Fuchsbandwurm (Hundebandwurm)

Qualitätssicherung von Dr. med. Nonnenmacher am 4. November 2017
Startseite » Krankheiten » Fuchsbandwurm (Hundebandwurm)

Die Infektionen mit einem Hundebandwurm oder einem Fuchsbandwurm sind für den Menschen lebensgefährliche Erkrankungen. Der komplexe Vorgang einer Infektion und die entsprechenden Symptome der Erkrankung sollten mit aller Sorgfalt beachtet werden, da sie durch eine gründliche Hygiene vermieden werden können. Außerdem sind sie durch eine frühzeitige Diagnose besser zu therapieren.

Inhaltsverzeichnis

Definition Fuchsbandwurm (Hundebandwurm)

Die Infektion mit einem Hundebandwurm ruft das klinische Bild der zystischen Echinokokkose hervor. Diese Erkrankung ist durch zystische Veränderungen verschiedener Organe charakterisiert. Solche flüssigkeitsgefüllten Hohlräume können kindskopfgroß werden und enthalten lebendes Wurmgewebe. Das hauptsächlich betroffene Organ ist die Leber, aber auch in der Lunge, im Herz oder im Gehirn können durch die Infektion mit einem Hundebandwurm solche Zysten entstehen.

Eine Infektion mit einem Fuchsbandwurm betrifft die Leber. Das Keimgewebe des Fuchsbandwurms bildet zunächst Sprossen, die tumorartig in das Lebergewebe einwachsen. Erst später entstehen Hohlräume, die dem Aussehen von verzweigten Lungenbläschen ähneln. Daher heißt diese Infektion mit einem Fuchsbandwurm alveoläre Echinokokkose.

Ursachen

Ein Hundebandwurm und ein Fuchsbandwurm sind drei bis sechs Millimeter groß. Sie bestehen aus mehreren Bestandteilen, die für die Infektion und die Vermehrung verschiedene Aufgaben erfüllen. Der Kopf heißt Scolex und dient dem Hundebandwurm und dem Fuchsbandwurm zur Verankerung in der Darmschleimhaut. Der Körper dieser Bandwürmer besteht aus meist drei Gliedern, den Proglottiden. Das letzte dieser Proglottiden trägt Hunderte von Eiern.

Diese gefüllten Proglottiden lösen sich vom Hundebandwurm oder dem Fuchsbandwurm und werden mit dem Kot ausgeschieden. Dieser Vorgang erfolgt im sogenannten Endwirt. Bei dem Hundebandwurm sind das Hunde oder hundeähnliche Tiere, bei dem Fuchsbandwurm sind es Füchse, Hunde oder Katzen.

Andere Tiere oder Menschen nehmen mit einer verschmutzten Mahlzeit diese Eier auf. Dazu zählen hauptsächlich Schafe, Schweine, Rinder oder Kamele. Ein Mensch kann sich aber auch durch den Verzehr solcher Tiere infizieren. Menschen oder durch Nahrungsaufnahme infizierte Tiere sind sogenannte Zwischenwirte.

Aus den Eiern, die vom Zwischenwirt aufgenommen wurden, schlüpfen im Darm kleine Larven. Diese heißen Onkosphären und dringen durch die Darmwand in das Gefäßsystem und gelangen so in die Organe und entwickeln die charakteristischen Veränderungen.

In den Zysten der Organe entwickeln sich ebenfalls infektiöse Einheiten. Über den Verzehr von Fleisch der betroffenen Tiere kann sich daher ein Mensch ebenfalls mit einem Hundebandwurm oder Fuchsbandwurm infizieren. Hin und wieder infizieren sich auch Pilzsammler oder Menschen, die im Wald Heidelbeeren (Blaubeeren) gepflückt haben. Diese können durch den Kot von Füchsen oder anderen Tieren mit Eiern besetzt sein. Werden dann die Pilze oder Heidelbeeren nicht richtig gewaschen oder abgekocht, kommt es rasch zu einer Infektion.

Typische Symptome

Typische Anzeichen und Symptome bei einer Infektion mit dem Fuchsbandwurm oder Hundebandwurm treten nicht sofort in Erscheinung. Erst nach Jahren können Beschwerden auftreten. Da die Larven sich zumeist in der Leber festsetzen, ist diese nach vielen Jahren meist schon irreparabel geschädigt. Als Beschwerden können dann auftreten:

Beim Hundebandwurm können zusätzliche Beschwerden dem Betroffenen zu schaffen machen:

Diagnose & Verlauf

Bandwürmer leben als Parasiten im Darm des Menschen oder anderer Wirbeltiere. Es gibt viele verschiedene Bandwurmarten. Jede Art kann unterschiedliche Beschwerden hervorrufen, wobei nur weniger Arten für den Menschen zur Gefahr werden könne. Im Bild, der Kopf eines Bandwurmes. Klicken, um zu vergrößern.

Eine Infektion mit einem Hundebandwurm oder Fuchsbandwurm ist in den meisten Fällen mit bildgebenden Verfahren gut zu diagnostizieren. Mit einer Ultraschalluntersuchung lassen sich Zysten in der Leber gut darstellen.

Die soliden Änderungen in der Leber, die durch einen Fuchsbandwurm hervorgerufen werden, sind häufig besser durch eine Computertomographie oder eine Kernspintomographie darstellbar. Diese Verfahren sind auch geeignet, Zysten in anderen Organen nachzuweisen. Zusätzliche Bluttests, in denen beispielsweise Antikörper gegen das Wurmgewebe nachgewiesen werden, ergänzen die diagnostischen Möglichkeiten.

Die Symptomatik einer Infektion wird durch die starke Beeinträchtigung der befallenen Organe hervorgerufen. Beispielsweise kann durch Einschränkung der Leberfunktion ein Ikterus auftreten. Bei einem Infektionsherd im Gehirn sind neurologische Ausfallerscheinungen möglich.

Komplikationen

Beim Fuchsbandwurm handelt es sich um eine lebensgefährliche Erkrankung. Falls diese nicht behandelt wird, kommt es in der Regel zum Tode des Patienten. Durch den Fuchsbandwurm kommt es in den meisten Fällen zu sehr starken Beschwerden im Bereich des Bauches und des Magens. Es treten starke Schmerzen auf, die auch ohne den Verzehr von Nahrungsmittel anhalten können und sich oft nicht mit Hilfe von Schmerzmittel lindern lassen.

Ebenso ist der Patient dauerhaft müde und erschöpft und leidet an Gelbsucht. Der Müdigkeit kann dabei nicht durch ausreichend Schlaf entgegenwirkt werden. Die Lebensqualität wird durch den Fuchsbandwurm erheblich verringert. Ebenso ist es für den Patienten nicht mehr möglich, körperlichen oder sportlichen Aktivitäten nachzugehen.

Die Behandlung findet in der Regel anhand eines operativen Eingriffs statt. Dieser ist notwendig, da es sonst durch den Fuchsbandwurm zum Tode des Patienten kommt. Darüber hinaus muss der Patient verschiedene Medikamente einnehmen, um weitere Infektionen zu vermeiden. Bei einer erfolgreichen Behandlung wird die Lebenserwartung nicht verringert. Sollte keine Operation möglich sein, werden die Zysten mit Hilfe von Medikamenten behandelt.

Wann sollte man zum Arzt gehen?

Wenn Würmer oder Wurmteile im Stuhl zu sehen sind, sollte in den nächsten Tagen ein Arzt aufgesucht werden. Ungewöhnliche Symptome wie Juckreiz in der Analregion oder Bauchschmerzen bedürfen ebenfalls einer ärztlichen Abklärung. Fieber, Gewichtsverlust und Anzeichen einer Blutarmut deuten auf eine fortgeschrittene Fuchsbandwurm-Infektion hin, die umgehend untersucht und behandelt werden muss.

Sollten die genannten Symptome nach dem Kontakt mit einem Fuchs oder einem anderen möglicherweise infizierten Tier auftreten, muss der Betroffene zeitnah ein Krankenhaus aufsuchen. Spätestens, wenn blutiger Stuhl bemerkt wird oder es wiederholt zu Bluthusten oder Blutspucken kommt, ist ein Arztbesuch angezeigt. Kinder, ältere Menschen, Schwangere und Kranke sollten bei ungewöhnlichen Beschwerden umgehend bei einem Arzt bzw. Kinderarzt vorstellig werden. Selbiges gilt für Menschen, die an einer ernsten Darmerkrankung leiden oder schon länger über die genannten Symptome klagen. Bei Anzeichen für eine Störung der Leberfunktion oder ernsten Kreislaufbeschwerden wird am besten der Rettungsdienst gerufen oder der ärztliche Notdienst kontaktiert.

Behandlung & Therapie

Der Verlauf einer Infektion mit einem Hundebandwurm oder Fuchsbandwurm ist ohne Therapie fulminant. Die Therapie der Wahl ist die chirurgische Entfernung der Zysten.

Allerdings besteht bei der Entfernung einer Zyste das Risiko, dass Wurmgewebe oder Eier in andere Regionen übertragen werden und erneute Infektionen hervorrufen.

Daher können zusätzlich Medikamente gegeben werden, die sogenannte Rezidive verhindern.

Inoperable Zysten oder restliches, nicht entferntes Gewebe werden medikamentös behandelt. In den meisten Fällen kann dabei nur das Wachstum der Zyste verhindert werden, sodass häufig langfristige und dauerhafte Therapien notwendig sind.

Beim Fuchsbandwurm kann es unter Umständen zu einer lebenslangen medikamentösen Therapie kommen, da die Zysten zu klein sind, um sie operativ entfernen zu können.

Hier finden Sie Ihre Medikamente:

Vorbeugung

Zur Vorbeugung einer Infektion mit einem Hundebandwurm oder Fuchsbandwurm ist eine gründliche persönliche Hygiene der beste Schutz. Eine weitere wichtige Vorsichtsmaßnahme ist die regelmäßige Begutachtung von Fleisch. Infektionen mit einem Hundebandwurm und einem Fuchsbandwurm sind meldepflichtig, sodass eine engmaschige Kontrolle durch die Behörden ebenfalls die Ausbreitung einer solchen Infektion verhindert.

Pilzsammler oder Sammler von Heidelbeeren sollten ihre Früchte bzw. Pilze gründlichst waschen. Besser ist es jedoch sie abzukochen.

Das können Sie selbst tun

Ein Fuchsbandwurm bedarf einer umfassenden medizinischen Therapie. Betroffene können die Behandlung allerdings durch verschiedene Maßnahmen und einige Mittel aus Haushalt und Natur unterstützen.

Zunächst wird der Arzt eine abführende Ernährung empfehlen. Kohlgemüse, Sauerkraut und Co. helfen dabei, den Bandwurm rasch auszuscheiden und den Magen-Darm-Trakt von etwaigen Rückständen zu befreien. Außerdem sollte viel getrunken werden, etwa Kräutertees mit Kamille und Melisse oder abführende Tees aus der Apotheke. Ganz allgemein werden auch Knoblauch, Karotten, Schwarzkümmelöl und einer Reihe anderer Gewächse und Pflanzen lindernde Effekte nachgesagt. Entsprechende Mittel helfen zwar nicht direkt gegen den Fuchsbandwurm, lindern aber Begleitsymptome wie Schmerzen, Magenkrämpfe und Sodbrennen.

Ein alternatives Heilmittel aus der Homöopathie ist das Präparat Abrotanum D1. Um Komplikationen zu vermeiden, sollte die Anwendung alternativer Methoden und Heilmittel zuvor mit dem Arzt abgeklärt werden. Nach der Behandlung gilt für die Betroffenen strikte Bettruhe und Schonung. Zuletzt sollte die Ursache für die Infektion mit dem Fuchsbandwurm ermittelt werden. Womöglich wurde der Wurm durch ein Haustier übertragen, welches dementsprechend behandelt und gegen einen erneuten Parasitenbefall geimpft werden muss.

Bücher über Würmer & Wurmbefall

Quellen

  • Darai, G., Handermann, M., Sonntag, H.-G., Zöller, L. (Hrsg.): Lexikon der Infektionskrankheiten des Menschen. Springer, Berlin 2012
  • Groß, U.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Thieme, Stuttgart 2009
  • Hahn, H., et al.: Medizinische Mikrobiologie und Infektiologie. Springer, Berlin 2012

Diese Seite teilen:

Das könnte Sie auch interessieren:

Bekannt aus: