Gänseblümchen

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 29. November 2016
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Das Gänseblümchen ist eine weit verbreitete, wild wachsende Pflanze. Es dient nicht nur zu Dekorationszwecken, sondern erfreut sich auch in der Küche zunehmender Beliebtheit. Darüber hinaus kommt es in der traditionellen Volksheilkunde vor allem bei Beschwerden des Verdauungstraktes sowie zur Wundheilung zum Einsatz.

Inhaltsverzeichnis

Vorkommen & Anbau des Gänseblümchens

Das Gänseblümchen hat im Volksmund viele Namen, beispielsweise Maßliebchen oder Tausendschön. Die Pflanze, die auf fast jeder nahrhaften Wiese und Rasenfläche Mitteleuropas zu finden ist, gehört zu den Korbblütlern. Ihre Wuchshöhe ist mit etwa vier bis fünfzehn Zentimetern gering.

Charakteristisch ist ihr Blütenkörbchen, das aus weißen Zungenblüten besteht, die die mittig angeordneten, gelbe Röhrenblüten umgeben. Aus Europa gelangte das Gänseblümchen durch den Menschen auch nach Nord- und Südamerika, an die pazifische Küste und nach Neuseeland. Als sogenannte Speicherpflanze ist das Gänseblümchen in der Lage, frostige Temperaturen im Schnee zu überleben.

Gelegentlich kommt das Gänseblümchen als Futterpflanze zum Einsatz. Die menschliche Küche hat es im Zuge des Landlust-Booms zurückerobert, wo es als ebenso schmackhafte wie schmückende Salatzutat dient. In der Naturheilkunde kommt unter anderem die wundheilende Wirkung des Gänseblümchens zum Einsatz.

Wirkung & Anwendung

Spätestens, seitdem es wieder schick ist, den Speiseplan mit Unkräutern und wildwachsenden Pflanzen zu beleben, erfreut sich auch das Gänseblümchen einer Renaissance in der Küche. Dort findet es nicht nur im grünen Salat Verwendung. So etwa schmecken Kindern die frisch gezupften Blüten auf Butterbrot – umso mehr, wenn sie die weißen Blütenkörnchen selbst gepflückt haben!

Neben den Blüten sind auch die Blätter des Gänseblümchens essbar. Hier schmecken die jungen Blätter aus dem Inneren der Rosette am besten. Fein geschnitten, bringen sie Abwechslung in den Salat und geben einen tollen Hingucker als Suppeneinlage ab. Die geöffneten Blüten schmecken leicht bitter, während die halb geöffneten Blüten sowie die Knospen des Gänseblümchens einen angenehm nussigen Geschmack haben. Sauer eingelegt, dienen die Knospen auch als Kapernersatz.

In der Naturheilkunde kommt unter anderem die wundheilende Wirkung des Gänseblümchens zum Einsatz.

Sie werden auch zu Gänseblümchentee verarbeitet, zu Gänseblümchenhonig oder Gänseblümchengelee. Gänseblümchen sind aber nicht nur schmackhaft, sie enthalten auch viele gesunde Nährstoffe wie Vitamin C, Calcium, Magnesium oder Kalium. Medizinisch wirksam sind die Bitterstoffe, Gerbstoffe, Saponine, Flavonoide und das enthaltene ätherische Öl.

Zum Einsatz kommen sie vor allem bei Magen-, Galle- und Leberbeschwerden. Da sie den Stoffwechsel (und damit den Appetit) anregen, wirken sie sich aber auch positiv auf das Erscheinungsbild der Haut sowie auf die inneren Organe aus. Ein Rohkostsalat mit Gänseblümchen kann den Appetit auf das nachfolgende Menü anregen. Hierzu wird Jogurt mit Senf und Balsamico-Essig zu einer Sauce verrührt. Frisch gemahlener schwarzer Pfeffer und die bitter bis leicht scharf schmeckenden Gänseblümchenblüten runden das Salatdressing ab.

Da die Pflanze weit verbreitet ist, kann man sie selbst sammeln. In Apotheken und Kräuterhandlungen lassen sich luftgetrocknete Gänseblümchen aus kontrollierter Sammlung in Lebensmittelqualität erwerben. Der Aberglaube besagt, dass Pflanzen, welche am Johannistag – also am 24. Juni – geerntet wurden, am wirksamsten sind. Um einen Gänseblümchentee zuzubereiten, werden zwei Teelöffel getrocknete Gänseblümchen mit einem Viertelliter kochenden Wassers übergossen. Nach einer Ziehzeit von zehn Minuten kann der Tee, der sich bei Bedarf mit etwas Honig süßen lässt, getrunken werden.

Bedeutung für die Gesundheit, Behandlung & Vorbeugung

Sowohl in der überlieferten Naturheilkunde als auch in der modernen Phytotherapie kommen Gänseblümchen innerlich angewendet als Tee, sowohl äußerlich als Tinktur zum Einsatz. Die Wirkung des Gänseblümchentees zielt in erster Linie auf die Verdauungsorgane ab: Durch die enthaltenen Bitterstoffe regt er vor dem Essen den Appetit an und fördert nach dem Essen die Verdauung auch fettiger Speisen.

Der hohe Gehalt an Saponinen sorgt dafür, dass Gänseblümchensud traditionell auch zur Hustenlösung beziehungsweise Hustenlinderung, vor allem bei Kindern, zum Einsatz kommt. Die Saponine sind es auch, die gegen Frühjahrsmüdigkeit wirken und denen das Gänseblümchen seine allgemein anregende Wirkung zu verdanken hat. Gänseblümchentee hat zudem eine harntreibende Wirkung, weshalb er zur Bekämpfung von Ödemen verwendet werden kann.

Auch in der Frauenheilkunde wird er im Falle ausbleibender oder schmerzhafter Monatsblutungen eingesetzt. Ferner findet Gänseblümchentee bei Kopfschmerzen und Schlaflosigkeit Anwendung. Äußerlich angewendet kann eine Gänseblümchentinktur zur Wundheilung beitragen sowie unreine Haut klären. In neueren Studien konnte zudem eine antimikrobielle Wirkung von Gänseblümchen nachgewiesen werden. Unterwegs, beispielsweise auf Wanderungen, dienen Gänseblümchen als schneller Wundpflasterersatz: Einfach einige Gänseblümchenblätter auf die Wunde, Prellung oder Verstauchung legen.

Da Gänseblümchen entzündungshemmend und schmerzlindernd wirken, bessern sich die Beschwerden schnell. Werden die Blätter des Gänseblümchens zwischen den Fingern zerrieben, kann der entstandene Saft eingesetzt werden, um Juckreiz zu lindern – beispielsweise nach einem Insektenstich. Aber auch von Brennnesselkontakt geschädigte Haut atmet spürbar auf, wenn sie mit dem Saft der Gänseblümchenblätter behandelt wird.

Unreine Haut profitiert in Form von Waschungen oder durch Gesichtswasser mit Gänseblümchen. Selbst Lippenherpes bessert sich durch Gänseblümchen-Auflagen, was den enthaltenen Flavonoiden und Gerbstoffen zugeschrieben wird. Bei Ausschlägen wird ein Absud aus den grünen Blättern des Gänseblümchens verwendet.

Ebenso lassen sich Abszesse und Altersflecken durch Einreibungen mit Gänseblümchensud lindern. Während all diese Anwendungsgebiete seit dem Mittelalter wohlbekannt sind, ist das Gänseblümchen im achtzehnten Jahrhundert kurzzeitig in Verruf geraten, da ihm eine abtreibende Wirkung nachgesagt wurde. Diese konnte jedoch nicht bestätigt werden.

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