Arterielle Verschlusskrankheit sowie HIV bzw. AIDS können ebenfalls zu einem Gangrän führen. Eine ungesunde Lebensweise mit einhergehendem Drogenkonsum und Rauchen sowie ein fortgeschrittenes Lebensalter begünstigen ebenso ein Gangrän.

Nach einer Behandlung von Krebs mit radioaktiven Strahlen oder durch eine Chemotherapie kann als Folgeerscheinungen ein trockenes oder feuchtes Gangrän auftreten. Besteht eine extreme Unterernährung mit einem Mangel an Eiweißen und Vitaminen, ist die Wahrscheinlichkeit eines Gangräns recht hoch.

Typische Symptome & Anzeichen

Diagnose & Verlauf

Das Gangrän verläuft bis zur endgültigen Gewebsnekrose, also dem Absterben der Zellen, in mehreren Stadien. Dies wird in der Medizin als Vorteil angesehen. Dieser liegt darin, dass eine adäquate frühzeitige Erkennung und Behandlung des Gangräns eingeleitet werden kann.

Bei einem feuchten Gangrän treten Rötungen, Schwellungen und Entzündungen auf. Diese sind in der Regel mit starken Schmerzen verbunden. Bei diesem Gangrän sind schwarz verfärbte, mit Eiter gefüllte Blasen und einer pergamentartige Haut klassische Auffälligkeiten. Das feuchte Gangrän kann zu einer Blutvergiftung führen.

Bei einem trockenen Gangrän klagen die Patientinnen und Patienten über ein Kälte- und ein pelziges Empfinden in den Füßen. Die Oberhaut ist verhornt. Beim Tasten des Pulses im Bereich eines Gangräns ist dieser nicht wahrzunehmen. Es besteht die Gefahr, dass sich ein trockenes Gangrän zu einem feuchten Gangrän wandelt. Im Endstadium eines Gangräns ist die Haut tot und färbt sich schwarz. Es treten keine Schmerzen mehr auf.

Für die Diagnostik eines Gangräns sind Hautgeschwüre, abgestorbene Zonen an den Zehen sowie farblose und kühle Füße bedeutsam. Bei einem feuchten Gangrän kann ein Abstrich einer mikrobiologischen Untersuchung unterzogen werden, um Klarheit zu schaffen.

Komplikationen

Durch die Gangrän kommt es zu Beschwerden an der Haut. Die Haut ist dabei relativ trocken und weist rote Flecken auf. Die Flecken sind meistens mit einem Juckreiz behaftet und sind angeschwollen. Es kommt ebenso zu Druckschmerzen, in seltenen Fällen treten auch Ruheschmerzen auf. Im weiteren Verlauf der Krankheit verfärben sich die Flecken auf der Haut und nehmen eine dunkle Farbe an.

Im schlimmsten Falle können durch die Gangrän Bakterien und Viren in die Blutbahn des Patienten gelangen. Dabei kann es zu einer Blutvergiftung kommen, die im schlimmsten Falle zum Tode führen kann, wenn sie nicht umgehend behandelt wird. Weiterhin können auch andere Organe durch die Gangrän beschädigt und infiziert werden. Sollte es zu einer starken Ausbreitung gekommen sein, so ist gegebenenfalls eine Amputation des betroffenen Körperteils notwendig.

Dabei kommt es für den Patienten in der Regel zu erheblichen Bewegungseinschränkungen. In harmlosen Fällen erfolgt die Behandlung mit Hilfe von Antibiotika. Kleine Regionen können operativ entfernt werden, sodass es zu keinen weiteren Beschwerden kommt, solange sich die Infektion nicht weiter ausbreitet.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Ein Arztbesuch ist notwendig, sobald wiederholt oder anhaltend Durchblutungsstörungen auftreten. Erkalten die Füße oder Hände ungewöhnlich schnell, ist dies ein ungewöhnlicher gesundheitlicher Zustand, der überprüft werden sollte. Bei Taubheitsgefühlen auf der Haut, Sensibilitätsstörungen oder einer Überempfindlichkeit gegenüber Temperatur- sowie Berührungseinflüssen, sollte ein Arzt konsultiert werden. Kommt es zu Schwellungen oder Geschwüren auf der Haut, ist ein Arztbesuch nötig.

Rötungen der Haut oder andere Verfärbungen sollten abgeklärt werden, da sich bei einer anhaltenden Hautveränderung eine gesundheitliche Gefährdung dahinter verbergen kann. Entstehen offene Wunden, die nicht steril versorgt werden können, sollte medizinische Hilfe in Anspruch genommen werden. Entzündet sich die Wunde, tritt Flüssigkeit aus oder heilt sie nicht innerhalb kurzer Zeit ab, wird ein Arzt benötigt. Treten Schmerzen auf, muss die Rücksprache mit einem Arzt vor der Einnahme eines Schmerzmedikamentes gehalten werden. Breiten sich vorhandene Beschwerden weiter aus oder nehmen sie an Intensität zu, wird ebenfalls ein Arzt benötigt.

Klagt der Betroffene über ein brennendes Gefühl auf der Haut oder entwickelt sich Eiter, ist es notwendig, eine medizinische Versorgung in Anspruch zu nehmen. Bei farblosen Gliedmaßen oder einer blassen Haut ist es ratsam, die Beobachtungen einem Arzt mitzuteilen. Erleidet der Betroffene ein diffuses Krankheitsempfinden oder Unwohlsein, sollte er ebenfalls einen Arzt kontaktieren.

Behandlungen & Therapie

Die Behandlung eines Gangräns umfasst eine professionelle Einstellung des Blutzuckerwertes, eine Erzielung eines normalen Blutfettwertes und Körpergewichts.

Den Rauchern muss der Nikotin- und Alkoholgenuss bei bestehendem Gangrän versagt werden. Der Blutdruck sollte bei einem Gangrän bis zu einem gesunden Wert gesenkt werden. Ein Gangrän oder ein diabetischer Fuß wird nur von geschultem Personal behandelt.

Abgestorbene Gewebsteile werden operativ abgenommen. Bei ungünstigen Verlaufsformen des Gangräns kann es passieren, dass entweder einzelne Zehen, der Fuß oder der komplette Unterschenkel amputiert werden müssen.

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Vorbeugung

Die Vorbeugung eines Gangräns ist insbesondere für Risikopatienten wichtig. Darüber hinaus müssen auch gesunde Menschen mit einem Gangrän rechnen.

Risikofaktoren wie Rauchen und starkes Übergewichtig sollten ausgeschaltet werden. Deshalb stehen die Reduzierung des Übergewichts, mehr körperliche Bewegung und eine Verringerung der Nikotinaufnahme im Mittelpunkt. Regelmäßige Kontrollen der Blutfettwerte und die richtige Einstellung des Blutzuckers sind gerade bei Diabetikern bedeutsam. Diabetiker sollten ihre Füße nur von geschulten Fußpflegerinnen behandeln lassen.

Darüber hinaus kann ein gesundes, bequemes und möglicherweise sogar fußgerechtes Schuhwerk die Entstehung eines Gangräns verhindern. Druckstellen an den Füßen, Rötungen und Schwellungen der Haut sollten gut beobachtet werden. Kommt es zu Entzündungen, ist es unumgänglich, diese von einem Hautarzt begutachten zu lassen, um einem Gangrän vorzubeugen.

Das können Sie selbst tun

Bei einem bestehenden Gangrän ist der frühzeitige Besuch beim Arzt sehr wichtig und bedeutsam für den späteren Heilungsverlauf. Dennoch können betroffene Personen eigene Maßnahmen zur Besserung und Linderung ergreifen.

Befindet sich das Gangrän noch im Anfangsstadium, dann können bestimmte Lebensmittel den Heilungsprozess deutlich unterstützen. Gemüse und Obst fördern die Heilung immens, da so wichtige Nährstoffe dem Körper zugeführt werden. Auf Weißmehlprodukte, Schweinefleisch und Süßigkeiten sollte jedoch gänzlich verzichtet werden. Lymphdrainagen, die selbst angelegt werden können, unterstützen ebenfalls den gesamten Heilungsprozess. Die Durchblutung der jeweiligen Körperregion wird somit deutlich angeregt und gefördert.

Ist das Gangrän bereits in einem fortgeschrittenen Stadium, dann ist die Zufuhr von Vitamin A, Vitamin E und Bromelain sehr wichtig. Diese Nährstoffe helfen beim Aufbau gesunder Haut und unterstützen zudem den Abtransport von geschädigter bzw. abgestorbener Haut. Wer einer bestehenden Wundheilung entgegenwirken möchte, der kann auf Arnikatropfen oder Ringelblumen zurückgreifen. Natürlich sollte bei einem Gangrän auch auf eine strenge Sauberkeit und Hygiene geachtet werden. Ohne eine auftretende Entzündung, kann das Gewebe in aller Ruhe abheilen und die Genesungszeit verkürzt sich erheblich.

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Quellen

  • Böcker, W. et al.: Pathologie. Urban & Fischer bei Elsevier, München 2008
  • Krams, M., et al.: Kurzlehrbuch Pathologie. Thieme, Stuttgart 2013
  • Siegenthaler, W., Blum, H. (Hrsg.): Klinische Pathophysiologie. Thieme, Stuttgart 2013

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