Ganglion cervicale medium

Medizinische Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher (Facharzt für innere Medizin) am 2. November 2016
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Das mittlere Halsganglion (Ganglion cervicale medium) ist eine Ansammlung von Nervenzellen am sechsten Halswirbel. Von ihm gehen mehrere Fasern aus, welche in unterschiedliche Strukturen übergehen. Es erfüllt als autonome neuronale Struktur über die einfach Weitergabe von Informationen hinaus weitere Aufgaben in der einfachen Verarbeitung von Signalen.

Inhaltsverzeichnis

Was ist das Ganglion cervicale medium?

Das Ganglion cervicale medium ist eine Ansammlung von Nervenzellen in der oberen Halsregion. Es gehört zum Truncus sympathicus, dem sog. Grenzstrang, welcher aus einer Kette von 22-23 autonomen Ganglien (Ansammlungen von Nervenzellen) besteht. Es wird auch als mittleres Halsganglion bezeichnet und stellt eine autonome neuronale Struktur dar.

Wie aus jedem Ganglion resultiert auch aus dem Ganglion cervicale medium eine Verdickung des Nervenstranges. Es ist das kleinste der drei Ganglien des Grenzstranges(truncus sympathicus). Es ist Teil des peripheren Nervensystems und gehört dem sympathischen Nervensystem an. Damit ist es ein Teil des vegetativen Nervensystems, das nicht bewusst gesteuert oder kontrolliert werden kann. Ein Ganglion ist per definitionem eine Anhäufung von Nervenzellkörpern im peripheren Nervensystem. Es ist anzumerken, dass das mittlere Halsganglion bei einigen Tierarten, beispielsweise beim Pferd, inkonstant ist - es existiert dann nicht bei jedem Individuum

Anatomie & Aufbau

Das Ganglion cervicale medium hat eine spindelförmige Grundform. Es liegt beim Menschen am sechsten Halswirbel in der Nähe der arteria thyroidea inferior. Es ist kleiner als das obere Halsganglion (Ganglion cervicale superius). Vom mittleren Halsganglion gehen mehrere Fasern aus, unter anderem zum fünften und sechsten zervikalen Spinalnerv.

Diese beiden Spinalnerven entspringen dem Halsabschnitt des Rückenmarks und treten aus der Halswirbelsäule aus. Sie werden zu den Zervikalnerven gezählt. Andere Fasern laufen zur Halsschlagader und bilden dort den sog. plexus caroticus communis, ein Nervengeflecht um die Halsschlagader(arteria carotis communis). Über die ansa subclavia, eine Nervenschlange, welche sich um die arteria subclavia(Unterschlüsselbeinarterie) schlingt, wird das mittlere Halsganglion mit dem ganglion cervicale inferius, dem unteren Halsganglion, und dem ganglion stellatum verbunden. Es ist Teil des truncus sympathicus, des sog. Grenzstranges.

Das Ganglion cervicale medium ist, wie das obere und das untere Halsganglion, mit dem Grenzstrang in das tiefe Blatt der Halsfaszie (fascia cervicalis) eingeschlossen. Sie liegen dort rückseitig der Vagina carotica, der Gefäß-Nervenscheide. Der truncus sympathicus verläuft, bestehend aus 22-23 autonomen Ganglien, von der Schädelbasis bis zum Steißbein. Hierbei verläuft der Strang paravertebral, also entlang der Wirbelsäule.

Funktion & Aufgaben

Aus der Existenz des Ganglions resultiert eine Verdickung des Nervenstranges, welche charakteristisch für sämtliche Ansammlungen von Nervenzellkörpern, also Ganglien, ist. Das mittlere Halsganglion zählt aufgrund seiner Lokalisation zu den Zervikalganglien (cervix = Hals), welche Teil des peripheren Nervensystems sind. Es gibt insgesamt drei sympathische Zervikalganglien: Das obere Halsganglion (Ganglion cervicale superius), das in diesem Text behandelte mittlere Halsganglion (Ganglion cervicale medium), sowie das untere Halsganglion (Ganglion cervicale inferius).

Das periphere Nervensystem ist der Teil des Nervensystems, der weder zum Gehirn noch zum Rückenmark gehört und somit nicht zentral liegt. Das periphere Nervensystem ist also dem Namen nach als nicht-zentrales Nervensystem definiert; die Abgrenzung ist rein topographisch. Bei den Ganglien, so also auch beim Ganglion cervicale medium, handelt es sich um autonome Nervenstrukturen, das heißt die Struktur (das Ganglion) dient nicht nur der bloßen Daten- bzw. Signalweiterleitung, sondern ist in der Lage einfache Verarbeitungsprozesse durchzuführen. Weitergehende Erkenntnisse auf diesem Gebiet gibt es jedoch nicht. Hieraus resultiert, dass die genaue Funktion in der neuronalen Verarbeitung von Daten und Signalen der Ganglien nicht vollständig geklärt ist.

Es liegt jedoch nahe, dass dadurch eine organnahe, vom zentralen Nervensystem unabhängige Signalverarbeitung erreicht wird. Das Ganglion cervicale medium, sowie generell alle Ganglien, sind also als eine Art Schaltzentrale innerhalb des peripheren Nervensystems zu betrachten. Die komplexe Fähigkeit zur Verarbeitung von Informationen kann auf die Tendenz zur Vernetzung, welche aufgrund der hohen Konzentration von Nervenzellen auf kleinem Raum vorliegt, zurückgeführt werden.

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Krankheiten

Als Erkrankungen der Ganglien sind, wie bei anderen peripheren Nervenzellen, vor allem Verletzungen durch äußere Einwirkungen sowie Neuropathien denkbar. Hierbei sollte in jedem Fall ein Arzt konsultiert werden, da eine fachkundige medizinische Behandlung unumgänglich ist. Als sog. Neuropathien werden alle Erkrankungen peripher Nerven, die nicht durch eine traumatische Einwirkung entstehen, zusammengefasst.

Hierbei erfolgt eine Einteilung in primäre und sekundäre Neuropathien. Symptomatisch äußert sich eine Neuropathie zunächst vor allem durch Schmerzen im Bereich des betroffenen Nervs bzw. der betroffenen Nerven. Entgegengesetzt zum Symptom des Schmerzes kann allerdings auch ein völliger Reizausfall vorliegen. Je nach Schweregrad ist auch ein Ausfall der Reflexe möglich. Als Ursachen für Neuropathien sind diverse Grunderkrankungen möglich. Als häufigster Auslöser einer Neuropathie gilt der Diabetes mellitus, auch Zuckerkrankheit genannt. Liegt ein Diabetes mellitus als Auslöser vor und sind mehrere Nerven betroffen, liegt das Krankheitsbild einer sog. Diabetischen Polyneuropathie vor. Weitere Ursachen für Neuropathien sind unter anderem entzündliche Vorgänge, metabolische Erkrankungen(Stoffwechselkrankheiten - z.B. Diabetes mellitus) oder Autoimmunerkrankungen.

Bei den Autoimmunerkrankungen kann als prominentes Beispiel das Guillain-Barré-Syndrom genannt werden. Auch diverse Chemotherapeutika können als Nebenwirkung Neuropathien auslösen. Bei Verdacht einer Neuropathie oder einer aus einer traumatischen Einwirkung resultierenden Verletzung eines Nervs ist ein Arzt aufzusuchen, da derartige Krankheitsbilder einer medizinischen Behandlung bedürfen.

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