Ganglion submandibulare

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 2. November 2016
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Das Ganglion submandibulare ist eine Ansammlung von Nervenzellkörpern im Bereich des Unterkiefers. Der Nervenknoten verschaltet parasympathische Nervenfasern im Verlauf zu den Unterkieferspeicheldrüsen und dient sympathischen Fasern der Drüsen als Durchgangsstation. Schädigungen des Unterkieferganglions können die Speichelsekretion der Glandula sublingualis und submandibularis stören.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Ganglion submandibulare?

Ganglien sind knotige Verdickungen aus Ansammlungen von Nervenzellkörpern im peripheren Nervensystem. In der deutschen Fachliteratur ist wegen der knotigen Gestalt auch von Nervenknoten die Rede. Im menschlichen Nervensystem existieren unterschiedliche Ganglien mit parasympathischen Qualitäten.

Der Parasympathikus ist ein Teil des vegetativen Nervensystems, der im Zusammenspiel mit dem antagonistischen Sympathikus alle autonomen Körpervorgänge steuert. Das Ganglion submandibulare entspricht einem parasympathischen Nervenknoten der Kopfregion. Seine genaue Lokalisation hat das Ganglion im Trigonum submandibulare, einem dreiecksförmigen Bereich der vorderen Halsregion.

Der Nervenknoten ist eine Verteilerstelle für sympathische Nervenfasern, die unverschaltet durch die Struktur ziehen. Nur die parasympathischen Fasern des Ganglions werden innerhalb des Nervenknotens verschaltet. Aus diesem Grund ist von einem parasympathischen Ganglion die Rede. In der deutschen Fachliteratur wird das Ganglion submandibulare als Unterkieferganglion bezeichnet.

Anatomie & Aufbau

Das Ganglion submandibulare sitzt unmittelbar über der gleichnamigen Speicheldrüse, der Glandula submandibularis. Hier grenzt der Nervenknoten an den Musculus hyoglossus und den hinteren Musculus mylohyoideus an. Zum Nervus lingualis bestehen zwei verbindende Faserbündel.

Das parasympathische Kopfganglion führt parasympathische und sympathische Faserqualitäten, aber wird nicht von somatischen Fasern durchquert. Die parasympathischen Fasern der Struktur stammen von Nervenzellen aus dem Nucleus salivatorius superior, die den Nervenknoten über den Nervus facialis sowie die Chorda tympani und den Nervus lingualis erreichen. Postganglionär erhält das Ganglion submandibulare sympathische Nervenfasern aus dem Ganglion cervicale superius. Diese Fasern gelangen über den Plexus caroticus externus sowie die Arteria facialis in das Ganglion. Insgesamt fällt der Unterkiefernervenknoten eher klein aus und trägt die Form einer Spindel.

Funktion & Aufgaben

Für alle sympathischen Fasern übernimmt das Ganglion submandibulare keine aktive Rolle, sondern entspricht einer passiven Durchgangsstation. Ohne Umschaltung passieren diese Fasern den Nervenknoten und ziehen zu den Speicheldrüsen weiter. Verschaltet werden im Ganglion submandibulare ausschließlich parasympathische Nervenfasern. Damit stellt der Nervenknoten eine Umschaltstation für den Parasympathikus dar. Nervenfasern mit parasympathischer Qualität werden innerhalb der Struktur auf das zweite, postganglionäre Neuron der Zungennervenfasern (Nervus Lingualis) verschaltet.

Nach dieser Umschaltung bilden die postganglionäre Fasern die sogenannten Rami glandulares und ziehen zu den beiden Speicheldrüsen in der Unterkieferregion (Glandula sublingualis und submandibularis). Diese Drüsen werden von den Nerven viszeromotorisch innerviert. Die viszeromotorische Innervation entspricht einer willkürlich nicht beeinflussbaren Innervation. Das heißt, die zugehörige Muskulatur zählt zur unwillkürlichen Körpermuskulatur. Bewegungen von unwillkürlichen Muskeln entziehen sich der bewussten Steuerung und werden rein durch das autonome Nervensystem kontrolliert. Derartige Muskulatur bestimmt die Bewegungen der drei großen Speicheldrüsen.

Das Ganglion submandibulare ist indirekt an der sympathischen sowie parasympathischen Innervation dieser Speicheldrüsen beteilig. Über die parasympathischen Nerven regt das vegetative Nervensystem die Speicheldrüsen zur Aktivität an. Die sympathischen Nerven hemmen wiederum die Aktivität der Speicheldrüsen. Das ist zum Beispiel in Extremsituationen der Fall. In solchen Stresssituationen bereitet sich der Körper durch eine Steigerung der Sympathikus-Aktivität auf Höchstleistungen vor, um Belastungen zu überstehen. Vorerst verzichtbare Körperfunktionen wie die Sekretion von Speichel werden zurückgefahren, damit der Organismus seine Energien auf die lebenserhaltenden Körperfunktionen konzentrieren kann.

In Entspannungssituationen überwiegt der parasympathische Einfluss auf die großen Speicheldrüsen. Damit nimmt die Speichelsekretion verglichen mit der Belastungssituation wesentlich zu. Die belastungsbedingten Auswirkungen des Sympathikus auf die Speicheldrüsen sind zum Beispiel für Jogger eine vertraute Situation. Während des Laufens wird der Mund oft extrem trocken und das Schlucken fällt zunehmend schwerer.

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Krankheiten

Die Strukturen des Ganglion submandibulare können durch unterschiedliche Prozesse geschädigt werden. Neben Traumata können zum Beispiel Tumore oder Entzündungen die Nervenstrukturen des Ganglions beeinträchtigen. Abhängig vom Schädigungsgrad und der Qualität der geschädigten Strukturen treten durch Nervenläsionen im Bereich des Ganglions unterschiedliche Störungen der Speichelsekretion ein.

Fällt der parasympathische Einfluss aus, so versiegt zum Beispiel die Sekretionsaktivität der Drüsen. Nimmt dagegen der sympathische Einfluss ab, so regt der Parasympathikus die Drüsen annähernd ungehemmt zur Sekretion an. Erhöhter Speichelfluss ist als Hypersalivation bekannt. Bei erniedrigtem Speichelfluss ist von Hyposalivation die Rede. Schädigungen im Bereich des Ganglions submandibulare zeigen ausschließlich auf die Speichelsekretion der Unterkieferspeicheldrüsen Glandula sublingualis und submandibularis Auswirkungen.

Alle anderen Speicheldrüsen arbeiten trotz Beeinträchtigungen des Ganglion submandibulare ungestört. Deshalb kann es zum Beispiel auch nach Schädigungen des Unterkiefernervenknotens nicht zum vollständigen Stopp der Speichelsekretion kommen, sondern allenfalls zu einer diskreten Erhöhung oder Erniedrigung der Speichelabgabe. Anzeichen für einen überhöhten Einfluss des sympathischen Nervensystems können zum Beispiel Mundtrockenheit sowie Schluckstörungen oder schlechte Zähne sein. Nicht alle Sekretionsstörungen der Unterkieferspeicheldrüsen müssen etwas mit Schädigungen im Bereich des Ganglion submandibulare zu tun haben. Viele Erkrankungen gehen mit Störungen der Speichelsekretion einher, so zum Beispiel Drüsenerkrankungen wie Speicheldrüsentumore.

Auch metabolische Erkrankungen und hormonale Dysfunktionen zeigen Auswirkungen auf die Speichelproduktion und Sekretion. Außerdem können die am Ganglion beteiligten Nervenstrukturen auch an Stellen außerhalb des Nervenknotens geschädigt werden und damit ebenfalls Speichelsekretionsstörungen hervorrufen. Aus diesem Grund ist eine gestörte Speichelsekretion aus den Unterkieferspeicheldrüsen keinesfalls mit einer sicheren Schädigung des Unterkiefernervenknotens gleichzusetzen.

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